Fifa begründet Türkei-Urteil - Huggel rekurriert (BaZ)

Startbeitrag von atzge am 02.03.2006 06:43






TÜRKISCHER VERBAND AN DER ESKALATION HAUPTVERANTWORTLICH

Drei Wochen nach der Bekanntgabe der Sanktionen publizierte die Fifa die Begründungen der Urteile, die sie nach den Tumulten beim WM-Qualifikationsspiel Türkei-Schweiz gefällt hatte.

Benjamin Huggel reichte seinen schriftlichen Einspruch in Absprache mit seinem Anwalt Marco Balmelli bei der Fifa-Rekurskommission ein. Der Mittelfeldspieler blickt der Fortsetzung der Affäre mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. Er wunderte sich primär darüber, dass «ich im selben Haus rekurrieren muss, das mich für sechs Spiele sperrte».
Huggel hatte nach seinem Tritt gegen den türkischen Assistenztrainer Özdilek und dem folgenden Gerangel mit Verteidiger Alpay vor der Fifa-Disziplinarkommission auf Notwehr plädiert. Eine Sicht der Dinge, die die vier Experten des Weltverbandes nicht teilten: Es habe weder von Özdilek noch von Alpay unmittelbare Gefahr gedroht, weswegen Huggels Angriffe als Rache zu werten seien.

mitverantwortung. Weil der Münchensteiner mit seinen Attacken Mitverantwortung an der folgenden Eskalation trage, sei die Strafe dementsprechend ausgefallen, hält die Fifa fest. Keine Rolle spielte für sie, dass Huggel wegen seiner sechs Spielsperren gar die EM 2008 in der Schweiz verpassen könnte, während die Türken Alpay und Emre ihre Sperren während der Qualifikation absitzen können. Welche Partien von der Sperre betroffen sind, sei oft nicht ersichtlich und könne deswegen nicht berücksichtig werden, schreibt die Fifa.

An der Sachlage habe die Begründung des Weltverbandes grundsätzlich wenig geändert, erklärte Huggel - ein Rekurs sei so oder so geplant gewesen. Ihm missfiel indes schwer, mit welcher Konsequenz die Fifa sämtliche von ihm aufgeführten Entlastungspunkte verwarf. Die primär von den Türken provozierte aggressive Atmosphäre sei unbeachtet geblieben. «Sie gingen in keiner Weise auf die Umstände ein und warfen mir gar noch Hinterhältigkeit vor. Es ist haarsträubend.»
Er habe mit den gravierenden Folgen seines Tritts gegen den türkischen Assistenten an sich zu kämpfen. «Sie haben ja nicht berücksichtigt, dass es mich unter Umständen härter als alle anderen trifft. Ich könnte die WM und auch die EM im eigenen Land verpassen.» Für Huggel ist befremdend, wie wenig Gehör seine Aussagen bei der untersuchenden Kommission fanden. «Sie glaubten mir offenbar kein Wort. Das gibt mir extrem zu denken.»

türkische schuld. In ihrer 23-seitigen Urteilsbegründung sieht die Fifa ansonsten den türkischen Verband als Hauptverantwortlichen; er sei seinen Pflichten als Gastgeber nicht nachgekommen. So sei nur glücklichen Umständen zuzuschreiben, dass es bei der Schweizer Ankunft am Flughafen Atatürk zu keinen ernsthaften Zwischenfällen gekommen sei. Zudem habe der Stadionspeaker die Fans immer wieder zu Pfeifkonzerten aufgefordert.

Kaum beurteilen konnte die Fifa die Geschehnisse in den Katakomben, da kaum neutrale Zeugen anwesend waren. Darum blieb auch ungeklärt, wer den Schweizer Stéphane Grichting in den Unterleib getreten hat.

si

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