Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Red Blue Devils Poeten Forum
Beiträge im Thema:
1
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Betty Bossi

Krise bei Real Madrid

Startbeitrag von Betty Bossi am 02.03.2006 11:20


Krise bei Real Madrid

Fans beschimpfen die Spieler, Opposition fordert Neuwahlen

Madrid/Berlin - Wohl den Akteuren von Real Madrid, die Nationalspieler sind und bis heute weit weg waren von den Geschehnissen in der spanischen Kapitale. Die Verbliebenen bekamen bei ihrem ersten Training nach dem Rücktritt von Präsident Florentino Pérez nämlich die ganze Wut der Anhänger zu spüren: "Schamlose", "Weiberhelden", "Abzocker", und so weiter; weil Pérez seine Demission wiederholt mit dem mangelnden Charakter des Teams begründete: "Die 22 Fußballer von Real Madrid haben mir mehr Arbeit gemacht als die über 100 000 Mitarbeiter der ACS (seiner Baufirma, d. Red.)." Also wurde ihnen am Dienstag abend das ganze Repertoire der Heldenverachtung zuteil.

Einem ging das alles ein bißchen zu weit. Kapitän Raul, der nach seiner Knieverletzung vom spanischen Nationaltrainer Aragonés für das Testspiel gegen die Elfenbeinküste geschont wurde, lud auf eigene Initiative zur Pressekonferenz und kritisierte Pérez für dessen Bezeichnung der Spieler als "verzogen". Raul: "So allgemein kann man das nicht sagen. Er hätte schon Namen nennen müssen." Der Kapitän dankte dem Ex-Präsidenten zwar mehrmals für seine Arbeit, doch als er über dessen Leistungen sprach, erwähnte er bezeichnenderweise nur "Dinge wie die Ciudad Deportiva", das neue, gigantische Vereinsgelände.
Default Banner

Dem sportlichen Kurs, dem ungezügelten Zukauf von werbeträchtigen Superstars, stand Raul, das Madrider Eigengewächs, schon lange kritisch gegenüber, womit er beileibe nicht allein war. Verschiedene Oppositionsgruppen wollen sich deshalb nicht mit der von Pérez vorgesehenen Kontinuität abfinden. "Der Klub ist ein Trikotladen geworden", sagte der Präsident einer Mitgliederorganisation in Anspielung auf die Kommerzialisierung der letzten Jahre.

Im von Pérez bestimmten Nachfolger Fernando Martín sehen die Kritiker einen Statthalter, sie fordern Neuwahlen. Auch einige Präsidiumsmitglieder sprachen sich für eine Vorverlegung des eigentlich für 2008 abgesetzten Urnengangs aus. In den Startlöchern für eine Kandidatur steht nicht nur Pérez' Vorgänger Lorenzo Sanz, sondern auch der ehemalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz, hinter dem die Gruppe Entrecanales stehen soll - ein Baukonzern. fh


Artikel erschienen am Do, 2. März 2006



© WELT.de 1995 - 2006

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.