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vor 11 Jahren, 7 Monaten
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atzge

Basels Stürmernot und die Abhängigkeit von Delgado (Tagi)

Startbeitrag von atzge am 12.03.2006 08:56






Morgen Sonntag empfängt der FCB die Grasshoppers. Trainer Christian Gross erwartet von seinem Team in der Offensive eine wesentliche Steigerung.

Von Ueli Kägi
Es hätte durchaus Grund zur grösseren Freude gegeben am Donnerstag beim FC Basel. Der Schweizer Meister hatte im Uefa-Cup-Achtelfinal Strasbourg 2:0 besiegt, das Resultat ist mehr als der halbe Weg in den Viertelfinal. Christian Gross hielt sich dann ungefähr 15 Minuten bei diesem Erfolg auf. Er war glücklich mit dem Resultat. Einerseits. Andererseits fand er, dass der FC Basel besser spielen könne. Und dann sagte Gross: «Jetzt wollen wir am Sonntag auf GC losgehen.»

Auf GC losgehen. Die Zürcher mögen noch so weit zurück liegen in der Meisterschaft. Die Wortwahl alleine symbolisiert, was GC in Basel noch immer ist: Staatsfeind Nummer 1. Gross findet: «GC ist für uns vom Renommee her neben dem FCZ immer noch der Erzrivale.» Und Gross weiss auch, wo für den FCB noch immer die erste Priorität liegt: nicht im europäischen Wettbewerb, aber im Gewinn des Meistertitels.

Der FCB bastelt sein nächstes Team

Die Ergebnisse im Uefa-Cup gegen Monaco und nun Strasbourg ausgeblendet - in der Liga hatte der FC Basel in diesem Frühjahr bislang Mühe, die Gänge einzulegen. Er konnte den FCZ im Letzigrund nach einer 1:0-Führung nicht besiegen, er spielte gegen Schaffhausen nur unentschieden, er musste in Thun in letzter Minute den Ausgleich zulassen. Alleine Yverdon besiegte er 2:1. «Grundsätzlich haben wir Punkte verloren», sagt Gross. In Basels Rücken hat sich der FCZ bis auf vier Verlustpunkte angeschlichen.

Der FCB tut derzeit, was er seit der Champions-League-Saison 2002/03 alle sechs Monate tut. Er bastelt sich nach Abgängen eine neue Mannschaft, er sucht sein neues Gesicht. Was er spürt, sind vor allem die Schwierigkeiten in der Offensive: Nach Gimenez hat im Winter auch Rossi den Klub verlassen. Carignano ist seit bald einem Jahr verletzt. Neben Eduardo, dem grossen Arbeiter und weniger grossen Techniker, fehlt eine zweite richtige Spitze. Dass der 34-jährige Michail Kawelaschwili gestern bis Ende Saison verpflichtet worden ist, verdeutlicht nur die Personalprobleme. Der Georgier, einst auch beim FCZ und bei GC, kam in der vergangenen Saison noch auf fünf Spiele für Alenia Wladikawkas und hat enorme körperliche Defizite.

Das dünne Kader wirkte sich bislang weniger im internationalen Geschäft aus, weil Gross da den Stil den Anforderungen angepasst hat. Auf Kosten einer zweiten Sturmspitze und auf Kosten der Attraktivität besetzt er dafür die Flanken im Mittelfeld. Es ist das Mittel, um im Uefa-Cup bestehen zu können. Es ist das Mittel, das dem aktuellen Profil des Teams gerecht wird. Die Basler verteidigen solid, das ist ihre Basis. Delgado steigerte sich gegen Strasbourg und im Vergleich zu den ersten Spielen dieses Jahres massiv. Er entschied das Spiel mit zwei Bällen, steht in der Torschützenliste des Uefa-Cups mit 6 Treffern auf Rang 1 und und bestimmt den Erfolg des Teams praktisch im Alleingang.

Nicht verbergen aber konnte der FCB zuletzt seine grundsätzlichen Defizite im Offensivspiel. Chipperfields Rückkehr in der nächsten Woche könnte ein Gewinn sein. David Degen ist an guten Tagen eine starke Kraft, ihm mangelt es an Konstanz. Unmittelbar hinter ihm ist Rechtsverteidiger Zanni mit seinen vielen Fehlpässen eine Gefahr. Und Sterjovski hat noch immer nicht bewiesen, dass er in der Liga den gefährlichen Angreifer spielen kann, den Gross von ihm erwartet. Basel wird seine auffälligsten Schwächen im Sommer auf dem Transfermarkt zu korrigieren versuchen. Daneben wird eine Vertragsverlängerung für Murat Yakin immer unwahrscheinlicher. Yakins Rückkehr ins Mannschaftstraining ist weiterhin nicht absehbar.

Gross verlangt in der Meisterschaft eine Verbesserung des Angriffsspiels. «Wir wollen dem Gegnern wenig Torchancen zulassen, das ist uns gelungen.» Bewusst sei ihm aber, dass unter dieser Vorgabe das Offensivspiel zuletzt gelitten habe - «aber wir arbeiten daran». Der Basler Trainer will gegen GC «den Sieg mit Dynamik und Entschlossenheit anstreben».

Für den Klassiker von morgen Sonntag (live Sat 1, 16.15 Uhr) wünscht sich Gross eine schönere Kulisse als zuletzt mit den für Basler Verhältnisse enttäuschenden 12 947 gegen Yverdon und 14 243 im Strasbourg-Spiel. Das ist garantiert, über 26 000 Tickets hat der FCB abgesetzt, auch wenn nicht alle der 24 000 Saisonkarteninhaber erscheinen werden. Beobachtet hat Gross beim nächsten Gegner, dass die Ideen des neuen GC-Trainers Krassimir Balakov bei der Mannschaft noch nicht ganz durchgedrungen seien. Als klaren Favoriten will er den FCB deshalb nicht sehen. Seine Frage ist: «Was gibt es für GC Schöneres, als nach Basel zu fahren?»

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