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Red Blue Devils Poeten Forum
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Ernesto., Latteknaller, Tschum, Betty Bossi, wurmi, Lemieux, Captain Sky, Spitzkick, Mätzli, Tuborg_home, Chrättli, Don Daniel

Heute in der BaZ - Interview mit dem Trainer (aus dem ASB-Forum kopiert)

Startbeitrag von Tuborg_home am 15.05.2006 20:03

mE ein bemerkenswertes Interview. Für Cheftrainer-Verhältnisse schonungslos und offen wie selten.

Bin gespannt auf eure Wertungen...

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FCB-TRAINER CHRISTIAN GROSS ZIEHT AM ENDE EINER AUFWÜHLENDEN SAISON EINE KRITISCHE BILANZ DER SAISON 2005/2006
«Ich war schockiert.» Christian Gross nach dem Titelverlust und den Krawallen.

INTERVIEW:MARCELROHR/CHRISTOPHKIESLICH

Die Enttäuschung sass immer noch sehr tief, als der Zürcher gestern zum Interview-Termin erschien.

Nicht nur der verpasste Meistertitel und nicht nur das Ende der Serie der Ungeschlagenheit im eigenen Stadion lag Christian Gross im Magen - enttäuscht und schockiert zeigte sich der Trainer über die Ausschreitungen.

baz:Wie haben Sie die Stunden nach dieser Niederlage gegen den FCZ erlebt?

Christian Gross: Die Nacht war sehr kurz. Nach dem Match nahm ich mit der Mannschaft noch ein Abendessen ein. Aber es war ein frühes Aufbrechen, bei allen spürte man eine grosse Enttäuschung. Auch bei mir - das ist eine ganz bittere Niederlage, die bitterste meiner Karriere.

Wie kommentieren Sie die Krawalle?

Ich war schockiert, als ich am TV die Bilder gesehen habe. Unmittelbar nach Spielschluss ging ich in die Kabine, da habe ich nicht soviel mitbekommen. Es tut mir leid, wenn
FCZ-Spieler auf dem Rasen attackiert worden sind.

Welche Konsequenzen erwarten Sie?

Die Gitter in unserem Stadion werden wieder ein Thema, vielleicht gibt es auch eine Platzsperre, was ich natürlich nicht hoffe. Aber man muss unterscheiden: In der Muttenzer Kurve hatte es vielleicht 150, 200 Militante, die sich mit dem FCB-Schal tarnen, nur um Krawall zu provozieren. Das sind keine Fans.

Zum Sportlichen. Warum hat der FCB den Titel doch noch verloren?

Uns ist es nicht gelungen, nach dem 1:1 dem Ball Sorge zu tragen und die Konter besser zu setzen. Wir hatten dann beim Gegentor nicht mehr die
geistige Frische, um richtig zu reagieren. Ein Detail noch: Der Einwurf von Nef war regeltechnisch nicht korrekt, er warf zu weit vorne ein. Aber das soll keine Ausrede sein. Wir sind wegen der Tordifferenz nicht Meister geworden, respektive deshalb, weil ein Punkt gefehlt hat. Dieser wäre sicher an anderer Stelle machbar gewesen.

Wie fällt Ihre Saisonbilanz aus?

Es war eine sehr gute Saison von uns, insbesondere, wenn man die internationalen Auftritte dazunimmt. Ich wehre mich, die Saison als schlecht abzutun, nur weil wir den Titel verpasst haben. Im Gegenteil: Wir haben intensiv für das Erreichen dieses Spitzenplatzes gearbeitet. Der Vereinsführung ist es erneut gelungen, die Mannschaft gezielt und gut zu verstärken. Ich erinnere nur an den Transfer von Majstorovic. Auch Eduardo ist ein Gewinn für das Team.

Trotzdem: Von fünf formulierten Zielen haben Sie deren vier verpasst.

Das ist richtig. Aber ich bin so ehrgeizig, überall und immer vorne mitspielen zu wollen. An der Zielsetzung wird nichts verändert. Aber man wird auch immer daran gemessen, das ist klar.

Spüren Sie Häme?

Häme kommt nur auf, wenn die Leute das Gefühl haben, wir treten arrogant auf. Aber das war nie der Fall. Das zeichnet den Club aus. Dass sich andere Fans in der Schweiz freuen, ist nachvollziehbar.

Ist der neue Champion FCZürich nun auf Augenhöhe mit dem FCB?

Er ist dann auf Augenhöhe, wenn er in der Super League eine konstant gute Saison spielt und auch international für Furore sorgt.

In der Qualifikation zur Champions League wäre der FCBim August erstmals gesetzt gewesen. Ist es nicht doppelt bitter, dass man diesen Bonus verspielt hat?

Das wird sich erst im Nachhinein zeigen. Eine Qualifikation zur Champions League ist immer schwer. Aber es ist ein ganz bitterer Moment, klar.

Was werfen Sie sich selbst vor?

(Überlegt lange). Sicher habe ich auch Fehler gemacht. Wir haben in den internationalen Spielen versucht, einen realistischeren Fussball zu spielen. Vielleicht wäre es auch in der Endphase der Meisterschaft angebracht gewesen, vorsichtiger zu agieren. Andererseits haben wir lange daran gearbeitet, um Matias Delgado als Spielmacher in der Rhombus-Anordnung im Mittelfeld hinter zwei Spitzen zu etablieren.

Welche Fehler meinen Sie darüber hinaus?

Ich werfe mir vor, dass wir zu wenig an der Effizienz vor dem gegnerischen Tor gearbeitet haben. Dafür sind wir bitter bestraft worden, in Bremen, im Heimspiel gegen Middlesbrough. Das müssen wir verbessern.

Ein Vorwurf an die Stürmer, speziell an Mladen Petric?

Er hat keine schlechte Quote. Aber er muss als Torschützenkönig aus dieser Meisterschaft gehen, nicht Keita vom FCZ. Petric hat einen grossen Sprung gemacht, aber er kann noch mehr. Auch Eduardo, der sich im System mit einer Spitze wohler fühlt, hat sein Potenzial noch nicht ausgereizt.

Insgesamt haben Sie sieben Stammspieler der letztjährigen Meistermannschaft verloren. Gibt es einen, dem Sie nachtrauern?

Nein. Alle Transfers waren richtig. Nochmals: Wir haben konstant und dominant gespielt. Wir versuchen ja auch, die Balance zu halten zwischen jungen, hungrigen und erfahrenen Spielern. Dass nun meine Arbeit kritisch hinterfragt wird, ist völlig normal. Aber es wäre ein Fehler, alles in Frage zu stellen. Zu bedenken gilt auch, dass die Rückrunde mit den vielen Spielen und aufgrund des Wetters sehr speziell war.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus dieser Saison?

Wir fliegen am Montag für eine Woche nach Malta. Dies gibt uns die Möglichkeit, die Saison aufzuarbeiten. Wir müssen noch gezielter und noch konsequenter für den Erfolg arbeiten. Wir haben viele Punkte leichtfertig verschenkt - in den Spielen gegen GC und Thun zum Beispiel.

Geniessen alle Spieler des Kaders Ihr Vertrauen?

Ja, wir dürfen jetzt aufgrund der bitteren Enttäuschung nicht den Fehler machen, falsche Schlüsse zu ziehen. Aber es wird eine Analyse geben. Es hat Profis wie Mesbah und Baykal, die wenig gespielt haben. Ihre Zukunft müssen wir überdenken. Offen ist auch, was mit dem dritten Goalie, Riccardo Meili, passiert. Die Idee ist, Yann Sommer auf dieser Position nachzuziehen.

Auf welchen Positionen sehen Sie Handlungsbedarf?

Wir machen uns Gedanken über die Besetzung der Innenverteidigung. Auf der linken Seite müssen wir abwarten - möglich, dass sich Scott Chipperfield mit einer guten WM noch ins Schaufenster spielt. Dazu suchen wir weiter einen Stossstürmer, der die ideale Ergänzung zu Petric und Eduardo sein kann. Mit Felipe Caicedo können wir - aufgrund seines Alters - erst ab Januar 2007 fest planen. Offen ist auch die Zukunft von Mile Sterjovski und Koji Nakata.

Warum?

Sterjovski hat noch ein Jahr Vertrag. Die Idee war, ihn im rechten Mittelfeld als Pendant zu Scott Chipperfield aufzubauen. Das ist mir nicht gelungen. Ob wir Nakata behalten, hängt auch mit der Entscheidung der Liga in Sachen Nicht-EU-Ausländer ab. In Zukunft sollen es nur noch vier sein. Dagegen haben wir bei der Liga einen Vorstoss gemacht.

Eine der brisantesten Fragen ist die Zukunft von Pascal Zuberbühler. Wie beurteilen Sie seine Leistungen?

Er hat eine durchzogene Saison gespielt. Er steht unter hohem Druck, und jeder kleinste Fehler wird erbarmungslos offengelegt. Aber sein Verhalten nach gewissen Spielen konnte ich nicht jedes Mal nachvollziehen.

Wie meinen Sie das?

Er hat zu gereizt reagiert.

Was heisst das nun?

Wir werden die Situation auch mit ihm sehr genau analysieren. Er hat grosse Verdienste für den FC Basel, aber die hatten andere Spieler auch, die den Club verliessen oder verlassen mussten.

Heisst das, dass Sie mit einem neuen Goalie in die Saison 2006/07 starten?

Lassen Sie meine Aussagen einfach so stehen und interpretieren Sie nichts. Ich wünsche ihm, dass er eine super WM spielt. Zubi ist der beste und konstanteste Schweizer Spieler der letzten zehn Jahre. Und der erfolgreichste. Aber es gibt in einer Karriere Hochs und Tiefs.

Und wer ist Ihr FCB-Spieler der Rückrunde?

Daniel Majstorovic. Er hat in einem halben Jahr mehr Führungsqualitäten gezeigt als Patrick Müller in einem ganzen Jahr.

Antworten:

Ich dachte eigentlich, dass Interview sei unter dem Stichwort "nichts lernen aus der Saison" schon einmal angesprochen worden. Vielleicht habe ich das auch falsch verstanden. Ich finde die Aussagen auch bemerkenswert. So wie ich das deute, lässt man Zubi noch die WM spielen, um ihm dann anschliessend eine würdevollen Abgang (Dubai?) zu bescheren...

von Captain Sky - am 15.05.2006 20:10
Auch Eduardo ist ein Gewinn für das Team.

Ich will hier keine Polemik anrühren. Aber es ist meine klare Meinung, dass Gross einen Spieler, der sich ( in den letzten 5 Spielen der Saison mindestens) in eklatanter Unterform befindet, nicht aufstellen darf, wenigstens nicht in der Startformation.

Genau hier geht meine Kritik an Herr Gross. Er ist in solchen Dingen unflexibel. Er glaubt sich mit einer Aura der Unfehlbarkeit zu umgeben, wenn er einen Spieler, trotz offensichtlich mannschaftsuntauglicher Leistung, permanent aufstellt. Er tut sich ( und dem Spieler), vor allem aber dem Team und dem Klub einen Bärendienst.



von Mätzli - am 15.05.2006 20:20
ich werte es positiv, dass er fehler in der öffentlichkeit zugibt.

wer fehler als solche erkennt, kann auch aus diesen lernen.



von Don Daniel - am 15.05.2006 21:45
ganz nätt. trotzdäm befremdets my e bizzeli, dass är vonere sehr guete saison redet, und hinde rächts anschyynend immer no kai handligsbedarf gseht. (wie lang isch dr dzombic no vrletzt? )



von Latteknaller - am 15.05.2006 21:47
Ist Dzombic nicht in erster Linie Innenverteidiger?

Ich finde die Saison auch sehr gut. Zum dritten Mal hintereinander Meister werden, wäre eine sensationelle Leistung. Es haben 20 Sekunden dazu gefehlt.

von Tschum - am 15.05.2006 22:18
Stereo und Nakata weg.. ?

ich haettae def. nichts dagegen...

von Chrättli - am 16.05.2006 00:57

Re: Eduardo

Ich glaube, Gross beurteilt Eduardo genauso wie wir es tun. Er kann den Ball gut halten, spielt präzise Pässe. Ist physisch stark, hat eine gute Technik.
Er kann aber nie so fighten wie Gimenez, vom Toreschiessen her ist er den Riecher nicht und wird es nie mehr ein Goalgetter werden.

Für Ch. Gross stellte sich doch die Frage: Wen sonst soll ich aufstellen? Carigoal, der noch nicht ganz fit ist? Ergänzungsspieler Mille? Degen wäre allenfalls gegangen, war aber gesperrt...Kavelashvili kann nicht über 20 Min. spielen..

Es stellte sich die Situation des Machbaren, nicht des Wünschbaren. Und wenn Du einen behalten willst auf nächste Saison, haust Du ihn auch nicht in die Pfanne. Insofern ist die Bemerkung zu Zubi als Abschied zu bewerten.

von Spitzkick - am 16.05.2006 06:24

Re: Bankrotterklärung als Transferverantwortlicher

Seit geraumer Zeit darf sich das Duo Gross/Oeri als „Transferverantwortliche“ bezeichnen. In Bezug auf diese Funktion betrachtet ist dieses Interview allerdings eine einzige Bankrotterklärung des Trainer – das Fehlen eines (guten) Sportchefs ersichtlich:


  • Akte Müller: Der Trainer bemängelt beim Phlegma aus der Romandie fehlende Führungsqualitäten. Dass dieser diese auf dem Platz nicht bzw. zuwenig mitbringt war allen, die nur ansatzweise etwas von Fussball verstehen klar. Nur der Trainer wollte ihn unbedingt und hat ihm sogar nach seiner ersten Absage und dem Missglückten Abstecher nach Mallorca weiterhin den Hof gemacht. Das sportliche Resultat kennen wir – der Grossverdiener war ein einziges Missverständnis. Einziger Trost dieses missglückten Experimentes dürfte sein, dass Lyon in der Not bereit war für diese Krücke noch mehr Geld zu verschleudern als der FCB.



  • Akte Majstorovic/Führungsspieler: Schon vor anderthalb Jahren war klar, dass dem FCB auf dem Platz ein Führungsspieler fehlt. Ein ganzes Jahr wurde danach allerdings ohne einen solchen weitergewurstelt. Mit Daniel Majstorovic konnte endlich jemand gefunden werden, der diese Lücke ausfüllt. Klar mag ihn der Trainer deshalb als „Spieler der Rückrunde“ bezeichnen – das war er wohl auch. Trotzdem agierte der Schwede spielerisch mE teilweise noch zu fahrig. Über den grünen Klee Loben mag in Anbetracht des Vorgängers ok sein – aber weiterfordern und an dessen Fehlerquote arbeiten wäre noch besser.



  • Akte Sterjovski: Aha, der Trainer wollte ihn als „Pendant zu Scott Chipperfield im rechten Mittelfeld“ aufbauen. Einfach etwas gar blöd, dass dies weder der Spieler noch das geneigte Fussballpublikum gemerkt hat…und wieso man ausgerechnet auf einer Position, auf der man mit David Degen eines der grössten Talente hierzulande besitzt, jemand anders in diese Rolle zwingen will ist unerklärlich. Allerdings erklärt sich so vielleicht der verbale Ausfall des Trainers in Richtung Lampenberg in der Winterpause und der (vernutlich endgültige Bruch der Beziehung Degen/FCB diesen Sommer).



  • Akte Nakata: Erst in der Winterpause geholt, obwohl man ihn im Europacup nicht und in der nächsten Meisterschaftssaison evtl ebenfalls nicht einsetzen kann – ganz toll. Kritiker mögen jetzt einwenden, die Entwicklung der Ausländerregelung sei beim Zeitpunkt des Transfers nicht absehbar gewesen. Mag sein – der Transfer des Asiaten, der mit seinen Mitspieler wie mit dem Trainer zu Beginn gar nicht und jetzt nur ganz wenig kommunizieren kann war aber trotzdem nicht nur ein verbales Missverständnis, auch ein spielerisches.


  • Akte Mesbah. Der Spieler geniesst kein Vertrauen des Trainers mehr. Wieso man ihn denn trotzdem nach seiner Ausleihe wieder zurückgeholt hat und nicht bei einem andern Verein zu Spielpraxis verholfen hat ist deshalb ein Rätsel. Schade, mit ihm verliert der FCB ein weiteres Juwel, welches sich unter diesem Trainer nicht entfalten konnte.


  • Akte Baykal. Auch da bemängelt man die fehlende Spielpraxis, nicht das fehlende Talent. Wieso wurde denn auf seiner Position für anderthalb Millionen ein nicht EU-Ausländer verpflichtet und der ehemalige Thuner nicht an seine Aufgabe herangeführt?!


  • Akte Sturm: Man bemängelt die Quote von Petric, man lobt Eduardo obwohl er kaum (noch) Tore schiesst und sieht erst jetzt Handlungsbedarf. Dazu noch nach einem „Stossstürmer“… Herrgottnochmal Herr Gross – wir brauchen einen „Knipser“!


  • Akte Torhüter/Zuberbühler: Bereits zum zweiten Mal muss der Trainer dem Torhüter eine durchzogene Saison attestieren. Handlungsbedarf war schon länger da – wieso man mittlerweile zwei andere Nationaltorwarte an der Nase herumführt, Benaglio letzten Sommer zuwenig Perspektiven geboten hat und trotzdem noch immer vor einer Grossbaustelle im Team sitzt, muss man ebenfalls den Trainer fragen.


von Ernesto. - am 16.05.2006 08:31
Tschum schrieb:

Zitat

Ist Dzombic nicht in erster Linie Innenverteidiger?

jein. är isch no jung gnueg um nid uff 1 position feschtglegt z wärde. är het in teschtspyyl (und in züri gege GC) au scho uf rächts gspyylt und het bestimmt potenzial. mini froog het aber iegendlig vor allem druff abziehlt, dass nid emol erstz für dr zanni do wär, wenn ihm öppis passiert. vonere vsrtärkig uf dere position (wo sicher nid würd schade) ganz z schwyyge.



von Latteknaller - am 16.05.2006 09:28

Re: Bankrotterklärung als Transferverantwortlicher

Da schreibt ein Fachmann. Merci Ernesto.

Deine Beiträge sind ein Gewinn für dieses Forum. Optimus und Lattenknaller werden mit Dir sicher Transfergespräche führen. Und irgendwer schickt dann das Protokoll ins Internet und so wissen wir dann auch Bescheid.

von Betty Bossi - am 16.05.2006 09:52

Re: Bankrotterklärung als Transferverantwortlicher

Ich mag den Ton deines Beitrags nicht. Das liegt daran, dass ich Gross einen sehr guten Trainer finde, der zudem noch klug, ehrlich in seinen Auskünften und, soweit ich das sehen kann, fair zu den Spielern ist (wenn er jemanden nicht mehr im Team will, sagt er ihm das zum frühest möglichen Zeitpunkt selbst).

Aber du bist natürlich willkommen und ich diskutiere gerne über deine Ideen.

Müller ist bestimmt nicht eine Krücke. Die Erwartung, dass er in der Verteidigung und gegen vorne auch eine Führungsaufgabe übernehmen könnte, finde ich nicht so abwegig: In der Nationalmannschaft sah ich ihn auch schon Einfluss nehmen, und in Lyon war er Captain. Die Hoffnung war offenbar, dass er diese Qualitäten in Basel, wo er auf nicht überragende Nebenspieler in der Verteidigung traf, weiterentwickeln könnte. Die Enttäuschung war, dass er das nicht konnte.

Zu Majstorovic: Vor anderthalb Jahren konnte man damit rechnen, dass Murat ins Team zurückkommt. Wer sagt denn, dass an des Schweden Weiterentwicklung nicht gearbeitet wird? Seinen Transfer jedenfalls als Beleg für einen Bankrott des Trainers zu verwenden, scheint mir ziemlich gewagt ...

Ich sah sehr wohl, dass Sterjovski zuerst immer wieder im rechten Mittelfeld eingesetzt wurde, bei Bedarf dann auch im linken, aber das macht Gross zu Recht mit allen (versuchte er auch mit Degen und macht er erfolgreich auch mit Kuzmanovic). Dass Degen ein grosses Talent ist, ändert nichts daran, dass wir diese Saison sehr froh um Alternativen zu ihm gewesen wären.

Mesbah hat man meines Wissens nicht zurückgeholt, sondern zurücknehmen müssen.

Einen Knipser zu holen, ist eine sehr gute Idee. Vielleicht nicht ganz neu. Welcher Club sucht nicht einen? Wenn du einen weisst, musst du ihn unbedingt dem FCB melden ...

von Tschum - am 16.05.2006 14:05

Re: Bankrotterklärung als Transferverantwortlicher

Zitat

Mesbah hat man meines Wissens nicht zurückgeholt, sondern zurücknehmen müssen


Mesbah wurde soviel ich weiss nach der Verletzung von Chippy zurückgeholt.



von wurmi - am 16.05.2006 15:09

Re: Bankrotterklärung als Transferverantwortlicher

Meines Wissens hat sich der Junge verletzt und der ausleihende Verein war nicht bereit, Mesbah aufzupäppeln, weshalb man ihn zurückgenommen hat.

von Lemieux - am 16.05.2006 15:22

Re: Bankrotterklärung als Transferverantwortlicher

Offensichtlich happerts leicht mit differenzieren... die Qualitäten als Trainer habe ich Gross nicht abgesprochen (da gehört er mE zu den besseren seines Fachs) - aber aufgrund seiner Aussagen gilt es hinter seine Funktion als Transferverantwortlicher mehr als ein Fragezeichen zu setzen.

Den Punkt bezüglich Fairness und frühstmöglicher Offenheit (wenn er sie nicht mehr benötigt) zu den Spieler kann ich so allerdings nicht unterstützen. In letzterer Hinsicht fallen spontan mal Namen wie Ceccaroni, Zwyssig, Quennoz oder Huggel ein. Und ob man bei öffentlichen Demontagen in der Presse (wie im Winter bei den Degens oder nun mit den Aussagen über seinen bisher blind unterstützten Torwart) wirklich noch gross von Fairness sprechen kann bezweifle ich ebenfalls.

Und wenn man dann schon grossartig von einer "Saison der Jungen spricht" sollte man halt vielleicht als Alternative zu Degen doch eher auf talentierte Junge wie z.B Kuzmanovic setzen anstatt versuchen in der französichen Liga gescheiterte Stürmer zu Mittelfeldspielern zurechtzubiegen oder ungeschliffene Rohdiamanten wie Rakitic besser ins Team einbinden sprich auch einsetzen.




Auf Nennungen konkreter Namen von Spielern verzichte ich im Gegensatz zur Vergangenheit (im Fusifo) mal - denn wenn man danach sehen muss wie z.B ein Steve von Bergen als IV der besten Abwehr unserer Liga wesentliches zum Meistertitel beigetragen hat (währenddem unsere IV immer noch einer Baustelle gleicht), der ablösefreie Hassli trotz fehlender Unterstützung des Trainers und lange Zeit gar gegen das eigene Publikum spielend 13 Saisontore erzielt (während unser 2.8 Mio Zuzug mit bedingungslosem Rückhalt beim Trainer und faktischer Stammplatzgarantie gerade mal einen kümmerlichen Treffer mehr erzielt) oder ein Pirmin Schwegler im defensiven Mittelfeld bei YB die Fäden zieht (währenddesen der FCB auf derselben Position einen gleichaltrigen Berner geholt und nun wieder anschieben möchte sowie für anderthalb Millionen einen Afrikaner holen musste) ärgert man sich anschliessend nur noch mehr...

von Ernesto. - am 17.05.2006 09:35
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