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Das Referendum nach der "Schande von Basel".

Startbeitrag von moulegou am 16.05.2006 22:45

Mann wie ich diese Formulierung hasse ...

Egal, die Vorfälle vom letzten Samstag haben natürlich auch wieder zu Gedanken über das Referendum angeregt und nachdem ich den heutigen Club am TV verfolgt habe, konnte ich auch einen Überblick über den aktuellen Stand des Argumentariums der Gegenseite erhalten.

Aufgrund dieser Eindrücke würde mir auch unabhängig von vorhandenen oder nicht vorhandenen Erfolgschancen des Referendums eine Zielkorrektur sinnvoll erscheinen. Dem Argument der Befürworter, dass die Clubs die Daten zu den Stadionverboten austauschen können sollen, kann ich mich ehrlich gesagt nicht ganz verschliessen. Offenbar wird dies von den Befürwortern des BWIS auch erwartet, denn die aktuell zu restriktiven Datenschutzbestimmungen waren auch die einzige Begründung für die Notwendigkeit dieses Gesetzes, welche sie heute im Club vorgebracht haben.

Die Dame vom Fanprojekt war ja nett und engagiert, aber sie hat leider nur mit kraftlosen Begriffen wie Integration und Prävention und dem Beispiel von Altstetten zu kontern versucht. Damit war sie in der Männerrunde, der neben Zubi auch Helbling, ein an sich erstaunlich zivilisiert argumentierender Zürcher SVP-Fritze und Christoph Eymann angehörten, natürlich unten durch. Stattdessen hätte die Vertreterin des Fanprojekts eigentlich vorbringen müssen, dass das BWIS ja nicht nur den Datentransfer zwischen privaten Sportveranstaltern reglementieren soll, sondern dass aufgrund dieser privat erhobenen Daten ohne richterliche Überprüfung auch polizeiliche Massnahmen wie Freiheitsentzug und Rayonverbote vorgesehen sind.

Mein persönliches Fazit aufgrund dieser neuen Eindrücke ist nun, dass das Gesetz eigentlich nicht in allen Belangen völlig daneben ist. Der Datentransfer zwischen privaten Sportverantstaltern sollte nach meinem Dafürhalten möglich sein. Was aber in einem Rechtsstaat einfach nicht angehen kann, ist die Verknüpfung des privaten Datentransfers mit Massnahmen des Strafrechts wie Freiheitsentzug. In welchen Rechtsbereich die Rayonverbote gehören, fände ich übrigens noch interessant von Lemieux zu erfahren.

Falls das Referendum also doch noch die Hürde mit den 50'000 Unterschriften schafft, wärs doch auch taktisch noch geschickt, wenn die Möglichkeit eines solchen BWIS-light als Alternative (kann man bei einem Referendum eigentlich einen Gegenvorschlag machen?) vom Referendumskommitee kommuniziert würde. Berücksichtigt man dann noch die realistischen Erfolgschancen des Referendums müsste das Kommitee eigentlich für einen solchen Gegenvorschlag zu haben sein. Dies schon alleine deshalb, weil es nicht in der Position ist den totalen Sieg anzustreben und schon ein Teilerfolg eine grossartige Sache wäre.

Antworten:

Re: Das Referendum nach der

spätestens eine minute nach dem abpfiff am samstag war mir klar, dass das referendum gescheitert ist. auch ein achtungserfolg liegt ausser reichweite. was soll ich mich, was sollen noch so viele andere sich für ein referendum einsetzen, das an der urne mit (von mir) prognostizierten 80% gegenstimmen niedergeschmettert werden wird? ich glaube nicht, dass ich noch die kraft und den enthusiasmus habe, gegen dieses gesetz zu kämpfen. da können alle argumente der welt kommen, gegen die bilder vom samstag abend, mit passenden kommentaren versehen, werden sie nichts ausrichten können.


ps: ich hab den club nicht gesehen. was wurde so erzählt?

noch ein ps: ich bin nach wie vor überzeugt, dass dieses "hooligangesetz" a) zu weit geht und b) keine wirklichen lösungen bereitstellt; ich bin aber realistisch genug, um zu sehen, dass das referendum keine chance haben würde/wird.



von tafkap - am 17.05.2006 00:46
Nicht Alles von diesem Gesetz ist schlecht, das ist glaube ich Allen klar. Helbling und der SVP-Fritze haben geschickt argumentiert. Wie ein Arzt, der ein umstrittenes Medikament einsetzen möchte. Die Nebenwirkungen wurden gezielt vermieden. Als Ornella (FP-Lady) diese thematisieren, wurde der Ton der beiden genannten Herrschaften jedoch sofort gehässig und herablassend. zB als Ornella auf Altstetten zu sprechen kam mit den 400 grundlos Verhafteten. Da kamen sofort dämliche Zwischenbemerkungen. Schade, dass Ornella da nicht realisiert hat, dass sie auf den wunden Punkt der Beiden gestossen ist.

- Niemand kann etwas dagegen haben, dass Gewalttäter im Umfeld Sport konsequent verfolgt werden

- Niemand kann etwas dagegen haben, dass Datenmaterial von verurteilten Tätern (und NUR von Verurteilten!) den Sicherheitsbehörden zur Verfügung gestellt wird

- Niemand kann etwas dagegen haben, dass zurecht ausgesprochene Stadionverbote auch durchgesetzt werden


Kommen wir zu den Nebenwirkungen

- Es darf nicht sein, dass die Unschuldsvermutung in den Abfall wandert

- Es darf nicht sein, dass Ermittler und Richter ein und die selbe Person wird

- Es darf nicht sein, dass die Formulierung "Der könnte noch Etwas anstellen" ausreicht, um Strafe auszusprechen

- Es darf nicht sein, dass eine Quasi-Verurteilung (aka Datenbank) eingesetzt wird, welche weder Einsichtnahme noch Rekursmöglichkeit bietet

- Es darf nicht sein, dass in dieser Datenbank Alles in den selben Topf geschmissen wird. Es MUSS Differenzierungen geben, abgestuft nach Tat.

- Schon heute gibts Stadionverbote. Im Gegensatz zu Helblings Behauptung ist es schon heute möglich, Rayonverbote durchzusetzen. Nur scheiterts an der Praxis. Einen Gangsta zu finden in 30'000 Leuten? Da kannst noch 50 Gesetze verabschieden, wenn er sich clever verhält, findest ihn niemals, ausser du führst biometrische Eingangskontrollen ein.



-> DIESE Punkte deckt das Gesetz nicht, bzw verfassungswidrig ab. DARAUF muss man hinweisen. Nicht auf den Jugendtreff Fankurve. Dass Ornella Altstetten noch kurz erwähnt hat, ist sehr gut (wenn sie es leider auch nicht zu Ende geführt hat). Denn da hat man die Fratze von Helbling und dem SVP-Heini gesehen.









Achja : Das Referendum ist trotzdem tot. Der 0815-Bürger hört das Stichwort "Hooligan" und hört auf zu denken. Zu verdanken haben wir dies in wesentlichen Punkten auch den Schwachköpfen von Mittwoch und Samstag.

von Tuborg - am 17.05.2006 05:16

Mein Fazit

Mein Fazit nach dem Zischtigs-Club und einer erneuten Auseinandersetzung mit dem BWIS:

- Der Datentransfer zwischen den Club muss ermöglicht werden.
- Diese Daten enthalten Material von Personen, welche mit SV belegt worden sind.
- SV kann jeder Verein erteilen, gegen wen er will und wegen was er will.
- Weder Vereine noch SFL wollen den "normalen" Weg über strafrechtliche Verfahren gehen. Diese dauern den Veranstaltern möglicherweise zu lange und bieten keine zuverlässigen Resultate.
- Wenn die SFL jedoch nicht auf staatliche Strafverfahren bauen will, dann würde für diese ein BWIS light, in dem nur staatlich Verurteilte in die Datenbank kämen, nur wenig am bisherigen Zustand ändern und wohl auch nicht die von der SFL gewünschten Verbesserung bringen.

Was für mich nach wie vor die ganz grosse Mogelpackung ist, ist das Geschwafel von EURO 08. Das revidierte BWIS bringt hierfür aus meiner Sicht genau gar nichts. Die Schweizer "Hooligans" sind Waisenknaben gegen die richtig schweren Jungs aus dem Ausland, welche in der ach so tollen Datenbank nicht zu finden sein werden. Demgemäss wird diese im Kampf für eine friedliche EM auch genau gar nichts nutzen. Zudem wird es während der EM deutlich schwieriger werden, ins Stadion zu kommen, da die Tickets erfahrungsgemäss nicht ganz so einfach zu erhalten sind.

von Lemieux - am 17.05.2006 06:47

Re: Das Referendum nach der

Dass schon alleine das Sammeln der restlichen Unterschriften ein ausgesprochen ambitiöses Vorhaben ist, ist klar. Aber das Kommitee hat sich entschieden, auch nach dem letzten Samstag damit fortzufahren. Ich finde diesen Entscheid auch richtig, denn das Gesetz wird wegen diesen Ereignissen ja nicht besser und wenn man jetzt das Referendum aufgibt, attestiert man doch, dass es in der vorliegenden Form eine Berechtigung hat und die Bedenken dagegen nur ein Irrtum gewesen seien, der sich am letzten Samstag aufgeklärt hat. Deshalb wäre die Aufgabe ein Riesenfehler und darum braucht das Kommitee jetzt erst recht sämtliche Unterstützung.



von moulegou - am 17.05.2006 06:53

Re: Mein Fazit

Zitat

Wenn die SFL jedoch nicht auf staatliche Strafverfahren bauen will, dann würde für diese ein BWIS light, in dem nur staatlich Verurteilte in die Datenbank kämen, nur wenig am bisherigen Zustand ändern und wohl auch nicht die von der SFL gewünschten Verbesserung bringen.


Ich denke ich habe gestern Nacht meine Vorstellung des BWIS-light etwas unklar umschrieben. Ich meine damit:

- Der Datenaustausch zwischen den Clubs über die Stadionverbote soll erlaubt werden.
- Zu diesem Zweck darf eine Datenbank aufgebaut werden.
- Aufgrund des Eintrags in eine Datenbank sollen jedoch wie bisher keine polizeilichen Massnahmen wie Präventivhaft, Rayonverbote oder Ausreisesperren begründet werden können. Dafür soll weiterhin eine richterliche Anordnung ohne Umkehrung der Beweislast benötigt werden.

(Anm.: Ob gegenwärtig für ein Rayonverbot eine richterliche Anordnung benötigt wird, weiss ich nicht.)



von moulegou - am 17.05.2006 07:01

Re: Mein Fazit

:pos:

Mit dem Vorschlag könnte ich leben.

Betr. Rayonverbot: Meines Wissens gibt es dieses bisher im Schweizerischen Richt nicht, zumindest nicht auf der strafrechtlichen Schiene. Da die drei von Dir angesprochenen Massnahmen neu sind, wurden diese - soweit meine Erinnerung stimmt - auch bis nach der EURO befristet. Ich lasse mich jedoch hier gerne eines Besseren belehren. Leider fehlt mir im Moment die Zeit, hier etwas zu recherchieren (deshalb wird dies für einige Stunden auch mein letztes Posting sein...)...

Mir persönlich sind Rayonverbote bisher nur aus dem Zivilrecht bekannt, in dem z.B. der Eheschutzrichter dem gewalttätigen Ehegatten verbietet, gewisse Strassen in der Umgebung des neuen Wohnorts der Ehefrau zu betreten.

von Lemieux - am 17.05.2006 07:12

Re: Mein Fazit

Voilà. Man möchte den Rechtsstaat umgehen. Und da liegt für mich der Hase im Pfeffer.

Euro08 ist eigentlich sonnenklar. Die Leute, die in den CH-Kurven den Max machen, sind zu 95% eh nicht an der Euro, da sie sich nicht sonderlich für die Nationalmannschaft interessieren. Und wenn doch, dann neutral, da sie nicht mit Leuten in einer Kurve stehen wollen, die sie das ganze Jahr über als Rivalen betrachten. Ganz abgesehen davon ist es für vernünftige Leute wie uns (im Gegensatz zu Cops) schon lange klar, dass bei einem Spiel etwa England-Polen in Basel mehr passieren würde als 150 durchgeknallte Teens/Twens, die über den Rasen laufen und ein Auto umschmeissen. Nein das ist keine Verharmlosung, aber Feyenoord hat uns einen kleinen Vorgeschmack gegeben, was da zT für ein Gewaltpotenzial vorhanden ist.
Und wieviele dieser Leute sind dann in der Schweizer Datenbank erfasst?



von Tuborg - am 17.05.2006 07:35
gutes statement. insbesondere die punkte betreffend "datentransfer" und "verurteilung ohne unschuldsvermutung durch eine nicht-neutrale Stelle" sind mir auch durch den kopf. ein "auftrennen" des referendums wäre vielleicht keine schlechte idee.



von RKB - am 17.05.2006 07:39

Re: Das Referendum nach der

you're absolutely right !!! :spos:

nur noch das: ornella konnte altestetten gar nicht mehr weiter "auschlachten". erstens wurde sie von den beiden herren stahl und helbling sofort auf der unsachlichen ebene attackiert und zudem hat diskussionsleiter heiniger (auch ein mann der extrem viel ahnung vom thema hatte :rolleyes:) sie wieder davon "weggeholt".

schade, dass ist effektiv einer der wunden punkte bei der verschärfung des bwis. wie du das ja richtig erwähnst bei den "nebenwirkungen".



von RKB - am 17.05.2006 07:43

Re: Mein Fazit

- Der Datentransfer zwischen den Club muss ermöglicht werden.
- Diese Daten enthalten Material von Personen, welche mit SV belegt worden sind.
- SV kann jeder Verein erteilen, gegen wen er will und wegen was er will.
- Weder Vereine noch SFL wollen den "normalen" Weg über strafrechtliche Verfahren gehen. Diese dauern den Veranstaltern möglicherweise zu lange und bieten keine zuverlässigen Resultate.


Die obigen Punkte sind bereits heute alle durchführbar! Jeder Verein kann ein Stadionverbot aussprechen, ohne irgendwelche Verfahren. Der SFV sowie der Heimklub des Fans werden vom Stadionverbot informiert. Jeder Verein kann die aktuelle Stadionverbotsliste erhalten.

Eins ist klar und wurde gestern auch thematisiert: auswärts kann z.b. in Neuchâtel der lokale Sicherheitsdienst nichts mit einer Liste anfangen, da er die Leute optisch nicht kennt und eine Identitätskontrolle würde Stunden dauern bis alle drin sind. Mit dem neuen Hooligangesetz würde genau alles gleich bleiben, nochmals eine Stadionverbotsliste ist nichts anderes als eine Datenbank.

Deshalb sind ja bei den Auswärtsspielen des FCB immer "Szenekenner" der Polizei (ob sie sich wirklich auskennen sei dahingestellt) bzw. Zivilpolizisten und auch Hr. Dünki anwesend um solche Personen zu erkennen. Zu 99% kommen diese Leute nichts ins Stadion, wäre auch fahrlässig es zu probieren da man eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch riskiert falls man erwischt wird.

Was mich auf die Palme bringt, ist wenn Herr Helbling nun plötzlich behauptet die Stadionverbote seien nutzlos, obwohl diese jahrelang forciert worden sind und als bestes Mittel im Kampf gegen Verstosse gepriesen worden ist.

Just my two cents...

von Angelo77 - am 17.05.2006 07:46

Re: Mein Fazit

Rayonverbote werden heute schon angewandt. In der Praxis heissts einfach nicht so. Da heissts "Wenn wir dich beim Stadion sehen wirst du eingebuchtet". Wird man gesehen, heissts ciao ab in Lohnhof bis nach dem Spiel.



von Tuborg - am 17.05.2006 07:46

Re: Das Referendum nach der

Genau WEIL die beiden Anderen sie attackiert haben, hätte sie insistieren müssen. Da darf man ruhig mal ein "Meine Herren lassen sie mich ausreden das gehört sich so" und dann die Erläuterung fortführen.

Aber eben, hier vom bequemen Sessel aus kann ich das leicht sagen.



von Tuborg - am 17.05.2006 07:48

Re: Das Referendum nach der

das hat sie ja gesagt...nur hat es nicht genützt... :-(



von RKB - am 17.05.2006 07:49

Re: Das Referendum nach der

es wird stetig von gewaltbereit gesprochen ,doch das übel beginnt bereits in den familien in den schulen etc,etc und da wird der staat nie in die pflicht genommen , aber jetzt mit dem finger auf den fcb zuzeigen ist meiner meinung die billigste variante von den gesellschaftlichen problemen abzulenken.............



von HIGHLANDER - am 17.05.2006 07:49

Re: Das Referendum nach der

Wiexeit, meiner Meinung nach hätte sie darauf beharren müssen. Genau die schwache Reaktion der beiden "Herren" hat doch gezeigt, dass Ornella da auf des Pudels Kern gestossen ist. Sprich getroffene Hunde bellen...



von Tuborg - am 17.05.2006 07:50

Re: Das Referendum nach der

ich habe gestern beim z-club auch gedacht: eine person, wie ueli mäder oder irgendein anderer soziologe oder irgendwas, der da sganz in die gesellschaftliche zusammenhänge hätte einbinden können, hätte der diskussion gut getan....



von RKB - am 17.05.2006 07:59

Re: Das Referendum nach der

aus diesem grunde wird die wm 06 , so vermute ich in einem fiasko enden , nicht sportlich doch die plattform ist gegeben , alleine wenn man dem glauben schenkt was aus den reihen der dinamo und fcberlin nicht chaoten , sondern fans herauszuhöhren ist...........

arbeitslos,warme witterung,frust ,gehen wir mal schauen............ wie schon gesagt der gewaltbereite mitläufer ist die zeitbombe........



von HIGHLANDER - am 17.05.2006 08:17

Re: Mein Fazit

Gesetze gibt es auch ohne Hooligangesetz genug um die Sache in den Griff zu bekommen. Sie müssen nur endlich angewendet werden. Die Publizierung eines Strafenkatalogs und dessen konsquente Anwendung könnte bei einigen Mitläufern, die ihr Hirn nur temporär abgeschaltet haben, eventuell etwas bringen.

So in der Art:
Wer.....
...einen Stuhl wegreist, bezahlt Fr. 5000.?
...auf den Rasen tritt, bezahlt Fr. 10'000.?
...ein Bier schmeisst, bezahlt Fr. 1'000.?
Richtig gelesen: Wer in einer Bar mit Getränken um sich schmeisst, bekommt dort auch Hausverbot. Jeder weiss das und kann sich dementsprechend zusammenreissen.

Alles sind Sachen, die man einfach nicht sein müssen. Mit der Busse liefert man auch einen Grund das Hirn kurzzeitig wieder anzuwerfen.

Es ist ungaublich, wenn im Letzi eine ca. 14-jährige voller Stolz mit einem ausgerissenen Stuhl über den Rasen spaziert. Die hat 100% keinen Gedanken daran verschwendet, dass sie etwas Falsches gemacht haben könnte. Tragisch wenn so jemand eine Busse oder gar Vorstrafe kassiert weil ihr niemand Leitplanken gesetzt hat. Das gleiche gilt für den 11-Jährigen, den Ornella erfolgreich zurückgehalten hat.

von freestate - am 17.05.2006 08:19

Re: Mein Fazit

Korrektur

Bier schmeissen : 25'000.--

Cola schmeissen : 1000.--


Bier ist heilig, die Relationen müssen gewahrt bleiben.



von Tuborg - am 17.05.2006 08:36

Re: Mein Fazit

wie wäre es , wie zu meiner kindheit mittwochnachmittags güggli chläbe in der milchsuppe.........das isch mer allewyl i g'fahre................



von HIGHLANDER - am 17.05.2006 08:38

Re: Mein Fazit

aber nicht infolge gewalt, töffli g'schichte i ha aine gha dä isch 80zig gloffe..............



von HIGHLANDER - am 17.05.2006 08:40

Re: Mein Fazit

Güggli = Scharnutz (Tüte)?
Milchsuppe = ??

von freestate - am 17.05.2006 08:48

Re: Mein Fazit

siebzger joor , als strafe an feien schultagen in die milchsuppe
( autobahnzoll sä lui ) waschpulver abfüllen oder gugge zusammen falten , aifach handarbeit mit behinderte zäme go mache...



von HIGHLANDER - am 17.05.2006 09:10

Re: Mein Fazit

I würd jo jetz gärn so öbbis sage wie "asso gschadet hets der nüt"... aber mir wänd jo nid lüge :D



von Tuborg - am 17.05.2006 09:12

Re: Mein Fazit

ebbe derte hesch die erschte kontägt knüpft............... :D



von HIGHLANDER - am 17.05.2006 09:17

Re: Mein Fazit

aber wie du saisch es het nyt viel gnützt, i bi e arbeiter worde und die andere böse buebe sind hyt alli dursband akademiker..............



von HIGHLANDER - am 17.05.2006 09:22

Re: Mein Fazit

Dass eine Liste eine Datenbank ist, ist mir bekannt. Dass die Liste an sich jedoch wenig bringt, dürfte auch offensichtlich sein.

Die ganze Geschichte von wegen Hausfriedensbruch kannst Du vergessen. In den meisten Kantonen läuft dies im sog. Privatklageverfahren ab, d.h. die Geschichte ist nicht mit einer Anzeige gegessen, sondern Du darfst zum Friedensrichter und danach ans Gericht, um schliesslich zu einer Verurteilung zu kommen (ausser das Ganze passiert im Zusammenhang mit anderen Delikten...). Kosten- und Zeitaufwand stehen dann in keiner Relation zum Ertrag, weshalb das Ganze wohl äusserst selten vorkommt.

Viel einfacher ist da die Massnahme mit Rayonverbot, Meldepflicht, etc. Ich verstehe die Verantwortlichen, welche nach diesem Gesetz schreiben, je länger je besser. Meine rechtsstaatliche Bedenken bleiben jedoch bestehen.

von Lemieux - am 17.05.2006 09:24

Re: Mein Fazit

Hüt isch s so, dass e Azeig derzue fiehrt, dass mä irgende Awalt ufsuecht und dä tuet denn e Gegeazeig mache.
Pädagogisch voll super spinsch:



von wurmi - am 17.05.2006 09:59
Syt wenn wärde in dr Schwiz Gsetz erloh, wo am Schluss in allne Pünggt au Sinn mache?

Aber daas isch nidd s'aigentligge Probleem. Au s' "Hooligan-Gsetz" würd nidd die erhoffti Lösig bringe. Wär daas glaubt, isch strööflich dööflich (und vo dene schynts mehr als gnuegg z'gäh...).

Drotzdämm würd e Referändum nidd dr Huuch von-e-re Chance ha. Es isch aifacher, dr Bligg z'lääse und mit em Kopf z'nigge, als däjeniggi emolle sälber uff Hochtoure z'bringe.

S'Referändum aifach keje loh dörf-me jetzt aber au nidd, sunscht entstoht dr Yydrugg, me sig jetzt plötzligg "schlauer worde" und sig dermit yyverstande. Bzgl. de kritische Pünggt wär's wichtig, dass si im Gsprööch bliibe. Vilicht, villicht, villicht würd jo denn dr aind oder ander dervo emolle sogar doch no Yyzug ins Schwizer Intelligänzblatt oder anderi Medie halte und kritisch gwürdiggt wärde.

Ohni jeglichi "Kurskorrektur" bringts aber laider gar nüdd. Absolut uff verloorenem Poschte!



von Kopfschüttler - am 17.05.2006 12:34
Also ich kenne diese Frau nicht. Ich kenne niemandem vom Fanprojekt. Ich war ein neutraler Zuschauer, der sicher einigermassen über die Sache Bescheid wusste.

Also, diese Dame als Delegierte vom Fanprojekt mag wohl in der MK die Königin sein (ich kenne alle, man hört auf mich ...; was für eine Selbstbeweihräucherung) aber in der Diskussion war sie ein Aschenputtel. Mit den sattsam bekannten Einwürfen "so nun darf ich auch mal reden ...die Herren haben ausreichend lang ...." kam sie ins Gespräch wurde dann aber von den "Herren" mit Leichtigkeit gekonntert. Es ergaben sich für sie nochmals Möglichkeiten, das Gespräch wieder rumzureissen, diesen Ansatz hat sie allerdings schlicht und einfach verpasst. Sie war vermutlich in Gedanken und hat diesen Ansatz nicht mit bekommen, oder sie war nicht in der Lage blitzeschnelle das Wort an sich zu reissen. Manchmal hilft eben ein "Dreinreden" auch wenn es unhöflich ist.

Ich möchte nicht auf nähere Einzelheiten eingehen. Für mich ein klassisches Beispiel dafür wie wichtig es eben ist, dass man die richtige Person an eine Gesprächsrunde schickt. Womit wir -fast- wieder beim Thema (PK, Kommunikation, Fragen etc.) wären.

Wenn alle vom Fanprojekt sich so verkaufen, dann ist dies eine schwache Trupe. Nochmals, ich kenne keine Leute davon. Wenn die Leute, welche Choreos stylen zum FP gehören, denen mache ich ein Kompliment. Die sind echt gut.

von Betty Bossi - am 17.05.2006 13:13
Wär daas glaubt, isch strööflich dööflich
. Es isch aifacher, dr Bligg z'lääse und mit em Kopf z'nigge, als däjeniggi emolle sälber uff Hochtoure z'bringe.


Statt Argumente die Gegner beleidigen. Auch eine Art Wahlkampf.

Ich habe die Hooligans satt. Es scheisst an, dass man als friedlicher FCB-Fan an den FCB-Spielen aufpassen muss, wo man durchläuft.

Ich finde es richtig, dass das Sicherheitspersonal denjenigen Leuten, die sich daneben benehmen, landesweites Stadionverbot aufbrummen können, auch ohne richterliches Urteil.

Für zusätzliche Strafen nebst Stadionverbot (Gefängnis, Geldbusse) wird weiterhin das bisherige Gesetz gültig sein. Somit können vorwitzige Gaffer und Mitläufer ausser Stadionverbot nichts riskieren.

Dass nun die Daten der Leute, die Stadionverbote kassiert haben, den Fussballclubs und den Sportreise-Büros zur Verfügung stehen, befürworte ich.

Und Stadionverbotene, die mehr getan haben als mitgelaufen und gegafft, sollen mit Bild und Name im FCB-Clubjournal veröffentlicht werden.

Ich hoffe, Vereine, Behörden und Polizei werden gegen die Hooligans so vorgehen wie in England, dann wird es wieder friedlich in den Schweizer Stadien zugehen.



von Rotblau - am 17.05.2006 17:32
Zitat

Ich habe die Hooligans satt. Es scheisst an, dass man als friedlicher FCB-Fan an den FCB-Spielen aufpassen muss, wo man durchläuft.


Wem geht das nicht so?

Zitat

Ich finde es richtig, dass das Sicherheitspersonal denjenigen Leuten, die sich daneben benehmen, landesweites Stadionverbot aufbrummen können, auch ohne richterliches Urteil.


Dafür brauchts kein verfassungswidriges Fichengesetz, das ist heute schon so

Zitat

Für zusätzliche Strafen nebst Stadionverbot (Gefängnis, Geldbusse) wird weiterhin das bisherige Gesetz gültig sein. Somit können vorwitzige Gaffer und Mitläufer ausser Stadionverbot nichts riskieren.


Mit dem neuen Gesetz bist du schneller fichiert als dir lieb ist. zB Altstetten. In Basel wirst du gezwungen, Zug X zu nehmen, in Altstetten bist du im Netz. Ohne Möglichkeit, dich zu distanzieren. Sprich du musst nichtmal versuchen, Mitzulaufen oder zu gaffen. Zack, erfasst. Zack ohne EInsprachemöglichkeit. Zack ohne richterliche Bewertung oder sonstige Sicherheitsmassnahme. Wirklich toll...


Zitat

Dass nun die Daten der Leute, die Stadionverbote kassiert haben, den Fussballclubs und den Sportreise-Büros zur Verfügung stehen, befürworte ich.


Fussballclubs : Ja (da betroffen)
Reisebüros : Nein

Strafverfolgungsrelevante Daten gehören nicht in private Hände. Fertig Basta. Dass man sowas überhaupt diskutieren muss...

Zitat

Und Stadionverbotene, die mehr getan haben als mitgelaufen und gegafft, sollen mit Bild und Name im FCB-Clubjournal veröffentlicht werden.


Pranger. Wie fortschrittlich. Wie im Mittelalter. Tolle Idee...


Zitat

Ich hoffe, Vereine, Behörden und Polizei werden gegen die Hooligans so vorgehen wie in England, dann wird es wieder friedlich in den Schweizer Stadien zugehen.
Ich habe die Hooligans satt. Es scheisst an, dass man als friedlicher FCB-Fan an den FCB-Spielen aufpassen muss, wo man durchläuft.


Du kannst "England" etwa so gut mit "Schweiz" vergleichen wie du die politische Situation in Nordkorea mit einem Stück Käsebrot vergleichen kannst. Komplett andere Problematik. Oder anders gesagt : Gegen Hühneraugen sind Hühneraugenpflaster fantastisch. Wenn man dann aber meint, mit Hühneraugenpflastern auch Fusspilz bekämpfen zu können (aber s'isch doch au am Fuess und letzt Mol sind die Pflaster doch toll gsi), wirst du scheitern.






Kein einziges Argument, welches dafür spricht, verfassungsmässige Grundlagen der freien Menschheit zu untergraben (Unschuldsvermutung, Rekursmöglichkeit, Gewaltentrennung)



von Tuborg_home - am 17.05.2006 17:51
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