Sehr Lääsenswärt: dr Helmut Hubacher in dr BaZ vo hitte

Startbeitrag von Fanti am 27.04.2007 13:18

wortmeldungen: Rote Karte für grobes Foul
HELMUT HUBACHER

Kennen Sie Odilo Bürgy? Auch nicht? In Fribourg erzählt man sich, der kleine Anwalt brüste sich damit, kaum oder keine Fussballmatchs zu besuchen. Vielleicht sollte er. Bürgy ist schliesslich Präsident der Disziplinarkommission der Swiss Football League, früher Schweizerischer Fussballverband genannt. Ob Odilo Bürgy in Basel mal eine enttäuschte Liebe hatte? Man weiss es nicht. Falls doch, sollte er aufhören, sich deswegen am FCB zu rächen.

MILLIONENBUSSE. Für die Ausschreitungen vom 13. Mai 2006 wurde der FCB mit Geisterspielen gebüsst. Er verlor 3,5 Millionen Franken Einnahmen. Die meisten Konkurrenten des FCB hätten diesen Verlust nicht überlebt und wären konkurs gegangen. Das allein zeigt die Unverhältnismässigkeit der Strafe. Jugendgewalt ist zudem ein Problem der ganzen Gesellschaft. Damit konfrontiert sind Schule, Staat, Polizei, Politik, Eltern, wir alle. Niemand wird damit fertig. Nur vom FCB verlangt man das. Zur Strafe gab es die Millionenbusse. Absender: Odilo Bürgy.

FAIRPLAY. In der Wintersaison 2005/06 spielte der FCB gegen Xamax Neuchâtel. Das heisst, hätte spielen sollen. Das Spielfeld lag unter Schnee. Es war nicht geräumt worden. Nach dem Reglement hätte das Xamax tun müssen. Ansonsten verliert der Gastgeberclub 0:3 forfait. In diesem Fall nicht. Das Spiel musste nachgeholt werden. Aus Gründen des Faiplay, wie es hiess. Um die Fussballmeisterschaft nicht zu verfälschen. Absender: Odilo Bürgy.

NEUES URTEIL. Odilo Bürgy hat diese Woche erneut ein Urteil gefällt. Diesmal gegen das Fairplay, gegen den Fussball, erneut gegen den FCB. Dem FC Zürich werden zwei Punkte geschenkt. Weil der FC St. Gallen gegen ihn am 1. April zum Schluss einen jungen Spieler einsetzte, von dem umstritten bleibt, ob er gesperrt war oder nicht. Die Disziplinarkommission brauchte drei Wochen, um urteilen zu können. Wäre der Fall eindeutig gewesen, hätte die Beratung kaum so lange gedauert. Diesmal urteilte Bürgy nicht nach dem Xamax-Vorbild, sondern entschied das Gegenteil. Der FC Zürich hat nun wieder fünf Punkte Vorsprung auf den FCB. Und drei geschenkte Tore.

SCHALER NACHGESCHMACK. Die «Neue Zürcher Zeitung» sieht das Geschehen richtig. Ihr Kommentar dazu: «Der Vorfall hinterlässt nicht nur wegen der möglichen Beeinflussung des Titelkampfes einen schalen Nachgeschmack. Irritierend sind vor allem die verwirrend abgefassten Reglemente. Es kann doch nicht sein, dass in dieser Angelegenheit selbst führende Vertreter der Swiss Football League zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen.» Was heisst das? Der Fall lag so unklar, dass ein anderer Entscheid richtig gewesen wäre. Der nämlich, der sportlich und fair gewesen wäre. Weder den FC Zürich zu belohnen, noch den unbeteiligt gewesenen, daher unschuldigen FCB zu bestrafen. Und damit auch nicht den Fussball.

BESONDERE HÄRTE. Wäre das die Disziplinarkommission eines südamerikanischen Fussballverbandes, würden wir sagen, der sei halt korrupt. Wäre es die Disziplinarkommission des italienischen Verbandes, läge es drin, dass sie gekauft gewesen wäre. Nun sind wir in der Schweiz. Beide Varianten fallen weg. Odilo Bürgy ist weder gekauft noch korrupt. Er ist schlicht unfähig. Unfähig zu spüren, was sich in diesem Fall gehört hätte. Nämlich im brisanten Duell nicht Punkte an den einen gegen den anderen zu verschenken. Zweitens: Es fällt auf, dass Bürgy gegen den FCB nachweisbar mit besonderer Härte vorgeht. Das ist nicht korrekt. Dafür bekommt er die rote Karte. Der Verband sollte ihm eine Auszeit gewähren. Am besten für immer.


Quelle: siehe Fred-Titel

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