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Rotblau, Kopfschüttler, Tschum, Tuborg, RKB, Latteknaller, Don Daniel, luki77, yb-ever, atzge

Medien zu Krawallen bei Fussballspielen - es geht ja auch anders!!!

Startbeitrag von RKB am 21.05.2009 18:23

Endlich mal ein Bericht zum unsäglichen Thema der Krawalle vor, während und nach einem Fussballspiel, der das ganze vernünftig und sachlich angeht:

Tagi-Bericht vom 20. Juni 09

Antworten:

:spos:

von Kopfschüttler - am 21.05.2009 19:02
Habe ich auch gelesen, Hut ab vor der journalistischen Qualität. (Verschwindet immer mehr dank den Gratiszeitungen, welche die richtigen Zeitungen aushungern.)

von Tschum - am 21.05.2009 19:23
Das Meiste dieses Berichtes ist richtig.
Nicht ganz einverstanden bin ich damit, dass die Bevölkerung ab Krawallbilder geschockt ist uns sich trotzdem daran ergötzt. Das mag vielleicht stimmen für diejenigen etwa 1000 Leuten, die jeweils nach FCB - Zürich noch eine halbe Stunde lang vor der Gellerttribüne warten, bei Ausschreitungen als Gaffer live dabei zu sein. Die Mehrheit der Bevölkerung regt sich ab Krawallen auf uns wünscht, es gäbe keine mehr.
Zudem haben die Bilder vom vergangenen Sonntag einmal mehr gezeigt, dass die Selbstkontrolle der Fans auch innerhalb des Stadions nicht funktioniert hat.
Dass Ausschreitungen rund um Fussball in Zukunft verhindert werden können, ist allgemein bekannt (so wie in England), nur sind SFV, Vereinsfunktionäre und Politik noch nicht soweit, dies durchzusetzen.

von Rotblau - am 21.05.2009 19:47
Du hast den Artikel nicht verstanden. Der Autor meint (und das ist eben das Intelligente, Überzeugende daran), dass sehr viele Leute geradezu gierig sind auf die Bilder von den Ausschreitungen, weil sie dann ihr Bild vom bösen, bösen Jugendlichen, Fussballfan, Krawallmacher bestätigt sehen und ihnen das die Gelegenheit gibt, sich als besser, anständig, gut zu fühlen, weil sie eben keine so bösen Menschen sind. Und genau dieses Bedürfnis bedienen die Medien mit ihrem verlogenen "Schaut die Bilder an, so etwas wollen wir nie nie nie mehr sehen - und wir liefern euch hier exklusiv noch mehr Bilder!"

von Tschum - am 21.05.2009 19:55
Der Autor hat geschrieben, "die Bevölkerung" sei gierig auf die Krawallbilder, du schreibst es seien "sehr viele Leute", und ich schrieb es seinen "die etwa 1000 Leute, die jeweils nach FCB - Zürich noch eine halbe Stunde lang vor der Gellerttribüne warten".

Es ist nun müssig darüber zu werweisen, wieviele Leute, die selber nicht gewalttätig sind, sich an Bildern der Gewalt ergötzen. Dass es solche Leute gibt, steht ausser Zweifel. Aber nicht alle Leute sind so. Und wenn der Autor aber meint, "die Bevölkerung" sei so, dann übertreibt er masslos.

von Rotblau - am 21.05.2009 20:24
Dass Ausschreitungen rund um Fussball in Zukunft verhindert werden können, ist allgemein bekannt (so wie in England), nur sind SFV, Vereinsfunktionäre und Politik noch nicht soweit, dies durchzusetzen.

Du läbsch doch genau so naiv wie wie Vereinsfunktionäre und Politiker...

Wer immer no glaub, in England und Dütschland heig me die Problem im Griff, dä isch e weneli wältfremd (zem das in dine aigene Wort us z'drugge).
S'einzig was me dert erreicht het, s'spiilt sich nimme in de oberste Ligene ab, sondern e paar Stöck tiefer, wyt wäg vo jeglicher Mediepresänz. Offesichtlig längt das däne Lüt aber scho, denn sälber stöhn si jetzt in guetem Liecht do. Ähnlig wie die Lüt, wo sich uff Grund vo Krawallbilder am Färnseh als ebbis bessers fühle, will si sälber so ebbis nit nötig hän...

von luki77 - am 22.05.2009 05:44
Da muss ich dir widersprechen. Ich habe nur England erwähnt und Deutschland absichtlich nicht, und zwar darum, weil es dort in unteren Ligen, vor allem in der Ex-DDR, hin und wieder klöpft. Aber diese Ausschreitungen werden dann in den Medien verbreitet, damit steigert man Verkaufszahlen.

Dass es auch in England in unteren Ligen regelmässig tätscht wie in Deutschland, aber es in den Medien nicht erwähnt wird, glaube ich nie und nimmer. Die Medien in England sind teilweise noch sensationsgeiler als der Blick und würden solche Ereignisse sehr gerne verbreiten. Nicht vergessen, in England hetzen die Medien schon gegen Schiedsrichter, die ihrer Ansicht nach englische Teams benachteilgten. Da werden sie wohl kaum Randale in unteren Ligen einfach so übersehen.

Geschieht in der Region Basel auf den Fussballplätzen der unteren Ligen etwas Unanständiges, steht es ebenfalls in den Medien (Junioren B VfR Kleinhüningen, FC Münchenstein (oder SC Münchenstein?), FC Pratteln. Selbst die Machenschaften des Trainer des 4.Ligisten FC Schwarz Weiss Basel fanden den Meg in die Medien.
Das Krasseste Beispiel war, als vor etwa 20 Jahren in Blick auf der Titelseite stand, dass ein 3.Liga-Eishockespiel nicht augetragen wurde, dem Verband aber dennoch ein Resultat gemeldet wurde, um eine Forfaitbusse zu verhindern.

Grundsätzlich spielt sich das Geschehen in unteren Ligen ohne Medienpräsenz ab, aber nur solange, dass es keine negativen Zwischenfälle gibt. Daher soll mir keiner damit kommen, dass rund um den Fussball in unteren ohne Echo in den Medien randaliert werden kann oder sonstige Skandale nicht öffentlich werden. Ich selber finde das Gegenteil weltfremd.







von Rotblau - am 22.05.2009 06:41
Sorry, ha dr Yydraag wiider glöscht. Bringt jo eh nüdd, mi Lyt diskutiere z welle, wo ainzig ihri feschtzementierti Mainig als Wohrhait akzeptiere.

von Kopfschüttler - am 22.05.2009 07:30
Da offenbart sich ein Argumentationsnotstand.

von Rotblau - am 22.05.2009 07:52
Wenn Du das mainsch, wirds sicher so si.

In diefere änglische Liige, wo d Yydritt nidd so unglaubligg hooch, derfyyr d Polizeipräsenz ehnder glai isch, bassiert nie ebbis. Dass dert d Mediepräsenz zwar nidd glyych hooch isch, wie z.B. in dr glaine Schwiz, wo jede Politiker-Furz drey Daag lang zum Thema wird, hett kai Bedytig.

Was me nidd sälber gseh oder glääse hett, ka jo gar nidd de Tatsache entspräche und falls doch findet me immer e Grund, wieso daas jetzt grad nidd relevant oder verglyychbar isch. Sunscht miesst me am Änd jo no si glaikarierts Gedanggeguet yberdängge.

In dämm Sinn:

ROTBLAU, DU HESCH NADYRLIGG RÄCHT! Gang in d Politik und Sorg fir Ordnig, dermit mer ändligg Friedefreudeeierkuchen hänn!

von Kopfschüttler - am 22.05.2009 08:13
Du hast's noch nicht verstanden: Es geht um die Medien und um die Medienkonsumenten, d.h. die Leute vor dem Fernseher, die sich die Bilder anschauen und sich dann so gut fühlen mit ihrer Empörung, nicht um die Leute vor der Gellerttribüne.

von Tschum - am 22.05.2009 08:22
Lieber Kopfschüttler

um mit IITG zu antworten: IITGs Antwort an mich.... :D

Ersetze RKB durch Kopfschüttler und IITG durch RKB!

:cheers:

von RKB - am 22.05.2009 10:32
:D

Öbber muess jo...! ;-)

von Kopfschüttler - am 22.05.2009 15:44
Meine Meinung zu den Karawallen:
Wenn man nicht Gewalt will, kann man das ganz leicht verhindern. Jeder Fan, der es kennt, weiss genau wo man durch muss um nicht in eine Karawalle zu kommen. Ich finde es richtig scheisse, wenn die Medien immer eine ganze Fangruppe kritisieren, wenn villeicht 20 gewalt ausgeübt haben.

Idoten welche Stehplatz verbieten wollen, sollen mal überlegen...
Im Wankdorf hat auch Stehplatze, obwohl es dort Sitzplätze hat. Wie wollen sie es verhindern das niemand steht? Bestimmt steht der Kern der Fans weiter, ich persöndlich würde auch stehen.

Und zu Christian Gross, der im Tram angegriffen wurde: Er soll doch auch einbisschen überlegen und villeicht nach so einem Spiel auf das Tram verzichten und ein Taxi nehmen. Ich nehme an er hat genug Geld für dies. Klar kann man sagen jeder sollte Tram fahren können ohne angegriffen zu werden. Aber man muss auch einsehen, das zum Beispiel Frauen alleine am Abend gewisse Orte auch meiden müssen. Man muss es nicht noch provozieren und der Gewalt aus dem Weg gehen, so hat man kein Problem.

Die Medien nerven mich total...

von yb-ever - am 22.05.2009 16:13
Zitat
yb-ever
Und zu Christian Gross, der im Tram angegriffen wurde: Er soll doch auch einbisschen überlegen und villeicht nach so einem Spiel auf das Tram verzichten und ein Taxi nehmen. Ich nehme an er hat genug Geld für dies. Klar kann man sagen jeder sollte Tram fahren können ohne angegriffen zu werden. Aber man muss auch einsehen, das zum Beispiel Frauen alleine am Abend gewisse Orte auch meiden müssen. Man muss es nicht noch provozieren und der Gewalt aus dem Weg gehen, so hat man kein Problem.

Die Medien nerven mich total...



Und Frauen, die vergewaltigt werden: Selber schuld, man geht ja auch nicht mit Bluse und Minirock aus dem Haus :rolleyes:

von Tuborg - am 22.05.2009 20:57
Ich habe soviel über Gewalt diskutieren müssen in den letzten Jahren und auch Gewalt erlebt in einer gewissen Regelmässigkeit, das ich hier mal ein paar meiner Gedanken niederschreiben möchte. Vorab sei gesagt, das auch ich keine Lösung habe.

Gewalt ist nicht ein Problem das der Fussball als solches hervorgebracht hat, aber mittlerweile ein Bestandteil von vielen solchen Veranstaltungen, das ist ein Fact, leider. Viel mehr ist Gewalt ein gesellschaftliches Problem, das sich durch alle Schichten zieht. Und da sind wir alle gefordert, das unsere dazu zu tun, das sich das ändert. Dort wo früher diskutiert wurde, wird heute oft geschlagen, ganz einfach weil Gewalt unterdessen auch salonfähig geworden ist, auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen. Gewalt ist ein Ausdruck von Hilflosigkeit und in vielen Fällen einfach von Dummheit.

Das die Gewalt, die bei Fussballspielen stattfindet, viel mehr Beachtung findet als, meiner bescheidenen Meinung nach, häusliche Gewalt zum Beispiel, ist ein Hohn und ein Schlag ins Gesicht aller, die unter der vergleichsweise "unpopulären" Variante zu leiden haben.

Es ist hingegen nicht verwunderlich das dem so ist, da die Aufmerksamkeit, die man kriegt, indem man die populäre Variante anprangert um einiges grösser ist, automatisch auch die Auflage und die bestimmt schliesslich und endlich auch den wirtschaftlichen Erfolg und der scheint die Mittel zu legitimisieren. Fragwürdig bleibt's aber allemal. Und schon sind wir bei den Medien angelangt, die eine nicht unwichtige Rolle spielen, und ihre eigentliche Verantwortung, die sie als Meinungsbildendes Organ nun einmal besitzen, zum grössten Teil nur ungenügend oder in einigen wenigen Fällen gar nicht wahr nehmen. Es steckt auch eine Doppelmoral dahinter, das man schon Tage vor einem sogenannten Hochrisikospiel, das ganze anheizt, um danach mit dem Zeigefinger auf die zu zeigen, die das getan haben was man ihnen ja schliesslich auch schon über längere Zeit suggeriert hat(versteht mich nicht falsch bitte, das soll keine Ausrede sein für die, die ihrem zerstörerischen Hobby frönen, lediglich eine Anprangerung eines untragbaren Usus).

Es ist auch erschreckend wie viele eigentlich biedere "Normalo's" sich an einem solchen Tag aus der Masse hinaus zu Taten animiert fühlen, die ihnen erlauben temporär ihr eigentliches Image als graue Maus abzustreifen. Natürlich nicht ohne vorher den Verstand gegen Alkohol oder irgendwelche Drogen einzutauschen.

Dass sich jetzt zuhauf irgendwelche Leute zu Wort melden, ob dazu befähigt oder nicht, ist eine logische Konsequenz, allerdings zeugen die Forderungen die sie stellen, nicht wirklich von Wissen und Sachverstand und relativieren das ganze wieder. Schnellschüsse sind ein beliebtes Mittel in solchen Situationen in unseren Breitegraden, werden aber ziemlich schnell zu Rohrkrepierern und führen das ganze ad absurdum, weil sie meistens über kein Haltbarkeitsdatum verfügen und genauso schnell verschwinden, wie sie ins Leben gerufen wurden.

Es scheint mir erwiesen das die Gewalt kontinuierlich gestiegen ist in den letzten zwei, drei Jahren, und genauso rasant ist die Ohnmacht mitgestiegen. Es gab genügend Indikatoren, die darauf hinwiesen. Das die Staatsmacht auch jetzt noch immer darauf verweist das sie nicht über Ausbildung und Ressourcen verfügt, die das eindämmen könnten, ist eine Bankrotterklärung. Mindestens auf dem Sektor Ausbildung hätte man da die Zeit besser nutzen können. Stattdessen wurde die Paranoia geschürt um so, wie der kleine texanische Depp es vorgemacht hat nach nine/eleven, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen und Menschenrechte zu beschneiden oder ganz zu eliminieren, was sonst nie in dem Ausmass und Tempo möglich gewesen wäre.
Zugegeben, es ist nicht einfach dem ganzen Herr zu werden(wenn es das wäre, wäre eine Lösung da), denn die Individuen, die sich der Ausübung von Gewalt verschrieben haben, sind allen anderen die sich der Lösung des Problem's annehmen müssen meistens einen bis mehrere Schritte voraus, da sich der Staat immer noch an Gesetze halten muss und den Delinquenten ihre Rechte zugestehen muss, was diese wissen und süffisant lächelnd ausnutzen. Das rechtfertigt aber den Versuch mit der Angst der Leute zu spielen und davon zu profitieren trotzdem nicht.

Es ist über all die Jahre in denen die Gewalt stieg wie ein Spiel geworden zwischen Jäger und Hase, dessen Ende nicht in Sicht ist. Man hangelt sich hinauf, auf eine Aktion folgt eine Gegenmassnahme, die von den Antipoden mit einer neuerlichen, angepassten Aktion gekontert wird, worauf wieder eine schnelle Gegenmassnahme eingeleitet wird, die aber im Moment der Ausführung schon wieder veraltet und überholt ist, da die Gegenseite sie schon wieder umgangen hat mit einfachen, aber "wirksamen" Mitteln. Das führt dazu das all die Probleme nicht gelöst werden, nur verlagert und hinausgeschoben. Genausowenig wie die Politik die Emotionen versteht(oder verstehen will) die sich rund um ein Fussballspiel entwickeln und verselbstständigen, genausowenig sollte sie selber Emotionen zum lösen derselben einsetzen.

Es führt auch dazu, das gewisse Normalo's zum Beispiel, für die Fussball eine Leidenschaft ist, sich sagen, da gehe ich doch nicht mehr hin, da bleibe ich lieber zu Hause und schaue mir das ganze auf Teleclub an, so werde ich nicht damit behelligt und komme unschuldig unter die Räder. Da er dann aber im Anschluss ans Spiel, das er in seiner sicheren Stube konsumiert hat, per sms nachfragt bei denen die er kennt und die mit dabei sind, ob "was geht", um das ganze postwendend als erster und somit sogenannter Insider in ein Forum zu stellen und anzuprangern, bietet er dem ganzen die Plattform, die es nach seiner eigenen Meinung nicht verdient hat. Hoppla, so schnell geht's das man vor lauter Ereiferung über die Unzulänglichkeit anderer, seine eigene manifestiert hat....!

Wie gesagt, es ist beileibe nicht einfach, dem ganzen Herr zu werden. Ein Fatalist würde sagen, irgendwann knallt's ganz gewaltig und dann kommen alle zur Besinnung, das war schon immer so. Das mag zwar stimmen, kann aber nicht unser Anspruch sein, da wir für uns beanspruchen die intelligenteste Lebensform darzustellen auf diesem Planeten den wir, seit wir hier sind massakrieren und wissentlich ruinieren.

Erst wenn Werte wieder breiter Einzug halten und keine Lippenbekenntnisse mehr sind, erst wenn Selbstkritik wieder zum Repertoir gehört und jeder bereit ist zuerst vor seiner Türe zu wischen, bevor er auf andere verweist um von seiner nicht wahrgenommenen Verantwortung abzulenken, erst wenn die Gier nach schlechten Nachrichten nicht mehr in dem Mass gefördert und ausgelebt wird wie dies jetzt der Fall ist, erst wenn die Spirale durchbrochen wird durch solche Massnahmen, die jeder für sich selber ergreift ohne zu warten das zuerst ein anderer den ersten Schritt macht, erst dann werden wir in der Lage sein solche Probleme überhaupt nachhaltig anzugehen und zu lösen versuchen, anstatt sie zu verschieben. Das ist der Nachteil der Konsumgesellschaft die wir nun mal sind, da hat Eigenverantwortung nur noch selten oder beschränkt Platz, denn man kann sie sich nicht kaufen und konsumieren, man muss sie sich selber erarbeiten und kommt dann in den Genuss davon, eventuell, wenn genug mitmachen. Das ist vielen halt für so einen Aufwand zu unsicher, deshalb wird's erst gar nicht versucht.

Und machen wir uns nicht's vor: Gewalt gab es immer und so wie der Mensch veranlagt ist, wird es sie auch solange geben, wie es Menschen gibt, sie wird uns also weiterbegleiten. Es liegt an uns allen, die Qualität der Gewalt zu verbessern, im tagtäglichen Leben, auch wenn es fast ein wenig pervers anmutet im Zusammenhang mit Gewalt von Qualität zu sprechen.

Habe fertig.



von atzge - am 23.05.2009 01:54
Endlich mal was Gescheites zum Thema, merci Atzge!

Sehr erhellend deine Bemerkung über häusliche Gewalt. Wir müssten wirklich mal eine Statistik herstellen: Wieviel Tote und Verwundete gibt es im Zusammenhang mit Krawallen rund um Fussballspiele pro Jahr in der Schweiz? Wieviel Tote und Verwundete gibt es durch Autoverkehr? (Da könnte man auch noch die Sachschäden durch Krawalle und diejenigen durch Autos zusammenzählen). Und wieviel Tote und Verwundete durch häusliche Gewalt?

Und wer zieht daraus den Schluss, dass man Autofahrer präventiv verhaften soll, oder Ehemänner? Dass man den Leuten davon abraten soll, Auto zu fahren und zu heiraten? Und zieht man die Autoindustrie zur Rechenschaft (d.h. lässt sie bezahlen) für jeden Polizeieinsatz, den der Autoverkehr nötig macht? Und für die Ehemänner zahlen dann die Kirchen?

Das heisst nicht, dass man nichts gegen Krawalle machen soll, aber es ist manchmal gut, den Heuchlern und Hysterikern aufzuzeigen, welche Probleme mehr Schaden verursachen und welche weniger.

von Tschum - am 23.05.2009 10:37
:spos: :spos:

Zitat
atzge
da wir für uns beanspruchen die intelligenteste Lebensform darzustellen auf diesem Planeten den wir, seit wir hier sind massakrieren und wissentlich ruinieren


Diesbezügligg dängg ych, hett dr Mensch si Zenit beraits yberschritte und isch langsam wiider am verdumme. No e baar hundert Joor und - wenn yberhaupt - lääbe mer wiider uff Bäum und in Höhlene.

von Kopfschüttler - am 23.05.2009 19:18
Zitat
Tschum
Und wer zieht daraus den Schluss, dass man Autofahrer präventiv verhaften soll, oder Ehemänner?

Raser werden bereits präventiv vom Auto fahren abgehalten mit Ausweisentzug und im Extremfall schon mit Haft.
Ich entgegne aber, dass Verkehrsunfälle im Gegensatz zu Hooliganismus, Vergewaltigung oder Raubmord nicht absichtlich begangen werden.

von Rotblau - am 23.05.2009 20:11
Zitat
atzge
Das die Gewalt, die bei Fussballspielen stattfindet, viel mehr Beachtung findet als, meiner bescheidenen Meinung nach, häusliche Gewalt zum Beispiel, ist ein Hohn und ein Schlag ins Gesicht aller, die unter der vergleichsweise "unpopulären" Variante zu leiden haben.

Wenn der Pöstler Heiri Weber seiner Frau eine Ohrfeige gibt, interessiert es keine Sau. Würde aber Roger Federer seiner Frau Miroslava eine abdrücken und ein zufällig anwesender Nobody dies mit dem Handy fotografieren, könnte er sofort CHF-Millionär werden vor lauter Interesse der Medien, dieses Bild zu zeigen. Und dass dann die Nachfrage der Weltöffentlichkeit nach diesem Thema riesig sein wird, weiss jedermann auch ohne Beizug eines Wahrsagers.

Wenn die häusliche Gewalt exzessiv ist, dann interessiert es wohl die Öffentlichkeit. Und wie! Dann kommen Journalisten aus aller Welt und hängen wie Kletten um die Orte des Grauens herum. Das krasseste Beispiel ist der Fall Fritzl.




von Rotblau - am 23.05.2009 20:28
Zitat
atzge
Es führt auch dazu, das gewisse Normalo's zum Beispiel, für die Fussball eine Leidenschaft ist, sich sagen, da gehe ich doch nicht mehr hin, da bleibe ich lieber zu Hause und schaue mir das ganze auf Teleclub an, so werde ich nicht damit behelligt und komme unschuldig unter die Räder. Da er dann aber im Anschluss ans Spiel, das er in seiner sicheren Stube konsumiert hat, per sms nachfragt bei denen die er kennt und die mit dabei sind, ob "was geht", um das ganze postwendend als erster und somit sogenannter Insider in ein Forum zu stellen und anzuprangern, bietet er dem ganzen die Plattform, die es nach seiner eigenen Meinung nicht verdient hat. Hoppla, so schnell geht's das man vor lauter Ereiferung über die Unzulänglichkeit anderer, seine eigene manifestiert hat....!

Meines Erachtens kann ein solches Verhalten nicht unter "Unzulänglichkeit" klassifiziert werden. Ich würde dafür den Ausdrücke "Hilflosigkeit" und "Empörung" zuteilen. Man möchte damit schockieren und hofft, dass die zuständigen Ämter etwas dagegen unternehmen werden, damit dies nicht vorkommt. Meistens ist die Hoffnung vergebens, dann knallt es wieder, und die gewissen Normalos scheisst es wieder an, veröffentlichen es wieder in der selber Hoffnung. Und irgendwann finden sie sich damit ab.




von Rotblau - am 23.05.2009 20:37
a) Wer den Ausweis abgeben muss, hat schon etwas getan. Also keine präventive Massnahme, sondern eine Bestrafung

b) Und wie sieht deine "der arme Autofahrer"-Gleichung aus bei Rasern oder Besoffen-Fahrern?

von Tuborg - am 24.05.2009 08:05
Zitat
Tuborg
b) Und wie sieht deine "der arme Autofahrer"-Gleichung aus bei Rasern oder Besoffen-Fahrern?

dass rase - und sodrmit e absoult asozials vrhalte - e kavaliersdelikt isch, gseht me jo scho dodra, dass dä walliser volldepp (aka blatter) sich trotz eigenem massivem drägg am stäge scho wyder so zum fänschter uselehnt und alli vrurteilt, wo nid eso dängge wien är.
söll emol vor dr eigene düür wüsche und dr blödi latz halte!

von Latteknaller - am 24.05.2009 09:07
Grossartig atzge!

Wenn ich nicht mehr dazu sage hat das vorallem damit zu tun, dass es mir schwerfällt etwas zu ergänzen, wsa nicht schon gesagt wurde.

von Don Daniel - am 24.05.2009 13:47
Zitat
Tuborg
a) Wer den Ausweis abgeben muss, hat schon etwas getan. Also keine präventive Massnahme, sondern eine Bestrafung

Präventiv meinte ich im Sinn, dass mit Fahrausweisentzug Raserunfällen vorgebeugt wird.

Ich finde, der Vergleich Raser / Hooligan hinkt. Es ist sehr einfach, Raser ausfindig zu machen. Und da ein Hooligan nur selten im Alleingang randaliert (von so einem Fall habe ich erst einmal gehört), sondern möglichst unerkannt in der Masse, kann man nicht einfach eine Nummer aufschreiben und dann ein Verfahren eröffnen.

von Rotblau - am 24.05.2009 18:06
Zitat
Rotblau
Es ist sehr einfach, Raser ausfindig zu machen.


Genau! Vorallem will jo alli Raaser blitzt wärde! Resp. die glaini, verschwindendi Minderhait, wo NIDD blitzt wird, sinn jo kai Probleem! :rolleyes:

von Kopfschüttler - am 25.05.2009 06:35
Tja, was will me do no sage...

Vermuetlig isch dr Rotblau au sone Raser :D

von Tuborg - am 25.05.2009 07:04
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