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Red Blue Devils Poeten Forum
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
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Captain Sky, Swiss_Rincewind, Fanti, RKB, Rotblau, Tuborg, Lemieux

verschärftes Hooligan-Konkordat: Basel-Stadt ein gallisches Dorf?

Startbeitrag von RKB am 10.06.2013 13:29

Eine schöne Umschreibung für die kritische Haltung der Stadtbasler Regierung betreffend den geplanten weiteren Verschärfung der Gesetzgebung betreffend Hooligans (verschärftes Hooligan-Konkordat):

Basel-Stadt ein gallisches Dorf?

In der NZZ und in der BZ sind Artikel zur Abstimmung übe das verschärfte Hooligan-Konkordat in ZH gestern....

Und das Fazit ist: die FCB-Fans sind die Bösen, sogar im Ausland!!! :joke:

Und die Grundrechte grosser Teile der Bevölkerung werden weiter beschnitten, ob Fussball-/Eishockey- oder irgendwas Fans oder Asylsuchende.... :hot: Solche Leute machen halt Probleme und sind ein Problem..... und daher sind sie wegzusperren und zu kriminalisieren. Auch wenn dies nur über Kollektivbestrafung geht.... :rolleyes:

Mit dieser Logik müsste man allen Autofahrer den Fahrausweis wegnehmen, da alle ja zu schnell oder alkoholisiert fahren könnten. Alle Männer gehören verhaftet, weil ja alle Vergewaltiger sein könnten, alle Frauen sind zu bestrafen, weil ja alle.......

Selten so kurzfristiges Denken erlebt.... :(

Komischerweise haben all jene, die sonst immer für die Freiheit und die Grundrechte sind und gegen zuviel Staat rufen, in solchen Fällen wenig bis keine Skrupel, die Freiheiten zu beschneiden, die Grundrechte einzudämmen und mehr Staat zu fordern.

Und für mich ganz übel: in ZH werden auch die Sozis immer blinder auf diesem Auge. Nach Jositsch nun auch Fehr.....

Antworten:

Ich bin mit deinen Schlussfolgerungen nicht einverstanden. Und ich finde es gut, dass im Kanton Zürich das Hooligan-Konkordaz derart massiv angenoemmen wurde und hoffe, dass dies in BS und BL ebenfalls so sein wird.

Friedliche Fussballfans haben nichts zu befürchten und sind bereit, notfalls einen Ausweis vorzuzeigen. Wenn dadurch einige Gewalttäter freiwillig den Stadien fernbleiben, ist schon geholfen. Und aufgrund der Beiträge im Fusiforum ist davon auszugehen, dass tatsächlich einige Hooligans zuhause bleiben werden. Bei friedlichen Fans, die bei den Massnahmen des Hooligan-Konkordates zu hause bleiben, ist festzustellen, dass ihnen der Fussball eh nicht wichtig ist.

Ich finde es schon schlimm genug, dass bei gewissen Spielen hunderte von Polizisten aufgeboten werden müssen, damit die Fans der beiden Lager nicht aufeinander losgehen.

von Rotblau - am 10.06.2013 14:15
Nur damit wir uns richtig verstehen:

das
Zitat
Rotblau
Ich finde es schon schlimm genug, dass bei gewissen Spielen hunderte von Polizisten aufgeboten werden müssen, damit die Fans der beiden Lager nicht aufeinander losgehen.
finde ich auch schlimm.....


Zitat
Rotblau
Ich bin mit deinen Schlussfolgerungen nicht einverstanden. Und ich finde es gut, dass im Kanton Zürich das Hooligan-Konkordaz derart massiv angenoemmen wurde und hoffe, dass dies in BS und BL ebenfalls so sein wird..


Hier bin ich, wenig überraschend, genau der entgegengesetzten Meinung...


Zitat
Rotblau
Friedliche Fussballfans haben nichts zu befürchten und sind bereit, notfalls einen Ausweis vorzuzeigen. Wenn dadurch einige Gewalttäter freiwillig den Stadien fernbleiben, ist schon geholfen. Und aufgrund der Beiträge im Fusiforum ist davon auszugehen, dass tatsächlich einige Hooligans zuhause bleiben werden. Bei friedlichen Fans, die bei den Massnahmen des Hooligan-Konkordates zu hause bleiben, ist festzustellen, dass ihnen der Fussball eh nicht wichtig ist..


Nein, ich bin nicht bereit, immer und überall meinen Ausweis zeigen zu müssen, nur um zu belegen, dass ich friedlich bin. Denn erstens giltet doch hoffentlich die Unschuldsvermutung, denn wenn dies nicht der Fall ist, muss am Schluss ich noch beweisen, dass ich unschuldig bin und nicht der Ankläger, dass ich schuldig bin. Und zweitens gibt es doch heute bereits Gesetze und in den Stadien Massnahmen (Videoüberwachung, etc.), die einfach nur um-, resp. eingesetzt werden müssten.... und drittens, um Dein Stichwort der Ausweiskontrolle nochmals aufzugreifen: ich ging vor dem ominösen Mai 2006 Fussballspiele schauen, ich ging danach und ich gehe auch aktuell. Ich war auch im alten Joggeli immer an den Spielen und oft auch auswärts und ganz ehrlich: so friedlich wie heute war es in den Stadien noch nie.... was soll den da bitte eine Ausweiskontrolle am Eingang, wenn die Straftaten im Zusammenhang mit Fussballspielen nicht in oder bei den Stadien begangen werden, sondern irgendwo ganz weit weg, wo doch die Polizei bereits heute alle Werkzeuge hat, um durchgreifen zu können? Was bringt da eine Ausweispflicht?

von RKB - am 10.06.2013 14:53
Es sei ein Hinweis erlaubt:
VOR Inkrafttreten des Hooligan-Konkordates haben uns die Scharfmacher versprochen, dass mit dem Hooligan-Konkordat alles besser werde und die bösen Hooligans (also alle Fussballfans) dann im Griff seien. Wenige Jahre danach stellt man fest, dass das Hooligan-Konkordat nicht ausreicht, alles ist gleich (wenn man den Scharfmachern glauben will sogar noch schlimmer) geblieben. Darum kommt den Scharfmachern eine blendende Idee: Wir verschärfen das Konkordat, das hilft sicher (v.a. im Vorfeld von Wahlen!).

Mein Tip: Wendet doch bitte einmal die geltenden Regeln an, anstatt immer neue zu erfinden.

Bye the way: Durfte in den letzten Wochen in beruflicher Mission erleben, wie rasch die Behörden mit Rayonverboten um sich werfen. Es reicht tatsächlich aus, wenn ein Polizist eine Anzeige schreibt. Rechtliches Gehör im Sinne einer neutralen Prüfung: Fehlanzeige. Es reicht, zur falschen Zeit am falschen Ort gestanden zu haben... Rechtsstaat ade!
PS: Es ging dabei nicht um ein FCB-Thema, sondern um Eishockey in den niederen Gefilden.

von Lemieux - am 10.06.2013 15:31
Zitat
RKB
Nein, ich bin nicht bereit, immer und überall meinen Ausweis zeigen zu müssen, nur um zu belegen, dass ich friedlich bin.

Je mehr friedliche Fans wie du dafür nicht bereit sind, umso schöner für die Hooligans.

Zitat
RKB
Denn erstens giltet doch hoffentlich die Unschuldsvermutung, denn wenn dies nicht der Fall ist, muss am Schluss ich noch beweisen, dass ich unschuldig bin und nicht der Ankläger, dass ich schuldig bin.

Solche hypothetische Szenarien sollte man nicht heraufbeschwören. Eine ID zücken ist eine kurze Sache.


Zitat
RKB
Und zweitens gibt es doch heute bereits Gesetze und in den Stadien Massnahmen (Videoüberwachung, etc.), die einfach nur um-, resp. eingesetzt werden müssten...

Da bin ich mit dir sogar einig. Aber es passiert zu wenig. Und mit einer wuchtigen Annahme des Hooligan-Konkordates kann ein Zeichen gegen die Hoolgans gesetzt werden.



Zitat
RKB
und drittens, um Dein Stichwort der Ausweiskontrolle nochmals aufzugreifen: ich ging vor dem ominösen Mai 2006 Fussballspiele schauen, ich ging danach und ich gehe auch aktuell. Ich war auch im alten Joggeli immer an den Spielen und oft auch auswärts und ganz ehrlich: so friedlich wie heute war es in den Stadien noch nie..

Es ist nur halbwegs friedlich in den Stadien. Für einige Leute ist es selbstverständlich, dass man andere Fans, die den Platz zuvor schon eingenommen haben, unter Gewaltandrohung verscheucht. Und wenn man später kommt, sind die Hooligans schon da. Erging mir so in München, und ich musste auf einen viel schlechteren Platz ausweichen.


Zitat
RKB
was soll den da bitte eine Ausweiskontrolle am Eingang, wenn die Straftaten im Zusammenhang mit Fussballspielen nicht in oder bei den Stadien begangen werden, sondern irgendwo ganz weit weg, wo doch die Polizei bereits heute alle Werkzeuge hat, um durchgreifen zu können? Was bringt da eine Ausweispflicht?

Einige Gewalttäter bleiben freiwillig dem Stadion fern. Diese Ausweiskontrolle sollten jedoch nur gezielt gemacht werden, denn für alle reicht es nicht. Allein schon die Möglichket, dass der Ausweis gezückt werden müsste, lässt einige Hooligans schon freiwillig zu Hause.

von Rotblau - am 10.06.2013 15:34
Zitat

Eine ID zücken ist eine kurze Sache.

Die schon fast totale Überwachung der eigenen Bürger war für die USA auch eine kurze Sache. Trotzdem ist sie alles andere als OK...

Die Aussage, friedliche Fans hätten nichts zu befürchten, ist übrigens einfach falsch. Stichwort Kombiticket. Ein wesentlicher Teil der Auswärtsfans kommt wohl mittlerweile nicht mehr aus der Region Basel.

von Captain Sky - am 10.06.2013 16:41
Ich verstehe auch nicht, wie man den ewigs gleichen Rattenfänger folgen kann. Wobei es für mich OK wäre, wenn man das Hooligankonkordat sofort umsetzen würde, unter der Bedingung, dass man nach zwei Jahren die Lage analysiert und wenn sich die Massnahmen als wirkungslos oder nicht umsetzbar erwiesen haben (sollten), das Ganze nicht nur beerdigt wird, sondern auch die entsprechenden Politiker zurücktreten (müssen). Genau gleich würde zudem verfahren, wenn das Konkordat einer Überprüfung durch das Bundesgericht nicht standhalten sollte.

Generell bin ich etwas gespannt auf die Umsetzung: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Cupfinal abgesagt wird, weil ein Politiker eine Auflage nicht eingehalten sieht. Auch das Kombiticket dürfte eine Totgeburt sein. Bei der Durchsuchung nach verbotenen Gegenständen hat man sich wohl selber ein faules Ei gelegt: Neu darf ausschliesslich die Polizei unter der Kleidung suchen, private Sicherheitsdienste nicht. Das heisst wohl, dass ich meine Jacke zum Beispiel für private Sicherheitsdienste nicht mehr öffnen muss (was durchaus schon verlangt wurde). Ebenso darf nicht mehr unter einer Kappe oder in Schuhen von Nicht-Polizisten nach Pyros etc. gesucht werden.

von Captain Sky - am 10.06.2013 16:52
Zitat
Captain Sky
[...] Neu darf ausschliesslich die Polizei unter der Kleidung suchen, private Sicherheitsdienste nicht. Das heisst wohl, dass ich meine Jacke zum Beispiel für private Sicherheitsdienste nicht mehr öffnen muss (was durchaus schon verlangt wurde). Ebenso darf nicht mehr unter einer Kappe oder in Schuhen von Nicht-Polizisten nach Pyros etc. gesucht werden.


Grundsätzlich hast Du recht. Allerdings gehe ich davon aus, dass man dann vor die Wahl gestellt wird, entweder "freiwillig" den privaten Sicherheitsdiensten die Erlaubnis zur Suche unter den Kleidern zu geben oder keinen Einlass zu erhalten.

von Swiss_Rincewind - am 11.06.2013 05:36
Wär das dann nicht Nötigung?

von Captain Sky - am 11.06.2013 16:09
Nein. Der Veranstalter bestimmt, wer er unter welchen Voraussetzungen rein darf.

von Swiss_Rincewind - am 12.06.2013 06:27

Re: dr Fehr in dr BaZ vo hitte

[bazonline.ch]

von Fanti - am 12.06.2013 09:34
Zu den Voraussetzungen eines Stadionbesuchs gehört doch aber nicht, dass ein privater Sicherheitsdienst gegen geltendes Recht verstösst (sonst könnte er ja quasi fast alles verlangen).

von Captain Sky - am 12.06.2013 10:22

Re: dr Fehr in dr BaZ vo hitte

Pure Polemik: Zum Basler Modell gehört strikte Fantrennung (Zuschauer in den Sektoren C und G können ein Lied davon singen). Das gab es am Cupfinal bekanntlich nicht. Somit hat nicht das Basler Modell versagt, sondern Käser/Nause.

Sowieso ist es einfach falsch zu behaupten, das Basler Modell sei etwas ganz anderes. Einige Punkte des Hooligan-Konkordats werden ja schon Umgesetzt (Bewilligungspflicht, Leichtbier im Stadion). Viele weitere Punkte sind schlicht nicht umsetzbar, was man in Basel aus Erfahrung weiss. Zusätzlich wird der Dialog gesucht, was sich offensichtlich bewährt hat.

von Captain Sky - am 12.06.2013 10:30

Re: zue däm Thema baast au die Mäldig

ID-Pflicht im Tourbillon:

[www.20min.ch]

von Fanti - am 12.06.2013 11:14
Meiner Ansicht nach kann er alles verlangen, so lange er sich dabei nicht strafbar macht, sprich gegen das Strafrecht und seine Nebengesetze verstösst.
Zudem glaube ich nicht, dass Art. 3b des Konkordats so eng ausgelegt wird, wie Du dies in Deinen Beispielen anführst. Der Sinn dieser Bestimmung wird der Schutz der Privat- und insbesondere der Intimspähre sein. Das Öffnen der Jacke (solange Du darunter noch ein anderes Kleidungsstück trägst) und das Heben der Kappe werden wohl als Durchsuchung über den Kleidern verstanden. Und selbst, wenn nicht: wenn beim Abtasten über allen Kleiderschichten der Verdacht aufkommt, dass man etwas Verbotenes auf sich trägt, wird man wohl gebeten, den ertasteten Gegenstand hervorzunehmen. Sollte er sich wirklich als verbotener Gegenstand erweisen oder sollte man sich weigern ihn hervorzunehmen, wird man wohl kaum ins Stadion gelassen und allenfalls die Polizei hinzugerufen. Somit ändert sich für die privaten Sicherheitsdiensten auch mit dieser Konkordatsverschärfung in der Praxis wohl wenig.

von Swiss_Rincewind - am 12.06.2013 11:19

Re: zue däm Thema baast au die Mäldig

Anstatt ausschliesslich Saisonkarten für die Stehplatzbesucher zu verkaufen, würde CC lieber einmal den Sitzplatz auf der Trainerbank für eine Saison fest vergeben ;)

von Captain Sky - am 12.06.2013 11:20

Re: zue däm Thema baast au die Mäldig

Zitat
Captain Sky
Anstatt ausschliesslich Saisonkarten für die Stehplatzbesucher zu verkaufen, würde CC lieber einmal den Sitzplatz auf der Trainerbank für eine Saison fest vergeben ;)


Da ists eben auch so. Der Trainer muss vor dem Spiel den Ausweis zeigen, damit man jeweils grad weiss, Wer heute zuständig ist.

von Tuborg - am 12.06.2013 11:54
Ich bin mir natürlich bewusst, dass ich diese Regelung sehr eng auslege. Man könnte allerdings auch einfach sagen, ich verstehe sie Wort wörtlich, und eigentlich sollten Regeln so gemacht sein, dass man sie so verstehen kann (wenn nicht sogar "muss").

von Captain Sky - am 12.06.2013 16:33
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