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Red Blue Devils Poeten Forum
Beiträge im Thema:
15
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Kopfschüttler, Fanti, Captain Sky, Spitzkick, Tschum, Mayor, Zuschauer, RKB

Die beiden Mohammeds in Israel

Startbeitrag von Tschum am 30.07.2013 22:47

Habe ich das richtig gehört: Ein Teil des Gästeblocks hat im Hinspiel gegen Tel Aviv unseren Salah ausgebuht, wenn er in ihrer Nähe an den Ball kam und als er ausgewechselt wurde?

Das ergibt einen guten Grund, die beiden Ägypter nicht nach Israel zum Rückspiel mitzunehmen. Der Club hat eine Verantwortung gegenüber den beiden jungen Spielern, die er nach Europa geholt hat. Sie kommen in Ägypten unter Druck und sie kommen offenbar auch bei den Anhängern von Macabi Tel Aviv unter Druck. Ihr Club soll sie schützen davor, in den politischen Auseinandersetzungen zwischen Arabern und Israeli Stellung beziehen zu müssen. Das sind wir ihnen schuldig.

Ob die beiden gegen Macabi spielen wollen oder nicht, ist gar nicht die Frage. Salah wurde schon ausgebuht, obschon er sich überhaupt nicht dagegen ausgesprochen hat, in Israel eingesetzt zu werden.

Nochmals: Es geht um die Verantwortung gegenüber sehr jungen Spielern, die man zu sich gelockt hat (und die dem FCB ganz viel zurückgeben)

Antworten:

generell gesagt: wenn du mit arabern odr ägyptern gegen eine israelische mannschaft spielen wilst, die deine arabischen/ägyptischen spieler nicht auspfeiffen, muss du gegen hapoel tel aviv spielen.

gegen macabi tel aviv muss man damit rechnen, sind dessen fans doch dafür bekannt, tendenziell eher negativ gegen araber/ägypten eingestellt zu sein. politik lässt grüssen.

ist aus der geschichte des vereins auch nachvollziehbar, da macabi eine entsprechend politisch ausgerichtete organisation ist....

ich würde den entscheid den beiden spielern überlassen, sie dabei aber immer unterstützen und jeden entscheid mittragen!

zudem: dieses auspfeiffen, nur weil sie ägypter sind, lässt mehr aussagen über die pfeiffenden zu, als die sich wohl bewusst sind. und vermutlich ist das den auspfeiffenden auch zienlich egal.

von RKB - am 31.07.2013 05:13
Es git bi uns Dutzendi, nai Hunderti vo "Fans" wo bin eme Corner im Egge D/C aifach generell dr Gäägner uspfiffe und aaflueche, egal wär dr Gäägner isch, egal wie s Spiil stoot. Mir sinn kai bitzli besser - laider... :-(

von Fanti - am 31.07.2013 06:38
was hältst du eigentlich davon, dass salah offenbar bewusst den handschlag vor demm spiel umgangen ist?

von Zuschauer - am 31.07.2013 06:55
Öhm... bi mir mienn (nidd nur...) die jüngere Mitarbeitende au gwüssi Arbeite erledige, wo nidd so vyyl Spass mache. Ghört zum Job und fir dä bikemme si dr Lohn!

Hey, wenn Usspfyffe e Grund fir s Nidd-Yysetze wär, würd nidd nur dr FCB bi jedem Match mit eme Rumpfteam ufflaufe und gwüssi Spiiler miesste ihre Job an Naagel hängge oder kämte no bi Cupspiil gege dr Drittligischt oder me Fründschafts-Spiil zum Yysatz.

Uffgrund vo politischem oder anderem Drugg vo usse d Mannschaft zämme- oder uffstelle goht mines Erachtens gar nidd. Wenns effektivi Risike gäbti (und dooderzue zell ych gränggti Ego und ähnligs nidd...), miesst me s sicher berüggsichtige. Nur wär daas denn ehnder scho e Situazioon, wo denn d Verbänd miesste priefe, ob so Spiil yberhaupt durchfiehrbar sinn.

von Kopfschüttler - am 31.07.2013 07:01
Also ich finde es weniger schlimm, wenn man einfach jeden auspfeift als wenn man "gezielt" Araber (oder generell Spieler aus gewissen Ländern) auspfeift.

von Captain Sky - am 31.07.2013 07:19
...und gar nit goot was letschte Samschtig - laider zem wiederhoolte Mool - bassiert isch: "Affegrysch" us dr MK noch eme Foul von eme dunggelhyttige Lohsann-Spiiler. In settige Momänt schämm ych mi im däm Stadion und au no in dääre Kurbe z stoo.

von Fanti - am 31.07.2013 07:53
Definitiv. Ich habe das (im C6) nicht mitbekommen. Darum hoffe ich, dass es nur ganz wenige Idioten waren...

von Captain Sky - am 31.07.2013 07:56
Ha gmaint, die Idiotie heig me z Basel vor vyyle Joor hinder sich brocht.

Aber: "Es stoht jede Daag wiider e Duubel uff...!" :-( Und nachdämm d Menschhait definitiv nur no dümmer wird, sinns jede Daag halt mehreri...

von Kopfschüttler - am 31.07.2013 08:03
Ich glaube, dass es um etwas anderes geht als "nicht so viel Spass" und Ausgepfiffen-Werden. Es geht hier um Politik, und zwar nicht um politische Parteien oder Machtspielchen oder Ansichten, sondern um existentielle Dinge. Israel kann mit einigem Grund als ein rassistischer Staat angesehen werden, der als Staat und unterstützt von der Mehrheit der WählerInnen Araber-Rechte verletzt. Dass man das auch ganz anders sehen und einschätzen kann, ändert nichts daran, dass eben auch diese Auffassung möglich ist. Und da finde ich nun, dass der FCB seine beiden jungen Spieler nicht in ein Dilemma (einen Loyalitätskonflikt Treuepflicht zum Club - Treue zur Herkunft und eventuell zur eigenen politischen Überzeugung) stürzen sollte.

Unabhängig davon, wie Salah und Elneny selbst denken, sind sie in Ägypten verwurzelt (und ihre Karriere als Fussballer beruht auch auf ihrer Popularität in Ägypten). Auch darauf darf der Club in diesem Ausnahmefall ruhig Rücksicht nehmen, finde ich.

Und weiter finde ich, dass der Club den beiden Jungen die Entscheidung abnehmen und sie nicht dazu zwingen soll, selbst öffentlich in diesem Konflikt Stellung zu nehmen.

Die Auspfeiferei durch Anhänger von Macabi gestern im Joggeli wäre ein guter Anlass für den FCB. Das Pfeifen war nicht Fussball-bedingt (ich finde die grundsätzliche Pfeiferei bei einem gegnerischen Corner oder auch beim Einlaufen des Gegners nach der Pause auch unfair und kindisch), sondern in diesem Fall rassistisch oder politisch (wobei es wahrscheinlich damit begründet würde, dass Medien berichteten, Salah verweigere die Reise nach Israel, was der FCB dementiert hat).

Zum Händeschütteln: Ich habe das gestern nicht gesehen, auf den "Blick" verlasse ich mich nicht. Wenn es wirklich so gewesen ist, dass er den Gegnern nicht die Hand gegeben hat und das versteckt hat hinter einem Schuh-Problem, dann finde ich auch das in seiner Situation verständlich und eigentlich noch ganz geschickt. Vielleicht bekam er dazu ja auch einen Tipp von einem Clubverantwortlichen. Ich würde jedenfalls auch daraus kein Drama machen. Fairness zeigt sich im Verhalten im Spiel, und da ist Salah nichts vorzuwerfen.

von Tschum - am 31.07.2013 08:04
...es sinn eenter Weenigi gsii aber ain ellai wäär scho z vyyl. Im D2-Parkett het me's uff jeede Fall scho gheert.

von Fanti - am 31.07.2013 08:09
Zitat
Tschum
Es geht hier um Politik.


Ebbe! Und genau daas isch nidd Sach vome Fuessballclub und au nidd vo sine Aagschtellte. Wenn also dr FCB us dene Gründ würd Spiiler nidd ysetze, unterwirft me sich irgendwellne politische "Zwäng" und das halt ych für falsch.

Wenn dr als Spiiler no wöttsch Gedangge miesse mache, öb e Pfyfferei jetzt rassistisch, politisch oder clubfarbepolitisch motiviert isch, hesch vermuetlig sowieso scho verloore und mögligerwyys dr Bruef verfählt. Gwüssi Sache sinn tatsächlig überflüssig aber "politisch korräggt" wirds sicher nie ablaufe, wenn Emozioone im Spiil sinn.

von Kopfschüttler - am 31.07.2013 11:10
Ych ha gester nochem Spiel mitme Israeli gschwätzt und gfroggt wurum sie dr Salah immer usspfyffe hän.

d Antwort isch eidüttig gsi: "Wenn är so Usssage macht und sich weigeret uff Israel z ko, denn isches nidd meh wie logisch dass mir ihn usspfyffe".

Soviel zue de Medie. Die hän in Israel nie mitgriegt, dass das alles vo Egyptische Medie erfunde worden isch. Däne sin die Ussage nur so um d Ohre gflooge und nie dementiert worde (ämmel nidd in däm Ussmass wie sie verbreitet worde sin).

Und wenn das mitm Handschlag/Schueh stimmt, denn find ych das sehr unglügglig. Ych ha nämli no nie erläbt, dass e Spieler während em Handshake dr Fisch macht (uss was für Gründ au immer). Die 10 Sekunde hätr sich A) no könne näh und B) villicht au grad d Glägeheit gsi zum zeige dass är kei Problem mitm Ganze het/hät. Eso schüürt är d Grücht ehnder no.

Wie au immer. Ych find das Ganzi sehr schaad. So wie mir das mitgriege und die 2 vo Egypte uss unter Drugg gsetzt wärde, intressiert ihri Meinig niemerts und sie hän leider eso gar kei Chance in Israel uffzlaufe.

s Gäbti doch nüdd schöners, wie wenn im Sport (zmindest) alles ussbländet wärde könnt...*träumt*

von Mayor - am 31.07.2013 11:23
Zitat
Fanti
Es git bi uns Dutzendi, nai Hunderti vo "Fans" wo bin eme Corner im Egge D/C aifach generell dr Gäägner uspfiffe und aaflueche, egal wär dr Gäägner isch, egal wie s Spiil stoot. Mir sinn kai bitzli besser - laider... :-(


ABSOLUT korräkt!

von Spitzkick - am 03.08.2013 10:51
Zitat
Mayor
Ych ha gester nochem Spiel mitme Israeli gschwätzt und gfroggt wurum sie dr Salah immer usspfyffe hän.

d Antwort isch eidüttig gsi: "Wenn är so Usssage macht und sich weigeret uff Israel z ko, denn isches nidd meh wie logisch dass mir ihn usspfyffe".


Man hätte von Seiten des FCB auch pro-aktiv kommunizieren können wie z.B.:
"Politik hat im Sport nichts zu suchen und ist klar zu trennen. Deshalb werden die beiden Aegypter als Angestellte des FC Basel auch beim Auswärtsspiel in Tel Aviv mit von der Partie sein."
Man hat sich davor gedruckst, und nun hat man die Reaktion, die man vermeiden wollte.

von Spitzkick - am 03.08.2013 10:54
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