Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Red Blue Devils Poeten Forum
Beiträge im Thema:
22
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Zuschauer, RKB, Mätzli, Captain Sky, Rotblau, Spitzkick

was ganz anderes, das nichts mit dem FCB zu tun hat, aber mit der Schweiz: polit-philosophisch, sozusagen.... ;-)

Startbeitrag von RKB am 31.07.2013 21:23

ich bin bei meinem online-zeitungsstudium im feierabend im ausland über diesen artikel gestolpert:

Die unanständige Mehrheit

ich habe diesen essay und v.a. auch die kommentarspalten mit grossem interesse gelesen.

was meint ihr zu der darin geführten diskussion...?

ich finde, der autor hat einen wirklich guten beitrag zum 1. august geschrieben, den ich voll und ganz unterschreiben kann

Antworten:

Danke für den Link, interessante Diskussion. Was anständig ist und was nicht ist subjektiv. Lüscher nimmt sich das Recht heraus, die Mehrheit zu kritisieren - dies darf er, richtig muss es nicht zwingend sein. Genau so offen bzw. subjektiv ist die Einschätzung, ob die Mehrheit auch recht hat oder nicht. Fakt ist aber, dass die Mehrheit per Definition den am meisten geäusserten Willen repräsentiert - dies ist grundzipiell die Essenz der Demokratie. Wichtig ist nicht, dass die Entscheide richtig oder falsch sind (wie gesagt subjektiv) sondern dass sie dem Willen der Bevölkerung möglichst gut entsprechen. Dies geht sehr gut, solange "flankierende Massnahmen" wie Grundrechte, Sittlichkeit, etc. vorhanden sind.

von Zuschauer - am 01.08.2013 07:31
Churchill:

"Demokratie ist eine miserable Regierungsform - leider nur gibt es keine Bessere."

Wenn Jemand meint, er habe Mühe mit "unanständigen" Mehrheiten, dann hat er effektiv Mühe mit der Demokratie an sich, weil er fälschlicherweise davon ausgeht, dass seine (linke) Meinung derjenigen Anderer intellektuell überlegen sei. Das ist absolut nicht so.

Ich habe Mühe damit, dass Kreise in Bern versuchen, demokratisch gefällte Entscheide umzubiegen und abzuschwächen. Diese werden von Leuten wie diesem Artikelschreiber unterstützt. Find ich grundfalsch, antidemokratisch und gefährlich.

Der Artikel verdeutlicht eine unsägliche Arroganz, hantiert mit falschen Fakten ("härtestes Asylgesetz" Quatsch!) und diqualifiziert sich aus grunddemokratischer Warte gesehen..

Der Souverän ( also wir Alle) ist immer als letzte, höchste Instanz zu respektieren.

Daher hasse ich Politiker, die vom "Volch", "Stimmvolch, "Stimbürger" etc. reden. Wir sind der SOUVERÄN!!, verdammt nochmal, und zwar des humansten, erfolgreichsten und gerechtesten Staates auf diese Planeten.

von Mätzli - am 01.08.2013 12:06
ich kann deine argumente nachvollziehen bezüglich der demokratie, teile aber diese nur insofern, dass ich auch mit churchill einverstanden bin: lieber eine schlechte demokratie, als irgendeine andere regierungsform.

was ich nicht verstehen kann, wieso die äusserungen des autors "links" sein sollen. ich kenne manche nicht-linke personen, die sich mir gegenüber bereits ähnlich geäusert haben.

was ich gar nicht teilen kann, ist, dass die mehrheit immer recht hat. um dies zu untermauern, komme ich mit einem abgewandelten, aber im kern bereits alten beispiel: wenn in einer demokratischen abstimmung (à la schweizer system) bestimmt wird, dass eine grupe der bevölkerung (z.b. die über 70-jährigen) vom sozialsystem ausgeschlossen und in lagern zusammengeschlossen werden sollen, um geld zu sparen als gesellschaft (und die solidarität nicht zu strapazieren), kann dies nicht richtig sein, auch wenn die mehrheit so entschieden hat (ich hätte auch noch deutlichere beispiele formulieren können). in meinem verständnis gibt es grenzen, die über das system "die mehrheit hat immer recht" hinausgehen. diese grenzen sind zum teil in der bundesverfassung definiert oder durch z.b. einen gesellschaftlich-moralischen konsens definiert.

von RKB - am 01.08.2013 12:38
So ein Entscheid gegen Betagte Mitbürger würde der Souverän niemals fällen. Man darf zurecht Vertrauen in das humanitäre Fingerspitzengefühl unseres Souveräns haben. Wie geduldig und tolerant wir schon alleine mit den zweithöchsten prozentualen Ausländeranteilen europaweit umgehen, straft den Autor ja schon Lügen.

Andererseits hat der Souverän aber z.B. richtig erkannt, dass die Schweiz kein Einwanderungsland ist, und sicher nicht für kriminelle Ausländer; und zwar mit grosser Mehrheit. Wie jetzt einzelne Kreise versuchen, diesen klaren Volksentscheid auszuhebeln, ist schlicht ein Skandal. So beginnen Diktaturen.

Sag mir bitte das Land, dessen politisches System Du als das Bessere gegenüber unserem empfindest.

von Mätzli - am 01.08.2013 12:53
Ich sehe das etwas anders und würde das auch nicht auf eine Links-Rechts-Frage reduzieren (ich kann mir gut vorstellen, dass es demnächst "unanständige" Mehrheiten aus Sicht der Mitte bzw. rechts von der Mitte gibt).

Problematisch scheint mir die direkte Demokratie, wenn die Stimmbürger nicht mehr rational Handeln, sondern nur "ein Zeichen" setzen wollen (dieses Problem sehe ich bei der Minarett-Initiative, es droht aber auch bei der schädlichen 1:12-Initative. Darum ist das keine Links-Rechts-Frage).

Das Umbiegen und Abschwächen erachte ich in vielen Fällen nicht als Problem. Oft scheint mir eher das Problem, dass man für etwas bestimmtes quasi ein Sonderrecht schaffen will, dass nicht auf übergeordnetes, wohl gemerkt auch demokratisch beschlossenes Recht Rücksicht nimmt. So etwas kann meiner Meinung nach nicht funktionieren, denn im Extremfall würde aus der Demokratie eine Diktatur der Mehrheit, die die Rechte von Minderheiten einschränkt, für sich selber aber diese Rechte durchsetzt. Darum ist für mich die direkte Demokratie nur ein Element des erfolgreichen Systems Schweiz, neben anderen gleichgestellten (wohl gemerkt leben wir auch nicht in einer reinen direkten Demokratie).

Schliesslich ist es wohl auch ein Problem, dass (sinnvolle) demokratische Mittel fürs Polit-Marketing eingesetzt werden (wobei davon nicht nur Initativen betroffen sind). Zusammen mit dem "Zeichensetzen" gibt das Durchaus entscheide, die "unanständig" sind.

von Captain Sky - am 01.08.2013 12:59
Zitat
RKB
was ich gar nicht teilen kann, ist, dass die mehrheit immer recht hat. um dies zu untermauern, komme ich mit einem abgewandelten, aber im kern bereits alten beispiel: wenn in einer demokratischen abstimmung (à la schweizer system) bestimmt wird, dass eine grupe der bevölkerung (z.b. die über 70-jährigen) vom sozialsystem ausgeschlossen und in lagern zusammengeschlossen werden sollen, um geld zu sparen als gesellschaft (und die solidarität nicht zu strapazieren), kann dies nicht richtig sein, auch wenn die mehrheit so entschieden hat (ich hätte auch noch deutlichere beispiele formulieren können). in meinem verständnis gibt es grenzen, die über das system "die mehrheit hat immer recht" hinausgehen. diese grenzen sind zum teil in der bundesverfassung definiert oder durch z.b. einen gesellschaftlich-moralischen konsens definiert.

Das CH-Volk stimmt auch nicht immer so wie ich es gerne hätte. Die Linken reden oft von unanständigen Abstimmungsresultaten, wenn ihnen die Entscheidung der Mehrheit nicht passt. Wie ist denn das in Osteuropa ausgegangen, als die Linken einige Jahrzehnte das uneingeschränkte Sagen hatten?

Die Linken jammern, weil ihre z.T. nicht erwerbstätige Wählerschaft nicht noch mehr Geld von der erwerbstätigen Bevölkerung bekommt. Da könnte ich auch jammern, weil die Linken mir immer mehr Fahrverbote auferlegen wollen.

Die Grenzen der Demokratie sind dort, wo es die persönlichen Rechte sind, die andere Leute nicht tangieren sollten (Heirat, Einbürgerung, Religion). Die Minarett-Initiative hätte gar nicht durchgeführt werden sollen. Entweder dürfen keine Religionsbauten mehr erstellt werden, oder alle Religionen dürfen ihre Bauten aufstellen, vorausgesetzt bauliche Gesetze werden eingehalten.

von Rotblau - am 01.08.2013 13:18
Ob die Entscheide unanständig sind ist wie gesagt subjektiv. Wichtig ist, dass nicht alles einfach durchgebracht werden kann bzw. Grenzen vorhanden sind. Innerhalb dieser Grenzen ist ein demokratischer Mehrheitsentscheid jedoch ausnahmslos immer legitim, egal ob er rational (subjektiv), recht/richtig (subjektiv) oder anständig (subjektiv) ist.

RKBs Beispiel wird nie stattfinden, da einerseits der Souverän (wie Mätzli sagt) so was nie zulassen würde, andererseits nationale und internationale Grundrechte dies ebenfalls verhindern.

von Zuschauer - am 01.08.2013 13:52
Wenn man sich auf nationale und internationale Grundrechte beruft, muss man meiner Meinung nach auch damit leben, dass ein demokratisch legitimierter Entscheid (von Gerichten) abgeschwächt wird (was ich wie bereits geschrieben, richtig finde).

Zudem würde ich nicht nur Vertrauen in den Souverän haben. Das Frauenstimmrecht wurde in Appenzell Innerrhoden wurde entgegen dem demokratischen Entscheid eingeführt. Wie man diesen Entscheid nennen will, ist eigentlich egal, aber offensichtlich war er auch objektiv nicht rechtens.

von Captain Sky - am 01.08.2013 14:46
Genau das meine ich ja, dank der grundrechte - nennen wir es flankierende massnahmen - werden gewisse entscheide des souveräns verunmöglicht. Und das ist gut so.

von Zuschauer - am 01.08.2013 14:53
lieber mätzli

woher nimmst du und auch zuschauer (siehe sein votum in seinem beitrag: "RKBs Beispiel wird nie stattfinden, da einerseits der Souverän (wie Mätzli sagt) so was nie zulassen würde, andererseits nationale und internationale Grundrechte dies ebenfalls verhindern.") die Gewissheit, dass solch ein Entscheid nie gefällt werden wird? Ich gebe zu, solch ein entscheid ist sehr unwahrscheinlich, aber eben nicht absolut unwahrscheinlich.... und nur schon die kleinste möglichkeit, dass ein dermassen ungerechter und nicht richtiger entscheid gefällt werden kann, bedingt in meinen augen ein korrektiv für den fall der fälle. so wie ich das verstehe eben im sinne einer übergeordneten verfassung oder
zum beispiel in der gesellschaft gültigen moralischen vorstellungen....

betreffend dem hohen ausländeranteil weise ich einfach daraufhin, dass wir auch eines der strengsten einbürgerungsgesetze haben und damit ausländer "generieren", die bereits in der zweiten oder dritten generation in diesem land leben. und bei denen niemand merken würde, das es ausländer sind, wenn sie es nicht sagen würden (einige fälle in meinem persönlichen umfeld...)... ;-)

betreffend einwanderungsland für kriminelle ausländer: da widerspricht dir vermutlich beinahe niemand. in meinen augen ist aber ein entscheidender punkt: kriminell sind ein kleiner prozentsatz der ausländer und ein kleiner prozentsatz der asylsuchenden. aus diesen wird aber ein riesenproblem gemacht........ und jetzt noch ein wenig populismus; vermutlich sind bei den reichen ausländern ein grosser haufen gemäss gesetztgebung in ihren herkunftsländern auch kriminell. nur schon durch die tatsache, dass sie ihr geld in der schweiz vor dcem fiskus versteckt haben. wie gehen wir nun mit diesen kriminellen ausländern um? ;-)

:cheers:

von RKB - am 01.08.2013 23:25
Zitat
RKB

woher nimmst du und auch zuschauer (siehe sein votum in seinem beitrag: "RKBs Beispiel wird nie stattfinden, da einerseits der Souverän (wie Mätzli sagt) so was nie zulassen würde, andererseits nationale und internationale Grundrechte dies ebenfalls verhindern.") die Gewissheit, dass solch ein Entscheid nie gefällt werden wird? Ich gebe zu, solch ein entscheid ist sehr unwahrscheinlich, aber eben nicht absolut unwahrscheinlich.... und nur schon die kleinste möglichkeit, dass ein dermassen ungerechter und nicht richtiger entscheid gefällt werden kann, bedingt in meinen augen ein korrektiv für den fall der fälle. so wie ich das verstehe eben im sinne einer übergeordneten verfassung oder
zum beispiel in der gesellschaft gültigen moralischen vorstellungen....


für den von dir skizzierten unwahrscheinlichen fall (man denke daran, dass die gesellschaft immer älter wird, die meisten stimmbürger verwandte und freunde haben, die betroffen wären und letztlich die meisten von uns auch mal alt werden), dass das volk so etwas zulassen würde, sind eben grund- und menschenrechte da, die diesen entscheid korrigieren würden bzw. es könnte m.e. gar nicht zu so einer abstimmung kommen, da unzulässig.

und alles, was nicht gegen höhere gesetzte und abkommen verstösst - also, alles was im grundsatz legitim ist - soll vom stimmbürger auch bestimmt werden können. nur weil lüscher, dir, mir oder wem auch immer ein entscheid nicht passt, heisst dies nicht, dass er generell unanständig oder falsch ist.

von Zuschauer - am 02.08.2013 07:00
Lieber RKB

In der Schweiz wird man nach 15 Jahren eingebürgert, wenn man das will, und in einer kleinen Befragung nachweist, dass an sprachlich in der Lage ist, die Verantwortung als SOUVERÄN (sic !) dieses Landes wahrzunehmen. Von Leuten, die dafür 3 Generationen (60 Jahre) warten mussten weiss ich nichts.

Es ist erfreulich, dass so wenige Ausländer straffällig werden. (es sind verglichen mit Schweizern immer noch prozentual drei mal mehr). Ist es da nicht im Interesse gerade dieser integrierten Mitbürger, dass an die faulen Eier konsequent entfernt. Du glaubst es nicht, aber ich kenne einige Ausländer, die den Entscheid des Souveräns in dieser Frage absolut begrüssen, und keineswegs "unanständig" finden.

Die hypothetische Abstimmung it KZ's für Senioren widersprächen unserer Verfassung, den internationalen Menschenrechten. Würde so etwas lanciert, wäre es Zeit, auszuwandern. In meine Alter sowieso. :D

von Mätzli - am 02.08.2013 09:43
Zitat
Zuschauer
für den von dir skizzierten unwahrscheinlichen fall (man denke daran, dass die gesellschaft immer älter wird, die meisten stimmbürger verwandte und freunde haben, die betroffen wären und letztlich die meisten von uns auch mal alt werden), dass das volk so etwas zulassen würde, sind eben grund- und menschenrechte da, die diesen entscheid korrigieren würden bzw. es könnte m.e. gar nicht zu so einer abstimmung kommen, da unzulässig.


und damit sind wir doch genau im kern der diskussion: welche höheren gesetze sind das? wie sind die grund- und menschenrechte definiert? um auf den fall des minarettsverbots zu kommen: religionsfreiheit ist doch sowohl ein grundrecht in unserer verfassung und ein menschenrecht, oder? wieso ist es dann so schlimm, dass man diese abstimmung als falsch empfindet (ich rede nicht vom ergebnis [das ich auch falsch finde], ich rede "nur" von der abstimmung....)?

Zitat
Zuschauer
und alles, was nicht gegen höhere gesetzte und abkommen verstösst - also, alles was im grundsatz legitim ist - soll vom stimmbürger auch bestimmt werden können. nur weil lüscher, dir, mir oder wem auch immer ein entscheid nicht passt, heisst dies nicht, dass er generell unanständig oder falsch ist.


da bin ich mit absolut einig.

von RKB - am 02.08.2013 12:12
Zitat
Mätzli
Lieber RKB

In der Schweiz wird man nach 15 Jahren eingebürgert, wenn man das will, und in einer kleinen Befragung nachweist, dass an sprachlich in der Lage ist, die Verantwortung als SOUVERÄN (sic !) dieses Landes wahrzunehmen. Von Leuten, die dafür 3 Generationen (60 Jahre) warten mussten weiss ich nichts.


einen nicht unerheblichen aspekt hast du vergessen (der u.a. dazu führt, dass sich leute, die alle voraussetzungen erfüllen, sich nicht einbürgern lassen: mann und frau bezahlt geld dafür, dass mann und frau eingebürgert wird. und dies, obwohl diese leute in der schweiz auf die welt gekommen sind, aufgewachsen sind, unsere sprache reden, steuern zahlen, hier arbeiten, etc., etc.

ist das nicht ein wenig komisch? mir zumindest gibt das zu denken. und zwar nicht, ob diese leute spinnen, sondern ob nicht unser einbürgerungssystem falsch ist....

Zitat
Mätzli
Es ist erfreulich, dass so wenige Ausländer straffällig werden. (es sind verglichen mit Schweizern immer noch prozentual drei mal mehr). Ist es da nicht im Interesse gerade dieser integrierten Mitbürger, dass an die faulen Eier konsequent entfernt. Du glaubst es nicht, aber ich kenne einige Ausländer, die den Entscheid des Souveräns in dieser Frage absolut begrüssen, und keineswegs "unanständig" finden.


ich glaube dir das, denn ich kenne auch solche.... und meistens fallen diese auch noch unter die von mir oben erwähnten "ausländer", also eigentlich "schweizer", die nicht eingebürgert sind. und das ist ja genau, dass was ich meine: diese "ausländer" sind dermassen schweizer wie du und ich, dass sie auch unsere schlechten eigenschaften übernommen haben (nicht nur die guten.... :-) ) und trotzdem lassen wir sie nicht automatisch das schweizer bürgerrecht bekommen?

Zitat
Mätzli
Die hypothetische Abstimmung it KZ's für Senioren widersprächen unserer Verfassung, den internationalen Menschenrechten. Würde so etwas lanciert, wäre es Zeit, auszuwandern. In meine Alter sowieso. :D


siehe meine replik auf zuschauer: wieso gilt den das menschen- und grundrecht der religionsfereiheit bei der minarettinitiative nicht? oder anders gefragt: warum gelten das grundrecht und die menschenrechte manchmal und manchmal nicht? und wer bestimmt, wann dieses manchmal ist: der souverän, sprich die mehrheit? ich hoffe doch nicht, ansonsten würde sich die katze in den schwanz beissen!

von RKB - am 02.08.2013 12:19
lieber rotblau

während wir hier versuchen, eine offene diskussion sachlich zu führen, musst du dein linkes feindbild und deine ewiggleichen falschen annahmen und anschuldigungen anbringen (erwerbslose linke wähler, etc.).... ohne diese übrigens je in irgendeiner art und weise zu belegen!

wieso kannst du dich nicht auch sachlich einbringen und uns ansonsten einfach in ruhe die diskussion führen lassen?






und vermutlich willst du schon wieder antworten, im sinne: typisch linker, der keine kritik erträgt, etc.

mein tip und meine bitte: LASS ES SEIN!

von RKB - am 02.08.2013 12:21
Zitat
RKB

und damit sind wir doch genau im kern der diskussion: welche höheren gesetze sind das? wie sind die grund- und menschenrechte definiert? um auf den fall des minarettsverbots zu kommen: religionsfreiheit ist doch sowohl ein grundrecht in unserer verfassung und ein menschenrecht, oder? wieso ist es dann so schlimm, dass man diese abstimmung als falsch empfindet (ich rede nicht vom ergebnis [das ich auch falsch finde], ich rede "nur" von der abstimmung....)?


kann diesen punkt sehr gut nachvollziehen und habe mich gleiches damals auch gefragt. in konkreten fällen, wo es um die baubewilligung von minaretten ging, war es, wenn ich mich richtig erinnere, keine frage der religionsfreiheit sondern es ging viel eher um baurechtliche aspekte.

die initiative/das gesetz an und für sich muss hingegen klar das entsprechende grundrecht berücksichtigen, wobei ja auch bei grundrechten abwägungen angebracht sind, wenn mehrere berücksichtigt werden müssen und es zu konflikten kommt. ausserdem wird auch immer das öffentliche interesse gewürdigt. ich weiss echt nicht mehr, was genau damals diskutiert wurde, aber wohl kam man zum schluss, dass der kern der religionsfreiheit durch ein minarettverbot nicht tangiert ist bzw. die religion auch ohne minarett gelebt und deren rituale ausgeübt werden können. hier gibt es sicherlich kontroverse meinungen aber für so was gibt es ja glücklicherweise weitere gerichtsinstanzen.

mich persönlich stören minarette nicht, viel eher habe ich mühe mit der islamischen paralellgesellschaft, die zweifellos existiert. nur sind das keine probleme, welche durch verbot von minaretten gelöst werden können.

trotz allem bin ich der ansicht, dass wir in der schweiz bezüglich religionsfreiheit ein extrem hohes niveau haben, minarettverbot hin oder her. da gibt es viele länder, wo die problematik akuter ist, weshalb die minarettdiskussion in meinen augen ein absolutes luxusproblem ist.

von Zuschauer - am 02.08.2013 12:52
Zitat
RKB
und vermutlich willst du schon wieder antworten, im sinne: typisch linker, der keine kritik erträgt, etc.

Genau so ist es.

von Rotblau - am 02.08.2013 14:56
Ich muss auch immer wieder für eine abgelaufenen Pässe und ID's bezahlen; und nicht zu knapp. Auch ich bin hier geboren und aufgewachsen, und zahle Steuern. :D

Wer Schweizer werden will, für mich ein Privileg, der sollte halt schon ein bisschen Kohle lockermachen. Der Souverän will es so.

Es gibt viele Dinge, die der Souverän beschlossen hat, die mir absolut gegen den Strich gehen. Trotzdem bin ich weit entfernt, das System in Frage zu stellen. Ich füge mich als Demokrat.

von Mätzli - am 02.08.2013 15:11
Der Souverän ist ja häufig das Korrektiv, für Dinge, welche im Parlamentarismus nicht realisiert wurden, wie es sein müsste. Das heisst aber nicht, dass grundsätzlich keine gute Politik gemacht würde in der Gesamtheit. Wir haben einen extrem hohen Lebensstandard, immer noch ein sicheres Land, und sozial ein extrem starkes Netz.
Ich finde diese Balance in der Schweiz ganz gut so. Nicht zuletzt erhalten wir auch von Nicht Schweizern viele Komplimente dafür.
In manchen Ländern, wo es nunmal objektiv nicht funktioniert mit Politik/Mitsprache und der Ökonomie, diskutiert man nun über direkte Demokratieformen.
Gerade beim 1. August Fest sagte mir ein Südafrikaner: WTF kriegt ihr es nicht auf die Reihe, dass hier nigerianische Koks-Dealer sich lustig über den Staat machen und dazu das Asylrecht missbrauchen. Das verstehe ich auch nicht. Wir haben soviele gute Ausländer hier, welche den Wohlstand mit ihrer Intelligenz und ihrem Einsatz mitprägen, weshalb gelingt es uns nicht (mehr), die Linie zu ziehen zwischen denjenigen, die dem Land etwas bringen und jenen, die hier zum Schmarotzen rein kommen?
Der Anteil der delinquenten Ausländern ist eine Minorität, aber bei den Asylbewerbern ist er extrem hoch: Zumal eine Dunkelziffer die genauen Werte verunmöglicht. Ich sehe jeden Tag schwarze Dealer in Rheinnähe, wenngleich die Polizei Präsenz zeigt.
Es gibt noch manche Illusionisten, welche meinen, mit Wegschauen wäre das Problem gelöst oder soziologische Erklärungsversuche ('Armut') würden der Sache dienen.
Ich bin in der Summe überzeugt, dass es vor allem den anständigen Ausländern nützt, dass wir bei Delinquenz / Drogendeals Konsequenz zeigen. Im Fussball heisst es 'Sonntagsspieler', hier sinds halt die notorischen Gutmenschen ohne Bodenkontakt, welche den nachhaltigen Erfolg verunmöglichen. OK, das war jetzt etwas ausgeholt.

von Spitzkick - am 03.08.2013 10:49
Zitat

trotz allem bin ich der ansicht, dass wir in der schweiz bezüglich religionsfreiheit ein extrem hohes niveau haben, minarettverbot hin oder her. da gibt es viele länder, wo die problematik akuter ist, weshalb die minarettdiskussion in meinen augen ein absolutes luxusproblem ist.


Im Vergleich zu einem Grossteil der Länder hat die Schweiz praktisch nur Luxusprobleme ;)
Trotzdem oder gerade darum sollte man schauen, dass es nicht schlechter wird, sondern "sehr gut" bleibt.

von Captain Sky - am 05.08.2013 19:23
Die Frage ist, ob es sinnvoll ist, alle Luxusprobleme beheben zu wollen oder die Kraft nicht eher in die durhaus auch zur Genüge vorhandenen echten Probleme zu stecken ist. Ich bin klar für letzteres.

von Zuschauer - am 06.08.2013 08:01
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.