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Red Blue Devils Poeten Forum
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Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Zuschauer, Captain Sky, Fanti, Tuborg, Rotblau, Tschum

Licht und Schatten

Startbeitrag von Tschum am 02.10.2015 15:40

Die Pfiffe beim Spiel gegen Lech Posen geben Gelegenheit, über den FCB unter dem neuen Trainerteam nachzudenken.

Einerseits natürlich: Toller Start in die Saison, tolle Punktzahl, toller Rang und toll, dass wir in der Europa-League zwei Siegen eingefahren haben. Schön auch die ehrlichen Aussagen von Fischer und der Eindruck, dass die Spieler trotz des grossen Kaders und der vielen Wechsel zufrieden scheinen und zumindest gegen aussen keine Konflikte sichtbar sind. Kein Bluff, keine Aufschneiderei, kein Theater an der Seitenlinie: Alles sehr befriedigend.

Anderseits: Profifussball ist ein Zuschauersport, er wird für die ZuschauerInnen gemacht und lebt von den ZuschauerInnen. Und es zeigen sich ganz leise Anzeichen von Langeweile.

Böswillig kann man sagen, dass der Sicherheitsfussball wieder zu dominieren beginnt. Etwas netter kann man sagen, dass die Mannschaft "abgeklärt" spielt und auch ohne zu brillieren gewinnt. Aber zählt wirklich nur oder vor allem das Resultat, wie Fischer letzthin angedeutet hat?

Der Grundsatz, an einem Spielsystem festzuhalten (mit ganz wenigen Varianten) und die Spieler (nach Möglichkeit) nur an ihrem bevorzugten Platz einzusetzen, bringt rasch Stabilität, aber neue Seiten von Spielern zu sehen, zu beobachten, ob sie sich mit einer neuen Aufgabe auch bewähren, ob neue Qualitäten sichtbar werden, macht den Reiz für die ZuschauerInnen aus. Da hat uns Sousas Team mehr geboten als das von Fischer.

Für die ZuschauerInnen ist es auch attraktiv, neue Spieler zu sehen, die neuen Schwung bringen (aber natürlich auch das Risiko von Ausrutschern). Seit Sommer haben wir auch wirklich ein paar Neue gesehen, aber wir kennen sie jetzt. Ich verstehe nicht ganz, warum die Nachwuchsspieler so selten eingesetzt werden (Ajeti, Huser), warum Kakitani (der nicht wirklich zuverlässig stark spielt, aber immer eine Attraktion ist) nicht häufiger eingesetzt wird. Auch Spielerwechsel vor dem Ende der Partie wären attraktiv. Es fehlt mir schon ein bisschen die Abwechslung, der Kitzel, die Befriedigung meiner Neugier.

Ich habe noch längst kein Urteil über Fischers Team und ich möchte schon gar nicht Sousa gegen Fischer ausspielen, aber ich sehe leise leise Gefahr heraufkommen. Die viel beschworene Bodenständigkeit hat viele Vorteile, sie darf aber nicht zur Behäbigkeit werden und auf keinen Fall zur Langeweile. Der FCB lebt von den hohen ZuschauerInnen-Zahlen, und die brauchen Attraktivität, Spektakel, nicht nur Erfolg. Der Vorstand ist sich dessen bewusst und engagiert entsprechende Spieler. Das Trainerteam muss aufpassen, dass es diesem Faktor genug Gewicht gibt.

Es wird spannend zu beobachten, in welche Richtung sich der FCB unter Fischer in nächster Zeit entwickelt.

Antworten:

Ich mag da eigentlich nur Eins hineininterpretieren. Wer Gestern Abend gepfiffen hat, ist ein Idiot und tut jedem Fussballfan mit einem Minimum an Interresse und Sachverstand für das Spiel einen Gefallen, indem er nächstes Mal bitteschön zuhause bleibt.

von Tuborg - am 02.10.2015 17:19
Grundsätzlich haben wir wenig Gründe zum Klagen.

Wo ich Fischer nicht restlos verstehe, ist bei der bereits angesprochenen Wechseltaktik. Der FCB hat die beste Bank, trotzdem kommen davon selten Impulse. Tendenziell wird meiner Meinung nach zu spät gewechselt. Gewisse Wechsel verstehe ich gar nicht (z. B. die Einwechslung von Kuzmanovic gegen Thun in der 82. Minute beim Stand von 3:1, vor seiner Verletzung.

Zudem überzeugt mich Fischer auch noch nicht beim Fördern der jungen Spieler. Dass Basel angesichts des breiten Kaders vor allem auf bestandene Kräfte setzt, überrascht mich nicht. Aber das in Cup-Spielen gegen Unterklassige solche Spieler und nicht Junioren eingewechselt werden, verstehe ich nicht. Ebenso dürfte Ajeti meiner Meinung nach mehr Spielen (im bereits erwähnten Thun-Spiel wurde er z.B. erst sehr spät eingewechselt). Und ob Aliji regelmässig spielt oder ob nun Lang vor allem LV spielt, muss sich auch noch zeigen (ich würde Lang auf rechts, Aliji auf Links bevorzugen).

Mindestens ein kleines Fragezeichen habe ich noch bei der (gefühlt gestiegenen) Verletzungsanfälligkeit der Spieler.

Mehr Kritikpunkte sehe ich aktuell nicht. Dass die Spiele selten ein Spektakel sind und in der Offensive noch viel Luft nach oben ist, ist allerdings klar. Fischer betont ja selber, dass er das Offensivspiel noch verbessern möchte, was aber aufgrund des engen Terminplans kaum möglich ist. Das dauert also wohl noch bis zum Winter. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass Basel stets das Spiel machen will. Dies allerdings nicht immer gleich dynamisch umgesetzt wird.

von Captain Sky - am 03.10.2015 15:45
Wenn mehr als 1000 Verein eine Meisterschaft unter sich ausmachen, ist es logisch, dass gewisse Verein an der Spitze sind und andere irgendwo in den unteren Ligen. Auch normal ist, dass sich die Öffentlichkeit für diejenigen Vereine interessiert, die oben sind, egal wie ansehnlich der Fussball ist.

Mich nervt einfach gewaltig, dass der FCB noch und noch freiwillig auf Konterchancen verzichtet und stattdessen quer und rückwärts gespielt wird. Das hat nichts mit Sicherheit zu tun, sondern mit Unlust oder mit Schonung für kommende Aufgaben. Fussball ist aktiv und passiv geiler als andere Mannschaftssportarten, aber wenn auch dann quer und rückwärts gespielt wird, wenn sich die Möglichkeit zur Offensive bietet, dann wird Fussball langweilig. Das sollte Urs Fischer abstellen.

von Rotblau - am 03.10.2015 17:21
die luxusprobleme eines erfolgsverwöhnten publikums.

ich wünsche euch, dass ihr wieder einmal einen gegner bekommt, der euch das leben bis zur letzten runde schwer macht.

von Zuschauer - am 04.10.2015 08:01
Zitat

die luxusprobleme eines erfolgsverwöhnten publikums.


...oder Rächtfertigung fir's Gepfyffe vom letschte Donnschtig? ;-)


Zitat

ich wünsche euch, dass ihr wieder einmal einen gegner bekommt, der euch das leben bis zur letzten runde schwer macht.


YB zemänd doch no?!?

von Fanti - am 04.10.2015 12:43
Zitat
Fanti
Zitat

die luxusprobleme eines erfolgsverwöhnten publikums.


...oder Rächtfertigung fir's Gepfyffe vom letschte Donnschtig? ;-)


Zitat

ich wünsche euch, dass ihr wieder einmal einen gegner bekommt, der euch das leben bis zur letzten runde schwer macht.


YB zemänd doch no?!?


naja, wenn bis jetzt eis einzigs spiel verlore hesch i dere do nümm ganz so junge saison und souverän au d'EL-tabelle afüehrsch und dennoch pfiffe wird, isch das ellei scho zeiche gnueg, dass ihr erfolgsverwöhnt bzw. gsättiged sind. isch mer übrigens au ufgfalle, woni im sept. noch mehrere johre wieder mol im joggeli gsi bin. das selbstverständnis, wie me mit siege umgoht, isch enorm. s füür isch au scho grösser gsi bi eu, trotz nur chlinem fcsg als gegner. zum glück hend üsi jungs betreffend füür chli nochegholfe ;)

yb isch sicher de klub, wo am ehnschte s potenzial het, eu usezfrodere und jetzt gsehts mitem dölf h. mol gar nöd so schlecht us. ob das ganze nochhaltig isch, wird sich zeige. aber uf eues niveau werdeds dennoch nie cho. de titel isch au die saison scho längschtens vergeh. wenns druf a chunnt, mached ihr de sack zue. und nöd zletscht: yb isch yb - questions? :D

von Zuschauer - am 05.10.2015 06:51
Ych glaub scho au dass es bi uns vor allem e Sach vo dr Yystellig isch, im Momänt kemme si ewäng "pomaadig" derhär. Aber wieder e Zagge zueleege wenn's syy muess isch au nit immer aifach. In dr Vergangehait isch es zwor amme glunge, doch z vyyl "Nonchallence" kennt au emool ins Aug goo.

Bi no gspannt wie YB resp. dr Adi dermit umgoot wenn si emool verliere. Mit em Uli hänn si au scho saggstarggi Phasene ghaa mit vyyle Sieg hinderand, und noch em eerschte Negativ-Erlääbnis noch relativ langer Zyt isch es uffsmool verbyy gsii mit dr Herrgligkait.

von Fanti - am 05.10.2015 08:07
Wenn es dir um die Pfiffe geht, hast du sicher recht. Das ist das Publikum extrem erfolgsverwöhnt. Ich ärgere mich teilweise massiv an den Spielen: Da wird bei einer Führung vom FCB über einen Rückpass so geflucht, als hätte einer die entscheidende Torchance vergeben. Wenn man die Kommentare rund um einen herum hört, könnte man den Eindruck bekommen, Basel sei seit sechs Jahren ohne Titel. Ich frage mich immer wieder, wieso solche Leute überhaupt an Spiele gehen, "Spass" scheint es ihnen ja nicht zu machen...

Ansonsten glaube ich auch, das Basel noch einen Zacken zulegen kann, sobald der Druck steigt.

von Captain Sky - am 05.10.2015 11:21
genau das meine ich. wenns drauf ankommt, kann basel national immer einen zacken zulegen. man dominiert die liga seit jahren, wenn nicht etwas unerwartetes geschieht, wird man 10 titel aneinander reihen. ich wage gar mal die prognose, dass basel in den nächsten 5-8 jahren die EL gewinnt. und dennoch wird gepfiffen, wenn man die poser, die man notabene schon zweimal geschlagen hat, nicht mit einem stängeli heimschickt.

das andere ist der punkt mit den emotionen: habe - zumindest im familycorner - das publikum in basel selten so freud- und emotionslos erlebt. ein sieg - und wenn nur gegen das kleine st. gallen - ist das selbstverständlichste, was es gibt. ein haken drunter und gut ist. tor? yes, bravo, brav klatschen. ekstase? fehl am platz.

und genau drum bin ich nicht neidisch auf den fcb, ob ihrs glaubt oder nicht. klar, einmal wieder einen titel gewinnen wäre schon huere geil. aber ich schrei mir lieber nach jedem tor, das wir machen (geschieht ja selten genug ;) ) die seele aus dem leib, als dass ich sattsam werde.

von Zuschauer - am 05.10.2015 12:37
Für mich ist es zuerst einmal ein grundsätzlicher Unterschied, ob man sich nicht mehr gleich emotional freut oder ob man sogar bei einem gewonnenen Spiel seinem "Frust" freien Lauf lässt. Mit ersterem kann ich gut leben. Der FCB ist insgesamt eine so gute und spannende "Sache" geworden, da ist eine "Grundfreude" 24/7 vorhanden (das ist vielleicht schwer zu verstehen, aber wenn ich an den FCB denke, bin ich einfach zufrieden und freue mich, auf das, was da noch kommen mag).

Ich glaube zudem, dass man in Basel auch mit anderen Dingen weniger emotional umgeht. Z. B. der Transfer von Derlis Gonzales diesen Sommer: Früher hätte wohl noch zu heissen Diskussionen geführt. Heute nimmt man den mit einem Schulterzucken zur Kenntnis.

Das der FCB die EuroLeague gewinnt, glaube ich nicht. Da gibt es zu viele Vereine aus Deutschland, England, Italien oder Spanien, die aufgrund einer schlechten Saison dort mitspielen, aber eigentlich höhere Ambitionen haben (wie dieses Jahr Dortmund). Zudem werden die englischen Vereine wohl mittelfristig dank den TV-Milliarden massiv zulegen.

von Captain Sky - am 05.10.2015 14:47
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