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Red Blue Devils Poeten Forum
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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
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Faninho, Betty Bossi

Stürmer (aus www.welt.de)

Startbeitrag von Betty Bossi am 19.09.2002 11:25

Das Lied vom Stürmer
Kommentar
Von Knud-Philip Roettger
Um von den Schattenseiten eines Berufes zu erfahren, der gerade in Zeiten der Champions League oder des Uefa-Cups einer besonderen Prüfunf unterliegt, reicht ein kurzer Blick auf diese Seite. Und ach, was kann man dem Stürmer sagen, der in diesen Tagen nicht traf, obwohl er doch sollte, einem wie Koller in Dortmund zum Beispiel oder Luizao bei Hertha. Nun, vielleicht dies: Das ist der Preis, lieber Stürmer, den du zahlst für den Anspruch auf Ewigkeit.

Gehen wir doch einmal kurz in die Vergangenheit. Wer an die letzte große Show des Fußballs zurückdenkt, die WM, und dabei neben Oliver Kahn die Höhepunkte sieht, der sieht doch vor allem: Ronaldo. Der ist Stürmer. Oder Klose. Auch Stürmer. Und natürlich Ballack. Offiziell Mittelfeld, inoffiziell Stürmer.

In der Rangliste der Erinnerungen stehen sie immer oben.

WM 1974. Müller. Stürmer.

WM 1978. Kempes. Stürmer.

EM 1980 (nur weil es so schön für uns war): Hrubesch. Stürmer. Und Ungeheuer.

WM 1982 (das war für uns nicht so schön): Rossi. Stürmer. Unvergessene X-Beine.

WM 1986. (dito): Valdano und Maradona.

WM 1990. Matthäus. Okay, eine Ausnahme, aber es war auch sein Sturmlauf gegen Jugoslawien, das Wundertor, wie es hieß, der das Signal setzte für die Wochen des Rausches.

WM 1994. Romario. Stürmer.

EM 1996. Bierhoff. Golden Goal.

WM 1998. Ein kranker Ronaldo, dafür Zidane.

Der Torjäger, einigen wir uns so, ist der Spieler, dessen Wirken am Stärksten in die Zukunft hineinreicht, seine Tore sind das Maß aller Dinge, und manchmal reicht ja schon eine winzige Sekunde, ein Fuß, ein Schritt - und aus dem Bruchteil der Zeit wird ein stolzer Moment, der für immer bleibt.

Betrachtet man nun die Champions League als größte Fußball-Bühne Europas und bliebe man in diesem Bild, so könnte man vielleicht sagen: Mit dem Stürmer verhält es sich doch immer auch ein wenig wie mit dem Sänger einer Band. Er ist es, der das Spiel am Ende klingen lässt. Er ist der Mann im Licht. Und ist die Darbietung im Hintergrund dabei auch noch so gut aufeinander abgestimmt - allein die Tore bestimmen am Ende die Melodie einer Mannschaft. Was dabei allerdings niemals zieht, sind Ausreden: "Ja, aber bei den Proben trifft er die Töne, das braucht Zeit..." Undankbar, gewiss. Aber eben der Preis, wenn man alles will. Und übrigens: Das Beispiel Fredi Bobic - in Stuttgart groß geworden, in Dortmund klein - zeigt in diesem Zusammenhang, dass manchmal auch kleine Bühnen reichen dürfen.

Antworten:

WM 2006 GIMENEZ + ROSSI FÜR ARGENTINIEN :D



von Faninho - am 19.09.2002 11:52
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