Viel Arbeit für den Verband ...

Startbeitrag von Betty Bossi am 02.12.2002 23:34

2. Dezember 2002, 21:46, NZZ Online


Edmond Isoz: «Alles ist denkbar»

Der Direktor der Fussball-NL nimmt Stellung zu drängenden Fragen
Die Fussball-Nationalliga weiss nicht, wo ihr der Kopf steht. Zu den finanziellen Schwierigkeiten vieler Klubs gesellt sich die Geschichte des FC Wil. Und als ob dies nicht genug wäre, gibt es seit Sonntag die Problematik um den FC Basel sowie dessen «Fans». Im Gespräch mit der NZZ nimmt der Direktor der Nationalliga, Edmond Isoz, Stellung.


Mit welcher Strafe muss der FC Basel nach den Vorfällen am Sonntag rechnen, und wann wird das Verdikt ausgesprochen?

Der Strafenkatalog reicht von einer Busse bis zur Stadionsperre. Dass die Mannschaft künftig die eine oder andere Partie im St.-Jakob-Park unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen muss, ist unwahrscheinlich. Denn damit bestraft man auch die Fans des Gastklubs. Diese Massnahme kommt bei einem Wiederholungsspiel zur Anwendung. Die für diesen Fall zuständigen Experten der Disziplinarkommission haben wegen der Winterpause fast drei Monate Zeit, um das Urteil zu fällen. Zu berücksichtigen ist, dass der Klub das Recht auf Rekurs hat.

Wie geht's weiter im Fall des FC Wil?

Hier ist der Spielraum gross. Grundsätzlich hat der Klub die Lizenz für die gesamte Saison erhalten. Doch die Lizenzkommission wird nun prüfen, ob die Wirtschaftlichkeit bis Ende Saison gewährleistet ist. Stellt sich zudem heraus, dass falsche Dokumente vorgelegt worden sind, hat der Klub mit dem Abzug von bis zu zwölf Punkten zu rechnen. Dies könnte bedeuten, dass der FC Wil unter den Trennstrich fällt und - je nach Ausgang der Runde vom kommenden Sonntag - entweder der FC Luzern oder der FC St. Gallen nachrücken wird. Ein weiteres Szenario könnte sein: Aus Geldmangel kann die Beleuchtung im Bergholz nicht fertiggestellt werden, was Wil zwingen würde, beispielsweise in St. Gallen zu spielen. Doch auch dies dürfte mit zusätzlichen Kosten verbunden sein. Und von dieser Warte aus betrachtet, könnten die Verantwortlichen in Wil auf die Teilnahme an der Finalrunde freiwillig verzichten. Alles ist denkbar.

Wenn es den FC Aarau nach dem 19. Dezember nicht mehr gibt, wer rückt in der Auf-/Abstiegsrunde nach?

Die Reglemente sind hier eindeutig: der Fünfte der Nationalliga-B-Meisterschaft.

Xamax wartet weiterhin auf das Geld des angeblichen Investors aus Italien. Was, wenn auch in Neuenburg der Vorhang fällt?

Xamax hat bisher die Löhne stets pünktlich bezahlt. Bis Ende Saison sehe ich keine Gefahr eines Kollapses. Weit schwieriger dürfte es für den Klub hingegen sein, die Anforderungen für die nächste Spielzeit zu erfüllen.

Wenn sich der FC Vaduz in der Auf-/Abstiegsrunde in den zwei ersten Rängen klassiert, kann er dann aufsteigen oder nicht?

Nationalliga-Präsident Kurz schloss dies vor kurzem noch aus; andere Stimmen in der Nationalliga sind hier gegenteiliger Meinung. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich diese Frage unmöglich beantworten.

Gibt es noch andere Kandidaten, denen eventuell die Teilnahme an der Zehnerliga verwehrt bleibt?

Die Situation ist äusserst verworren. Denn es gilt zu beachten, dass sich beispielsweise der FC Lugano noch im Prozess des Nachlassverfahrens befindet - wie übrigens auch Lausanne-Sports. In Sitten scheint der Klub hingegen wieder auf die Füsse zu kommen, und im Fall eines Aufstiegs wäre es sicherlich keine unlösbare Aufgabe, das Stadion auf den geforderten Standard zu bringen. Der FC Aarau sowie der FC Luzern hätten diesbezüglich mehr Mühe. Der SC Kriens müsste im Fall einer Promotion gar in einem andern Stadion spielen, und auch die Arena in Yverdon entspricht den Anforderungen der höchsten Klasse überhaupt nicht. Besser steht der FC Thun da. Er ist im Besitze einer behördlichen Sicherheit, dass das Stadion entsprechend ausgebaut wird. Man sieht, vieles ist in der Schwebe. Fällt ein Klub aus dem Raster, rückt der nächste oder übernächste nach - und auch dieses Manöver hat sofort wieder Folgen. Es ist eine Kettenreaktion mit ungewissem Ausgang.

Weil im Frühling kein Verein der B-Klasse absteigen kann, kommt es hier zu einem Wettbewerb, der eigentlich gar keiner ist. Demzufolge dürften die Fans diesen Partien weitgehend fernbleiben. Werden die Klubs wenigstens von der Nationalliga in irgendeiner Form entschädigt?

Wir haben anlässlich der Modusänderung über diese Konstellation lange beraten und viele Vorschläge - auch Play-off-Partien mit den besten Erstligaklubs -unterbreitet. Doch niemand konnte sich dafür begeistern, und nun tragen die B-Klubs halt die Verantwortung für das Desinteresse. Trotzdem steht fest: Wir werden einen finanziellen Anreiz schaffen und pro Sieg eine bestimmte Summe bezahlen. Wie hoch diese sein wird, kann ich heute allerdings nicht sagen.

Der Strafenkatalog reicht von einer Busse bis zur Stadionsperre. Dass die Mannschaft künftig die eine oder andere Partie im St.-Jakob-Park unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen muss, ist unwahrscheinlich. Denn damit bestraft man auch die Fans des Gastklubs. Diese Massnahme kommt bei einem Wiederholungsspiel zur Anwendung. Die für diesen Fall zuständigen Experten der Disziplinarkommission haben wegen der Winterpause fast drei Monate Zeit, um das Urteil zu fällen. Zu berücksichtigen ist, dass der Klub das Recht auf Rekurs hat.

Wie geht's weiter im Fall des FC Wil?

Hier ist der Spielraum gross. Grundsätzlich hat der Klub die Lizenz für die gesamte Saison erhalten. Doch die Lizenzkommission wird nun prüfen, ob die Wirtschaftlichkeit bis Ende Saison gewährleistet ist. Stellt sich zudem heraus, dass falsche Dokumente vorgelegt worden sind, hat der Klub mit dem Abzug von bis zu zwölf Punkten zu rechnen. Dies könnte bedeuten, dass der FC Wil unter den Trennstrich fällt und - je nach Ausgang der Runde vom kommenden Sonntag - entweder der FC Luzern oder der FC St. Gallen nachrücken wird. Ein weiteres Szenario könnte sein: Aus Geldmangel kann die Beleuchtung im Bergholz nicht fertiggestellt werden, was Wil zwingen würde, beispielsweise in St. Gallen zu spielen. Doch auch dies dürfte mit zusätzlichen Kosten verbunden sein. Und von dieser Warte aus betrachtet, könnten die Verantwortlichen in Wil auf die Teilnahme an der Finalrunde freiwillig verzichten. Alles ist denkbar.

Wenn es den FC Aarau nach dem 19. Dezember nicht mehr gibt, wer rückt in der Auf-/Abstiegsrunde nach?

Die Reglemente sind hier eindeutig: der Fünfte der Nationalliga-B-Meisterschaft.

Xamax wartet weiterhin auf das Geld des angeblichen Investors aus Italien. Was, wenn auch in Neuenburg der Vorhang fällt?

Xamax hat bisher die Löhne stets pünktlich bezahlt. Bis Ende Saison sehe ich keine Gefahr eines Kollapses. Weit schwieriger dürfte es für den Klub hingegen sein, die Anforderungen für die nächste Spielzeit zu erfüllen.

Wenn sich der FC Vaduz in der Auf-/Abstiegsrunde in den zwei ersten Rängen klassiert, kann er dann aufsteigen oder nicht?

Nationalliga-Präsident Kurz schloss dies vor kurzem noch aus; andere Stimmen in der Nationalliga sind hier gegenteiliger Meinung. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich diese Frage unmöglich beantworten.

Gibt es noch andere Kandidaten, denen eventuell die Teilnahme an der Zehnerliga verwehrt bleibt?

Die Situation ist äusserst verworren. Denn es gilt zu beachten, dass sich beispielsweise der FC Lugano noch im Prozess des Nachlassverfahrens befindet - wie übrigens auch Lausanne-Sports. In Sitten scheint der Klub hingegen wieder auf die Füsse zu kommen, und im Fall eines Aufstiegs wäre es sicherlich keine unlösbare Aufgabe, das Stadion auf den geforderten Standard zu bringen. Der FC Aarau sowie der FC Luzern hätten diesbezüglich mehr Mühe. Der SC Kriens müsste im Fall einer Promotion gar in einem andern Stadion spielen, und auch die Arena in Yverdon entspricht den Anforderungen der höchsten Klasse überhaupt nicht. Besser steht der FC Thun da. Er ist im Besitze einer behördlichen Sicherheit, dass das Stadion entsprechend ausgebaut wird. Man sieht, vieles ist in der Schwebe. Fällt ein Klub aus dem Raster, rückt der nächste oder übernächste nach - und auch dieses Manöver hat sofort wieder Folgen. Es ist eine Kettenreaktion mit ungewissem Ausgang.

Weil im Frühling kein Verein der B-Klasse absteigen kann, kommt es hier zu einem Wettbewerb, der eigentlich gar keiner ist. Demzufolge dürften die Fans diesen Partien weitgehend fernbleiben. Werden die Klubs wenigstens von der Nationalliga in irgendeiner Form entschädigt?

Wir haben anlässlich der Modusänderung über diese Konstellation lange beraten und viele Vorschläge - auch Play-off-Partien mit den besten Erstligaklubs -unterbreitet. Doch niemand konnte sich dafür begeistern, und nun tragen die B-Klubs halt die Verantwortung für das Desinteresse. Trotzdem steht fest: Wir werden einen finanziellen Anreiz schaffen und pro Sieg eine bestimmte Summe bezahlen. Wie hoch diese sein wird, kann ich heute allerdings nicht sagen.

Rolf Wesbonk

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.