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Red Blue Devils Poeten Forum
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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Betty Bossi

Bahrain ....

Startbeitrag von Betty Bossi am 31.12.2002 00:09

Quelle:
[www.welt.de]
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Dank „Hello Sidka“ schwärmt auch die Königstochter von Fußball
Wenn es noch eines Beweises bedurfte, hat ihn Wolfgang Sidka dieser Tage erbracht

von Rainer Hennies

Kuwait City - Mit ihm als Trainer erreichte die Nationalmannschaft des Bahrain das Finale der alle vier Jahre ausgetragenen Arabien-Meisterschaft in Kuwait City gegen Titelverteidiger Saudi-Arabien. Die zwei Jahre im kleinen Königreich am arabischen Golf haben Sidka geprägt: Als Trainer feierte der 48-Jährige einen Erfolg nach dem anderen. Nie waren die Fußballer von der Golfinsel etwa in einer WM-Qualifikation erfolgreicher – beinahe hätte es geklappt mit der WM 2002. Stürmer Sadi Aamer wurde „Fußballer des Monats“, das Team zwei Mal „Mannschaft des Monats“ und Sidka selbst „Trainer des Monats“ in Asien. Wo andere geheuert und gefeuert werden, sitzt der frühere Bremer fester im Sattel als je zuvor.


Im Sommer hatte Sidka seinen Vertrag bis Oktober 2003 verlängert – nicht zuletzt, weil die Scheichs mächtig draufgepackt haben im Steuerparadies, was einen gewissen Luxus erlaubt: Umzug aus seiner Wohnung in Juffair nach Budaiya ins Viertel mit den uneinsehbaren Villen, während Ehefrau und Töchter daheim in Oberneuland blieben, neuer Geländewagen statt gebrauchtem Golf. Gern lädt Sidka nun zum erfrischenden Wodka-Cocktail mit frischer Minze ins „Trader’s Vic“ im noblen „Royal Meridien“, wo das kleine Königreich vornehmlich Staatsgäste einquartiert.


Ja, er ist berühmt. Auf den Straßen grüßen sie den Trainer stolz in freundlichem Englisch mit „Hello Sidka“. An den ungewöhnlichen Gruß selbst im Berufs- und Freundeskreis hat er sich inzwischen gewöhnt. „Hier bin ich eben der Sidka und nicht der Wolfgang.“


Dank seiner Arbeit sind die Fußballspieler wieder Vorbilder. Die in ihrer Schulmannschaft kickende Tochter des Königs sagt: „Das Nationalteam ist unser ganzer Stolz. Es hat in diesem Jahr dem Rest der Welt gezeigt, was wir können, und wo unser Land auf der Weltkarte liegt.“ Für Noora Al Khalifa sind die Spieler „nationale Helden“.


Anfang Dezember erst haben die Sidka beim eigenen Vier-Nationen-Turnier mit dem 2:2 gegen China fast einen Traum erfüllt. Sidka kann es noch heute nicht glauben, „dass wir 600 000 Menschen beinahe gegen 1,3 Milliarden Chinesen gewinnen“. Seine Mannschaft hatte 2:1 geführt, die Zwerge gegen die Riesen, ganz im Sinne von Fräulein Khalifa. So lief es auch bei der Arabien-Meisterschaft, im Halbfinale am Wochenende etwa zwangen die Bahraini nach einem Pausenrückstand den Gegner aus Jordanien mit dem entscheidenden Treffer in der 89. Minute noch in die Knie – 2:1. Zu Hause in Manama war da die Hölle los: Autokorsi auf den Straßen, tanzende Menschen schwenkten rotweiße Fahnen und zogen die Independence Street hoch und wieder runter.


Artikel erschienen am 31. Dez 2002

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