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Red Blue Devils Poeten Forum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Mätzli, Betty Bossi, Walti usm Wallis, Rotblau

Napoli ...

Startbeitrag von Betty Bossi am 10.04.2003 12:09

NEAPELS NIEDERGANG

‘Das einstige Fussballwunder S. S. Napoli befindet sich am Rande des finanziellen Ruins und des sportlichen Untergangs’, berichtet Peter Hartmann (NZZaS 6.4.) in einem wunderbaren Artikel. ‘Im fernen Rom hat sich der Schriftsteller und Philosoph Luciano De Crescenzo, der das neapolitanische Fussballwunder zu heiter-lakonischen Geschichten um Diego Maradona verdichtete, mit dem Verfallszustand abgefunden: Im Corriere della Sera stellte er sein ironisches Lamento unter den Titel 'Gesucht wird ein Millionaer (auch Gebrauchtversion) fuer Napoli’. Aber er hatte der verklaerenden Fussballfolklore, die voruebergehend das Klischee der Volksliedseligkeit von ‘O Sole mio’ abloeste, schon damals misstraut. ‘Diese Fussballbegeisterung wirkt wie eine Kopfwehpille - einige Stunden. Neapels Kreuz ist, wie im ganzen Sueden Italiens, die Kriminalitaet, dieser Staat im Staat mit eigenen Gesetzen, mit eigenem Verhaltenskodex, dem sich auch nichtkriminelle Bereiche unterordnen. Es genuegt nicht, einfach Geld nach Neapel zu pumpen.’ Der 17. Maerz 1991 war der Tag, als Diego Armando Maradona aus seiner verbunkerten Betonvilla in Posillipo verschwand. Nach dem Spiel Napoli - Bari war er als Kokainkonsument entlarvt worden. Seither ist er nie zurueckgekehrt, und die Nummer 10 wird in Neapel nicht mehr vergeben. Die Heiligenbildchen mit dem schwarzen Wuschelkopf in den Schaufenstern zwischen der Piazza dei Martiri und den kleinen Laeden von Spaccanapoli sind laengst vergilbt, aber vielleicht bringt es noch mehr Unglueck, wenn sie jemand entfernt. Zu den Andenken, die er hinterliess, gehoert auch der mittlerweile 17-jaehrige Diego Armando Maradona jr. Der Sohn aus einer Liaison mit der Friseuse Cristina Sinagra, spielt mit dem Napoli-Nachwuchs. Ein weiteres Andenken: eine Steuerschuld von 28 Millionen Euro, von der ihn eine Sympathisantengruppe bestehend aus 130 einheimischen Anwaelten und Treuhaendern unter Honorarverzicht zu entlasten sucht. Alle Wunder sind in dieser Stadt moeglich, die Meistertitel mit Maradona 1987 und 1990, das Blut von San Gennaro, das zuverlaessig am Namenstag in die Ampulle in der Hand des Erzbischofs rinnt, und am letzten Montag tauchten im Stadio San Paolo aus dem Nichts 65.000 Zuschauer zum Match gegen Vicenza auf. Manche fuerchteten, dies koennte das letzte Spiel gewesen sein, denn was nicht fliesst in Neapel, trotz dieser immer wieder vulkanisch ausbrechenden Begeisterung, ist Geld, fluessiges, echtes, handfestes, unbelastetes, kontengesichertes Geld. Die Napoli S. S. S. p. A. liegt in der Agonie, auf dem viertletzten Platz der Serie B. Auch nach dem 2:1-Sieg ueber Vicenza ist die Gegenwart unertraeglich und die Zukunft ein Albtraum (...) Diego Maradona wuerde die Stadt nicht mehr erkennen, und wo sind seine Freunde geblieben? Im alten Palast der Camorra-Familie Giuliano in Forcella, beruehmt geworden durch die Fotos mit ‘Dieguito’ in der goldverzierten Badewanne, hat die Polizei kuerzlich eine Razzia durchgefuehrt. Die Raeume waren vergammelt, die einzigen Bewohner 28 illegale Pakistaner.’

Antworten:

Paul hartmann, NZZ, 10.4.2005:
"
GC's Niedergang

Der einstige Lebenskünstler GC befindet sich am Rande des Ruins. Nachdem beim einstigen Nobelklub die Zuschauerzahlen von immerhin 7'350 ( im Rekordjahr 2002) markant auf 1'800 pro Spiel zurückgegangen ist, vermochte auch der Vorstoss in die Achtelfinals des Schweizer Cups den Abstiegsrundenteilnehmer nicht mehr die nötigen Impulse zu vermitteln.

Wehmütig stehen die zwei verbliebenen Fans im Baur au lac vor der Badewanne, in der einst der legendäre Präsident Widmer mit Richard Nunez ein Vollbad genommen hatte.

Nun ist auch als letzter Sponsor die Bäckerei Zürrer an der Langstrasse ausgestiegen.

Bei einer Razzia im baufälligen Hardturm fand die Polizei in den VIP Logen nur 28 illegale Pakistani."

Träume muess erlaubt syy! :D



von Mätzli - am 10.04.2003 12:23
Mätzli Spezial :-)

Ich wünsche Dir schöne Ferien. Alles Gute. Hoffentlich siehst Du keinen Schnee ...

von Betty Bossi - am 10.04.2003 12:31
Ich fahre übers Aosta-tal ins Piemont und dann weiter nach St. Tropez.

Gut, habe ich noch die Winterfinken montiert! :cool:



von Mätzli - am 10.04.2003 13:32
Also, Mätzli, fahrst Du auch durch den Himmelreichskanton. Da unten parlieren sie zwar nur wälsch, aber sie gehören auch zu uns.
Und beeil Dich, dass Du vor dem G9-Treffen vorbei fährst. Danach machen sie dort unten alles dicht.
Ich weiss nicht, wieviele Millionen unser Kanton für die Sicherheitsmassnahmen hinblättern muss, wenn diese "geile" Runde in Evian stattfindet. Aber ich weiss, dass man dann nicht mal über die Grenze in St-Gingolph kann.
Scheiss-Gipfel ....



von Walti usm Wallis - am 10.04.2003 14:03
Foht das scho am Samschdig aa? Scheisse!

Und 's Wallis isch vo däm Scheiss au betroffe?



von Mätzli - am 10.04.2003 14:31
Nei, Mätzli, es isch erscht im Juni oder so.
Abr tatsächlich zahlä mir Walliserinnä und Walliser döt einigi Stürmillionä und zusätzligg simr in dr Bewegigsfreiheit igschränggt. Und wädr ds Wallis, no d'Schwiz hed do drmit öppis dirägg ztuä.
Übrigens müässä au Gänf und d'Waadt blächä und im See chasch nümmä badä. Und das wägä dänä 9 Gigglä.



von Walti usm Wallis - am 10.04.2003 14:49
Der SSC Neapel hat mit 21'800 Zuschauern den höchsten Durchschnitt in Italiens Serie B. Der Liga-Zuschauerdurchschnitt beträgt 9'700. Da braucht man einen sehr schwachen Vorstand, um trotz diesem erfreulichen Zuschauerinteresse einen solchen Schuldenberg anzuhäufen.



von Rotblau - am 10.04.2003 19:17
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