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vor 14 Jahren, 11 Monaten
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Betty Bossi

Mit 14 schon Millionär

Startbeitrag von Betty Bossi am 15.06.2003 22:45

Mit 14 schon Millionär - Freddy Adu lebt den American Dream

Supertalent stellt die Fußballwelt auf den Kopf - Kind ghanaischer Eltern wird als neuer Pelé gefeiert - Mutter blockt alle Angebote aus Europa ab
von Florian Haupt

Orlando/Berlin - Die Proportionen stimmen noch in den USA, der Peripherie des Fußballs. 90 Millionen Dollar erhält Basketball-Jungstar LeBron James (18) für seinen siebenjährigen Kontrakt mit der Sportartikelfirma Nike. Dagegen nimmt sich eine Million Dollar für den Fußballer Freddy Adu bescheiden aus. Bemerkenswert ist der Deal trotzdem - Adu ist gerade erst 14 geworden und somit der jüngste Kicker mit einem derartig hoch dotierten Ausrüstervertrag. Seit er die amerikanische U 17 Anfang März beim Qualifikationsturnier in Guatemala fast im Alleingang zur Weltmeisterschaft in Finnland geschossen hat, wird der Stürmer von der Soccer-Fans in den USA bereits als Nachfolger Pelés gefeiert, wahlweise auch als neuer Maradona oder Ronaldo.


Seine augenfälligsten Stärken sind Schnelligkeit und Dribbling, Freistöße schlenzt er fast so gekonnt wie David Beckham. "Manchmal traue ich meinen Augen nicht", begeistert sich sein Trainer John Ellinger. Nach einem eindrucksvollen Auftritt und zwei Toren im Testspiel gegen Chicago Fire aus der amerikanischen Profiliga MLS fügte er hinzu: "Freddy könnte schon in der MLS spielen." Zweifler stellen deshalb in Frage, ob der 1,74 Meter große Adu wirklich erst 14 ist. Der US-Fußballverband überlegt, die Diskussionen mittels einer Knochenmarkanalyse zu beenden und bemüht sich, sein Wunderkind abzuschirmen: Bis zum Beginn der U 17-WM am 13. August hat er ein Interviewverbot verhängt.


Die Spiele in Guatemala waren Adus erste Auftritte im US-Dress. Geboren ist er in Ghana. Als er acht Jahre alt war, gewann seine Mutter in der Lotterie die Arbeitserlaubnis für die Vereinigten Staaten. Die Familie schlug sich mehr schlecht als recht an der Ostküste durch - bis das Talent des Sprösslings entdeckt wurde.


Adu lernt und trainiert seitdem an der Nachwuchsakademie des Verbandes in Bradenton/Florida. Europäische Klubs haben bereits ein Auge auf ihn geworfen, vor zwei Jahren soll Inter Mailand sogar bereit gewesen sein, einen sechsstelligen Betrag für Adu zu überweisen. Doch die Mutter lehnte ab. Der Sohn solle erst einmal einen High-School-Abschluss machen. "Freddy ist zweifelsohne der talentierteste Spieler, den wir in diesem Alter jemals gesehen haben", sagt Bruce Arena, Trainer der amerikanischen Nationalmannschaft. Und relativiert: "Wer weiß schon, was in zwei Jahren sein wird?" Abschreckende Beispiele gibt es schließlich genug, vor allem afrikanische Spieler konnten die hochgesteckten Erwartungen oft nicht erfüllen. Etwa Nii Lamptey: 1991 wurde der Ghanaer zum besten Spieler der U 17-WM in Italien gewählt. Seitdem spielte er bei zehn Vereinen in acht Ländern. Durchsetzen konnte er sich nirgends, selbst beim Zweitligisten Greuther Fürth nicht.


Will Adu ein Großer werden, wird auch er wohl das Land verlassen müssen. "Soccer ist definitiv im Aufschwung", sagt Adus Berater Richard Motzkin, der den Deal mit Nike eingefädelt hat, "aber was Amerika liebt, sind Gewinner." Also keine Fußballer.


An der Einstellung von Freddy Adu soll die große Karriere nicht scheitern. Abends, nach Unterricht und Training, analysiert er sein Spiel auf Video. "Viele Jungen wurden schon in den Himmel gelobt und sind dann von der Bildfläche verschwunden. Ich habe mir geschworen, keiner von denen zu werden", sagte er.


Artikel erschienen am 16. Jun 2003 welt.de

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