Toller Fussballer: Stefan Reuter

Startbeitrag von Betty Bossi am 13.08.2003 11:41

Der letzte Mohikaner der Matthaeus-Generation

Erik Eggers (FR 13.8.) portraetiert Stefan Reuter. ‘Man koennte seine Karriere mit Statistiken und Titeln beschreiben. Eine lange Liste waere das. Wer hier akribisch arbeiten will, der sollte sich einen halben Tag frei nehmen, nur fuers Zaehlen. Der 4:0-Sieg am Samstag gegen Wolfsburg war sein 473. Einsatz in der Bundesliga,. Damit hat er gleichgezogen mit Sepp Maier; die Schallmauer von 500 Spielen, die bisher nur neun Profis erreicht haben, ist fuer ihn diese Saison noch moeglich. Fuenf Deutsche Meisterschaften sprangen dabei heraus, zweimal mit den Bayern, dreimal mit dem BVB, zuletzt 2002. Bisher 105 Mal, so oft wie sonst kein deutscher Spieler, war er unterwegs in Sachen Europapokal, gewann mit Dortmund 1997 die Champions League und danach auch den Weltpokal. 69 Mal trug er das Trikot der Nationalmannschaft und wurde 1996 Europameister. Vor allem aber ist er, seitdem Andreas Moeller und Icke Haessler nun ihre Karriere beendet haben, der letzte noch aktive Weltmeister von 1990. Der letzte Mohikaner der Matthaeus-Generation aber sagt: ‘Ich mache mir nichts aus Statistiken.’ Weil er ahnt, dass damit der Abschluss seiner Profikarriere naht. Entscheidend findet er, ‘dass man hochkonzentriert bleibt und sich absolut als Spieler fuehlt und sich keine Gedanken macht’. Von etlichen Kollegen hat er erfahren, dass sie irgendwann ‘ein Problem im Kopf gehabt haben, dass sie keine Lust mehr hatten auf den permanenten Druck auf dem Platz oder auf den Aerger, den es im Verlauf einer Saison immer gibt’. Er selbst aber habe immer noch Spass, fuehle keinen Stress. ‘Es darf fuer mich nicht zur Qual werden, und fuer den Verein keine Belastung’, sagt er, ‘darum habe ich nicht kategorisch gesagt: Das ist das letzte Jahr’. Fast wie eine Drohung klingt das (...) Das, was Reuter mitgenommen hat von der WM 1990, besitzt einen Hauch von Sozialromantik. Er findet es immer noch ‘sensationell’, wie Beckenbauer es damals geschafft habe, ‘jedem ein Gefuehl von Wichtigkeit zu geben’, und im Grunde halte das bis heute an. ‘Die 90-er Mannschaft wird immer irgendwo zusammenhalten’, sagt er bestimmt, es mache unglaublich viel Spass, wenn sich die Wege dieser Spieler wieder einmal kreuzten. Alle fuenf Jahre treffen sie sich. ‘Anno 2000 haben wir an der Staette des Triumphes, in dem gleichen roemischen Hotel, eine italienische Nacht gefeiert’, erzaehlt Reuter. Einen Monat spaeter schon erhielten sie ein Schreiben vom damaligen Pressesprecher Wolfgang Niersbach, um sich schon einmal 2005 vorzumerken.’ [www.fr-aktuell.de]

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