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Paddeln in Osteuropa, Sachsen und anderswo
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Palmström, Palmström , Barbarossa, der oestlichere Frank

Paddel-Leser aufgemerkt: viele neue Texte im Faltbootwiki!

Startbeitrag von Palmström am 23.12.2011 23:21

Hallo lesende Paddler!

Zu Weihnachten gibt es Geschenke im Faltbootwiki: Fahrtberichte und Streckenbeschreibungen von Flüssen jenseits von Elbe und Oder, geschrieben in der DDR. Dazu einige Erläuterungen:

Analog zum DKV-Blatt "Kanusport" gab es im Deutschen Kanu-Sport-Verband der DDR ein Vereinsblatt "Der Kanusport". Es erschien von Dezember 1953 bis Juni 1990 und wurde, wie auch der DKV-"Kanusport", an Verbandsmitglieder verschickt. In "Der Kanusport" wurden (neben Polit- und Wettbewerbgedöns) Fahrtberichte von Paddlern veröffentlicht, die als Vereinsmitglieder Fahrten ins sozialistische Ausland organisierten. Sie paddelten neben Elbe und Saale in all jenen Ländern, die DDR-Bürgern zugänglich waren. Da selbst fürs Inland ab 1963 kein umfassender Gewässerführer mehr erschien und es vom Ausland keine deutschen Paddelinfos gab, waren diese Berichte über Jahre hinaus die einzig verläßlichen Informationen zum Paddeln. Entsprechend sorgfältig und tiefgründig wurden sie verfaßt und von Nachfolgern immer wieder aktualisiert.

Die tausenden nicht vereinsgebundenen Paddler, im Blatt verächtlich "wilde Paddler" genannt (hallo DKV), haben von diesen Texten nichts mitbekommen. Nach 1990 eroberten bundesdeutsche Paddler das ferne nahe Ostdeutschland, blieben aber im Geiste an Oder und Neiße stehen (wobei es Ausnahmen wie Heinrich Nejedly und Otto v. Stritzky gibt). Die DDR-Autoren verschwanden bald geräuschlos aus dem DKV-"Kanusport", wie es ja auch in anderen Bereichen geschah. Erst seit etwa 2000 erobert sich eine neue Generation langsam wieder jenes Osteuropa, das von ihren Vorgängern bis 1989 oft befahren wurde.

Von den hunderten Vorgängererfahrungen möchte ich einige wieder ans Licht holen und an die heutige Generation weitergeben. In den kommenden Wochen stelle ich schrittweise Fahrtberichte ins Wiki, die in den 70er und 80er Jahren in "Der Kanusport" erschienen. Sie sind mehrere Jahrzehnte alt und in den Einzelheiten unaktuell. Als Beschreibungen des Flußcharakters haben sie aber weiter ihren Wert. Dazu kommt, daß die Paddler der damaligen Generation den Urlaub zur Horizonterweiterung nutzten: viele hatten Wanderschuhe im Gepäck, manche konnten die Landessprache. Der "Blick übern Tellerrand" auf Sehenswürdigkeiten und Natur am Wege wird von heutigen "Kanusport"-Beschreibungen nicht mehr erreicht.

Vielleicht bieten die Berichte der Alten neue Anregungen. Korrekturen in Form aktueller Fahrtberichte von Weichsel, Hron und Mures sind willkommen!

Mit den Veröffentlichungen ist auch ein Dank an die Generation verbunden, die heute zwischen 70 und 90 Jahre alt ist. Und - ganz persönlich - eine kleine Anerkennung nach den Umbrüchen ab 1990, die einige der damals im Beruf Stehenden aus Arbeit, Umfeld und Bahn geworfen haben.



Zu danken haben wir jenen Autoren, die sich bis jetzt bereiterklärten, ihre Texte im Faltbootwiki neu zu veröffentlichen:

- Christel und Gerhard Bauer, Dessau

- Horst Erfurth, Dessau

- Günter Gelhaar, Markkleeberg

- Dieter Käppel, Buchwald

- Rolf Krüger, Leipzig

- Heinz Kühnisch, Luckenwalde

- Dr. Norbert Kunze, Wurzen

- Karlheinz Martin, Neubrandenburg

- Dr. Lothar Prahl, Bergholz-Rehbrücke

- Ferdi Schimandl, Altenburg

- Eleonore Tesch, Berlin

- Wolfgang Tuch, Berlin

- Karl Wöhrn, Wildau

Schließlich danke ich dem Rechteinhaber DKV, der gegen eine Wiederveröffentlichung in diesem Rahmen nichts einzuwenden hatte.


Und nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen.


Gernot

Antworten:

Weihnachts-Artikel aus Ostdeutschland, Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien

Hallo Paddel-Literaten,


Heute möchte ich Euch Texte von Autoren vorstellen, die in den 80ern als „Grundlagenwerke“ galten und lange Zeit lang genutzt und verbessert wurden. Es sind Texte Ferdi Schimandls und Günter Gelhaars.


* Die große Moldaubeschreibung Ferdi Schimandls: [www.faltboot.org])

* ... und ihre Fortsetzung auf der Elbe bis Schmilka: [www.faltboot.org])

* eine Beschreibung der Luznice: [www.faltboot.org])

* die Otava, ein Nebenfluß der Moldau: [www.faltboot.org])

* Schimandls Sazava-Beschreibung: [www.faltboot.org])

* schließlich noch eine nette Skizze, mit der Schimandl seinerzeit dem Faltboot zum 75. Geburtstag gratulierte: [www.faltboot.org]




* „Elbe-Non-Stop-Fahrt“, in 24 Stunden von Riesa nach Magdeburg (Gelhaar): [www.faltboot.org])

* Von Wroclaw oderabwärts mit dem Ziel, die Obra zu erreichen - ob das wohl klappt? [www.faltboot.org])

* Eine DDR-Zweitbefahrung im wilden Rumänien (die Beschreibung der Mures-Erstbefahrung wird im nächsten Schritt folgen!): [www.faltboot.org])

* eine Aktualisierung von Schimandls Luznicebericht: [www.faltboot.org])

* und hier aktualisiert Gelhaar die Moldaubeschreibung von Schimandl: [www.faltboot.org])

* die Ohre aus Gelhaars Sicht: [www.faltboot.org])

* der Unterlauf des slowakischen Hornad auf ungarischem Gebiet: [www.faltboot.org])

* die ungarische „Warmwasser-Fahrt“ mitten im Februar: [www.faltboot.org])

* Gelhaars Beschreibung des ungarischen Laufes der Raab: [www.faltboot.org])




Ein weiterer Autor, aus der Umgebung von Potsdam stammend, ist Dr. Lothar Prahl. Zunächst erscheinen von ihm Texte aus der Zeit vor 1990 im Wiki:

* „Vorfrühlingsfahrt auf Nieplitz und Nuthe“, eine vermutliche Erstbefahrung 1961: [www.faltboot.org])

* Für viele wird das wichtig sein - Erfahrungen mit Kleinkindern im Faltboot: [www.faltboot.org])




Außerdem freue ich mich, Euch Texte präsentieren zu können, die keine Fahrtbeschreibungen sind, sondern Literatur. Sie stammen von Eleonore Tesch. Es sind Höhepunkte des Paddel-Schreibens - wenn doch Berichte im DKV-Kanusport ein ähnliches Niveau hätten!

* „Hurra, wir segeln!“, zu erstenmal auf dem Bodden: [www.faltboot.org])

* „Masuren aus eigener Sicht“, Reflexionen über Krutynia und die Großen Seen: [www.faltboot.org])

* „Briefe an Irene“ über die Krutynia - so lyrisch kann ein Fluß sein: [www.faltboot.org])

* Abenteuerurlaub auf dem rumänischen Mures: [www.faltboot.org])


Das ist mein Weihnachtsgeschenk. Viel Spaß beim Lesen in ruhigen Stunden wünscht Euch

Gernot



@ Dörte: in nächster Zeit wird auch eine Beschreibung des Olt dazukommen!

@ Frank: war leider nichts - die Nummer ist veraltet. Inzwischen habe ich aber eine neue Adresse und gehe ihr im Januar nach, mal sehen. Dank Dir für Deine Mühe.

von Palmström - am 23.12.2011 23:24

Paddel-Artikel, zweite Lieferung

Hallo Ostlandfahrer,


Als zweite Lieferung kommen zunächst Artikel von Christel und Gerhard Bauer ins Wiki.

* Sie aktualisierten Günter Gelhaars Ohre-Beschreibung in den 80ern: [www.faltboot.org])

* Den Großen Wasserkreis von Ungarn (Donau - Balaton - Raab - Donau) haben sie nach ungarischen Unterlagen beschrieben - und sind ihn gepaddelt: [www.faltboot.org])

* In Polen waren sie (allerdings recht flüchtig, liebe Bauers!) auf der pommerschen Rega unterwegs: [www.faltboot.org])

* Durch sie steht jetzt auch eine Beschreibung des Bobr im Wiki: [www.faltboot.org])



* Horst Erfurth listete mal die Wildwasserflüßchen des tschechischen Riesengebirges auf. Ist der Text zur Orientierung sinnvoll? [www.faltboot.org])

* Ähnliches brachte Dieter Käppel mit den Flüßchen seines heimatlichen Vogtlandes fertig: [www.faltboot.org])

* Dr. Kunze aus Wurzen hat 1973 dem rumänischen Mures erstbefahren. Dies ist sein Bericht: [www.faltboot.org])

* Karl Wöhrn, Wildau, befuhr in den 70ern den rumänischen Olt und beschrieb den Oberlauf: [www.faltboot.org] (speziell für Dich, Dörte!)

* Schließlich noch ein Artikel Heinz Kühnischs. Er fuhr die TID auf Gewässern, die später jahrelang für DDR-Bürger verboten sein sollten, und startete dorthin am 13. August 1961: [www.faltboot.org])

Dieser Beitrag beschreibt ein Stück Paddelgeschichte.


Viel Spaß und ein wenig Nachdenklichkeit beim Lesen wünscht Euch

Gernot

von Palmström - am 03.01.2012 22:10

Re: Paddel-Leser aufgemerkt: viele neue Texte im Faltbootwiki!

Hallo Gernot, Du hast eine PN , melde Dich mal bei mir !

von der oestlichere Frank - am 16.01.2012 18:51

Re: Paddel-Leser aufgemerkt: viele neue Texte im Faltbootwiki!

Hallo Ostlandfahrer,


Seit vorgestern steht ein weiterer Schwung Fahrtberichte im Faltbootwiki.


- Dazu gehört ein Bericht Günter Gelhaars von einer Weichselbefahrung bei Hochwasser 1972.

- Außerdem die Beschreibung des gleichen Autors von einer Fahrt auf dem slowakischen Hron und der Weiterfahrt auf der ungarischen Donau bis Budapest 1973.

- Dr. Kunze aus Wurzen schrieb in den 70ern zwei Fahrtberichte von einer organisierten Fahrt auf der Theiß. Damals gab es den Theiß-Stausee noch nicht, aber die Beschreibung der Landschaft ist gelungen: 1972 hier und 1974 hier.

- Der Neubrandenburger Karl-Heinz Martin gehörte zu den ersten Deutschen, die nach Aufhebung der Visapflicht für Polen 1972 die Drawa erkundeten. Wie er durch den Truppenübungsplatz kam, steht hier.

- Ein Jahr später unternahm er eine Fahrt nicht nur auf der Moldau - er setzte in einem ihrer Nebenflüsse ein und fuhr bis in die Heimat.

- Der Artikel zur Saale wurde um eine Notiz Rolf Krügers zu "Sehenswertem im Blütengrund" ergänzt.

- Dieser Paddler unternahm zu einer Zeit, wo man noch nicht fürchten mußte, Nachfolger anzulocken, die Erstbefahrung seines Hausbaches. Den Abenteuern nach war es auch eine Letztbefahrung.

- In dieser "Muldebeschreibung zwischen Leisnig und Grimma" spürt man den Heimatliebhaber, der links und rechts schöne Sachen kennt.

- Diese Beschreibung der Tollense 1973 hat viele Gemeinsamkeiten mit dem heutigen Zustand.

- Ich schwankte lange, ob ich die folgende Beschreibung ans Licht holen soll. Aber ich hoffe, daß die nur wenige Wochen währende Befahrbarkeit des Fließes den Brüllpaddlern keine Chance läßt. Außerdem kommen Torgauer auf diesem (Um)Weg zur Elbe.

- Diese Bäche in Mecklenburg werden im Frühjahr von den Neubrandenburgern befahren; in der restlichen Zeit kann man sie durchwaten. Daher erwarte ich auch hier keine nachhaltige Schädigung der Landschaft bei einer Veröffentlichung.


Falls jemand Sorgen wegen der Veröffentlichung von Kleinflußbeschreibungen hat: der DDR-"Kanusport" schrieb über viel mehr deutsche Kleinflüsse und Rinnsale, als hier aufgeführt werden. Die restlichen bleiben im Archiv - aus Anständigkeit gegenüber der Natur. In nächster Zeit kommen wieder vorrangig Artikel aus Ost- und Südosteuropa ins Wiki. Freut Euch auf Berichte aus Bulgarien - beileibe nicht nur von der Donau!


Viel Spaß beim Lesen

Gernot


(PS. Hallo Dundak und Frank: die Auferstehung war glücklich - so schnell entstehen Gerüchte:-)

von Palmström - am 17.01.2012 22:10

Neue Wiki-Artikel aus Osteuropa und vor der Haustür

Hallo Winterleser,

der nächste Teil der Fahrtberichte ist da! Diesmal geht's in Länder, die heute von vielen als exotisch empfunden werden. Gut so.


Schon seit einigen Tagen steht ein 89er Kurzbericht Karl Wöhrns über eine Tour auf Rittlingers "Goldener Bistritz" im Wiki.

Wolfgang Tuch, der Wanderwart aus Berlin, war 1980 und noch einmal 1989 zum Paddeln in Bulgarien, und beileibe nicht nur auf der Donau!

Lothar Prahl, sein Kollege aus Potsdam, berichtete 1994 von einer Fahrt auf der polnischen Drweca / Drewenz und fuhr 1997 eine mehrwöchige Paddelrunde durch Nordostpolen

Daß auch ein Ruderer, der Berliner Heinz Ulbricht, einen Fahrtbericht über Nordostpolen (Hancza und Biebrza) einstellte, hat eine eigene Geschichte, wie sie in Abenteuer und Tragik nur das Leben schreiben kann. Ob ich sie hier breittreten soll? Lieber nicht.

Diesen Fahrtbericht von der Moldau schrieben 1986 der Berliner Wolfgang Tuch und der Neubrandenburger Karl-Heinz Martin gemeinsam.

Eigentlich wollte ich mich bei der Auswahl von Fahrtberichten aufs östliche Ausland konzentrieren, um den Paddelzeitschriften und dem Flußwanderbuch nicht den Boden zu entziehen. Wenn mir Autoren aber Texte anbieten, nehme ich auch gern welche aus (Ost)deutschland dazu.

Dieser Bericht von der Leipziger Parthe ist bald fünf Jahrzehnte alt, doch sein Autor Hans Scheibe steht dazu.

In den 90ern verfaßte Hans Scheibe noch einen Bericht über die Helme.

Nun noch einmal zu Lothar Prahl. Aus vielen Jahren Paddeln in der Heimat faßte er seine Lieblingstouren um Potsdam in einem zweiteiligen Text zusammen.


Nehmt ihn als Anregung und kommt mal nach Potsdam. Es lohnt sich.

Viel Spaß beim Lesen am Kamin/am Küchenherd

Gernot

von Palmström - am 05.02.2012 22:25

Neue Artikel im Faltbootwiki: in weiter Ferne,so nah

Hallo Wiki- Leser,

inzwischen werden es einige schon bemerkt haben: Das Faltbootwiki hat wieder ein paar Artikel dazubekommen. Bevor ACTA zuschlagen wird, lest sie, lest alle und schnell!


1997 starteten vier bejahrte Paddler eine Rundtour, die erst nach 1989 wieder möglich wurde: von Schwerin nach Schwerin - quer durch den Nordwesten Ostdeutschlands und über den alten Grenzabschnitt der Elbe! Ihr Bericht ist hier zu finden.

1998 fuhr eine Gruppe ost- und westdeutscher Paddler um Ferdi Schimandl die Werra ab Hörschel und weiter auf der Weser bis Nienburg durchs Land der Gebrüder Grimm.

1999 beschrieb Ferdinand Schimandl die Quellseen der Havel mit den Augen des jahrzehntelangen Paddlers.

Auf die 80 zugehend, erlebte Schimandl 2005 noch einmal die Kleinseen um Mirow und Neustrelitz.

Die von Fritz Schwingel begründete Mecklenburg-Rundfahrt wird noch heute durchgeführt.

Die "Eierfahrt" ist eine uralte Tradition im Berliner Umland: manche Wassersportgaststätten überreichen der ersten Mannschaft des neuen Jahres als Glückwunsch eine Mandel Eier. Wer weiß, wieviel eine Mandel ist, darf diesen Bericht lesen.

Dundak hat grade den Saale-Unterlauf gelobt: Horst Meyner hat ihn befahren.

Wolfgang Tuch aus Berlin wollte zu DDR-Zeiten mal im Grenzgebiet des Erzgebirges paddeln. Nicht lachen über diesen Bericht - kämen Paddler heute in die Fänge des BGS, sähe das Ergebnis haargenauso aus!



1972 fuhren DDR-Paddler kleine Wildflüsse der Slowakei und schrieben darüber.

Anscheinend kamen auf solche Fahrten auch Ungeübte mit, was zu einem warnenden Bericht der Sicherungsmannschaft führte. Angesichts heutiger Schwimmwestendiskussionen weiter aktuell.

Diesen Fahrtbericht vom polnisch-slowakischen Dunajec habe ich aufgenommen, obwohl Teile des Flusses inzwischen überstaut sind und die Dunajec-Regatta, von der er handelt, zu einer Massenveranstaltung verkam. Trotzdem liefert er viele Infos für Nachfolger und bietet ein schönes Stimmungsbild des Landes.

Es gibt einen weiteren ungarischen Theiß-Fahrtbericht aus der Zeit, wo den Deutschen alles noch neu war. Da sahen sich die Paddler als Forschungsexpedition und schreiben alles auf, was sie sahen. Zum Glück! So haben diese Berichte eine Bandbreite, die kein heutiges Paddelbuch erreicht.



Reiner Buhl aus Berlin schrieb über sinnreiche Patente, die sich im Faltbootbau nicht durchgesetzt haben: "Boote, mit denen niemand fuhr".

Schließlich: Das Faltboot ist über ein Jahrhundert alt - Ferdi Schimandl schrieb den Geburtstagsglückwunsch.



Falls sich alte Kenner wundern, daß die Berichte ohne die Bilder des Fotografen Schimandl im Netz stehen. Natürlich wäre es möglich, auch die herrlichen Schimandl-Fotos einzubinden, deren Stil eine Generation DDR-Paddler prägte. Aber der Aufwand ist mit meiner zur Verfügung stehenden Zeit enorm, und die gerade wieder aufflammende Bilderklaudiskussion bestätigt meine Entscheidung, nur den Text einzustellen. So kann man zwar nicht in Ästhetik schwelgen, aber sich anregen lassen. Wenn ein Fotograf von heute an die gleichen Stellen paddelt, um seine eigenen Bilder dort aufzunehmen, würde es Ferdi Schimandl freuen.

Demnächst werden Fahrtberichte von der polnischen Czarna Hancza folgen, von tschechischen und slowakischen Flüssen und, freut Euch drauf: aus Sibirien! Ihr könnt also weiter gespannt sein.

Fröhliches Schmökern und sich-berühren-lassen

Gernot

von Palmström - am 13.03.2012 10:23

Neue Artikel im Faltbootwiki: Von Masuren bis Sibirien

Hallo Lesepaddler,


Diesmal führen uns die alten Autoren quer durch die Länder, die der DDR-Bürger vor 1989 bereisen "durfte" - und noch viel weiter.


Aus OSTDEUTSCHLAND beschreibt Bernd Rabe (ja, der aus dem neuesten Kanumagazin) eine Wildwasserfahrt auf einem kleinen Fluß im Erzgebirge: "Frühjahrs-Reminiszenz".


In POLEN relativierte Georg Friedrich den aufregenden Weichselbericht Günter Gelhaars um einige Grade: "Wat dem een sin Uhl, is dem annern sin Nachtigall".

Uwe Henschke startete seine Weichselfahrt nicht, wie die meisten, in Krakow, sondern viel weiter oben. Sein Fahrtbericht des Weichsel-Oberlaufes steht jetzt im Wiki.

Georg Friedrich lieferte auch einen schönen Fahrtbericht der Czarna Hancza, in dem Hanczapadder auch vier Jahrzehnte später vieles wiedererkennen.


Walter Belz beschreibt einige Wildwasserflüßchen im TSCHECHISCHEN Teil des Riesengebirges.

Holger Kankel befuhr 1985 die tschechische Sázava bei niedrigem und Hochwasser.


Manfred Schröder fuhr mit Faltbooten auf der SLOWAKISCHEN Orava und mit Festbooten auf einigen Nebenflüssen des Vah (der Waag).


Jörg Buhl paddelte 1988 auf einer kaum befahrenen Route durchs DONAUDELTA. Nicht nur mit offenem Herzen, sondern auch mit offenen Augen!

Obwohl DDR-Bürger die TID nur bis Südungarn fahren durften, zogen einige mit dem Auto los, um den unterhalb Jugoslawiens wieder "erlaubten" BULGARISCHEN Schlußabschnitt der TID wieder teilzunehmen.

Weit weg verschlug es Ulrich Opelt: er bekam 1985 die Chance, im RUSSISCHEN Süd-Sibirien zu paddeln! Noch heute gibt’s Leute, die es dorthin zieht...



Daneben gibts noch einige Artikel zur Fahrtechnik und zum Drumherum, speziell für Euch Wildwasserpaddler:

Uwe Henschke schreibt über die notwendige Ausrüstung zum Wanderpaddeln.

Dr. Jürgen Noack berichtet, was man beim Befahren unbekannter Gewässer beachten sollte, und gibt Hinweise zum "Lesen" der Strömung.

Wie man Schwälle und verblockte Wildwasserflüsse befährt, berichtet Ulrich Opelt. Daneben listet er physische Voraussetzungen auf, die ein Wildwasserpaddler haben bzw. entwicklen sollte.


Ein Schwung Literatur fürs Frühjahr! Gutes Anpaddeln wünscht Euch


Gernot

von Palmström - am 03.04.2012 16:37

Alte neue Texte im Faltbootwiki: Höhepunkt und Ausklang

Hallo Lesepaddler,


Die letzte Lieferung alter Paddelartikel steht jetzt im Faltbootwiki. Es dauerte diesmal etwas länger, weil urheberrechtliche Fragen zu klären waren. Zusätzlich sind diesmal ausgewählte Artikel von Ruderern dabei, die im DDR-Verbandsblatt "Rudersport" erschienen. Wie auch die Paddler, erkundeten nämlich die Ruderer in den 70er und 80er Jahren Gewässer, die wenig oder nicht bekannt sind. Auch heute sind diese Gräben und Kanäle kaum befahren, und in den Texten steht, weshalb:


- Alexander Günther erfuhr "Die Schrecken des Zülow-Kanals", die man erst versteht, wenn man den Graben mit eigenen Augen gesehen hat.

- Der gleiche Autor ruderte auch die Obra hinunter und startete dabei weiter oben als die meisten Paddler.

- Im Umfeld Berlins gibt es Fließe und Kanäle, die (aus verständlichen Gründen) von Wassersportlern kaum befahren werden. Aber erkundet sollte man sie schon haben: Ulrich Willnat fand "Neuwasser vor dem Bootshaus".

- Über Galluner und Nottekanal steht bereits Detlef Gartes Frieda-Kahlo-Bericht im Wiki. Jetzt kommt ein weiterer dazu: Winfried Spychalski erkundete Motzener See und Mellensee.

- Die Schwarze Elster ist unter Wassersportlern kaum bekannt. Wolfgang Kussatz wollte das ändern und startete "Keine empfehlenswerte Expedition".

- Zschopau-Mulde-Fahrer aufgepaßt: Roland Stelzers "Entdeckungen in Waldheim" sind jetzt wieder zugänglich!

- Die masurische Lyna ist in Paddlerkreisen wenig bekannt. Ich freue mich, im Wiki eine erste Infosammlung präsentieren zu können.

- die große Drweca-Serie Johannes Rühles kann leider nicht ins Wiki übernommen werden - die Erkundung Hans Lüderitz' von der Seenplatte ihres Oberlaufes schon.

- Heinz Ulbricht entwickelte sich in den 70er und 80er Jahren zum Ruderspezialist für polnische Gewässer. Seine Erkundungsfahrt auf der Warta sollte bis 1990 die einzige deutschsprachige Nachkriegsbeschreibung dieses Flusses bleiben.

- Wer die Brda kennt, meidet meist den Oberlauf wegen seiner zahllosen Hindernisse. Und doch sind sogar Ruderer hier durchgefahren! Heinz Ulbrichts Text "Reizvolle Brda" ist eine einzigartige Flußcharakteristik: Manche beschriebenen Baumhindernisse traf der Rezensent 25 Jahre später auch an.

- Hier gibt es einen ungarischen Familienurlaub mit Kilometrierung und etwas Landeskunde: "Ein Dankeschön an Szamos und Theiß".

- Hans Lüderitz wollte auch den ungarischen Unterlauf der Körös befahren und fragte in Ungarn nach Informationen.

- Fahrten ins Donaudelta sind sehr interessant - vor allem, wenn man sie nur knapp überlebt!

- In der letzten Nummer des DDR-"Kanusport" pries Hans Lüderitz den Telemark-Kanal, ein südnorwegisches Sommermärchen, an. Da über ihn kaum Informationen vorliegen, wurde der Artikel mit ins Wiki aufgenommen.

- 1988/89 erschien im DDR-"Kanusport" die Serie "Für den Übungsleiter", die viele Probleme des Paddelns behandelt und in ihrem Niveau auch heute wertvoll ist. In ihrem Rahmen schrieb Roland Stelzer über "Sicherheit auf Boddengewässern und großen Seen".

- Mitte der 80er Jahre verunglückte ein Ruderboot auf dem frühlingskalten Müggelsee. Der tragische Tod dreier Ruderer führte zur Abkehr vom eisernen Grundsatz, stets um jeden Preis am Boot zu bleiben. Verbandsarzt Dr. Helmut Pohlentz schrieb nach dem Unfall über die Gefahren der Unterkühlung.



Mit diesen Texten sind nun alle großen Artikel aus dem DDR-"Kanusport" der Öffentlichkeit wieder zugänglich. (Vielleicht folgen noch etwa fünf Texte, deren Autoren ich erst mühsam ermitteln muß). Einige große Werke müssen leider im Archiv bleiben, weil ihre Autoren bereits verstorben sind: Kurt Hoys Paddelfahrt nach Afrika, Heinz Schaefers Erlebnisse in Kaukasus und Pamir, Otto Rauchhelds Texte aus der Ukraine, Johannes Rühles Erkundungen auf Kleinbächen des Flachlandes und die kulturhistorischen Ruderexkursionen Dr. Heinz Kinzelmanns sind unter Wiki-Recht nicht mehr zu veröffentlichen.

Andererseits ist es eine große Bereicherung, bei den Recherchen 80-, 85-, 90jährige Menschen kennenzulernen, mit ihnen zu sprechen und zu paddeln. Ich möchte diese Erfahrung nicht missen. Für die Autoren war es eine Freude, Arbeiten ihrer besten Jahre wieder gewürdigt zu sehen. Und hoffentlich zieht die Arbeit noch weitere Kreise: Helmut Paul, der Novellenschreiber des "Kanusport", will diese und eine Auswahl seiner Kurzgeschichten in Buchform veröffentlichen. Wer einen Lektor im Raum Dresden kennt, sage bitte bescheid - jede Unterstützung ist willkommen!

Bei der Auswahl konzentrierte ich mich auf wenig bekannte Flüsse jenseits von Oder und Neiße. Texte über ostdeutsche Gewässer habe ich nur aufgenommen, wenn sie hohes literarisches Niveau aufweisen. Schließlich will ich Paddelautoren von heute nicht um Lohn und Brot bringen. Setzt vor Eurer Haustür ein und schreibt darüber!

Unter den Reationen gab es die Frage, ob ich nicht dasselbe Verfahren mit Texten des bundesdeutschen "Kanusport" durchführen könnte, schließlich leben Autoren wie Erich Fuchs ja noch. Die Idee ist verlockend, aber ich werde das nicht tun. Beim Veröffentlichen 20 bis 40 Jahre alter DDR-Texte legte mir die Redaktion keine Steine in den Weg. Die massive Wiki-Übernahme jüngerer Texte aus eigenem Fundus dürfte juristisch deutlich schwieriger werden. Und schließlich bin ich nach eineinhalb Jahren Archivarbeit auch froh, wieder paddeln gehen zu können. Frische Luft und Wasser beleben den Kopf und befreien die Seele!


Zum Schluß geht unser aller Dank an die Wassersportler, die ihre Texte zur Wiederveröffentlichung zur Verfügung stellten. Die Liste ist jetzt viel länger als beim erstenmal:

- Christel und Gerhard Bauer, Roßlau

- Wolfgang Belz, Erdmannsdorf

- Ingrid und Reiner Buhl, Berlin

- Jörg Buhl, Berlin

- Horst Erfurth, Dessau

- Georg Friedrich, Chemnitz

- Günter Gelhaar, Markkleeberg

- Alexander Günther, Bernau

- Ruth, Martin und Norbert Heyn, Luckenwalde

- Uwe Henschke, Jena

- Holger Kankel, Döbeln

- Dieter Käppel, Buchwald

- Rolf Krüger, Leipzig

- Heinz Kühnisch, Luckenwalde

- Dr. Norbert Kunze, Wurzen

- Wolfgang Kussatz, Dresden

- Carola und Hans Lüderitz, Erkner

- Karl-Heinz Martin, Neubrandenburg

- Horst Meyner, Saara

- Dr. Hans-Jürgen Noack, Machern

- Ulrich Opelt, Leipzig

- Dr. Helmut Pohlentz, Berlin

- Dr. Lothar Prahl, Bergholz-Rehbrücke

- Bernd Rabe, Werdau

- Hans Scheibe, Beucha

- Ferdinand Schimandl, Altenburg

- Manfred Schröder, Wesenberg

- Winfried Spychalski, Berlin

- Eleonore Tesch, Berlin

- Wolfgang Tuch, Berlin

- Heinz Ulbricht, Berlin

- Ulrich Willnat, Rathenow

- Karl Wöhrn, Wildau


Und nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Stöbern, Lesen und Nachpaddeln.

Gernot

von Palmström - am 21.06.2012 11:02

Erster Nachzügler

Der erste Nachzügler ist heute hinzugekommen: Wolfgang Tuchs Ausarbeitung über "Gefahren beim Wasserwandern".


Viele Grüße

Gernot

von Palmström - am 22.06.2012 18:15

Re: Paddel-Leser aufgemerkt: viele neue Texte im Faltbootwiki!

Hallo,
ich habe eine Suchmeldung gefunden.
Wer sucht mich und welche Fragen gibt es ?

Gruß
Joachim Sturm bis 1989 in Sangerhausen wohnhaft

von Barbarossa - am 31.08.2012 05:58

Re: Paddel-Leser aufgemerkt: viele neue Texte im Faltbootwiki!

Hallo Herr Sturm,


das ist eine freudige Überraschung!

Ich möchte gern mit Ihnen zwecks Wiederveröffentlichung eines alten Fahrtberichtes in Verbindung treten. Sie haben einen längeren Brief per PN im Postfach.


Herzliche Grüße aus Berlin-Pankow

Gernot alias "Palmström"

von Palmström - am 31.08.2012 10:56

Weihnachtsgeschenke im Faltbootwiki: Blick nach vorn - und zurück zu den Wurzeln

Hallo Ihr lesenden Paddler,


Wenn die Lichter am Baum flackern und die Räucherkerzen in der Stube duften, beschere ich auch etwas: neue Paddeltexte im Wiki! Manche davon sind dem einen oder anderen vielleicht schon aufgefallen - die meisten aber sind ganz neu.

Aus den Tiefen des DDR-"Kanusport" sind noch drei Texte hinzugekommen. Der eine stammt aus der Feder erfahrener Stralsunder Küstenpaddler und beschreibt ihre Kenter-Erfahrungen auf dem Bodden.

Der andere, von einem alten Berliner "Tiefbau"-Paddler stammend, handelt von einem ungarischen Flüßchen, das kaum jemand kennt und wohl noch nie auf deutsch beschrieben wurde - die "Unberührte Rábca" (= Rabnitz) in Nordungarn.

Gleich zwei Paddler erkundeten den kaum bekannten rumänischen Fluß Aries. Fahrt hin, bevor ihn der Goldabbau zur Wüste macht!

Der folgende Text fand auf verschlungenen Wegen seinen Platz im Faltbootwiki. Ihn schrieb ein Kanadier, der in seinem Outdoor-Wiki Informationen zu Paddelgewässern in Ontario sammelt. Eine Fahrt im Algonquin-Park 2008 hat er dazugestellt und lädt uns zum Besuch seiner Info-Sammlung ein.

Herman Harbisch übergab mir schon vor langer Zeit Fahrtberichte mit der Bitte, sie ins Wiki zu stellen. Nach einem Umzug und vielen Nebenarbeiten ging sein Päckchen aber unter bei mir - entschuldige bitte, Hermann! Mit schlechtem Gewissen stelle ich nun heute Deine Texte vor:

"Schnitzeljagd am Mountain River" (oder: was Bären nicht alles anrichten)

"Erholung am Keele River"

"Glacier Bay"

"Hoovsgul Nuur" (Paddeln in der Mongolei!)





Schließlich möchte ich Euch ein Projekt vorstellen, das mich seit einer Weile beschäftigt. Es handelt sich um Fahrtbeschreibungen aus dem ersten deutschen Wassersportführer, der lange vor dem "Deutschen Flußwanderbuch" des DKV seinen Anfang nahm. Sein Autor, Friedrich Eduard Keller (1859-1929), ist heute nahezu vergessen. Um so mehr lohnen seine Texte eine Wiederentdeckung: hier schreibt ein Essayist, dessen Stil sich nicht am Stil des "Kanu-Sport", sondern an Theodor Fontane schulte! Als Berliner behandelte er die Gewässer der Großstadt besonders genau - vielleicht ein Grund, weshalb der Duisburger DKV, der Ruderverband in Hannover und Seglerverband im Hamburg für ihn nichts übrighaben. Schade, denn er war Paddler, Ruderer und Segler zugleich!

Stück für Stück möchte ich ausgewählte Texte aus seinen Wasserführern ins Faltbootwiki setzen. Zunächst findet Ihr als Kostprobe einige, die von Berliner Gewässern handeln:

Eine Fahrt von der Oberbaumbrücke über den Müggelsee zur Löcknitz

Das Wasserstraßengewirr der Innenstadt

Die Müggelspree


Dazu, um schon mal den Blick zu weiten, den Mecklenburgischen Wallensteingraben und die heute in Litauen liegende Dange (so weit reichte Deutschland einmal!)

Langfristig werden Beschreibungen der Potsdamer Havel, des Rheins mitsamt Neckar und Mosel, von Fulda/Werra/Weser und vielleicht auch der Saale folgen. Alles aus einer Zeit, in der das Geschichtsbewußtsein des Autors noch ohne Brüche und die Städte am Ufer noch unzerstört waren.

Freut Euch schon mal drauf! Zunächst aber wünsche ich Euch beim Lesen ein genußreiches geistiges Abschreiten der Flüsse, so wie sie auch dem Autor vorgeschwebten.



Frohe Weihnachten! und herzliche Grüße

Gernot

von Palmström - am 23.12.2012 19:06
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