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Paddeln in Osteuropa, Sachsen und anderswo
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vor 1 Jahr, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 1 Monat
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O O

Traueranzeige für Robin Ehlinger

Startbeitrag von O O am 21.06.2016 19:21

Der eine oder andere von Euch hatte auch die Ehre, diesen außergwöhnlichen, wunderbaren, netten, bescheidenen und lebensfrohen Menschen kennenzulernen und war auch eventuell mit ihm gemeinsam paddeln.

Dieser Tage überbrachte uns sein Bruder Quentin und sein Vater die unfassbar traurige Nachricht, dass Robin bei einem Kajakunfall am 18.05.2016 auf dem Fluss Aare in der Schweiz im alter von 29 Jahren verstarb.

Robin beleibt für uns unvergesslich.

[www.youtube.com]

Antworten:

Noch ein paar Worte von seinem Bruder...

Mit großer Bestürzung müssen wir euch leider die traurige Nachricht von Robin Ehlingers Unfalltod überbringen, der mit nur 29 Jahren von uns gegangen ist. Er war für seine Freunde, Verwandten und Bekannten sowie seine ganze Umgebung ein Sonnenschein und sprühte von sanfter Fantasie. Seine große Leidenschaft war das alpine Kajakfahren. In seiner Vorliebe für immer tosendere Gewässer spiegelte sich eins zu eins seine impulsive und spontane Art wider. Leider hat ihn eben jene Leidenschaft in die Tiefe des Flusses « Aar » gelockt, als er mit seinem Kanu diesen Fluss stromabwärts fuhr. Robin verlor selbst dann nicht die Nerven, als er und sein Kanu vom eiskalten Wasser des Flusses gegen mächtige Felsen gedrückt wurden, welche ihn fortan wie in einem Schraubstock gefangen hielten, sondern konnte dank einer kleinen Luftblase weiter mit seinem Partner kommunizieren, der ihm zur Hilfe geeilt war. Zusammen mit seinem treuen und tapferen Kameraden lieferte er während langen Minuten einen heftigen Kampf um Leben, bis er leider schlussendlich doch von der Macht der Naturgewalten besiegt wurde. In Übereinstimmung mit dem letzten Willen von Robin blieb sein Kamerad bis zum bitteren Ende an seiner Seite und versuchte erneut verzweifelt ihn zu befreien, obwohl Robin bereits das Bewusstsein verloren hatte und keinerlei Lebenszeichen mehr von sich gab. Der Kamerad musste schließlich, vom Kampf gegen die Gewalt des Wassers erschöpft, die Schlucht verlassen um über den Unfall zu verständigen. Die vielköpfige Rettungsmannschaft aus dem Kanton Bern setzte beherzt sämtliche verfügbare Mittel ein, darunter auch zwei Hubschrauber, um das Opfer aus der tödlichen Falle zu befreien. Leider konnten sie nach der Bergung des Körpers nur noch den Tod von Robin feststellen.

Robin zeichenete sich durch seine heißblütige Dynamik und sein uneingeschränktes Engagement in seinen Aktivitäten aus. Er hat unter anderen Geige gespielt, den Boden des Familiengartens bearbeitet, Hütten mit eingeschlossenem Schornstein gebaut, Mineralien gesammelt, im Rahmen der LPO Organisation die Vögeln beobachtet, geschützt und gefüttert, und er hat sich der Aquaristik hingegeben ; er ist mit dem Kanu den kleinen und großen Wellen frenetisch hinterher gelaufen, er hat geduldig aber doch leidenschaftlich den jüngeren Kindern das Wildwasser beigebracht, er hat mit einem Bogen und einem Luftgewehr geschossen, er hat auf hohem Meer und Fluß geangelt, er hat zugelaufene Katzen aufgenommen und gepflegt, Drachen und Zugdrachen steigen lassen, Segelflugzeuge konzipiert und ferngelenkt, er ist Abhänge mit seinem Moutainbike hinuntergefahren, mit der französischen Vereinigung der Bergsteigerverbände geklettert, in Schluchten Wasserfälle gesprungen, er hat Höhlenkunde getrieben, im französischen Kanu- Verband gesessen, Schlauchboote gesteuert, das studentische Leben im Gemeinderat von Metz vertreten, das Budget des Studentenlokals der Arts et Métiers sorgfältig verwaltet und hat dabei darauf geachtet, dass man dort nie Durst bekam, er hat in Dresden in Chören gesungen und seine Freunde der Arts et Métiers : die Gadz'arts sowie seine Wildwasserpaddler Freunde zur Freude leidenschaftlich gerufen. Er führte gern seine Freunde in diese vielen Aktivitäten ein und betrachtete seinen Beruf als Fabrikingenieur als ein menschliches Abenteuer, an dem er spontan und lebensfroh teilnahm.

Aber er schien nie in Eile zu sein und gab seiner Umgebung einen Eindruck von Unfehlbarkeit. Seine auffallende und durch jugendlichen Humor geprägte Begeisterung stand in Kontrast zu seiner felsenfesten Gelassenheit. Er war ein Paradiesvogel: frei und unergründlich, er bewahrte eine absolute Ruhe im Sturm, aber sowie Georges Sand es schrieb „Dieser war der witzigste, der angenehmste kleine Vogel. Seine Überschwänglichkeit, seine Kühnheit und seine Freude waren auβerordentlich.“

Quentin, sein Bruder

von O O - am 22.06.2016 19:59
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