Das tut gut!

Startbeitrag von Dorothee am 08.04.2001 14:04

Einfach mal in der Kürze dieser Ausspruch:

Was laut und spektalulär,
schrill und grell daherkommt,
ist oft mehr Schein als Sein.
Das wirklich Wichtige im Leben ist leise.
Die eigentlichen Helden und Heiligen
Unserer Zeit sind Menschen,
die Monate oder Jahre
schwer kranke Angehörige pflegen
oder ein behindertes Kind aufziehen.

(Manfred Kock, rheinischer Präses und Vorsitzender des Rates der evangelischen
Kirchen in Deutschland)

Das tut doch auch mal einfach richtig gut!

Liebe Grüße
Dorothee

Antworten:

ICH WILL GAR KEINE HELDIN UND AUCH KEINE HEILIGE SEIN!!!

Ich möchte ganz einfach nur, dass wahrgenommen wird, wie schwer unser Alltag manchmal ist und wieviel organisatorischen Aufwand wir für jede noch so kleine Unternehmung treiben müssen, und dass man uns dabei unbürokratisch hilft (da bin ich von Kirche doch bisher leider schon öfters enttäuscht worden) bzw. nicht noch zusätzliche Hindernisse vor uns aufbaut.

IST DAS ZUVIEL VERLANGT?

Eine etwas gefrustete Birgit,
die neben schwerst-mehrfachbehinderter Tocher zur Zeit noch ein 9 Monate altes Baby zu versorgen hat und zusätzlich jeden Tag etliche Zeit mit ehrenamtlicher Selbsthilfearbeit verbringt.

von Birgit - am 10.04.2001 13:00
Hallo Birgit,

ja, wer wünscht sich das nicht!
Die Realität ist leider anders. Aber es ist doch immerhin auch wichtig, dass solche Dinge zumindest mal ausgesprochen werden. Natürlich muß dann (eigentlich) auch eine Umsetzung im Alltag erfolgen!
Und die Erfahrung mache ich auch immer wieder: Eine Umsetzung in den Alltag gibt es nicht! *frust*
Aber es wäre ja schon ein kleiner Fortschritt, dass vielleicht eine Nachbarin, die so einen Spruch hört oder liest (von einem „wichtigen“ Mann) Dich plötzlich doch mit anderen Augen sieht. Allein eine Veränderung in den Köpfen könnte schon hilfreich sein.
Ich meine auch, dass entweder Roman Herzog oder Richard v. Weizsäcker auch schon einmal etwas Ähnliches von sich gegeben hat. Das hilft uns nur leider im Alltag wirklich nicht weiter.

Eine mir Bekannte Frau sagte einmal zum Thema Kirche und Menschen mit Behinderung:
Da beten sie dann jeden Sonntag in der Messe für die Kranken und Behinderten in unserer Gemeinde. Nur tun tun sie überhaupt nichts für sie!

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft bei Deinem ausgefüllten Alltag!

Liebe Grüße
Dorothee

von Dorothee - am 10.04.2001 15:05

Hallo Dorothee,

wenn man in Geschichtsbüchern nach "Helden" sucht findet man sie eher im Kampf gegen was Böses, als bei der Pflege von mehr oider weniger wehrlosen Menschen. Wenn der Spruch "Helden" so definiert, das Angehörige von Behinderten gegen eine ständig wachsende macht aus "Geschichtsblinden" Hohlköpfen kämpfen, die im Umgang mit Behinderten eher Nazibrauchtum pflegen (= sie zu billig wie möglich durchs Leben zu bringen), als menschlicher mit ihnen, um zu gehen gebe ich dem Spruch recht.

Alles andere,... das Menschen ( wenn auch nicht alle ) sich als so ziehmlich die einizigen Lebewesen um hilfdbedürftige kümmern und sie versorgen, ihre Angehörenigen pflegen ... sollte nicht zum Heldemtum erhoben werden. Dadurch steigen letztlich nur die Ansprüche die Helden unbewußt an die Geselschaft stellen, was das Leben sicher nicht einfacher macht.

Wäre es , - abgesehen von allem "schönen" was ein behindertes Kind mit sich bringt - heutzutage nicht heledenhafter, sich dem Diktat von Leistungsträgern - dem die mehrheit der Eltern behinderter Kinder ausgeleifert ist - nicht zu ergeben, und die Pflege anderen zu überlassen..... ?

:-) Helmut

von Helmut - am 14.04.2001 09:16
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