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Informationen zum Thema:
Forum:
Elterngefuehle-Behinderung
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ute, Helma, Dorothee, Corinn

Bin ich alleinzuständig und schuld?

Startbeitrag von Corinn am 28.04.2001 15:54

Ich bin es noch einmal.
Einfach nur mal so um Frust rauszulassen.
Das Wochenende - wir beide alleine - hat nichts gebracht. Nicht nur, dass es rattig kalt war.
Viel schlimmer ist, dass ich das Gefühl habe bei meinem Mann gegen eine Wand zu reden! Ich habe irgendwie das Gefühl, dass er mir mehr oder weniger noch die Schuld an den Verhaltensweisen von Nicole gibt. So nach dem Motto: Andere Mütter können doch auch ihre Kinder vernünftig erziehen.
Seine Hauptaufgabe sieht er in seiner beruflichen Tätigkeit und dass er den finanziellen Rahmen schafft für uns. Und ich bin halt „nur“ für Haushalt und EIN Kind zuständig.
Ich war – und bin – so enttäuscht.
Ich habe nachher mit meiner Mutter darüber gesprochen. Sie meinte nur, dass Nicole ja wirklich mal mehr Grenzen brauchte, das würde schon reichen. Und außerdem sagte sie fast wörtlich: „Als Hausfrau und Mutter muß man halt auch mal zurückstecken!“
Ich fühle mich total alleine. Keiner versteht mich. Ich traue mich auch nicht mehr mit irgendjemandem zu sprechen. Es ist, als wenn alle mir die Schuld geben. Und alle meinen ich wäre alleine zuständig. Hier im Forum ist es ja zumindest mal möglich überhaupt etwas zu sagen.
Irgendwie schreit es ganz laut in mir!
Corinn

Antworten:

Hallo Corinn,
diese Situation ist wirklich alles andere als einfach!
Ich weiß sehr genau, was es bedeutet von dem Vater keine Unterstützung zu bekommen!
Leider kann ich Dir da auch keine Hilfe anbieten.
Ich selber habe allerdings eine Art Psychotherapie oder Lebensberatung bei der Caritas gemacht. Für mich alleine, da mein Mann nicht zur Eheberatung wollte. Das hat mir sehr geholfen mich selber zu finden in diesem ganzen Wust an Anforderungen und Rollenerwartungen. So etwas kann ich Dir nur empfehlen, bevor Du Dich ganz alleine fühlst.
Am besten wäre natürlich Du könntest Deinen Mann von einer Eheberatung überzeugen!
Ich kann Dir nur von Herzen wünschen, dass Du Menschen findest, die Dich verstehen und die Dich auf Deinem Lebensweg weiter begleiten!
Liebe Grüße
Dorothee

von Dorothee - am 01.05.2001 18:12
Hallo Corinn,
Zustaendig bist Du, aber du solltest es nicht nur allein sein.
Und Schuld? Schuld gibt es dabei nicht, auch wenn unbedachte Aeusserungen aus unserer Umwelt es Dir einreden wollen.
Je mehr Du dich abkapselst und allein bist, um so mehr schliesst Du Dich selbst aus. Ich weiss was es heisst, ein unruhiges Kind zu haben, mit dem keiner klarkommt. Mein Adoptivsohn war schwerst verhaltensgestoert, aggressiev und lernbehindert. Viele Freundschaften und Bekanntschaften sind zerbrochen, weil die meisten meinen Sohn ablehnten. So etwas tut weh,aber die meisten Menschen koennen und wollen sich nicht gern mit Problemen auseinandersetzen.
Dein Mann liebt Euer Kind sicher genauso wie Du, hat aber einen Schutzwall um sich aufgebaut, damit er daran nicht auch zerbricht.
Lass Dir nicht von anderen einreden, das Du Schuld am Verhalten Deiner Tochter bist. Sei stur, setze Deinen Kopf durch wenn Du es fuer richtig erachtest und der Langzeiterfolg wird Dir Recht geben.

Ich weiss nicht, an was Deine Tochter leidet und wo Du wohnst, aber Fuer Dich waere es dringend notwendig, das Du eine Gespraechsgruppe- Eltern/Kind Gruppe finden wuerdest, um fuer Dich selbst kennenzulernen, das es anderen Betroffenen aehnlich geht wie Dir und Du nicht allein bist.

Kaempfe fuer Dein Kind, es lohnt sich- so schwer es manchmal auch ist.
Lass Dich nicht unterkriegen, alles Gute wuenscht
Tweety at [tweety.helmaonline.com]

von Helma - am 03.05.2001 15:30
Die Ideen der anderen fand ich schon sehr gut, ich muss mich auch immer wieder zwingen, mit meinem Sohn rauszugehen, Kontakte zu pflegen, aber es ist wirklich wichtíg. Bei uns hat die Lebenshilfe eine Mutter-Kind-Gruppe, die ich leider sehr spät entdeckt habe.
Ansonsten ist mir noch ein Satz aufgefallen, den du geschrieben hast, der lautete in etwa: etwas in mir schreit ganz laut.
Schreist du hoffentlich auch mal ganz laut nach aussen? Und dann auch mit den richtigen Leuten? Ich habe festgestellt, dass das ungemein hilft, bitte jetzt sinnbildlich und nicht wörtlich verstehen.
Die Gefahr ist nämlich sonst, dass es irgendwann die Kinder abkriegen, und die können schliesslich nichts für die äusseren Gegebenheiten.
Meinem Mann hilft es übrigens immer ganz gut, mich zu verstehen, dass ich ihn auch öfter mal mit den Kindern alleine lasse. So war ich z.B. als ich noch ein Kind hatte auch alleine in Kur. Max ging da schon in den Kindergarten und für die Zeiten, die noch übrig blieben, habe ich dann Familie und Freunde eingeteilt, die sich das irgendwie eingeteilt haben.
Ute

von Ute - am 16.05.2001 19:20
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