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elweb Batterie
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Erster Beitrag:
vor 14 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren
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Andreas V, Peter, Mackgyver, weiss, Karl, wolfgang

Problem mit Hawker SBS 8 (im Motorrad)

Startbeitrag von Andreas V am 15.05.2004 16:58

Hi Forum

vor ziemlich genau 1,5 Jahren hab ich für mein Motorrad eine Hawker SBS 8 Reinblei Batterie gekauft, für ziemlich genau das Doppelte des Preises einer Varta.

Seit kurzem hab ich Ladeprobleme, das heißt die Batterie wird im Motorrad nicht mehr geladen. Also Ladespannung nachgemessen, 14,4V bei 2500Upm, 14,6V bei 5000Upm, aber nur 12,3V bei Leerlaufdrehzahl (1300). Ich habe die Hawker dann an zwei verschiedene einfache Ladegeräte gehängt, beide Geräte stellten eine Ladespannung von 15,5V am Anfang ein, die dann nach einer Stunde auf 16V anstieg. Immerhin hatte die Batterie nach dieser Zeit wieder genug Saft für etliche Starts.

Trotzdem scheint mir die Batterie bereits defekt zu sein, warum sonst sollte sie im Motorrad bei offensichtlich ausreichender Ladespannung nicht laden. Im Internet fand ich andere Leidensgenossen, die ähnliche Phänomene beschrieben.

Fragen:
1. was bewirkt die Ladegeräte, eine so hohe Ladespannung einzustellen? (Die Hawker selbst hat z.Zt. 12,4V laut meinem Multimeter, neu hatte sie glaube ich 12,8V) Bei normalen Blei/Säure-Batterien stellen beide Geräte die Ladespannung auf ca. 1-2V über der Batteriespannung ein, also maximal etwa 14,5V.

2. Ist diese hohe Ladespannung ein sicheres Zeichen für einen Defekt/Verschleiß?
3. Was kann bei einer angeblich so hochwertigen Batterie eine derart frühzeitige Unbrauchbarkeit hervorrufen?

Gruß
Andreas

Antworten:

Hallo auch Andreas,

in welchem Motorrad ist sie denn eingebaut?

Mackgyver (Andreas)

von Mackgyver - am 15.05.2004 19:03
Hallo Andreas
Wenn vorher in Deinem Motorrad eine "nasse" Batt drin war,ist die Ladespannung für die Bleigel zu hoch.
Du hast sie mit Sicherheit "verkocht" !!
Oben auf dem Deckel des Akkus ist in der Mitte ein kleiner runder Deckel mit noch kleineren Löchern.
Wenn an diesem Deckel ein wenig weisser Belag ist,ist das ein sicheres Zeichen dafür,dass der Akku öfters gegast hat und nun im innern Flüssigkeit fehlt.
Kannst Du aber nicht nachfüllen.
Habe selbst solche roten Hawker aus dem Schrott und zwei davon hab ich auch mal etwas lange am Standartlader gelassen.
Sie haben richtig gesummt als das Gas aus dem Überdruckventil entwich.
Eine war hernach tot,die andere tuts noch,hat aber einen höheren Innenwiderstand als die anderen die ich noch nicht gestresst habe.
Gruss Peter

von Peter - am 15.05.2004 21:16
Ist eine DR-800

von Andreas V - am 15.05.2004 23:34
Zitat

Hallo Andreas
Wenn vorher in Deinem Motorrad eine "nasse" Batt drin war,ist
die Ladespannung für die Bleigel zu hoch.
Du hast sie mit Sicherheit "verkocht" !!


Woran merkt denn die Hawker, daß vorher ne "nasse" drin war? Die SBS8 ist übrigens eine Reinblei-Batterie, kein Gel.

Zitat

Oben auf dem Deckel des Akkus ist in der Mitte ein kleiner
runder Deckel mit noch kleineren Löchern.
Wenn an diesem Deckel ein wenig weisser Belag ist,ist das ein
sicheres Zeichen dafür,dass der Akku öfters gegast hat und
nun im innern Flüssigkeit fehlt.


Nö, ist sauber. Kein Belag.

von Andreas V - am 15.05.2004 23:37
Hallo Andreas
Natürlich merkt die Hawker nicht,dass vorher eine nasse drin war.
Aber das Ladesystem,Lima,Regler ist auf eine nasse eingestellt.
Das heist die Ladeendspannung ist zu hoch!!!
Die Hawker im roten Gehäuse hat keine Öffnungen um Wasser nachzufüllen,ist das richtig??
Den Akku kann man auch Lageunabhängig einbauen,richtig??
Also hat er auch keine freie dh.flüssige Säure.
Die Säure ist in einem Gel gebunden.
Deshalb Gelakku.
Das hatt mit dem Plattenmaterial,ob Reinblei oder Zink-Kohle nichts zu tun.
Schau mal bei Hawker in den Datenblättern nach was die für die Ladeendspannung für einen Wert angeben.
Meiner Meinung nach ist der Wert den Du in deinen Motorras gemessen hast zu hoch.
Zur Abhilfe einen Laderegler für Gel-Batts einbauen.
Oder in die Ladeleitung ein oder mehrere Dioden einbauen bis die Spannung stimmt.
Gruss Peter

von Peter - am 16.05.2004 08:59
Hallo Andreas,

ich fahre schon viele Jahre Suzuki Motorräder und die Erfahrung zeigt, geile Motoren, schlechte Lackierung, billige Federn und eben oft eine schlapp ausgelegte Lichtmaschine. Entweder ist der Regler defekt, wird auch gerne genommen, oder bei deiner Lima ist eine Fase durchgebrannt. Licht und auch sonst alles geht, man kann auch lange Touren machen, nur die Batterie wird nicht voll und ist nach wenigen Startvorgängen leer? Dann ist es in den meisten Fällen die Lima! :-(

Mackgyver

von Mackgyver - am 16.05.2004 09:04
Meine Lima war vor einigen Jahren tatsächlich mal defekt. Ein Metallsplitter hatte sich zwischen Rotor und Stator gezwängt, woraufhin da was durchgebrannt war. Aber das konnte man leicht nachmessen: viel zu geringe Ladespannung, eine Lima-Phase hatte Durchgang zur Masse, auch die Wechselspannung zwischen den Phasen war zu gering. Heute jedoch stimmt die Ladespannung, und auch die Lima-Werte sind gesund (kein Phasenbruch/Masseschluß etc).

Der DR-Big-Regler geht übrigens fast nie kaputt.

btw Du bist nicht zufällig der MacGyver aus dem F650-Forum?

von Andreas V - am 16.05.2004 11:40
Peter schrieb:

Zitat

Hallo Andreas
Natürlich merkt die Hawker nicht,dass vorher eine nasse drin
war.
Aber das Ladesystem,Lima,Regler ist auf eine nasse eingestellt.
Das heist die Ladeendspannung ist zu hoch!!!


Wie stellt sich denn das Ladesystem auf einen Batterietyp ein? Ich denke, das Ladesystem hat von der Fertigung an eine bestimmte Auslegung, und bei der bleibts dann auch, oder nicht?

Daß die Ladespannung derart hoch ist, führe ich wie im ersten Posting ausführlich geschildert, auf eine defekte Batterie (oder auf die spezifischen inneren Eigenschaften der Hawker) zurück. Schließlich stellen auch meine beiden Ladegeräte eine viel zu hohe Spannung ein. Trotzdem will ich nicht ausschließen, daß die Ladesysteme am Auto/Motorrad prinzipiell ungeeignet sind für die Hawker. Nur halte ich meine jetzt gemessenen Werte nicht für verallgemeinerbar. Bei einer gesunden Säurebatterie stimmt die Ladespannung nämlich (13,5-14,5V).

Zitat

Die Hawker im roten Gehäuse hat keine Öffnungen um Wasser
nachzufüllen,ist das richtig??
Den Akku kann man auch Lageunabhängig einbauen,richtig??
Also hat er auch keine freie dh.flüssige Säure.
Die Säure ist in einem Gel gebunden.
Deshalb Gelakku.


Ok, ich bin kein Fachmann, hatte nach allerlei Lektüre den Eindruck gewonnen, daß Gel und Reinblei was verschiedenes wären.

Zitat

Zur Abhilfe einen Laderegler für Gel-Batts einbauen.
Oder in die Ladeleitung ein oder mehrere Dioden einbauen bis
die Spannung stimmt.


Oder ne gute alte Varta kaufen.

Um nochmal auf die Fragen in meinem Ursprungsposting zurückzukommen: hast Du vielleicht ne Ahnung, wieso das Ladesystem im Motorrad und die beiden Ladegeräte so ne hohe Ladespannung einstellen? Wie kann sowas kommen? Innenwiderstand? Vielleicht kann das mal jemand deuten.

von Andreas V - am 16.05.2004 11:51
Hallo Andreas
Die Laderegler in Fahrzeugen die von Hause aus mit "normalen" Bleisäure Batts,dh.sog nassen ausgeliefert werden,sind auch auf deren Ladeschlussspannung angepasst.
Diese Spannung ist in der Regel für geschlossene Gelakkus zu hoch,sie fangen an zu gasen usw.
Deine Ladegeräte sind für den selben Zweck(nasse Bleiakkus) zusammengeschustert!
Hänge mal einen Elko an die Ladekabel und mess die Ausgangsspannung,dann siehst Du wie hoch sie werden kann.
Dann schau mal bei Hawker in deren Datenblättern nach was dort steht über die max.Spannung mit der sie geladen werden darf !!
Es gibt in neueren Motorädern auch Startakkus in Geltechnik,aber da ist auch das Ladesystem drauf angepasst.
In "alte" Krücken kannste nicht einfach so was modernes implantieren ohne entsprechende Anpassung.
Das wäre etwa so ,wie wenn Du einem 80 Jährigen Greis ein Herz eines 10 Jährigen einsetzen würdest.
Deine Ladegeräte kannst Du aber anpassen um die Gels zu laden.
Entweder ein paar Windungen vom Trafo abwickeln und eine Anzapfung herausführen (Umschaltbar),oder Du besorgst dir bei Conrad und Konsorten einen Laderegler und klemmst den zwischen Lader und Akku.
So ich hoffe damit ist Dir geholfen.
Gruss Peter

von Peter - am 16.05.2004 17:06
Meine Fragen sind nach wie vor unbeantwortet, aber trotzdem danke für Deine Infos.

von Andreas V - am 16.05.2004 17:27
Hallo Andreas!

Zitat

1. was bewirkt die Ladegeräte, eine so hohe Ladespannung einzustellen? (Die Hawker selbst hat z.Zt. 12,4V laut meinem Multimeter, neu hatte sie glaube ich 12,8V) Bei normalen Blei/Säure-Batterien stellen beide Geräte die Ladespannung auf ca. 1-2V über der Batteriespannung ein, also maximal etwa 14,5V.

Die Ladespannung bzw. die Kennlinie ist hard -oder software vom Hersteller des Generators oder des Ladegrätes festgelegt. Bei rein spannungsgesteuerten Geräten ist dies weitgehend unabhängig von der Batterie.
Wenn Ströme Einfluß nehmen, hängt es sehr von der Batterie bzw. ihrem Zustand ab!

Zitat

2. Ist diese hohe Ladespannung ein sicheres Zeichen für einen Defekt/Verschleiß?

Nein! es hängt vom "Ladegerät" ab

Zitat

3. Was kann bei einer angeblich so hochwertigen Batterie eine derart frühzeitige Unbrauchbarkeit hervorrufen?


Erstens ungeeignete Ladetechnik, zweitens zu tiefe Entladung, drittens Produktionsfehler

Grüße
Karl

von Karl - am 16.05.2004 17:51
So, nachdem ich keine Lust mehr hatte mich bei dem schönen Wetter mit einer leeren Hawker rumzuärgern, hab ich mir gestern ne neue Varta gekauft. 14Ah, 12V.

Die Varta wird trocken und vorgeladen geliefert und muß vor Inbetriebnahme mit Säure befüllt werden. Nach dem Befüllen und 15min Beruhigungsphase soll die Batterie 2h am Ladegerät bei 10% der Nennkapazität in Ampere geladen werden. Genau das habe ich gemacht, und bei der Gelegenheit erstmal die Ladespannungen beider Ladegeräte angetestet, welche exakt gleich waren, und zwar am Anfang 12,5V. Hab dann alle paar Minuten wieder gemessen und nach und nach stieg die Ladespannung bis auf zuletzt gut 13,5V, was etwa die letzten 30 minuten sich nicht mehr groß änderte (laut Anleitung ein Zeichen, daß die Batterie nahezu vollgeladen ist).

Nochmal der Vergleich Varta-Hawker an denselben Ladegeräten:

Anfangs bei nicht voller Batterie: Hawker 15,5V ----- Varta 12,5V
Nach 1,5h Ladedauer: Hawker 16V ----- Varta 13,5V

Ruhespannung 1h nach dem Laden: Hawker 12,4V ----- Varta 12,4V

Es handelt sich bei den benutzten Ladegeräten um handelsübliche Teile, eines von Einhell 7Ampere (AST512), eines von Elektron 4A (älteres Teil). Ich will für mein Multimeter nicht den letzten Finger ins Feuer halten, allerdings zeigt das Teil bei funktionierenden Equipments stets ziemlich exakt die zu erwartenden Werte an.

Ich erwarte nicht, daß mir das jemand erklärt ;-), allerdings finde ich die Werte zu seltsam, um sie nicht mitzuteilen. Das interessanteste dabei ist, daß die Hawker am Ladegerät durchaus Kapazität auflädt, nicht aber im Motorrad. Werde jetzt gespannt beobachten, wie sich die neue Varta im Mopped gebahren wird. Ladespannung werde ich gleich als erstes messen.

von Andreas V - am 19.05.2004 13:25
Hier noch die Werte für die Ladespannung im Motorrad:

Leerlauf: Hawker 12,3V ----- Varta 12,3V
2500 Upm: Hawker 14,4V ----- Varta 13,5V
5000 Upm: Hawker 14,6V ----- Varta 14V

Sieht so aus, als würde das Ladesystem im Mopped perfekt funktionieren.

Wer mir das seltsame Verhalten aller von mir getesteten Laderegler an der Hawker plausibel erklären kann, kriegt einen Hering!!

von Andreas V - am 19.05.2004 18:51
Hallo Andreas !
Auf Deinen Hering bin ich nicht so sehr scharf da es hier auf unserer
Insel mehr davon gibt als Dir lieb sein könnte.
Was Deine Batt anbelangt ist der Fall doch klar und schon beantwortet
worden .D.h das "gute Teil " ist platt und hochohmig .Die Ladeteile werden
durch den nur noch gering fließenden Ladestrom wenig belastet was zur
Folge hatt das die Ladespannung steigt.
Grüße zum Tag des "Herrn"
Wolfgang

von wolfgang - am 20.05.2004 04:47
Insel? Ok, dann gibts eben keinen Hering. ;-)

Trotzdem danke für Deine eindeutige Aussage.
Hochohmig = großer Innenwiderstand, richtig? Entsteht sowas durch "Verkochen"? Oder durch mechanische Gewalt (Vibrationen, Stoß etc)?

von Andreas V - am 20.05.2004 09:08
Andreas V schrieb:

Zitat

Insel? Ok, dann gibts eben keinen Hering. ;-)

Trotzdem danke für Deine eindeutige Aussage.
Hochohmig = großer Innenwiderstand, richtig?

... ja - leider

Entsteht sowas
durch "Verkochen"? Oder durch mechanische Gewalt
(Vibrationen, Stoß etc)?


...durch beides oder eins von beiden :-) wie so häufig im leben kann man auch im nachhinein nicht immer alles erklären.
euer weiss aus dornbirn am bodensee *derseiensemmmeldazugibt*

von weiss - am 20.05.2004 09:24
Hallo Andreas
Vor kurzem hat einer hier im Forum jemanden gebeten ihm seine alten defekten Akkus zu schicken um sie zu sezieren.
Er ist wohl in der Lage zu ergründen an was sie "gestorben" sind.
Schau mal nach und frage ihn ob er auch an deiner interresse hat.
Gruss Peter

von Peter - am 20.05.2004 14:22
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