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Informationen zum Thema:
Forum:
elweb Batterie
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Jürgen G., Bernd Schlueter, Mario Volkmann, reinhold, Berlingo-98

Wer kennt sich mit EUW aus?

Startbeitrag von Jürgen G. am 24.05.2005 20:13

Wer kennt sich mit der Elektrolytumwälzung bei Bleiakkus aus?
Ich meine damit die Umwälzung per eingeperlter Luft.
Ab wann und wie lange wird die Luft eingeblasen:
- bei Beginn der Ladung?
- am Ende der Ladung?
- während der gesamten Ladung?

Bringt es etwas wenn auch während der Entladung umgewälzt wird?

Der Hintergrund: Säureschichtung
Hab Schichtung bei 40% Entladung und lade die Batts. fast tot bis ich von
1,22 auf wenigstens 1,27 (!) bin.
Hab eine Zelle angebohrt, einen Schlauch (innen 2mm) auf der Seite eingeschoben und nur 3mal mit Lungenkraft eingeblasen und damit die Schichtung beseitigt.
Möchte das für alle Zellen mittels Aquariumpumpe machen.

Gruß, Jürgen

Antworten:

Le Chatelier

Übt man auf ein Stoffgemisch einen äußeren Zwang aus, so weicht das System in Richtung des Zwanges aus. Das heißt, wird die Säuredichte hoch, so will die Säure das Blei vermehrt angreifen, es bedarf einer höheren Gegenspannung, um die Säure daran zu hindern. Sprich, wird die Spannung nicht angehoben, entlädt die Batterie sich bzw. wird nicht ausreichend geladen. Das Gegenteil ist nicht so schlimm, dann wird die Bleibatterie (oben) eben nicht so stark entladen, was diesen Teilen dann eher guttut. Allerdings steigt dann der Wderstand stark an, bei Belastung bricht die Spannung ein, was nicht weiter schlimm ist. Gefährlich ist für die Batterie also nur die zu hohe Säuredichte am Boden beim Laden. Zu allem Unheil werden aber beim Entladen nun die bodennahen Bleiplattenteile endgültig ganz entladen.
Da es bei der Entladung beim Elektroauto ganz schön wackelt, ist die Durchlüftung überflüssig, nur beim ortsfesten Laden entsteht das Problem.
Vorsicht, dass der Belüftungsschlauch auf ganzer Länge oberhalb des Säurestandes bleibt! Man unterschätze nicht den Kapillareffekt und, dass die Lüfterpumpe beim Abschalten Luft zurücksaugt!
Lüfter öfter einschalten während des Ladens! Eine Bildung von Karbonat ist nicht zu befürchten, das gibt es nur bei basischen Batterien, Nicads, NiMh...Die dürfen und brauchen nicht durchlüftet zu werden, auch, weil die Lauge überhaupt nicht in den chemischen Prozess eingreift. Nix le Chatelier.

von Bernd Schlueter - am 24.05.2005 21:19

EUW

Hallo
Die Lufteinblasung startet zu Ladebeginn; also dauernd.
Der Ladestrom kann erhöht werden; die Ladezeit verkürzt sich;
ABER: Luftfilter verwenden.
Die Batterisäure arbeitet so als "Luftwäscher"
Ale Schadstoffe werden rausgefiltert.
Deshalb gibt es unterschiedliche Meinungen zu EUW.
Die Alternative ist Impulsladung zum Säuremischen.
Das machen Laegeräte von Fronius; Benning;...
Bei uns in der Arbeit laufen ein paar hundert Stapler; ohne EUW; aber mit Fronius...
Batterielebensdauer~5 Jahre
Tschau
Reihold

von reinhold - am 27.05.2005 05:57

Re: EUW

Das mit dem Luftwascheffekt ist mir auch schon gekommen :o
Nach ein paar "Mundeinblasversuchen" an einer Zelle reicht es alle 30min
für ca. 2min einzublasen.
D.h. zu beginn der Ladung das erstemal umwälzen und dann alle 30min. da ich feststellte daß sich bei der Entladung auch schon Schichten bilden.
War nach beendeter Ladung die Säuredichte bei ~1,23, so schoß sie nach 3-4 Lungenzügen auf 1,28 in der Zelle!!!
Die Schichtungen verstärken sich von Entladung zu Entladung wenn sie nicht jedesmal mit "kochen" beseitigt wird.
Dabei "müffelt" es Säure. Das kann für die Batterie nicht gut sein (5A/100Ah)
Pro Batterie wird eine Luftleistung von ca. 360ltr./Stunde benötigt damit es ordentlich strudelt.
Wenn das dann 2mal pro Stunde eine Minute lang geschieht, wären es pro Stunde 12ltr. eingeperlte Luft pro Batterieblock bzw. 2ltr. pro Zelle.
Mist daß ich mein Fronius ohne EUW gekauft habe :(
Der Aufwand EUW einzubauen ist nicht allzugroß:
Zellen anbohren, Schläuche mit Düsen rein und diese mit der Pumpe verbinden.
Pumpe an eine Intervallschaltuhr ran und fertig is...

Grüße, Jürgen

von Jürgen G. - am 27.05.2005 19:35

Re: EUW

Achso, nochwas:

Jedes Gasbläschen spaltet ein wenig aktive Masse ab!
Keine Gasblasen: keine Abspaltung
Viele Gasblasen==> !!!
Ausserdem wird die starke Gasung nur durch eine hohe Zellenspannung erreicht ==> hohe Korossion der aktiven Massen
@Bernd:
Schütteln bringt nix, die Schichtung kommt sicher -
bei hohen Zellen mehr, bei niedrigen Zellen weniger.
Selbst bei Vlies-Akkus ensteht sie, wenn auch nicht so stark.
Dafür aber (fast) irreversibel.
Eine Alternative wäre Gel, war mir aber bei aller Liebe zu teurer.
Und einmal überladen ist sie geschädigt.
Bei einer offenen Batterie kann ich rummmessen und eine klare Aussage treffen ob "voll" oder nicht.
Vorteile einer EUW:
- Weniger Energieeinsatz zu Ladung
- erheblich weniger Wasserverbrauch (ab 200 Zyklen nachfüllen)
- Längere Lebensdauer der Batterie durch weniger Gasung und
Erwärmung
...
..
.

von Jürgen G. - am 27.05.2005 19:47

Re: EUW

Hallo Reinhold,
warum sollte eigentlich bei der Luftumwälzung die Luft von außen angesaugt werden. Ich dachte immer, dass nur die Luft innerhalb der einen Akkuzelle umgepumpt wird, also aus dem freien Luftraum oben nach unten in die Flüssigkeit - wo sie dann langsam hochperlt.
Das heißt also, dass keine Verunreinigungen dazu kommen sollten.

Gruss, Roland

von Berlingo-98 - am 27.05.2005 20:55

Re: EUW

Hallo Roland,

Das bedeutet auch eine extreme Säurefestigkeit der Pumpe, oder nicht?

Gruß,
mario

von Mario Volkmann - am 27.05.2005 21:18

Re: EUW

Auweiha, mir wird angst und bange, da hilft ja wohl nur der seitliche Luftkanal in jeder Zelle, sozusagen eine "Mammutpumpe", wie im Aquarium. Dann braucht man nur wenig Luft mit wenig Schadstoffeintrag, wenn man die durch ein Tempotaschentuch oder Aktivkohle filtert, das gibts auch beim Aquarienzubehör.Einige Batterien haben solch einen Steigkanal eingebaut.Diese Plastikröhrchen in VWs und Audis, die seitlich das Batteriegehäuse verlassen und durch den Wagenboden gesteckt sind, sind wohl nur zur Knallgasentlüftung und nicht damit die Bleifische genug Sauerstoff bekommen?

Wie bei Fischen kommt es sicherlich auch auf die Wasserqualität an. Ich denke, doppelt echt destilliert sollte das Wasser schon sein, nicht aus dem Wäschtrockner oder nur entmineralisiert? Kann da auch mal jemand etwas sagen? Vielleicht ein Fehler wenigstens, den man leicht vermeiden kann?


Mist, mal wieder ein Fehler von mir. In diesem thread hier oben habe ich von le Chatelier gesprochen, das war richtig. Aber d'Alembert hatte da ganz oben eigentlich nichts zu suchen, auch, wenn es dort passt. Das war aber nicht die Aussage, die ich treffen wollte...Naja, war immerhin auch ein Franzose und hat den Satz von der Erhaltung der Energie geprägt. Wenn der wüsste, Bleibatterien gabs wohl damals noch nicht?

von Bernd Schlueter - am 27.05.2005 23:19
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