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Informationen zum Thema:
Forum:
elweb Batterie
Beiträge im Thema:
20
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
MarcusMaier, Manfred, Bernd Schlüter, Karl, Berlingo-98, Markus Borck, Jürgen

LiIonenAkkus

Startbeitrag von MarcusMaier am 10.01.2006 20:42

Hallo Zusammen,

ich habe einige Labtopakkus (LiIon) auseinandergefriemelt und festgestellt das in den Rundzellen, wenn man den Deckel abmacht ein Überdruckventil sichtbar wird. Wenn eine LiIonenzelle keine Spannung mehr hat, kann man durch reindrücken des Ventils die Zelle wieder unter Spannung setzen.
Es gibt einen kurzen Plob und dann ist riecht es süßlich.
Ich nehme an das der Geruch vom Elektrolyt kommt, ein Teil davon wird wahrscheinlich als Gas ausgasen.
Das ist wohl auch der Grund warum das Ventil rausgedrückt wird um den Akku abzuschalten.
Kann mir Jemand sagen was das für ein Elektrolyt ist ?
Evtl. chemische Bezeichung und Formel und ob der Elektrolyt giftig ist ?
Riecht zumindest aromatisch ( C6H6 ...).
Dieses Gas ist auch brennbar.

Gibt es Ladegeräte für eine einzelne Zelle 3,6 V Nennspannung ?

Schonmal Danke für die Antworten

Marcus

Antworten:

Mmmh, interessant. Muss auch mal meine Rundzellen öffenen, die haben auch unendlichen Widerstand. Es gibt mehrere von diesen seltsamen Flüssigkeiten, auch solche, die Phosphor enthalten. Aromate sind ja tatsächlich polar und taugen am ehesten unter den nichtwässrigen Flüssigkeiten zum Stromtransport. Lipos enthalten wohl meist ein Lithiumsalz, ebenfalls nicht wässrig, manche ein Gel, das dürfte dann wohl doch wässrig sein??? Lithium- Hexafluorophosphat ist auch solch ein Zeugs, das verwandt wird.

dann werde ich mal Knöfchen drücken...

von Bernd Schlüter - am 11.01.2006 11:11
Hallo Markus

Litiumakkus zu laden, ist sehr einfach. Einfach einen Festspannungsregler auf
4,2 V einstellen und den Ladestrom nach Wunsch begrenzen.
Am einfachsten geht es mit einer Laborstromversorgung.Strom und Spannung frei einstellbar. So mach ich es schon erfolgreich Jahrelang.
Auf längerer Sicht natürlich besser mit separatem Festspannungsregler.
Aber darauf achten, die Zelle nicht unter 2,7 V entladen, das mögen sie nicht.
Man kann auch beliebig viele Zellen parallelschalten.
In meiner Handlampe habe ich 6 Zellen parallel geschaltet und dadurch satt Kapazität. Brauche nur jedes halbe Jahr mal nachladen, geht prima.

MfG, Jürgen aus Finsterwalde.

von Jürgen - am 11.01.2006 14:02
Hallo Bernd,

am Besten öffnest Du mit einer spitzen Scheidezange den in der Mitte abstehenden Pluspol. Mit der Zange umschließen und Köpfchen durchzwicken.
Pass auf das Du keinen Kurzschluss machst !!!!

Darunter findest Du in der Regel ein rundes ALu/Folienplättchen das, wenn die Zelle keine Spannung mehr hat warscheinlich nach oben gewölbt ist. Wenn Du dieses Plättchen reindrückst, hörst Du es ploppen und dann riecht es etwas süßlich.
Ab jetzt ist die Zelle undicht, deshalb habe ich die Öffnung mit Heißleim zugemacht. Nachteil: Wenn die Zelle im Betrieb warm wird, dann wird der Heißleim zu weich und der Elektrolyt gast dann auch stärker aus. Hier brauche ich noch eine billige und gute verschlussmasse, die aber bei Überdruck in der Zelle notfalls aufgeht.
Das der Elektrolyt brennbar ist ( bzw. das Gas) habe ich daran gemerkt, das ich beim Versuch das Loch zu verschließen, einen Kurzschluss verursacht und oben aus dem Loch brannte 15 s eine Stichflamme von einem halben Meter. Ein Flammenwerfer ist ein scheiß dagegen ..... !

Vielleicht gibts noch die genaue Elektrolytzusammensetztung ?

Schonmal Danke für die Antworten.

Marcus

von MarcusMaier - am 13.01.2006 14:41
Hallo zusammen,
ich bin mit Erstaunen und leichtem Grauen auf diese Beiträge gestoßen. Bitte, bitte unterlasst das Öffnen von Lithium-Akkumulatoren!!!!
Erstens dringt danach unweigerlich Wasser in das System, durch die hohe Zellspannung werden Protonen freigesetzt und die Zellen werden sehr schnell unbrauchbar, es ist also ein sinnloses Unterfangen.

Viel wichtiger aber:
Der Elektrolyt besteht aus organischem Lösungsmittel (nicht gerade gesundheitsfördernd) und im allgemeinen aus dem Leitsalz LiPF6. In Kontakt mit Luftfeuchtigkeit entsteht HF und das ist sehr gesundheitsschädlich und ein Einatmen sollte unbedingt vermieden werden!

Falls jemand dann noch auf die Idee kommt, die Elektroden zu untersuchen, so sollte er oder sie schon mal über Partikel im Bereich von 1µm und das Einatmen derselben nachdenken (Feinstaubdiskussion usw.)

Bitte entsorgt die Akkus einfach fachgerecht und macht keine Experimente!

Gruß,
Markus Borck

von Markus Borck - am 30.01.2006 10:03
Hallo Markus,

da stimme ich Dir auch aus med. Sicht voll zu !

Finger weg von Li-Ion zu Bastelzwecken !

Karl

von Karl - am 30.01.2006 10:13
Hallo Zusammen,

deshalb habe ich diese Frage auch ins Elweb gestellt um die wichtigen Infos zu bekommen.

Somit noch ein negativer Punkt bei der Verwendung von LiIon-Zellen. Gesundheitsgefahr !!!
Sollte man nicht die Finger davon lassen und ganz auf NiMh gehen ?

Möchte nicht wissen unter welchen Bedingungen für die Arbeiter die Herstellung erfolgt ! Habe gehört das chinesische Li Zellen von Hand gewickelt werden !!!

Also muss eigentlich auf der Zelle ein Gefahrenzeichen "Gesundheitsschädlich" oder "Toxisch" auf die Zellen drauf, weil diese auch im normalen Betrieb teilweise die Stoffe ausgasen !?!

Das ist mit auch ein Grund, warum ich mir keine zusätzlichen LiIon Akkupacks für mein E-Mobil zusammenbaue. Es kann mehr passieren wie bei NiCd oder NiMh.

Vielen Dank für die Hinweise !

Marcus aus SHA

von MarcusMaier - am 30.01.2006 10:34

Finger weg von Li-Ion zu Bastelzwecken

Hallo Karl

Etwas provokante Gegenfrage,

Worauf bezieht sich das Wort Bastelzwecke?

Auf zersägen, anbohren, quetschen oder andere Extremversuche
mit den Li-Ion Zellen oder schnüffeln an deren Ventilen wen der
vorgang zu täglichen Wartung gehört?

Oder auf deren Einsatz

In Bastelergebnissen, wie Elektromodellflugzeugen oder Rennbooten
(der einsatz in RC U-Booten wäre eh kontraproduktiv) zum Zweck
desen, das die Ihren Bastelzweck erfüllen?

jede Art von Batterie oder AKKU ist auf ihre Art Gesundheits
gefährdend, darum ja das getrennte Einsammeln vom andern Sondermüll.

Auch NiMh sollte man nicht in die Tonne werfen (es sei den Sie ist von
der Gemeinde dafür aufgestellt)

Zum Thema Handwickeln in China, ist wie Fleisch von Supermarkt,
wenns nix kosten soll dann kann das eventuell so sein.

Grüße aus den Bergen Manfred

von Manfred - am 30.01.2006 11:38

Re: Finger weg von Li-Ion zu Bastelzwecken

Hallo Freund aus den Bergen,

die Warnung bezieht sich natürlich nur auf ( deine genannten) extremen Zugänge zur Batterietechnik-
bei geschätzten 10 hoch 9 Handyakkus weltweit ist die Gefahr ( bei bestimmungsmäßigem Gebrauch) wohl als relativ gering einzustufen.

Modellbau war schon immer ein Hobby, welches die Grenzen der Technik ausgelotet hat! Insoweit sehr positiv aber auch sehr risikobehaftet !

Ohne Modellbauer wären wir arm drann!
Andererseits sind die "Drohnen" eine üble Mischung aus Modelbau und Militärtechnik!

Sonnenelektrische Grüße
Karl

von Karl - am 30.01.2006 12:09

Re: Finger weg von Li-Ion zu Bastelzwecken

Hallo Karl

Die Militärtechniker haben in Ihrer Jugend halt
*Mit Schirm, Charm und Melone*
gesehen und nicht nur nach Emme Peel gekuckt. :D


Ausserdem Deutsche Drohnen diehnen nur der Aufklärung

Grüße aus den Bergen Manfred


p.s. Die Aufklärung bei den Drohnen für Militärische Zwecke
bezieht sich auf die Übersicht über das Manövergelände

von Manfred - am 30.01.2006 12:27
Hallo,

mir ist da noch was eingefallen,

die LiIonenzellen die ich letztes Jahr wieder durch öffnen unter Spannung gesetzt habe gehen alle noch.

Und ins Wasser werde ich die bestimmt nicht werfen....
Gestroben bin ich von der Flußsäure auch noch nicht....

Die Frage nach der Gesundheitsgefahr kam von mir...

Das noch dazu.

Bist du Markus Dr. oder Wissenschaftler oder Modellbauer und Karl ein Doctor ?

Bis dann

Marcus

von MarcusMaier - am 30.01.2006 20:15
Hallo Marcus

Ob " Karl ein Doctor ?" ist

weiß ich nicht, aber das Er Arzt ist
das wissen die meisten hier.

Also nicht in den Akku beisen ;-)

von Manfred - am 30.01.2006 21:51
Hallo Marcus Maier,

Dr. Karl Weippert ist Kopf-Chirurg, so viel ich weiss (hallo Karl, stimmt das?) und SAXI Fahrer in München.

Komm zur nächsten Solarparade nach München, ist nicht so weit weg von Dir, und mit Deinen Solarmodulen auf dem TWIKE ist das auch eine passende Veranstaltung für Dich.

Markus Borck wird wohl nicht dorthin kommen. Soviel ich weiß, arbeitet er noch immer in Karlsruhe und an Lithium Akkus. Vermute ich jedenfalls mal. Mit Lithium Akkus hat er sich schon in seiner Diplomarbeit beschäftigt:
"Vergleichende Energie- und Ökobilanz einer neuen wiederaufladbaren Lithium-Metall-Batterie für Elektrofahrzeuge", und Vorträge habe ich schon mehrfach von ihm gehört. Den letzten auf dem bsm Workshop "Elektromobilität" im März 2005 in Kaiserslautern, siehe www.solarmobil.net/download/2005-03-23-fortu.pdf



Markus Borck bitte nicht verwechseln mit Felix von Borck, Akasol Darmstadt. Der kümmert sich mehr um Akabine. Der Wagen heißt jetzt OSCAR.

von Berlingo-98 - am 30.01.2006 23:09

SAXO stimmt nicht!

Hallo Roland,

ich fahre einen SAXI !
Sonnenelektrische Grüße

Karl

von Karl - am 31.01.2006 07:52

Re: SAXI stimmt wieder!

Hallo Karl,
natürlich SAXI, nicht SAXO, sorry für den Schreibfehler, ist schon verbessert.

Die Citroen Leute hatten also doch recht damals, als sei meinten, dass die Verwechselungsgefahr bei den Namen recht gross ist. Daher mußte die Firma Trapos den Namen SAXI dann aufgeben und hat das Fahrzeug später Innovan getauft.

Hat sich aber nicht durchgesetzt, denn die Firma war dann in Konkurs und hat sowieso nichts mehr gemacht.

Da Du den Kopfchirurg nicht moniert hast, denke ich wohl, dass diese Angabe zutreffend ist.



von Berlingo-98 - am 31.01.2006 11:37
Hallo Marcus,
zu meinem Hintergrund:
Ich bin seit mehreren Jahren in der Batterientwicklung tätig und traue mir doch eine gewisse Aussagefähigkei zu.
Zu der Funktion der Zellen kann ich nicht viel sagen, da eine anektodische Beobachtung schon mal ein abweichendes Ergebnis darstellen kann. Sollten die Zellen weiter gezykelt werden, obwohl sie offen sind, d.h. dass eine Öffnung zu den Elektroden besteht, so wird auf jeden Fall Luftfeuchtigkeit in die Zelle eindringen und die Zelle schädigen.

Durch das Einatmen wird man bestimmt nícht tot umfallen oder im ersten Moment schwer geschädigt. Trotzdem ist Floursäure nun mal nicht gesundheitsfördernd und entsteht zwangsläufig. Ich schaue mal nach, ob ich ein Sicherheitsdatenblatt auftreiben kann, um schön zu zitieren. HF ist übrigens geruchslos und deshalb nicht zu detektieren.

Mir sei auch der Kommentar gestattet, dass alle Batteriesysteme Substanzen enthalten, die definitiv nicht zum Verzehr geeignet sind und dass man mindestens gründlich die Hände waschen sollte, wenn man in Kontakt mit Elektrodenmaterialien gekommen ist. Es ist auch nicht ratsam, Brennbarkeit zu prüfen, da hierbei eben unkontrolliert Gase freigesetzt werden.


Gruß,
Markus Borck

von Markus Borck - am 31.01.2006 17:22
Weiß jemand, welches Gas die Sicherheitsabschaltung bewirkt, wenn die Zellen alt werden, und wann das gas entsteht?

von Bernd Schlüter - am 31.01.2006 23:10
Hallo Markus mit "k":

vielen Dank für die Infos.
Ich habe da wohl was falsches in meiner Ausbildung als CTA gelernt:
Wie kam ich auf Flußsäure ??? Floursäure ist natürlich richtig.

Als so gelernter mit extrawissen in Elektrochemie habe ich auch einen gewissen Forchungsdrang ( immer noch).

Naja habe schon so manches Bumm gemacht, aber das Haus steht noch.

Ich werde den Rat befolgen !

Schöne Grüße

M.Maier

von MarcusMaier - am 02.02.2006 13:55

Experimente mit LiIonenAkkus

Hallo Marcus

Sollte es doch mal zu Problemen mit den Haus kommen,
im Offtopic sind gerade alternativen beim Neubau in diskusion
[forum.myphorum.de]
[forum.myphorum.de]

besser währe aber weiterhin Vorsicht walten zu lassen ;-)


und nicht vergessen

nicht in den akku beisen Manfred

von Manfred - am 02.02.2006 15:01

Re: Experimente mit LiIonenAkkus

Habe ich noch gar nicht gewusst, dass es da einen Unterschied gibt zwischen Fluorsäure und Flusssäure. Flusssäure fließt immer den Fluss hinab, Fluorwasserstoffsäure auch. Nur, dass sich Fluor in Lithiumakkus befinden soll, befremdet mich ein wenig. Normalerweise bildet sich in Gegenwart von Metallen sonst immer ein Salz.
Lithiumfluorid, wäre das, Konjunktiv 2.
Naja, lassen wir diese Kleinigkeiten, da das Haus eh zusammenfällt...

von Bernd Schlüter - am 02.02.2006 18:44
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