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elweb Batterie
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren
Beteiligte Autoren:
Bernd Schlueter, Berlingo-98, MichaEL, Momme Dittloff

Test Aldimignons Marke Pfeife

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 17.04.2006 18:06

Die neuen FIFs im braunen outlook express sind getestet. Die mit dem 100 kHz-Generator gemessenen Innenwiderstände von nur wenigen Milliohm haben sich voll beim Kapazitätstest bestätigt:
Erstens nur 3% absolute Abweichung von 2 Amperestunden statt der fehlerhaften Aufschrift von 2100 mAh.
Zweitens: Das Spannungspeakverfahren arbeitet im Gegensatz zu den früheren Zellen zuverlässig: Bei erster leichter Erwärmung ist der Akku voll. Wir wollen jetzt versuchen, ob durch Hochstromimpulsladeverfahren noch mehr herauszuholen ist. Der erste Eindruck: nein

Wenn die neuen Zellen also zu 95% das halten, was sie versprechen, dann haben wir hervorragend geeignete Batterien für unsere Elektroautos vor uns, die wir nur noch in endlosen Reihen auf Batterieplatten einzusortieren haben, denn 1000 bis 4000 Stück wollen gut untergebracht sein.
Dafür kann man mit Permmotor sicherlich an die 300 km Reichweite erwarten.
45 Liter nimmt solch ein 1000er Plattensatz ein, 180 Liter die volle Ladung mit 4000 Stück und 100 Strängen zu 40 Stück zu insgesamt 200 Amperestunden und 120 kg Masse. Die lassen sich gut im Fahrzeug verteilen.

Der entnehmbare Strom wird der volle sein, ebenso die entnehmbare Kapazität.

Ein Problem: Die Oberfläche ist oxidiert, der niedrige Innenwiderstand von rund 5 Milliohm ergibt sich bei Messung mit Vierleitertechnik, sonst nur durch mächtigen Andruck gut und trocken gereinigter Kontakte mit Glaspinsel und Schleifmasse. das ist auch ein echtes Problem, dass von unserem neugebauten Hochfrequenzmikroohmmeter schonungslos enthüllt wird.

Also, ran an die Arbeit, wie beseitigt man die Übergangswiderstände der Batteriekontakte, ohne gleich jahrelang mit Löt- oder Schweißarbeit zubringen zu müssen?
So, wie sie aus den Blisterpackungen kommen, taugen die Zellen nicht zum Stapeln ala Taschenlampenbatterie...

Die Mignons sind das beste, was unser AT3 bisher gesehen hat, die Babies und Monos können da überhaupt nicht mitreden!
Bernd

Antworten:

Ansmänner im Vergleich

Diverse Ansmänner kommen nicht entfernt an die niedrigen Innenwiderstandswerte der Aldis heran, obwohl sie sonst die kapazitätsstärksten der Massenware sind. Die aufgedruckten Kapazitätswerte erreichen die Ansmänner meist wirklich, aber nur bei sehr bescheidenen Strömen.
Ansmänner kosten ca 2,50 Euro pro Mignon, die neuen brauenen FIFs gibt es für knapp 2 Euro gleich zu viert.
Also, 500 Euro das 2,4 kWh-pack.
Spezialflugzeugbatterien kosten ein Mehrfaches von beiden.

Merke: Aus dem 2,4-kWh-pack holt man mehr heraus, als aus drei 120 Amperstunden-Bleibatterien bei einem Drittel Gewicht. Aber erst einmal drankommen, bei den miserablen Andruckkontakten!

Die alten FIFs waren S.



von Bernd Schlueter - am 17.04.2006 18:26

Vier Schwalben machen keinen Sommer

Wer einen Blick nach draußen wirft, dem wird klar: Mit den vier getesteten Mignons ist der Sommer noch nicht da.
Ich erwarte fleißig Rückmeldung von EUREN Tests.



von Bernd Schlueter - am 17.04.2006 18:29

Wärmeentwicklung

Ich bezog meine Überlegungen jetzt immer auf das Cityel.
Das Cityel hat einen nach unten offenen Batteriekorb von Knapp 75 Liter Fassungsvermögen. Verwendet man Mignons, so haben diese eine sehr große Oberfläche und es ist möglich, den Batteriekorb geschlossen zu halten, weil bei Bedarf effektiv mit Luft gekühlt werden kann. Die Erwärmung der Batterien hängt ausschließlich vom Spannungseinbruch durch die Strombelastung ab, und der ist gerade bei den Mignons, sofern die Übergangswiderstände an den Kontaktflächen klein bleiben, überaus gering und in keiner Weise mit der von Bleibatterien vergleichbar, denn die Mignons stecken die beim Cityel übliche Belastung problemlos weg. Auch sind aufwendige Wasserkühlungen überflüssig.
Ich werde zwar mit meinen Artikeln hier viel böses Blut erzeugen, aber ich bitte, statt um unqualifizierte Kritik, nachzumessen bzw. meine Rechnungen zu korrigieren.

75 Liter Fassungsvermögen bedeuten theoretisch Raum für gut 1400 Mignons. Allzudicht stapeln sollte man sie nicht und Luftzufuhr ermöglichen. Das können die viereckigen Winkelräume zwischen den im quadratischen Muster angeordneten Zellen sein, die man der Länge nach durchbläst. Kühlung muss bei Dauerfahrt schon sein. Die Batterien heizen sich bei einem Kurzschluss theoretisch um ca 400 Grad auf. Die Betriebserwärmung hängt vom Wirkungsgradverlust infolge der Belastung ab, die vielleicht bei 10% liegt und zu einer Erhitzung um bis zu 40 Grad liegen könnte. Nur im Inneren der packs.
Mono- und Babybatterien können weder beim Leistungsgewicht, noch beim Wirkungsgrad mithalten. Ich denke, es ist sinnvoll, sich mit dieser Materie zu beschäftigen. Die bisherigen Batterien der Massenanbieter erreichten in keinster Weise ihre Spezifikationen. Diese tun es. Diese vier Mignons, wohlgemerkt, die noch eine Eintagsfliege darstellen. Die früheren Aldiauflagen wichen in innerem Widerstand und Kapazität unerträglich ab. Die ebenfalls defekten Plusauflagen waren in der Hinsicht erträglich, versagten aber beim temperaturgesteuerten Ladeverfahren (Wendepunkttangente).
Noch einmal: 30 Gramm pro Mignon, 80 Wh/kg oder 12,5kg/kWh, je nachdem, welchen Wert man bevorzugt.
Das ist tatsächlich gemessene Kapazität.

Was ich noch vergessen habe, beim Factfour ist der Batterieraum größer! Außerdem dürfte es keine Probleme machen, um und über dem Batterieraum noch einige dünne Lagen Batterien, ruhig ungekühlt, zu verteilen.

Noch einmal: direkte Parallelschaltung der Stränge ist nicht erlaubt, Feuergefahr.
Noch etwas? Ja, für diejenigen, die es noch nicht wissen: es sind NiMh-Akkus.


Die Ansmänner können sich hinter diesen vier Aldis verstecken.
Bernd



von Bernd Schlueter - am 18.04.2006 07:35

Re Aldimignons (12 Volt Paket)

Wie (und wieviele) sollte man diese Mignons vernünftigerweise zusammenschalten, um z.B. einen Ersatz für für eine 12 Volt Batterie mit etwa 100 Ah zu erhalten?

Wieviele:
10 in Serie für 12 Volt und das ganze 50 Mal, um von 2 auf 100 Ah zu kommen?
Ich vermute, so einfach ist die Rechnung nicht. Und falls doch: bei Aldi werden die Verkäuferinnen etwas sparsam gucken, wenn ein Kunde 500 Mignons möchte. ;-)
Bei 250 Euro ist der Batteriepreis allerdings attraktiv und durchaus eine Alternative zu Blei!

Citycom sollte sich mal an den Batteriehersteller wenden!

EL-Gruß,
MichaEL

von MichaEL - am 18.04.2006 12:37

Re: Wärmeentwicklung

Hallo Bernd,

ich kenne leider nicht die Selbstentladung dieser Mignonakkus, aber die dürfte bei 3,5 kWh beträchtlich sein!
Ein weiteres Problem dürfte das Laden von so vielen parallel geschalteten Strängen sein.
Gruß Momme

von Momme Dittloff - am 18.04.2006 16:09

Wärmeentwicklung

Bitte nicht zu voreilig! Noch sind erst vier Mignons aus einer einzigen Blisterpackung getestet. Das genügt noch nicht, um sich da gleich in die Vollen zu stürzen. Aber immerhin, sollten da keine ernsthaften Ausfälle vorkommen, wie bei den vorigen FIFserien, dann wird die Sache hochinteressant. Die Selbstentladung ist natürlich zu beachten, vor allem zerstört sie einen Akku. Bei einem Auto, das mindstens wöchentlich benutzt wird, ist das kein Thema.
100 Ah sind gar nicht nötig, um die gleiche Reichweite, wie bei einer 100er Bleibatterie zu bekommen, eher 60 Amperestunden, also 30 Stränge mit je 30 Batterien, also 900 Stück mit sage und schreibe, nur 27 kg Masse. Die Reichweite ist dann aber nur bescheiden, wie bei einer intakten Bleibatterie.
Unterschätzt bitte die Kontaktwiderstände nicht! Die können die ganze Freude zunichte machen.
Also, ich würde erst einmal mit einem Test anfangen, vielleicht 10 Dreißigerstränge. Diese würde ich mit je einem Mosfet zusammenschalten, sodaß die Rückwärtsdioden zum Laden über je einem zusätzlichen Widerstand, der auch Sicherung ist, dienen, die fast verlustfreie Transistorstrecke aber zum Fahren. Mit dieser können dann auch die einzelnen Stränge eingeschaltet werden (Leuchtanzeige!) , um das Battriemanagement so zu gestalten, dass immer bis zur vollen Emtladung und zur vollständigen Ladung gefahren wird.

Also, bitte, das ist noch ein Projekt, an das wir uns erst einmal langsam herantasten. Meine bescheidenen Erfahrungen stimmen zwar sehr hoffnungsvoll, sind aber noch keineswegs das Amen des heiligen Vaters Benedictus.

Immerhin ist bewiesen, dass ein gewaltiger Sprung vorwärts mit diesen Leichtgewichtzellen möglich ist. Es dürft kein Problem sein, ein paar hübsche Chinesenmädchen zu überreden, die mit etwas Silberdraht zusammenzustricken, damit dieses leidige Kontaktproblem entfällt. Unterschätzt das nicht, wenn die Batterien den halben Tag in solch einer Rabbelkiste herumbollern! Und die Verpackung will auch ideenreich angefertigt werden.

Noch mal ein paar Zahlen: 30 Batterien füllen ein PE-Rohr von 15 Innendurchmesser von 1,5 Meter Länge, man wird zweiteilen müssen. 10 solche Stränge müssten sich gut mit zehn Transistoren zusammenschalten lassen, nebst den erwähnten Widerständen gegen unsymmetrische Erwärmung. (Ein Muss).
40 Batterien für 48 Volt sind sogar 2 Meter als Klapperschlange, die müssten wir schon dreiteilen



von Bernd Schlueter - am 18.04.2006 23:28

Re: Wärmeentwicklung und keine Aldi Akkus für Autos

Hallo Bernd,
bitte bitte empfehle hier nicht durch Deine Diskussionen, für Fahrzeuge Batteriesätze mit Mignon Akkus von Aldi oder so zu bauen. Das Thema - so dachte ich - ist hier in den Foren von Zeit zu Zeit immer wieder erschöpfend behandelt worden, und ich dachte eigentlich, dass es reicht.

Aldi und Co vertreiben preisgünstige Akkus, die für Kleingeräte gedacht sind. Ich wage die Behauptung, dass die Qualität für Fahrzeugeinsätze nicht gegeben ist.
Meine Einschätzung gründet sich auf eigene Testkäufe und Messungen. Ladeströme für meine Mignons von Aldi, Lidl und Mediamarkt sind dabei mit rund 1A und 2A gewählt, auch zum Vergleich, was höhere Ladeströme bringen. Erstes Testergebnis: die Akkus sind so ungleichmäßig in der Kapazität, dass Du schätzungsweise die dreifache Menge kaufen müßtest, um einigermaßen gleichmäßige Sätze konfektionieren zu können.

Falls Du wirklich grosse Akkusätze konfektionieren willst, müssen Qualität und Eigenschaften hinsichtlich der Hochstromfestigkeit beim Laden und Entladen gegeben sein, außerdem eine hohe Gleichmäßigkeit bei der Kapazität. Hinsichtlich des thermischen Managements, also der Wärmeabfuhr bei Ladung und bei Entladung, ist viel Erfahrung nötig. Bei Hybridfahrzeugen wird hier viel Aufwand getrieben, wie entsprechende Veröffentlichungen zeigen. Ich wünsche viel Vergnügen bei Deinen Versuchen. Zur Kontaktierung: Akkus mit Lötfahnen sind zu bevorzugen, damit man vernünftige Verbindungen schaffen kann. Und ein elektrisches Management ist unbedingt nötig.

Ich habe mir gerade drei Stück Li Akkus von Panasonic besorgt, den häufigen Typ 18650 mit 3,7 Volt und 2,2 Ah, gedacht für den Austausch bei einem kleinen Sony Subnotebook. Als ich den alten Orginal Sony Akkusatz öffnete, war ich über die sehr umfangreiche Beschaltung innerhalb des austauschbaren Akkusatzes erstaunt. Wenn Du Interesse hast, mache ich mal ein Foto. Und hast Du Dir mal die Beschaltung und die Akkusätze im TWIKE angeschaut?

Meine nochmalige Bitte: schreib hier nicht spekulativ von vielen Metern (Batterie-) Klapperschlangen, sondern berichte erst von wirklichen Erfahrungen nachdem sie gemacht worden sind.



von Berlingo-98 - am 19.04.2006 08:55

Keine Mignons kaufen!!

Ich werde, glaube ich, missverstanden. Es wird sich ja wohl niemand das vabanquespiel mit Tausenden Mignonakkus, deren Qualität noch unbekannt ist, antun. Auch ich bin nach den Misserfolgen vorsichtig geworden und habe nur vier Mignons gekauft, was ja wohl nur zu einer allzu dürftigen Aussage führt. Andererseits spricht überhaupt nichts dagegen, dass Mignonakkus mit einer Qualität massenweise produziert werden, die wir zum Beispiel von immerzu konstanten Qualität von beliebeigen Bleibatterien gewohnt sind und sich zu einem Renner entwickelt haben. Für die Mignons spricht vor allem, dass auch diese sich billig (natürlich nicht durch uns) bündeln lassen. Die kleinen süßen Chinesinnen brennen förmlich darauf, diese in für uns passende Form stricken zu können. Sie ahnen nur noch nicht unsere Wünsche.
Nein, auch Mignons lassen sich praktisch ohne Kosten in Kapazitätsklassen einteilen. Nur war das, was Aldi in der Vergangenheit lieferte, purer Ausschuss.
leider konnte ich, nach dem ersten Erfolg (die Plus waren immerhin ein Teilerfolg) keine weiteren akkus mehr in Düsseldorf bekommen, so schnell hatte sich die neue Qualität herumgesprochen.
Nein, ich habe bisher festgestellt, dass gegen Kontaktwiderstände ohne Schweissung kein Kraut gewachsen ist. Jeder, der ungelötete NiMhs in Taschenlampen einsetzt, kennt das Problem...



von Bernd Schlueter - am 21.04.2006 20:49

Re: Keine Mignons kaufen!!

Mist, jetzt habe ich zuviel gewarnt. Dabei ist ein aussagekräftiger Test gerade bei den Billigmignons so preiswert wie nie! Warum sollen wir denn da nicht wirklich einmal zehn Euro opfern und 20 Zellen testen. Ich habe mich jetzt auch von Roland abschrecken lassen und nur vier stück zu insgesamt 1,99 Euro gekauft. Vor drei Wochen hätte ich für ein Euro das pack weitere hinzukaufen können, habe dann aber mit Rücksicht auf Roland darauf verzichtet.
Ich finde es eigentlich enttäuschender, wenn eine 300 und mehr Euroinvestition versagt. Die Aldiladegeräte sind übrigens ungeeignet schwachbrüstig, funktionieren aber.
Übrigens halte ich Mignons für sicher gegenüber Kurzschlüssen und explosiven ExKursionen.
Also, mir wären weitere Erfahrungsberichte willkommen und, sollte es wirklich einmal zu einer zuverlässigen serie kommen, sähe ich kein Problem darin, frei china eine feste Verdrahtung per Nickelschweißung zu organisieren.
Sließlich sind alle unsere Zellen aus vielen Platten, die dann zusammengefügt wurden, aufgebaut. Eine externe Verbindung ist da viel anpassungsfähiger und 'Reparaturen' zugänglicher.
Ein Bleibattriesatz besteht aus hunderten Einzelplatten!



von Bernd Schlueter - am 28.04.2006 15:28
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