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Informationen zum Thema:
Forum:
elweb Batterie
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Konrad S., Titus Jäger, Bernd Schlueter

Erfahrungen beim Laugentausch bei offenen NiCd-Akkus?

Startbeitrag von Konrad S. am 27.07.2007 10:12

Hallo,

ich habe einen Schwung gebrauchter Flugzeugzellen (Saft, 50 Ah), die ich momentan in meinem CityEl erprobe. Erste Tests haben gezeigt, dass die von mir selektierten 30 Zellen (Bordspannung 36V) beim Laden alle über 1,5V gingen. Die Kapazität war durchweg über 50 Ah (Test bei Entladung mit ELV-Testgerät und 20 A konstantem Laststrom).

Nun habe ich nach einigen Zyklen das Problem, dass ein großer Teil der Zellen beim Laden nicht mehr über die 1,5V kommt. Andere kommen über 1,5V und fallen dann in der Nachladephase wieder unter 1,5V herunter.

Beim Fahren gehen nun immer einzelne Zellen deutlich vor den anderen auf 0V. Dies passiert deutlich vor 50 Ah. Ich schätze mal, ich habe maximal 30 Ah entnommen, dann sind die ersten Zellen platt. Wenn ich diese dann vor dem nächsten Laden separat etwas anlade, dann sind sie wieder einsatzfähig, aber dann brechen eben andere Zellen früher ein.

Das komplette Entladen und frisch Aufladen führt zum kurzfristigen Erfolg (Reichweite > 30km), aber nach 3- 4 Ladezyklen oder ca. 100 gefahrenen km taucht das Problem wieder auf.

Langsam gehen mir die Zellen zum Wechseln aus. Daher habe ich überlegt, ob ev. ein Laugenwechsel Abhilfe schaffen könnte. Über die Suchfunktion im Forum habe ich einige Beiträge zu diesem Thema gefunden. Frage: hat jemand so einen Laugenwechsel durchgeführt und danach bessere Fahrleistungen festgestellt?

Im Handbuch von Saft steht leider nichts genaues über die Zusammensetzung der Lauge. So wie ich es verstehe, kommen neben dem Hauptbestandteil Kalilauge noch andere Additive dazu. Wer weiss hier genaueres?


Antworten:

Hallo,
Laugentausch habe ich auch schon ausprobiert (Saft mit 27Ah). Hat wenig bis nix gebracht.
10 Zellen davon sind im City El eingebaut: Kein Unterschied.
Gefüllt habe ich die Zellen mit Destiliertes Wasser 70% und Kaliumhydroxid 30%, wie in der Anleitung.
Was die Akkus wieder ausgleicht ist eine definierte Überladung. Am Anfang lud ich 1,4C rein. Der Wasserverbrauch war aber etwas hoch. Jetzt lade ich bei Normalladen Abschaltung bei 1,53V pro zelle +0,1C rein und alle 1-2 Monate 14h mit 2,7A ohne Spannungsüberwachung. Die Zellen haben sich mitlerweile sehr gut ausgeglichen.

Gruß
Titus

von Titus Jäger - am 28.07.2007 22:58
Hallo Titus,

erreichen denn Deine Zellen die 1,53V alle halbwegs zur gleichen Zeit? Bei meinen Zellen ist es extrem unterschiedlich. Manche gehen schon in Richtung 1,6V, andere hängen permanent bei unter 1,45V und kommen gar nicht über die 1,5V.


von Konrad S. - am 30.07.2007 05:37

@ Titus: Frage wg. Akku-Konfiguration

Hallo Titus,

sag mal, wie hast Du denn die 60 Zellen angeordnet? Ich denke mal als 2 Stränge à 36 V, oder? Hast Du diese beiden Stränge parallel beim Laden und beim Entladen, oder schaltest Du zwischen den beiden Strängen um?

von Konrad S. - am 30.07.2007 09:36
Hallo Konrad,
meine Zellen waren extrem unterschiedlich in Alter, Kapazität und Spannungslage.
Ich dachte schon sie wären Schrott.
Am Anfang habe ich sie alle schön bis 1,5V geladen.
Der Kappazitätsunterschied war ernorm 16- 24Ah.
Dann habe ich sie 14h bei 0,1C blubbern lassen (Spannung egal), und sie da
24-29Ah. Die Spannungslage wurde im Gebrauch immer besser.
Wegen des Wasserverlustes habe ich dann die Überladung von 0,4C auf 0,1C
reduziert.Sie laufen dann aber langsam von der Spannung auseinander.
Darum mache ich ab und zu eine Wartungsladung 14h mit 0,1C.

2 Stränge mit je 36V entkoppelt mit zwei Dioden.
Das Ladegerät besteht aus einem Schaltnetzteil, gesteuert von einer Siemens Logo.
Die Stränge können einzeln oder zusammen geladen werden.

Gruß
Titus

von Titus Jäger - am 30.07.2007 21:59
Hallo Titus,

welche Dioden verwendest Du?

Wenn Du beide Stränge parallel laden möchtest, musst Du die Dioden dann überbrücken?

von Konrad S. - am 01.08.2007 07:09
Hallo,
hier gibt es die Dioden. Du brauchst nur eine, da Zwei Dioden in einem
Gehäuse sind. [www2.schukat.com]

Das Ladegerät hat auch jeweils eine Diode am Ausgang.


Gruß
Titus

von Titus Jäger - am 02.08.2007 09:57
Die LTUs lassen die Dinger blubbern, was das Zeug hält. Schon bei festgestellten 5% Ladungsdiffernz werfen die sie Heraus. Dann hat man wenig Probleme. Die Dinger sind wahrscheinlich zu ausgelutscht, und man muss schon tüchtig ausgleichsladen, um gleiche Bedingungen zu Schaffen. Die Dinger werden sehr schnell auseinanderlaufen, wenn Du nicht höllisch aufpasst, wann die ersten entladen sind.
Sprich, Du entlädst die noch guten nur teilweise, bis sie genauso schlecht sind, wie die anderen. Oder, Du machst einen Riesenaufwand mit der Aussortierei und unterschiedlichen Behandlung.
Die Fluglinien können sich so etwas nicht leisten.
Die Viecher haben sozusagen einen Reservetank eingebaut, der noch nach Tagen nachlädt, aber schon, wenn der nur einmal in Anspruch genommen wurde, fliegen die Akkus raus. Privatflieger starten allerdings, bis auch der Reservetank völlig leer ist. Die musste nicht nehmen.
Laugentausch bringt nur über die Erhöhung der Ionenkonzentration etwas. Da wird Kalilauge vom Kohlendioxyd herausgefangen, hat aber sonst kaum negative Auswirkungen. Leider kann man wegen des Gewichtes des Karbonats die Laugendichte nicht richtig bestimmen, sonst könnte man einfach Lauge bzw. Kaliumhydoxydbrocken nachkippen. Die Flieger tauschen nie.
Bernd

von Bernd Schlueter - am 13.08.2007 13:24
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