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elweb Batterie
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Bernd Schlueter, Ethan Arnold, Dr. Mabuse, Lecki, R.M, bastelwastel24, Reinhold Schebler, Uuoudan, SB, Multimegatrucker

560 Volt DC mit 220 Volt laden... Aber womit?

Startbeitrag von Multimegatrucker am 29.08.2008 04:24

Frage an die Ladeprofis...:spos:

Fällt jemanden evtl. eine Möglichkeit ein, wie ich aus 230VAC einen 560VDC Akku (bis zu 600V Ladespannung) laden kann?
Gibt es (außer aus großen USV-Anlagen) irgendwelche Produkte von der Stange in der Industrie, die sich für sowas hernehemn bzw. umbauen ließen?

Ich Grüße euch

Johannes

Antworten:

Es gibt Spannungsverdopplung, nichts einfacher als das, sofern Du zulässt, dass das Ding während der Ladung unter Spannung steht.
Was Du brauchst? Zwei Ladekondensatoren für jeweils die halbe Spannung, dann je Phase, die Du anschließen willst, zwei Dioden. Damit Dir nicht alle Sicherungen durchbrennen noch eine kleinere Drossel oder sonstiger Strombegrenzungswiderstand.
Damit erfüllst Du auch nicht entfernt die Bedingungen zur Einhaltung des Formfaktors PFC (Leistungsfaktorkompensation), aber, um eine Batterie einmal voll zu bekommen, genügts.

50 Hz-Trafos sind out und erfüllen auch PFC nicht, es bleibt sonst nur ein kompletter AC/DC-Wandler. Die Sekundärseite des HF-Trafos erhält dann eben mehr Wicklungen, Sprich, ein Ladegerät ist ein solcher Wandler.

Wenn Du es kompliziert machen willst oder die Teile schon hast, kannst Du auch ein normales Ladegerät nehmen und danach wieder einen DC/DC Wandler, der die ganze Spannung wieder, galvanisch entkoppelt, hochsetzt. Dafür nimmst Du einen normalen 12 , 24 oder 48 Volt-Wandler, der normalerweise 235 Volt Wechselstrom erzeugt, den Du sehr leicht modifizierst, sodaß er Deine gewünschte Spannung, sogar stabilisiert, herausgibt. Nein, Spannungsvervielfachung ist kein Thema.

Aber warum es kompliziert machen? Du nimmst Deinen bisherigen Lader, oszillografierst seine Primärseite, berechnest einen passenden Ferrittrafo und knallst diesen parallel zur Primärseite.
Sekundär bringst Du die passende Wicklung auf und verschaffst Dir die passenden schnellen Dioden.
Ferdisch.
Halt, da ist noch was. Du musst der PWM noch sagen, welche Spannung die Batterien gerade haben. Manche Wandler wollen auch noch wissen, welcher Strom sekundär fließt. Das ist meist nicht die Welt.
Muttu mehr erzählen.

von Bernd Schlueter - am 29.08.2008 06:59
Hallo Johannes
Eine Drehstrombrücke (3-Phasen-Gleichrichter) mit klassischer Glättung 660V-MP-Kondensator-Drossel-660V-MP bringt genau 560V (doppelt gefährlich,weil nicht netzgetrennt).Wie schon gesagt,gespeist durch eine Drehstromdose.
wotan

von Uuoudan - am 29.08.2008 22:25
Willst Du Dir einen elektrischen Stuhl basteln? Vielleicht wüsste ich einen Aspiranten dafür. Eigentlich wollte ich den aber zum Mond schießen.
Der Aspirant ist kein Elektroautofahrer. Das käme mir nie in den Sinn.

von Bernd Schlueter - am 30.08.2008 05:58

Re: 560 Volt DC aus 220V AHHH genau da brauch ich doch so 420V für's Twike ;-))

Hallo Bernd

Was kostet es, wenn Du mir das baust für sagen wir 420V?
Das ist doch genau das was wir für's Twike brauchen - wenn man mit alten Akkus rumspielt :D
Drehstrombrücke (3-Phasen-Gleichrichter) o ja aber

Zitat
Uuoudan
(doppelt gefährlich,weil nicht netzgetrennt)


:confused:

von SB - am 30.08.2008 12:46
Hallo!
So Travos gibt es günstig z.b. für Röhrenendstufen.
Da sind sogar Spannungen von 1200 - 2500 V üblich.

Alternativ wäre es möglich Travos für Schaltschränke zu nehmen...
Man könnte auch 2 Trenntravos sekundär in Reihe schalten...
Schaltpläne und Bezugsquellen kann ich nennen.
Tschau
Reinhold

von Reinhold Schebler - am 31.08.2008 10:10
Mit nem IGBT und ner fetten Ferritdrossel kann man leicht solche Spannungen erzeugen. Parasitäre zerstörerische Schwingungen kann man damit gut vermeiden. Mein Gott, habe ich damals Transistoren verschossen. Ich habe mal zwei Putzeimer davon billig bei Bühler erstanden...
IGBT besitzen eine Schutzschaltung vor dem gate, das allzu rüde Ansteuerung verhindert, muss aber trotzdem zusätzlich beschaltet werden. Der Selbstbau wird heute vor allem durch das vorgeschriebene PFC behindert. IGBTs arbeiten meist im kV-Bereich. 3,2 kV ist ziemlich gängig. Mein Saxo hat welche (120 Volt).

von Bernd Schlueter - am 18.09.2008 07:07
Wenn man aber kein Ladegerät oder sonstiges Spielzeug hat, das man umbauen kann... und eine Ladeschlußspannung von ca. 620V braucht (ich nämlich für mein laufendes Corsa-Projekt) - wie soll ich da am besten verfahren? "Einmal vollkriegen" reicht nicht, sollte schon einigermaßen dauerhaft brauchbar sein und relativ effizient. Darf auch Drehstrom sein, möglicher 230V Betrieb wäre aber schöner. Netztrennung? Wozu??? Akku und alles Hochvoltige wird gut berührungsgeschützt verpackt.

Achja, gerne auch µC steuerbar, würde gerne die Ladekurven programmieren können. Da keine hohen Ströme fließen (max 20A) dürfte so ein Schaltnetzteil relativ schnuckelig und effektiv werden, oder?

von Ethan Arnold - am 01.10.2008 15:30
Hallo

Einfach mal ein paar Geräte in serie schalten, dann sollte es gehen, oder zum Ladegerät noch ein Schaltnetzteil in Serie schalten mach ich seit Jahren um die Bleilader für Nicd weiterverwenden zu können.

Gruß

Roman

von R.M - am 01.10.2008 17:13

Galvanisch total getrennter Suppentopf mit PFC

Inzwischen ist PFC Pflicht und nichts ist schwerer powerfactorzucompensieren als solch eine powergleichrichterschaltung. Die Dioden hämmern da gnadenlos ins Netz, wenn man nicht ordentliche Gegenmaßnahmen ergreift. Trotzdem ließe sich da mit Filtern etwas machen. Der größte Aufwand ist dann übrigens der, den man treiben muss, um die Verbiegung des Netzsinus rückgängig zu machen. Wenn ich mir allerdings anschaue, wie verbogen manches Netz ist, frage ich mich, ob der Herr Kohl dadurch so fett geworden ist, weil ein paar Elektroautofahrer ein paar Spielregeln nicht beachtet haben.
Auf Jeden Fall bringst Du mit einer einfachen Spannungsverdoppelungsschaltung unsere Branche in Verruf, wenn Du dich damit umbringst oder das Netz mit unerwünschten Oberwellen vollnagelst.
Trotzdem seien Dir einige der eigentlich einfachen Schaltungen nicht vorenthalten:

[sol.ea.rbs.schule.ulm.de]

Praktisch wäre es natürlich, jemand hätte solch einen fetten Trenntrafos für Dich aufbewahrt, damit Du netzgetrennt die Familie in Angst und Schrecken versetzen kannst. Auch trägt die Streuinduktivität der Trafos zur Dämpfung allzu schlimmer Netzverwirrung bei.
Auf jeden Fall wird die Spannung nicht ganz so hoch, wenn Du mit einem LC-Tiefpass der Netzverbiegung entgegenwirkst.

mit IGBTs und einer fetten Induktivität = Spule lassen sich ansehnlich große Leistungen jeglicher Spannung unterhalb 3000 Volt erzeugen. IGBTs sind für solche Experimente die sinnvollsten Halbleiter.
Ich habe meine großen Pläne wegen der Gesetzesänderungen zur Leistungsfaktorkorrektur aufgegeben. Da hat sich ja auch wirklich niemand auch nur an die einfachsten Regeln gehalten. jetzt will man das gleich 150%ig auf unserem Rücken ausbügeln, ein Vorhaben, das nur langsam Früchte zeigt.
Als Vierzehnjähriger habe ich mir mal eine ziemliche Brandwunde bei meinen illustren Experimenten zugezogen. Die andere Hand war eben nicht in der Tasche, und wenn man sich ganz besonders auf etwas konzentriert, sieht man umherhängende Drähte nicht. Aua!
Gemerkt habe ich nichts, denn ich lag eine unbekannte Zeit lang bewusstlos auf dem Boden und wachte von selbst wieder auf. Das war Vervierfachung der Netzspannung mit fetten Gleichrichtern und Elkos für die Paula 35.
Ist aber alles eine Frage der Vorsicht und nicht mit atomaren Experimenten zu vergleichen.
Schaltungen könnte ich aufmalen, Zeit für Experimente habe ich noch nicht.

Mal weiter schreiben, weil heute Feiertag ist.

Eigentlich ist das ja alles gar kein Problem, wenn ich auf meine beiden Induktionskochplatten schiele...
Hausaufgabe: Jeder kauft sich solch ein Ding für 25 oder jetzt etwas mehr Euros in Salzkotten und schaut hinein. Mit PFC hat dann keiner mehr etwas zu tun. Ist bereits eingebaut.


Vorschlag: eines meiner ersten Projekte mit dem Suppenkochgerät, das ich jeden tag in Benutzung habe. 21 windungen hat die Primärspule mit 150 Volt. Zweimal so viel bekomme ich auch noch gewickelt, dann haben wir mit Verdopplung Dein Problem gelöst. Genügen 1700 Watt?
Gesucht: ein Topf aus Ferrit. Mit Suppe angenehm.

von Bernd Schlueter - am 01.10.2008 23:15
Hallo Bernd,

ich greife das Thema nochmal auf, weil es für mich bald aktuell wird. Mein Corsa ist heute aus eigener Kraft aus der Werkstatt gefahren und wird bald auch wieder geladen werden wollen.

Der Akku besteht aus 11x50V/20Ah. (Jedes Pack 15x3.2V/20Ah) Also rund 500V im Leerlauf, geladen. Somit reichen mir 560V aus der Drehstromsteckdose für eine Ladespannung von 3,4V pro Zelle, das soll mir auch erstmal reichen, muß in der Testphase auch nicht voll werden. Bleibt nur die Frage, wie regele ich den Ladestrom? Will ja nicht einfach Drehstrom --> Gleichrichter --> Siebkondensator --> Akku anschließen oder?

Verstehe ich Dich richtig, daß ich irgendein Induktionskochfeld zerlegen soll und daraus was basteln kann? 1700W wäre ok für den Anfang, damit wäre der 10kWh Akku ja in ca. 6h geladen, völlig ausreichend. Aber bevor ich jetzt einkaufen gehe, würd ich doch gern etwas genauer wissen wie Du das meinst ;-)

Gruß,
Ethan

von Ethan Arnold - am 18.05.2009 18:32
Hallo Ethan,

ich habe eine Quelle für 0-600V / 0-100A Hochfrequenz Schaltnetzteile.
Allerdings 230V und 3Kw.
Bleibt dann so bei 5A Ladestrom bei der Spannung.
Mit Volt- u. A-Meter.

Ca.998.- Euro

Passt aber auch für alle jemals gebauten Fahrzeuge.....

Gruß

von bastelwastel24 - am 18.05.2009 19:02
Ich muss gestehen, meine Induktionsherdteile habe ich mir nicht wieder vorgeknüpft, das sollte ich jetzt wirklich mal tun. Was fällt mir da noch ein als Spannungsquelle?
Da ich ungern Ferrittransformatoren wickele, denke ich nur über fertige Teile nach.
Die älteren Computernetzteile ohne PFC erzeugen, nicht potentialgetrennt vom Netz, etwas über 600 Volt, dazu mit einer PWM-Regelung, über die sich sowohl die Ausgleichsspannung, wie der Strom einstellen lassen. Die Regelung selbst ist potentialgetrennt.
Es sind lediglich zwei Dioden zu ergänzen und schon funzt die Sache, nur, aua, 600 Volt gegenüber Erde. Die Ausgangsleistung beträgt dann gut das Doppelte der Netzteilnennleistung und umzubauen ist kaum etwas.
Der Schwachpunkt sind immer die Trafos, die die Leistung begrenzen. Ich vermute, dass es mit den PFC-Netzteilen auch geht, nur mit niedrigerer Ausgangsspannung. Aber eine Spannungsverdreifachung oder Vervierfachung ist auch hier kein großes Hindernis.
So könnte man aberr auch mehrere Netzteile unabhängig voneinander parallelschalten, oder aber, und dann wäre alles potentialgetrennt, wir schalten die jeweils 2 mal 12 =24 Volt hintereinander und verdoppeln jeweils die Spannung, bis wir auf die 600 Volt kommen, das wären dann, wenn wir die 12 volt noch auf 15 Volt anheben, 10 möglichst gleiche Netzteile mit je 60 Volt Ausgang. Hierbei haben diese aber nur ihre Nennleistung.
10 Stück zu 5 Ampere also 3 kW.
Das bequemste ist da immer noch die 21 windige Kupferlitzenspirale unter der gut isolierenden Glasplatte meiner Induktionsherde, das Gegenstück auf der anderen Seite lässt sich berührungssicher auflegen.
Moment, ich geh mal in die Küche: also, tut mir leid, 180 Minuten ist die längste einprogrammierbare Zeit. Als Temperaturschutz lassen sich als Minimum 60 Grad einprogarmmieren und die Leistung lässt sich von ca 200 bis 1700 Watt regeln. Wo ist mein Ossi? Den brauche ich jetzt, um festzustellen, welche Art von Belastung das Ding abweist. Eisen mag er, das ist offensichtlich, Alu überhaupt nicht. Ich vermute, das verzehrt keine Schwingkreisenergie, denn ich vermute, das ist das Funktionsprinzip, ein Serienschwingkreis, von einer PWM-gesteuerten Brücke angetrieben. Ist die Güte des Kreises zu hoch, bei fehlendem Eisen, übersteigt die Spannung den zulässigen Wert und das Ding verweigert nach fünfmaligem Fehlstartversuch die Pfanne oder Spule mit fehlender Belastung...
Noch Theorie, wo ist mein Ossi?

Ich vermute, man kann damit wirklich jede erdenkliche Spannung bei dem entsprechenden Strom erzeugen. Die untere Grenze dürfte bei ca 15 Volt und 100 Ampere liegen (nur eine Windung).

Die Lösung von Peter wäre die, man brauchte nicht zu basteln und das deutsche Handwerk hätte sich das Teil selbst zugelassen. Das dürfen Ingenieure und andere angebliche "Laien" ja nicht. Zudem wäre auf jeden Fall ein PFC drin, das ich allerdings in den Induktionsherden vermute und das in den neueren Computernetzteilen Vorschrift ist.

Ich bastele ja zur Zeit an ganz anderen Dingen und Ihr dürft mich ruhig daran erinnern, dass es ja viel interessantere Dinge gibt. Elektroautofahren macht schließlich Spaß, und wenn überall solch ein 25 Euro-Induktionsherd herumstände, auf dem wir unsere Batterien aufköcheln könnten, das wäre schon ein Fortschritt. Wobei auf die aufgelegte Sekundärspule auch noch eine Bratpfanne passt. Für die Nachladephase, wenn nicht mehr alle Leistung benötigt wird.

Esotheriker bitte weghören. In meiner Umgebung wimmelts davon. Magnetisch strahlenverseuchtes Essen und so. Aber Straßenbahnfahren und Handybequasseln, das tun sie ohne Bedenken.

Dr. Mabuse, bei 50 Hz-Trafos nicht mit PWM, wenn dann nur nach Hinzufügen einer verlustreichen Drosselpule. Aber 400 Volt mal 1,41 = 564, dazu noch Abgriffe, mit denen kann man bestimmt was machen...das ist doch was fürs Erste...wenn das Gewicht also überhaupt keine Rolle spielt...

[cgi.ebay.de]|65%3A1|39%3A1|240%3A1318|301%3A0|293%3A1|294%3A50

...unter "Trenntrafo". Die haben meist gute Isolation, bei den höheren Leistungen ausreichend Wirkungsgrad und passen gewichtsmäßig gut zu Bleiakkus und Bleienten. Ansonsten sollte ich mir inzwischen wirklich mal Gedanken machen um eine brauchbare Lösung auch für mich. Was für meinen Saxo passt, passt auch für Eure Kisten. 2mal 300 Volt Gleichspannung symmetrisch zur Erde, autsch!
Eine Gleichspannungschutzschaltung würde nur funktionieren, wenn man sich auf Erde und Nullleiter 100%ig verlassen könnte
------------------------------

Was Inoculator da mit seinen Magnetfeldern macht, das geht eh auf keine Kuhhaut mehr, dafür braucht man schon die eines katalanischen toro aus Barcelona.

von Bernd Schlueter - am 18.05.2009 20:29
Hallo Ethan

Ich hätte noch einige 1KVA, und mehrere 0,5kVA 50 Hz Trafos, von 230V~ auf 380, bzw. 400V~.
(Der Trafo hat mehrere abgriffe auf der 400V Seite, galvanisch getrennt. ein 1kW Trafo wiegt 12-13kg.
Bei Bedarf einfach bei mir melden.
Damit würdest Du Deine 565V bekommen. Strombegrenzung mußt Du dann noch einbauen z.B. mit einer PWM auf der Sekundeärseite...

Viele Grüße Daniel

von Dr. Mabuse - am 18.05.2009 20:39
Hallo,

da einzig brauchbare was mir dazu einfällt:

China machts möglich :hot:

Immerhin 9 kW und 288V mit CE Zertifizierung !!! Mit zweien sollte es wohl gehen(wenn galvanisch getrennt). Aber 380V werden die wohl brauchen, es gibt aber auch kleinere bei denen und fragen kostet ja wohl nichts.

Gruß

Uwe


von Lecki - am 19.05.2009 00:35
Die Idee mit dem PC-Netzteil gefällt mir. Hab mal ein einigermaßen aktuelles 330W-Exemplar aus dem Keller geholt und geöffnet: [rc-autopilot.de]

Ich vermute (hoffe) daß alles was ich brauche, auf der unteren "Etage" ist. Da die Stromzufuhr extrem abgeschrimt ist (oben links), denke ich mal, das dürfte mit PFC zusammenhängen?

Links unten, neben der Spule, ist der Gleichrichter. Darüber (oben mitte) 2x 450VDC Elkos (82µF). Weiter hab ich jetzt noch nicht durchgemessen... mein Multimeter ist in der Werkstatt und ich bin noch zuhause. Werde dann mal anfangen die Schaltung etwas zu verfolgen und durchzumessen was da so anfällt. Wenn jemand solche Netzteile zufällig in- und auswendig kennt, wäre ich für jeden Tipp dankbar!

von Ethan Arnold - am 20.05.2009 09:35
Bisher habe ich noch kein Netzteil mit PFC umgebaut, das sollte nicht viel anders sein
Das Hauptproblem, das ich sehe, ist die fehlende Netztrennung, wenn Du nicht
aus den Sekundärwicklungen die 600 Volt erzeugen willst. Nicht potentialgetrennt wäre mir schon ziemlich unheimlich.
Spannungsverdoppeln kannst Du an den primären Gegentakteingängen, indem Du da nur zwei Dioden ergänzst. Die Sekundärwicklung ist dann allenfalls gut, fehlende geringere Spannungswerte hinzuzuaddieren, zwischen 5 und ca 60 Volt.

Aber nein, damit wäre ich überhaupt nicht glücklich für den täglichen Gebrauch. 1200 Volt von solch einer Spannungsvervierfachung haben mich einmal voll erwischt. Da frage ich mich eh, warum das schwächliche Netzteil, das geht auch viel direkter vom Netz: mit verpolungssicherem Stecker symmetrisch zur Null je einmal +und-320 Volt.
Auch damit ist überhaupt nicht zu spaßen, da gefährlicher als Wechselstrom. Ein Trost: einen Wechselfehlerstromschutz kann man durch einen Gleichstromschutz ergänzen, der das Ganze bei versehentlicher Berührung hoffentlich potentialfrei schaltet.
Ja, das würde auch alles in solch ein Netzteilgehäuse passen, auch mit einigen kW Leistung. Das Netzteil selbst würde nur feintunen mit 5 bis 20 Ampere...
Von PCF und Berührsicherheit kann dann allerdings keine Rede mehr sein.
10 solche Netzteile mit 10 mal bis 60 Volt potentialferien Augängen, das würde mir schon eher gefallen. Genauer gesagt, 20 mal bis 30 Volt hättest du dann auch zur Verfügung, ohne irgendetwas hinzuzufügen. Sprich, du hättest gleichzeitig einen Spannungsbalancer für unterschiedliche Akkus während der Ladung. Die Netzteile könntest Du alle einzeln betreiben.
Die Sekundärdioden auf der 12 Voltseite sind meist schnell und halten erstaunlich hohe Spannungen aus. Leider paarweise verschaltet, sind aber billig erhältlich.

Noch etwas: die älteren Netzteile haben nicht notwendig einen guten Wirkungsgrad! Die gefährliche direkte Spannungsvervielfachung schon.

von Bernd Schlueter - am 20.05.2009 13:23
Also, aus dem PC Netzteil kriege ich höchstens 388V DC (im Leerlauf). Wenns potentialfrei wäre, könnte ich natürlich 2 Stück parallel schalten.

Ich hab nix gegens Potentialfrei machen, aber nut mit verhältnismäßigem Aufwand. Ich verstehe aber ehrlich gesagt immer noch nicht die Notwendigkeit, solange alles gut isoliert und gekapselt ist. Kiloweise Trenntrafo werde ich sicher nicht einbauen.

Auch 20 oder auch nur 10 Netzteile in Reihe schalten kommt nicht in Frage. Ich bin schon für außergewöhnliche Basteleien offen, aber das wär mir dann doch zu abgefahren, und vor allem platzverschwenderisch. Es würde ja alles in ein PC-Netzteilgröße reinpassen, das würde ich auch gerne verwirklichen. Aber ein Schuhkarton und 5kg ist absolut max Größe was für mich in Frage kommt.

Also nun weitergesponnen: Wir wärs wenn ich diese 380V Gleichspannung nun mit 20khz zerhacke und durch ein Ferrit-Trenntrafo jage um es zu verdoppeln, da gibts doch bestimmt was passendes von der Stange (bzw. wahrscheinlich schon auf der Platine), oder? Eins der Chips auf der Platine ist übrigens ein TOP222P, ein Schaltnetzteiltreiber soweit ich flüchtig gesehen habe, vielleicht kann ich den anpassen? Das Endergebnis dann per PWM und Mikrocontroller laut programmierbarer Ladekurve ansteuern und schon hab ich das perfekte Produkt (auch zum Twike laden etc... eben alles was >300V hat). Von dem Teil hab ich zwar keine Ahnung aber vielleicht kennt jemand dazu ein paar nützliche, lehrreiche links (gerne englisch) und gibt mir was zu Lesen ;-)

von Ethan Arnold - am 20.05.2009 13:47
Du wirst eh keine ganz leeren Batterien laden, deshalb brauchst Du auch nicht all zu viel Spannung regelbar machen. Also, wenn Du das Selbstmörderteil bauen willst, dann wirst Du wohl auch auf eine vollständige Leistungsfaktorkorrektur kein all zu hohes Gewicht legen und nur der radiomäßigen Entstörung Genüge tun wollen. Die Endstufentransistoren haben meist ganz schöne Leistungen, damit könntest Du eine Spannungsvervielfachungsstufe choppen, sodass deren Spannung regelbar ist, mit einer ordentlichen Drossel.
Mit einem selbstgewickelten Ferrittransformator einige kW zu schaufeln, das ist ein riskantes Unterfangen, was manchmal aus nicht vorhersagbaren Gründen zum Defekt führen kann. Glücklicherweise sind Halbleiter nicht mehr teuer und wenn ich nicht so bequem wäre und anderes im Kopf hätte, hätte ich schon längst so etwas gebaut. Die schönen Induktionherde haben mir es allerdings so angetan, dass ich da keinen Gedanken mehr verschwendet habe. Also, da läuft bei mir der Hase und, wie ich den Laden so besehe, funktioniert der Induktionsherd genau, wie die PC-Netzteile, aber mit einem ausgeprägten Resonanzkreis, dem über Eisen Energie entzogen wird.
Habs noch nicht genauer untersucht. Das wäre dann auch das Verfahren, dass ich bei einem Ferriteigenbautransformator anwenden würde. Aber wenn ich mir die schöne isolierende Glasplatte über der großflächigen Induktionherdluftspule so anschaue, das ist für mich das Non Plus Ultra.

Also, zu unserem Mordanschlag: Dicke Elkos hast Du in den Netzteilen. Nur die verwendest Du, samt den Gleichrichtern, und was zur notdürftigen Entstörung beitragen kann, denn Du willst das Teil ja nur im Notfall verwenden und wenn ich mir auf dem Ossi die Netzspannung beschaue, geht da immer noch sehr viel durch Das ist jedenfalls kein Sinus. Die Wechselstromanschlüsse des Gleichrichters werden Zusammengelegt, und an die Phase gelegt, die beiden Kondensatoren je vom Nullleiter an die noch freien Enden der Diodenbrücke. Dazwischen hast Du dann über 600 Volt nit Kawummtich. Jetzt müssen wir noch den Strom begrenzen und soweit es geht, den verbogenen Sinus im Netz geradebiegen.
Zweite Oberwelle und alle geraden gibt es, wegen Symmetrie, nicht. Dritte und fünfte, mächtig, die viel höheren bekommen wir schon in den Griff. Strom regeln? Wäre ja nicht schlecht, über ein 150 Hz-Filter, das reduziert sowohl den Ladestrom, wie den Leistungsfaktor.
Was möchtest Du? Ein Lademanagement? Lies mal, wie die alle ihre Batterien und Lader zerschießen, weil sie unzuverlässig sind!
Für mich käme an das Ladegerät auf jeden Fall eine mechanische Zeitschaltuhr, die ich auch nach dem dritten Joint noch schlafend bediene und ein Schütz, das ich vom völlig getrennt, fest an den Batterien angelöteten Lademanagement einschalten lasse, damit es, wenn ein Betrunkener irgendwo Hand anlegt, sofort alles abschaltet.
Man hört hier ja so die schlimmsten Dinge, was da so passiert. Auweiha, und da sitzt selbstverständlich eine möglichst sichere Fehlerstromschutzschaltung, auch für Gleichstrom, dran, da muss ich erst einmal in mich gehen. Jedenfalls fand ich mich damals, ohne eine solche, für unbekannte Zeit schlafend vor, die voll geladene Kondensatorbatterie immer noch in der linken Hand.
Mein rechter Mittelfinger erinnert sich noch sichtbar daran.
Waren allerdings 1200, nicht 300 Volt.
Deshalb mag ich ja auch so das elektrische Fahren...wenn Du niemand anderes den Schlüssel für den Lader gibst, hielte ich es schon für verantwortbar. Alle Fernseher bargen früher die exakt gleiche Gefahr und sind teilweise heute noch im Betrieb. Es gibt Durchlauferhitzer und Vaporetten...
Alfred Tetzlaff, der berühmte Fernsehstar, da bin ich Zeuge, überlebte mehrfach die Berührung mit einem solchen Teil...
Vorsichtshalber kannst Du Dir ja auch solche Hosenträger zulegen, damit Du im Fall der Fälle nicht ohne dastehst.

Die Bezeichnungen auf den gelben Trafos und Spulen sind übrigens hilfreich. Sie entsprechen den amerikanischen Normenbezeichnungen, an die sich die Chinesen sehr zuverlässig halten. Sind im Web verzeichnet.

Jetzt denke ich aber auch noch über etwas anderes nach: Eine am Drehstromstecker nicht potentialfrei angebrachte PCF, die mir nicht nur den passenden Gleichstrom für meine Kiste mit unter 150 Volt liefert, sondern dabei auch noch sehr verlustfrei. Heute habe ich gemessen, das ganze System ist ebenfalls potentialfrei und da ließe sich ebenfalls ein Fehlerstromschutz für alle Fehlerstromarten anbauen. Der kommt in eine Extrakiste und ist Pflicht. Geladen wird eh dann nur in der Garage mit Zeitschaltuhr.


von Bernd Schlueter - am 20.05.2009 15:11
Zitat
Bernd Schlueter
Die Bezeichnungen auf den gelben Trafos und Spulen sind übrigens hilfreich. Sie entsprechen den amerikanischen Normenbezeichnungen, an die sich die Chinesen sehr zuverlässig halten. Sind im Web verzeichnet.


Kannst Du mir evtl. mit einem Link weiterhelfen? Ich hab mehrere Kombinationen der Angaben gegooglet und nichts gefunden...

EDIT: Aber ich hab ein Schaltplan vom PC-Netzteil gefunden: [www.smpspowersupply.com]

Auch sonst ist die Website recht interessant.

von Ethan Arnold - am 20.05.2009 15:29
Nein, habe ich leider nicht auf diesem Rechner, ist zu lange her. Ich habe einfach die Bezeichnungen in google eingegeben und bekam sehr bald eine Firma, die die Trafos im Programm hat. meist Hinterhoffirmen, die die mit Epoxy zusammenkleben. Umzuwickeln ist aussichtslos, die zerbrechen praktisch immer und passende gibts für uns nicht. Müssen wir selber wickeln. 2 Volt pro Windung, oder bei meinen dickeren 10 Volt. Die glbe Folie ist auch genormt, mit einer ziemlich hohen Durchschlagfestigkeit. Irgendjemand hier im Forum weiß mehr dazu.

Wenn ich es mir recht überlege, wir müssen sowas bauen, auch ohne Potentialtrennung. Beim Drehstromstecker haben wir eine Festlegung der Null und wir könnten eine Warnlampe anbringen, die uns signalisiert, wenn Null fehlt...Meine Kiste ist auch potentialgetrennt, da kann man sich zwar nicht drauf verlassen, aber es ist eine gute Voraussetzung für den Einbau eines wirksamen Fehlerstromschutz.



von Bernd Schlueter - am 20.05.2009 17:53
Hallo,

da Johannes urspünglich nach was von der Stange gefragt hatte, habe ich heute mal meine Ablage durchforstet und dabei ist mir folgendes durch die Hände gegangen:

das GEN3300 von hivolt aus Hamburg, 600V Ausgangsspannung bei 3,3kW Leistung, funktioniert
mit 230V als auch mit Drehstrom. Gibt es auch noch mit mehr Leistung als GEN5kW und davon
sind bis zu 4 Paralellschaltbar, allerdings läuft das GEN5kW nur mit Drehstrom.

Gruß

Uwe

von Lecki - am 20.05.2009 18:53
Hi Uwe,

danke, dort werde ich mal anfragen (zur Klarstellung: Eigentlich ist dies ursprünglich meine Anfrage gewesen, ich hatte Johannes per Email gefragt und er hats netterweise hier gepostet), allerdings bezweifele ich daß man so ein Gerät für unter 1000 EUR bekommt.

Es kann doch nicht so schwer sein, ein simples Netzteil was technisch weniger leistet als ein PC Netzteil (geringe Spannungsdifferenz, nur eine Spannung statt 5), zu bauen bzw. ein passendes irgendwo zu finden???

von Ethan Arnold - am 20.05.2009 19:38
Hi Ethan

Wie gesagt, ich habe alte 50Hz Trafos mit 500Va, bzw. 1kVA von 230V auf 380,400,420V~ herumstehen.
Die könntrest Du für ein paar Euro haben. Einschaltstrombegrenzer, Gleichrichter dran und läuft.
Entweder eine Drossel als Strombegrenzung auf der Primärseite, oder eine stromgeregelte PWM auf der Sekundärseite...
Das sollte fürs erste genügen...

Viele Grüße Daniel

von Dr. Mabuse - am 20.05.2009 20:34
Ein paar Hundert Watt bekommst Du mit einem um einen weitern Trafo ergänztes PC-Netzteil hin, plus schnellen Dioden und Kondensator.
Hohe Leistung kostet als Fertiglösung Geld. Eine nicht potentialgetrennte Lösung ist fast umsonst und in der Leistung nach oben überhaupt nicht begrenzt.

Neuentwicklung kostet wenigstens Zeit, dazu zähle ich auch das Induktionsherdkonzept.

Eine Übergangslösung sind die schwachbrüstigen Eisentrafos Daniels, die würde ich, wenn das reicht, wegen der Einfachheit und Sicherheit gegen Ausfällen, dann auch vorziehen.

Ganz unabhängig davon würde ich eine fest verbaute Sicherheitseinrichtung einbauen, die bei Berührungen alles stromlos schaltet, ferner die Zeit und die Temperatur, alles unabhängig voneinander, also nicht durch einen einzigen Prozessor, überwacht. Da könnten auch die Spannungsmessung und das Batteriemangement mit verbaut sein. Wegen Lithium, bitte alles redundant.

Wenn ich mir so ansehe, welche Werte hier regelmäßig verschossen werden.

Was die hohen Spannungen und die Berührsicherheit angeht, da hätte ich noch eine ganz andere Lösung, die auch beim Fahren für Sicherheit, fast umsonst, sorgt...
Näheres vielleicht am Telefon 021514537781. Wohnst Du weit südlich?

von Bernd Schlueter - am 21.05.2009 04:47
Hi Bernd,

weit südlich ist relativ, ich wohne an der Bergstraße (Südhessen).

Ich ruf Dich gern am Wochenende mal an, danke fürs Angebot.

Gruß,
Ethan

von Ethan Arnold - am 22.05.2009 07:50
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