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elweb Batterie
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Erster Beitrag:
vor 6 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 11 Monaten
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Schepi, RalfZ, Sven Salbach, thegray, Andi aus Bad Essen, Bernd Schlueter, Stefan Schmalbein, Stefan B., R.M, GDE, omitreligion, modulo

Frage zu Batterien für den Saxo und co.

Startbeitrag von Schepi am 07.08.2011 17:17

Moin und Hallo aus Friesland!

Bin absoluter Neuling in Sachen Elektroauto. Bin von der Idee aber total begeistert.
Leider musste ich feststellen das solche Autos wirklich teuer sind. Scheint an den Batterien zu liegen? Ab und zu kann man ein Elektroauto zwar zum Kauf finden, aber dann sind oft die Batterien hin.

Wie sieht es z.B. mit den Batterien für den Saxo aus? Aus den Beschreibungen im Internet habe ich erfahren, das es sich hierbei um 20x 6 Volt mit 100 Ah handeln soll. Wenn ich jetzt speziell nach diesen Batterien suche würden diese mich etwa 200 euro pro Stück kosten. Und das sind dann schon billige.

Wäre es nun auch möglich andere Batterien zu nehmen? Z.B. 12 Volt 100 Ah. Die sind merkwürdiger weise billiger. Oder 2x 6 Volt 50Ah in Reihe? Oder gleich 24 Volt Batterien? Geht das? Das man da „Spielraum“ hat? Macht dass das Ladegerät mit? Oder muss man da was umprogrammieren? Habe da leider keine Ahnung und möchte mich für meine Blöde Frage auch entschuldigen. ;-)
Also, für eine Antwort Bedanke ich mich schon mal im Voraus.
Gruß Michael

Antworten:

Hallo

Es handelt sich um Nicd Akkus nicht um Blei akkus der 6V 100AH Block kostet neu um die 500¤.

Relativieren tut sich der Preis wenn man die Lebensdauer einkalkuliert Blei etwa 200Zyklen Nicd etwa 3000 Zyklen, auserdem kannst du bei den hohen Strömen in einen Elektroauto bei Blei nur die Hälfte der Kapazität entnehmen du müstest also für die gleiche Reichweite die doppelte Kapazität einbauen.

Also Vergleich mal mit 6V 200Ah Blei mit 6V 100AH Nicd.

Das ergibt 33 kg je Block bei Blei und 13 kg je Block bei Nicd.

Preis ist dann ungefähr gleich wenn du fast neue Nicds die mit 300¤ gehandelt werden mit den Blei vergleichst die je nach güte auch 300 ¤ je 6 V block kosten.

Wenn man die Lebensdauer einbezieht kostet als Blei locker das 10fache wie Nicd.

Gruß

Roman

von R.M - am 07.08.2011 19:55
Hallo Roman,

schön erläutert.

Ja, man wird als E-Auto- User früher oder später zu einem Akkuexperten.

Bei Elweb unter an und verkauf gibt es ein angebot eines polnischen händlers für lifeypo4 akkus inkl ladegerät und bms für ca 5000 euro für ein frz elektroauto. das klingt sehr konkurrenzfähig ohne selbst erfahrung damit zu haben.

Umbau auf Li-Ion eines älteren Fahrzeugs das für nicd ausgelegt ist, ist eine Sache für erfahrene Experten. Heeg von Solarmove soll das anbieten. Aber ohne Gewähr, da ich darüber keine Rückmeldungen habe.

Sie können einen alten Renault Twingo problemlos von Lorey Maschinenbau aus Offenbach umbauen lassen. (oder ein anderes auto).

von blei würde ich abstand nehmen. habe aber neulich gehört, dass die bleiakkus die bei uns für viel geld verkauft werden in asien einen bruchteil kosten. man bestelle sich also einen container voll blei trockenbatterien (und füllt diese mit säure vor gebrauch) und fährt praktisch kostenfrei bis ans lebensende selbst wenn man jährlich seine akkus wechseln sollte. das ist natürlich ärgerlich und macht natürlich auch arbeit....

bleiakkus sind träge und für traktionszwecke eigentlich kaum geeignet. da die akkus nie lange halten ist es ein großes geschäft für die industrie.

gruss, dragan

von omitreligion - am 12.08.2011 07:10
Hallo,

die Computersteuerung beim Saxo ist nicht so einfach zu ändern. Die ganze Elektronik (Fahrtregler, Ladegerät, DCDC-Wandler und Computer) ist eine Einheit. Leider gibt es darüber sehr wenig Infos, wie man die Teile verändern kann. Deshalb ist es sehr schwer machbar, eine ander Akkutechnologie in diesen Fahrzeugen zu verwenden.

Gruß
Gunther


von GDE - am 12.08.2011 12:23

Batterien

Moin!
Also ich hätte (hatte) die Möglichkeit einen Peugeot 106 zu bekommen. Für 2500 eur. Leider sollen die Akkus hin sein. So wie bei den meisten Autos. Auf der dieser Seite:
[www.emission-zero.de]
werden die Blei / Li-Ion / NiCd Akkus verglichen. Da bei sieht es für mich aus, das die NiCd die bessere Wahl sind. Ich dachte immer das die Li-Ion die besseren sein? Und zudem sind die NiCd nicht schon „verboten“? Und Li-Ion brauchen ein BMS. Was ist mit NiHm Batterien? Dazu kommt, das man zwar Geld ausgeben kann für neue Batterien, die dann 200.000 km halten, aber das alte Auto wird die Zeit wohl nicht überleben. Kann man nicht jeden Akku nehmen? Also auch welche z.B. für Handys oder Laptops oder sowas?
[cgi.ebay.de]
diese hier würde nur 2000 euro kosten um auf 120 V und 100ah zu kommen. Oder rechne ich jetzt falsch? Gruß Michael :-)

von Schepi - am 12.08.2011 13:53

Re: Batterien

hallo Schepi,
schreib mir eine PN mit Deinen Kaontaktdaten.
Dann kann ich Dir mehr dazu sagen wie und wo ein Umbau auf LiFeyPo4 möglixch ist.

von modulo - am 12.08.2011 19:26

Re: Batterien

Moin!!
modulo hat mir schon sehr geholfen. Danke auch dafür. :joke: Jetzt habe ich aber noch ein paar Fragen. :confused:

1. Ist es unbedingt Notwendig 3,2 V Akkus (LiFePO4) zu nehmen um auf die 120V Versorgungsspannung zu kommen? Oder könnte man für den Citroen Saxo bzw. Peugeot
106 auch z.B. 10x 12V LiFePO4 Akkus nehmen? Der Preis wär für die Akkus wär zwar etwas teurer, aber durch die geringe Anzahl von Akkus wäre dann das BMS geringer. Das dann wieder günstiger wäre.

2. Wie ladet man dann eigentlich die eingebauten LiFePO4 Akkus im Auto? Also kann man das über die Sagem-Box machen oder benötigt man ein extra Ladegerät?

Ich würde mich freuen, wenn mir jemand Auskunft geben könnte und Bedanke mich schon mal im Voraus. :D
Gruß Michael


von Schepi - am 23.08.2011 15:40
Hi Shepi,

die 12V LiFePos sind nur getarnt.
Wenn Du sie aufmachst (Was Johannes gemacht hat) wirst Du 4 x 3,2V LifePos ohne BMS darin entdecken.

Daher sind sie nicht gut für Elektroautos geeignet, sondern nur für flache Ladung und Entladung.

Außer:
Du baust sie auseinander und versiehst jeden einzelnen mit einem eigenen BMS...

Dann kannst aber auch gleich die einzelnen kaufen :-)



von Andi aus Bad Essen - am 23.08.2011 15:55
Hallo!
Danke für die Info. Und schon wieder etwas schlauer.
Da hast du recht. Das brings nicht. ok. :drink:

Und was ist mit dem Ladegerät? Benötigt man ein extra Ladegerät oder werden die Akkus über die Sagem-Box geladen?
Gruß
Michael

von Schepi - am 23.08.2011 16:05
Zitat
Schepi
Und was ist mit dem Ladegerät? Benötigt man ein extra Ladegerät oder werden die Akkus über die Sagem-Box geladen?

Ich habe einen Saxo mit 40 Stück LiFePO drin. Das Ladegerät in der Sagem-Box wurde nicht verändert. Das BMS kontrolliert die Ladung und beendet die Ladung dadurch daß der Sagem-Box vorgegaukelt wird daß die Ladeklappe geöffnet wird. Dann stoppt das Ladegerät in der Sagem-Box.

An dieser Methode gefällt mir daß der Eingriff in die Original-Elektronik minimal ist. Man muß nur die Leitung von dem Klappen-Schalter anschliessen.

Ralf


von RalfZ - am 23.08.2011 17:02

Re: Batterien

Nimm IMMER Einzelblöcke..
Du kannst genausogut Einzelblöcke nehmen und nur an jedem vierten eine Messleitung..dann hast Du das gleiche wie bei einem 12V Block!
Die 12V Blöcke sind nichts anderes als vier in Reihe geschaltete Zellen ohne jegliche Balancierung!
Daher dringends nur als Starterbatterien empfohlen.

von Sven Salbach - am 24.08.2011 06:17

Batterien

Moin!
Danke Sven. Ok. Nur 3,2V Batterien.

Danke Ralf! Dann kann ich das Ladegerät von meiner Liste streichen. :)

1. Gibt es dazu eine Anleitung oder einen Schaltplan? Wäre ja auch bestimmt für andere Interessant.

2. Und dann habe ich noch eine Frage zum BMS. Kannst du oder Ihr mir auch sagen, von welcher Firma ihr das benutzt und / oder was das ungefähr gekostet hat? Hab hier ein Angebot von 2500 eur. Das scheint mir etwas zu hoch zu sein. Obwohl es da anscheinend Unterschiede gibt. (Display / BMS-Computer)

3. Könnte ich auch die Batterie nur zur Hälfte aufladen ohne das sie dadurch schaden bekommen? Und ist das auch schon 1 Zyklus? Oder muss ich die Batterien erst ganz leer fahren, damit ich sie wieder aufladen kann? Wäre ja nicht immer so einfach. An manchen Tagen fährt man ja weniger und am nächsten muss man weiter fahren, und dazu müsste ich ja die Batterien wieder voll aufladen obwohl sie vielleicht erst zu hälfte voll sind.

Vielleicht kann mir auch jemand diese Fragen beantworten und bedanke mich schon mal dafür.
Gruß Michael


von Schepi - am 24.08.2011 07:08

Re: Batterien

Moin Moin-
Zitat
3. Könnte ich auch die Batterie nur zur Hälfte aufladen ohne das sie dadurch schaden bekommen? Und ist das auch schon 1 Zyklus? Oder muss ich die Batterien erst ganz leer fahren, damit ich sie wieder aufladen kann? Wäre ja nicht immer so einfach. An manchen Tagen fährt man ja weniger und am nächsten muss man weiter fahren, und dazu müsste ich ja die Batterien wieder voll aufladen obwohl sie vielleicht erst zu hälfte voll sind.


Das ist das was ich immer hier Sage wer neu Kauft sollte Lixx präferieren.
1. Kannst so Laden wie Strom/Zeit da ist.
2. Kein Memory oder in der normalen Nutzung nennenswerte Selbstentladung; Wasserwartung; weniger Masse; besserer Ladewirkungsgrad einfachere Ladetechnik; mehr Speicher fürs Geld- (Ok Nicd hat auch seine Vorteile)
3. Mach dir um Zyklus die wenigsten Gedanken - Wenn du die Kapa so wählst das du dich bei 50-60% DOD bewegst wirst du ( nach den heutigen vermutlichen Erkenntnissen *Lach* ) sehr wahrscheinlich mit deinem jetzigen Fahrzeug nicht das Nutzungsende der Akkus erleben.
Also ob das Teilladen nun ein Zyklus ist oder nicht.

von thegray - am 24.08.2011 08:38

Re: Batterien

Hallo Schepi.

Zitat
Schepi
Dazu kommt, das man zwar Geld ausgeben kann für neue Batterien, die dann 200.000 km halten, aber das alte Auto wird die Zeit wohl nicht überleben.


Egal, wielange dein Auto hält. Die NiCd-Akkus von Saft sind die einzigen, die du nach Jahren und Jahrzehnten wieder vernünftig verkaufen kannst. Die werden dir aus den Händen gerissen. Daher keine Angst vor der Investition. Man sollte sich aber dann mit seinen Akkus beschäftigen. Die brauchen etwas mehr Pflege als die anderen Typen. NiMH ist nicht bezahlbar, da kaum für Traktion auf dem markt. (der Buddy hat solche drinnen, siehe www.puremobility.no)
Gruß Stefan

von Stefan B. - am 24.08.2011 08:45

Re: Batterien

2. Und dann habe ich noch eine Frage zum BMS. Kannst du oder Ihr mir auch sagen, von welcher Firma ihr das benutzt und / oder was das ungefähr gekostet hat? Hab hier ein Angebot von 2500 eur. Das scheint mir etwas zu hoch zu sein. Obwohl es da anscheinend Unterschiede gibt. (Display / BMS-Computer)
2500¤ kommt mir erstmal recht viel vor,e vtl ruft Du mal an dann kalkuliere ich das mal durch

von Sven Salbach - am 24.08.2011 08:46

Re: Batterien

Das gleiche trifft wohl auch auf LiFePo4 zu...und könnte sich bei NICD innerhalb der nächsten Jahre schnell ändern.
Der LiFePo4 Gebrauchthandel geht jetzt ja schon los, nur das derzeit noch die LiFePos der ersten Generation im Umlauf sind..

von Sven Salbach - am 24.08.2011 08:53

Re: Batterien

Zitat
Schepi
1. Gibt es dazu eine Anleitung oder einen Schaltplan? Wäre ja auch bestimmt für andere Interessant.

Das hängt vom Hersteller ab. Ich habe das BMS von GK-Anlagentechnik und dort geht man davon aus daß das BMS von einem speziell geschulten Händler eingebaut wird.
Ich kann dir bei Bedarf Adressen nennen.

Zitat
Schepi
2. Und dann habe ich noch eine Frage zum BMS. Kannst du oder Ihr mir auch sagen, von welcher Firma ihr das benutzt und / oder was das ungefähr gekostet hat? Hab hier ein Angebot von 2500 eur. Das scheint mir etwas zu hoch zu sein. Obwohl es da anscheinend Unterschiede gibt. (Display / BMS-Computer)

Die Unterschiede sind riesig.
Mein BMS von GK-Anlagentechnik ist für 40 Zellen. Die Kosten waren in etwa folgende:

1000 EUR für 40 Zellplatinen
200 EUR für Kopfsteuergerät
150 EUR für Autoradio mit integrierter BMS-Anzeige
100 EUR für Stromsensor
100 EUR für 5 Temperatursensoren
50 EUR für Busrelais (Abschaltung Bordladegerät)
--------
1600 EUR Summe für komplettes BMS (für 40 Zellen)

Der Einbau des Systems kostet natürlich auch noch Geld.

Dafür hat man dann ein BMS welches kaum Wünsche offen läßt:
- Überwachung jeder einzelnen Zelle
- Übersichtsanzeige höchste und niedrigste Zellspannung
- Anzeige der einzelnen Zellspannungen
- Akustische Warnung (2 Stufen) bei Tiefentladung
- Anzeige der Temperaturen (3x Batterien, 1x Außen, 1x Motor)
- Sehr genauer Ah-Zähler
- Abschaltung des Bordladers bei Ladeende
- Balancing der Zellen am Ladeende

Zitat
Schepi
3. Könnte ich auch die Batterie nur zur Hälfte aufladen ohne das sie dadurch schaden bekommen? Und ist das auch schon 1 Zyklus? Oder muss ich die Batterien erst ganz leer fahren, damit ich sie wieder aufladen kann? Wäre ja nicht immer so einfach. An manchen Tagen fährt man ja weniger und am nächsten muss man weiter fahren, und dazu müsste ich ja die Batterien wieder voll aufladen obwohl sie vielleicht erst zu hälfte voll sind.

Die Anzahl der Ladezyklen ist vom Hersteller meist für 100% DoD (Depth of Discharge - Entladetiefe) oder 80% DoD angegeben. Das ist quasi der worst-case.
Man kann davon ausgehen daß man bei 80% DoD etwa doppelt soviele Zyklen machen kann wie bei 100% DoD. Und bei 50% DoD kannst du mindestens viermal so viele Zyklen machen wie bei 100% DoD.
Zyklen mit kleinem DoD sind also gut für Li-Ionen-Batterien.

Fazit:
Du kannst Li-Ion-Zellen immer laden wann du willst. Das ist das schöne daran.
Und wenn man nur hin und wieder einen Großteil der verfügbaren Kapazität verwendet, dann schont man die Batterie.

Ralf


von RalfZ - am 24.08.2011 09:02

Re: Batterien und ich möchte Sven (der keine Nicds macht)ergänzen die

Wie wir letztens gesehen haben TS Akkus aus einem PKW - Ruckzug verkauft und norrmal versendet waren !
Ob das mit Nicd für 2¤ die AH (nominal nicht auf die Wirklichen Ah bezogen) in ein paar Jahren auch noch der Fall ist möchte ich bezweifeln - aber ich muß zugeben das ich nicht verstehe wie 10 Jahre alte Akkus ohne Garantie noch für so Preise aufgerufen werden und trotz Preisverfall bei den Lixx - die Nicds sich noch Preislich seit einem Jahr halten - noch!?

Vorteile der Nicds sicher bestehen für den einen oder anderen; Liebhaber finden und finden werden also nie ganz Wertlos werden wie (alte Phototechnik; Briefmarkensammlungen; ODER ALTE NICD-MODELLBAU Akkus!

Gruß ein Nicd -Fahrer

bezg. Phototechnik - ich hatte letztens mit einen Händler ein Gespräch der auf Antiquarisches und Reparaturen in dem Bereich International einen Namen hätte - der berichtete daß er WAGONLadungen von Sammlungen von Erben angedient bekommt, die mal Werte in sechsstelligen verschlungen haben könnten - am Ende mit Offerten in Tausendern "belästigt" wird wenn er es nur Abholt.

von thegray - am 24.08.2011 10:35

Frage zu Batterien

Moin!
Ich bin´s noch mal und habe noch ein paar Fragen. :) Bitte habt ein wenig Geduld, aber ich habe ja mal gehört das es keine doofe Fragen gibt, nur blöde Antworten. Nur ich will versuchen halt alle Möglichkeiten zu berücksichtigen.

1. Was wäre wenn ich die Reichweite vom Auto erweitern möchte? Muss ich dann alle Batterien von 100Ah gegen z.B. 160Ah tauschen, oder könnte ich einfach ein Batterie-Pack mit unterschiedlicher Ah (gleicher Spannung) parallel dazu schalten? Vertragen sich diese Batterien bei einem LiFePO4 System? Und aufwändig für das BMS?

2. Gibt es da eigentlich Unterschiede bei den Herstellern der LiFePO4 Batterien? Also verträgt sich z.B. die Batterien (gleiche Ah und 3,2V) von der Firma CALB mit der von der Fa. Winston?
2.1 Und verträgt sich das BMS mit jeder LiFePO4 Batterie egal von welcher Firma.

3. Es gibt hier im Angebot auch Autos aus China bzw. China-Japan (Changhe-Suzuki). Taugen die was? Abgesehen von den Blei Akkus die raus müssten. Oder auf jeden Fall einen Franzosen? Habt ihr da Erfahrung? Bin ja mal auf den Händler in Reutlingen gespannt.

So. Ich denke das war´s an Fragen. Ich würde mich freuen, wenn mir auch jemand dazu was schreiben könnte. Ich bedanke mich schon mal im Voraus. Hätte auch nicht gedacht, das so viele sich für eAutos interessieren. :) Gruß Michael


von Schepi - am 26.08.2011 11:07

Re: Frage zu Batterien

Zitat
Schepi
1. Was wäre wenn ich die Reichweite vom Auto erweitern möchte? Muss ich dann alle Batterien von 100Ah gegen z.B. 160Ah tauschen, oder könnte ich einfach ein Batterie-Pack mit unterschiedlicher Ah (gleicher Spannung) parallel dazu schalten? Vertragen sich diese Batterien bei einem LiFePO4 System? Und aufwändig für das BMS?

Es gibt Elektrofahrer die einfach zu dem normalen Batteriepack einen zweiten Batteriepack parallel schalten - z.B. für Reichweitenerhöhung auf Touren.
Das Parallelschalten von Batterien ist immer dann sehr einfach wenn Nominalspannung und Chemie-Typ gleich sind.
Wenn man z.B. Blei und Li-Ion parallel schaltet wird trotz eventuell angepasster Nominalspannung der große Strom immer durch die Li-Ion-Batterie gehen, sowohl beim Fahren als auch beim Laden oder Rekuperieren. Das liegt an der unterschiedlichen Impedanz.
Wenn man zwei Li-Ionen-Batterien parallel schaltet, so sollte jeder Batteriepack sein eigenes BMS haben.

Zitat
Schepi
2. Gibt es da eigentlich Unterschiede bei den Herstellern der LiFePO4 Batterien? Also verträgt sich z.B. die Batterien (gleiche Ah und 3,2V) von der Firma CALB mit der von der Fa. Winston?
2.1 Und verträgt sich das BMS mit jeder LiFePO4 Batterie egal von welcher Firma.

Inkompatibilitäten zwischen den BMS und den Zellen sollten höchstens mechanischer Art sein. Also z.B. bei den BMS mit Elektronik auf jeder Zelle muß der Polabstand passen.
Elektrisch sehe ich keine Probleme.

Zitat
Schepi
3. Es gibt hier im Angebot auch Autos aus China bzw. China-Japan (Changhe-Suzuki). Taugen die was? Abgesehen von den Blei Akkus die raus müssten.

Bin ja mal auf den Händler in Reutlingen gespannt.

Auf den sind wir alle gespannt. Bisher gibt es fast keine Erfahrungen mit diesen China-Fahrzeugen - es gibt anscheinend keine Fahrzeuge für Probefahrten.
Bei den China-Elektroautos halte ich es wie mit den Ankündigungen unserer deutschen Autohersteller: Solange es keine Fahrzeuge zu kaufen und für Probefahrten gibt ist das alles nur Marketing und keine Realität!

Zitat
Schepi
Hätte auch nicht gedacht, das so viele sich für eAutos interessieren. :)

Viele hier im Forum interessieren sich nicht nur einfach für eAutos - sie fahren jeden Tag damit.
Ich habe mein erstes Elektroauto vor 3,5 Jahren gekauft und dabei meinen Benziner und mein Motorrad verkauft.

Ralf


von RalfZ - am 26.08.2011 11:23

Re: Frage zu Batterien

Ich würde keine CALB mit Winston mischen..
Die Winston haben eine viel flachere Entladekurve.
Das bedeutet, das je nach Belastung die Winston Zellen ab ca. 50% Ladezustand die größte Last tragen müßten da die CALB dann schon viel weiter in der Spannung einbrechen.
Die Winston ist bei 2,8V am Ende, die CALB ist bei 2,5V.
Auch obenrum gibt es diese Unterschiede beid er Ladung.
Daher lade ich meine 160er nur mit 3,45V und bei sehr langen Strecken 3,5V..bei den Calb müßtest Du etwas höher gehen um sie genauso voll zu bekommen.

von Sven Salbach - am 26.08.2011 11:36

Re: Frage zu Batterien

Weiß nicht ob (noch oder schon) interessant für Dich
habe ich gerade gefunden
[www.elektroauto-forum.de]

von Andi aus Bad Essen - am 29.08.2011 07:15

Frage zu Batterien (für Ralf :) )

Zitat
RalfZ
Zitat
Schepi
Und was ist mit dem Ladegerät? Benötigt man ein extra Ladegerät oder werden die Akkus über die Sagem-Box geladen?
Ich habe einen Saxo mit 40 Stück LiFePO drin. Das Ladegerät in der Sagem-Box wurde nicht verändert. Das BMS kontrolliert die Ladung und beendet die Ladung dadurch daß der Sagem-Box vorgegaukelt wird daß die Ladeklappe geöffnet wird. Dann stoppt das Ladegerät in der Sagem-Box.An dieser Methode gefällt mir daß der Eingriff in die Original-Elektronik minimal ist. Man muß nur die Leitung von dem Klappen-Schalter schliessen. Ralf

Hi Ralf!
Jetzt muss ich dich auch noch mal nerven.
40 st. á 3,2v sind 128 Volt. Warum hast du zwei mehr drin? Wir brauchen doch nur 120 Volt, oder?
Und wieviel Ampere hast du? Also wie weit kommt man mit 90Ah 100Ah, und 160Ah? Kannst du mir das Sagen? Gruß Michael


von Schepi - am 01.09.2011 07:06

Verbrauch Saxo LiFePO

Zitat
Schepi
40 st. á 3,2v sind 128 Volt. Warum hast du zwei mehr drin? Wir brauchen doch nur 120 Volt, oder?
Und wieviel Ampere hast du? Also wie weit kommt man mit 90Ah 100Ah, und 160Ah? Kannst du mir das Sagen? Gruß Michael

Mein Saxo hat 40 Zellen mit nominal 160Ah drin.
Die Anzahl der Zellen bestimmt sich aus zwei Vorgaben.

Zum einen ist der Platz in den Akkukästen begrenzt. Von den 160Ah-Zellen passen mit Ach und Krach 40 Stück in das Fahrzeug - dafür müssen die alten Akkukästen nur etwas in dern Höhe modifiziert werden. Von den 100er-Zellen passen meines Wissens nach ohne Modifikation 43 Stück in den Saxo.
Durch die erhöhte Spannung hat man etwas mehr Energie an Bord, das hat Vorteile.

Zum anderen sollte die Ladeendspannung der neuen Batterie nicht über der Ladeendspannung der alten NiCd-Batterie liegen - ansonsten könnte die Elektronik schaden nehmen.

Soweit ich weiß sind selbst 43 Zellen von der Spannung her kein Problem für die alte Elektronik - denn die LiFePO-Zellen haben keine sehr hohe Ladeendspannung.

Vom Verbrauch her kann ich dir folgende Richtwerte nennen:

1) Sommer
0,80 Ah/km Landstraße
0,85 Ah/km Autobahn
0,8-1,0 Ah/km Stadt (je nach Fahrweise)

2) Winter
1,0-1,2 Ah/km bei trockener Fahrbahn
1,2-1,4 Ah/km bei Schnee und Eis

Im Sommer unterscheidet sich der Verbrauch zwischen Kurz- und Langstrecke nur gering. Denn in beiden Situationen ist die Batterie warm.

Im Winter dagegen besteht ein sehr großer Unterschied zwischen Kurz- und Langstrecke. Unterhalb von 10-15°C Zelltemperatur macht sich ein erhöhter Innenwiderstand der Zellen bemerkbar.
Bei Kurzstrecken werden die Zellen nicht warm und man hat erhöhte Verluste durch den Innenwiderstand. Dadurch hat man etwa 30% mehr Verbrauch.
Auf Langstrecke reduziert sich das Problem deutlich. Denn bei jeder Fahrt (ab etwa 1 Stunde) und bei jedem Ladevorgang (besonders natürlich bei Schnelladung) erwärmen sich die Zellen Aufgrund des Innenwiderstandes. Das ist gut, denn dadurch verringert sich der Verbrauch deutlich. Er ist jedoch im Winter nicht so niedrig wie im Sommer, denn im Sommer fährt der Saxo mit Energiesparreifen.

Du kannst dir die erzielbaren Reichweiten also selbst ausrechnen.
Angenommen du hast 90Ah LiFePO im Saxo und du fährst Landstraße mit 0,8 Ah/km, dann kannst du maximal 90 / 0,8 = 112 km fahren.
Im Winter in der Stadt kannst du mit 1,2 Ah/km rechnen, das ergibt dann 90 / 1,2 = 75 km Reichweite.

Beim Akkukauf sollte man diese Berechnung der maximalen Reichweiten machen, jedoch sollte man etwas Reserve einplanen, damit man im späteren Gebrauch nicht jeden Tag die komplette Entladetiefe ausnutzen muß. Das würde die Lebensdauer der Zellen unnötig reduzieren.

Ralf

von RalfZ - am 01.09.2011 07:54
Ich hatte letzten Winter meinen Kühler in Pappe eigepackt. Das hat sich stark bemerkbar gemacht: Nur ca 5 km Reichweiteneinbuße gegenüber dem Sommer. Allerdings fahre ich im Sommer etwas schneller, weil das Ding von Anfang an gut abzieht. Ohne Kühlerabdeckung musste ich mich bei -20 Grad extrem im Tempo mäßigen, um die 70km ins Bergische Land zu schaffen.

Meiner Meinung nach kann man beliebige Batterien miteinander zusammenschalten, vorausgesetzt, man kontrolliert die Ströme ohne Unterlass. Sprich, Diode und ein Begrenzungswiderstand sind Pflicht bzw. besser ein stromgeregelter Transistor, der als Aufwärtsregler wirkt und die Spannungsdiffernz auf die volle Batteriespannung hochsetzt, also verlustfrei. In diesem Fall würde ich die Zusatbatterie so wählen, dass sie in allen Betriebszuständen entweder immer eine höhere oder aber eine niedrigere Spannung hat als die Hauptbatterie.
Bei unterschiedlichen Lionen kann man sich dann schon eines Herztinfarktes erfreuen, wenn man die vielen zu beachtenden Parameter im Auge halten will...

von Bernd Schlueter - am 01.09.2011 19:10

Re: Verbrauch Saxo LiFePO

Zitat
RalfZ
Vom Verbrauch her kann ich dir folgende Richtwerte nennen:

1) Sommer
0,80 Ah/km Landstraße
0,85 Ah/km Autobahn
0,8-1,0 Ah/km Stadt (je nach Fahrweise)

2) Winter
1,0-1,2 Ah/km bei trockener Fahrbahn
1,2-1,4 Ah/km bei Schnee und Eis

In den letzten Wochen ist es ja zunehmend kälter geworden. Subjektiv habe ich einen deutlichen Zusammenhang zwischen Batterietemperatur und Verbrauch festgestellt.

Ich habe jetzt mal meine BMS-Daten der letzten 10 Wochen ausgewertet um den Zusammenhang darzustellen:

Ich bin erstaunt wie deutlich der Zusammenhang ist und wie eindeutig der Mehrverbrauch bei Temperaturen unterhalb von +15°C zu sehen ist.


von RalfZ - am 14.11.2011 18:22
Hallo Michael,

zu deiner Frage der späteren Aufrüstung ist noch zu sagen, daß du eventuell beim BMS keinerlei zusätzliche Teile brauchst.
Das gilt allerdings nur wenn du später keinen Satz parallel zum Alten schaltest, sondern so wie ich immer eine zweite Zelle parallel zu den vorhandenen schaltest. Es reicht wenn bei den zwei parallelen Zellen nur auf einer das BMS sitzt. Zumindest bei dem BMS von Gero, das ich auch habe und das wirklich keine Wünsche offen lässt. Das hat außerdem den Vorteil das du bei ungleichen Zellpaaren nötigenfalls Zellen mischen kannst um Ungleichheiten zu minimieren. War bei mir aber gar nicht nötig obwohl ich den ersten Satz mehr als ein Jahr gefahren habe. Ob das allerdings sinnvoll ist hängt auch von den Akkukästen ab. (ich habe einen City-Stromer) Normalerweise bist du mit den 100Ah-Zellen aber flexibler als mit den 160igern. Und bei dem BMS von Gero brauchst du die Temperatursensoren und das Radio nicht unbedingt, das ist allerdings schon eine gute Komforlösung.
Zur Zellenanzahl sei gesagt, das du die Zelle eigentlich nur mit 3V rechnest, sonst gäbe es ja auch keine 12V Blöcke. Wenn du ein Set kaufs, mußt du allerdings drauf achten, wie der Verkäufer rechnet.

Gruß
Stefan

von Stefan Schmalbein - am 19.11.2011 18:39
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