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elweb Batterie
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11
Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren
Beteiligte Autoren:
Stüpfnick, Sven Salbach, d!rk, Buggi, Andi aus Bad Essen, PowerTower, Bernd Schlueter, Norbert Kern, Multimegatrucker

Was passiert, wenn mit weniger Volt als Akku geladen wird?

Startbeitrag von Stüpfnick am 16.06.2013 16:48

Hallo!

Was ich mich schon immer mal gefragt habe, was passiert eigentlich, wenn man Akkus mit weniger Volt auflädt, also sie selbst haben? Also z.B. Leerlaufspannung liegt gerade bei 3,2V und man lädt mit 3V rein, was passiert dann?
Wird der Akku dann entladen oder was anderes? Wenn entladen, wo geht dann die Energie hin?
Nicht, dass ich das vor habe, aber mal angenommen …

Ähnliches habe ich mich auch gefragt, wenn man vorwärts fährt und mit Rückwärtsfahren bremst. Da kommt dann von beiden Seiten Energie und wo geht die dann hin? In Wärme am Controller/Motorsteuerung?

Besten Dank im Voraus!

Antworten:

ohohoh...;-)
Schließ ein Labortnetzteil an stelle es auf 3V und siehe...nischt passiert..es fließt auch nichts..also muss auch nicht umgewandlert werden..
Die anzeige Deines Labornetzteils zeigt nun die Spannung des Akkus an, das wars...der interne Regler im Labornetzteil läßt in die andere Richtung nichts durch...

Da es Dir den motor oder die Steuerung zerelgen wird..ist klar wohin die Energie geht-oder? :drink:

von Sven Salbach - am 16.06.2013 17:51
In Eriwan, wo alle Uhren anders herum gehen, funktioniert auch das.

von Bernd Schlueter - am 17.06.2013 07:46
Hallo Stefan
Das mit dem vorwärts fahren und mit " Rückwärtsgang " bremsen muss nicht probieren!!!!!! Ist mir mal passiert... Wen Du es unbeding wissen willst nimm ne billige Bohrmaschine voll Rechts und umschalten wen noch läuft..... das ganze ein paar Nummern größer vorstellen..
Gruß
Norbert

von Norbert Kern - am 17.06.2013 15:13
Der Unterschied zwischen Bohrmaschine und Elektroauto ist nur, dass im Elektroauto ne intelligente Motorsteuerung sitzt die sowas überwacht. Sprich während der Vorwärtsfahrt in den Rückwärtsgang schalten und dabei Gas geben MUSS für die Steuerung bedeuten: entweder Gasannahme verweigern oder Reku einsetzen und erst wenn der Motor keine Umdrehung mehr macht gibt es die Freigabe fürs rückwärts fahren.

von PowerTower - am 17.06.2013 15:18
Zitat
Norbert Kern
Das mit dem vorwärts fahren und mit " Rückwärtsgang " bremsen muss nicht probieren!!!!!!

Es kommt dabei natürlich darauf an, welchen Controller man fährt.
Wer das mit dem "normalen" Curtis Controller versucht, riskiert Motor, Achse und Leben.

Wer mit Sevcon Millipack unterwegs ist, rekuperiert mit Neutral,- und dem Rückwärtsgang. Entsprechend programmiert, Neutral ca.15% und Rückwärtsgang ca. 65%, braucht man auch am Steilberg keine Bremse.

Zitat
Sven Salbach
Schließ ein Labortnetzteil an stelle es auf 3V und siehe...nischt passiert..es fließt auch nichts..


Und auch hier kommt es auf das Labornetzteil an :D.
Ein Heiden 1136-16 Labornetzteil zum Beispiel wird automatisch zur Last wenn der am Ausgang befindliche "Verbraucher" zur Speisespannung wird. Oder anders ausgedrück, die anliegende Spannung größer als die eingestellte ist.

Grüße
Johannes

von Multimegatrucker - am 17.06.2013 15:31
wenn wir von Spezialfällen reden stimmt das mit den Netzteil natürlich, aber 99,999% der NEtzteile verhalten sich wie beschrieben...
Es gibt ja sogar Autos die nicht mit Benzin fahren, aber 95% tun es ;-)

von Sven Salbach - am 17.06.2013 16:30
eeeecht ? cooool. Da fahre ich hin im August. (Nicht mit EL :-) ) Ich werde es nachprüfen :-)

CU
Andi

von Andi aus Bad Essen - am 18.06.2013 11:37
Danke für die ausführlichen Antworten!

Also mit weniger Volt einspeisen, als die Akkus haben, wäre evt. möglich, wenn eine Reku auf 16 Zellen ausgelegt ist und man rüstet auf 20 auf, oder so?
Oder wie machen die das? Geben die immer etwas mehr Spannung her, als die Akkus haben?

Oder wenn ich die 16 LiFeYPO4 mit dem BleiGel-Lader lade, da könnte die eingestellte Erhaltungsladung (0,1 - 0,2A) evt. unter der Pack-Spannung liegen?

Beim Biro, den ich jetzt fahre, passiert gar nix, wenn man während dem vorwärtsfahren rückwärts fahren will (oder umgekehrt), leider auch keine Reku.
Beim City-EL mit der alten Steuerung wurde da nix verhindert. Wenn man aber mit

von Stüpfnick - am 18.06.2013 18:03
Hallo

@Laden mit geringerer Spannung
Spontan dachte ich „ das ist doch klar, das geht nicht“.
Mit der Begründung habe ich mich dann aber doch schwer
getan.

Hier mein Erklärungsversuch. Man möge mich bitte korrigieren:

Das Laden von Akkus ist ein elektrochemischer Prozess.
Den nennt man Elektrolyse.

Elektrolyse funktioniert nur, wenn elektrische Energie
(also Arbeit) zugeführt wird.

Elektrische Arbeit besteht aus den Faktoren:
Strom, Spannung und Zeit.

Der Strom kann nur in zwei Fällen fließen.

1. Du hast eine Stromquelle. Der ist es egal, welche Spannung am anderen Ende anliegt.
Eine Stromquelle muss man über eine elektronische Schaltung realisieren. Es wir sich beim
Laden aber eine Spannung einstellen, die höher als die der Akkus ist.
2. Du hast eine Spannungsquelle

Eine Gleichstrommaschine wie der Perm im EL wird beim Bergabfahren zur Spannungsquelle.
(Im Perm sind Permanent-Magnete verbaut.) Zur Erklärung: Wenn man einen elektrischen Leiter
quer durch ein Magnetfeld bewegt, dann entsteht eine Spannung. Das liegt an der Lorentzkraft
und wird Spannungsinduktion genannt.

Von einer Spannungsquelle fließt aber nur ein Strom in Richtung des niedrigeren Potentials
(niedrigere Spannung). So wie Wasser auch nicht den Fluss hinauf fließt. Wenn die Spannung
zu niedrig ist, wird die produzierte Leistung im Motor so lange in Wärme umgewandelt, bis die
Spannung größer ist als die Spannung der Akkus.

Fazit: Mit niedrigere Spannung als die Akkuspannung laden geht nicht!


@Rückwärtsfahrschalter beim Bergabfahren einlegen.

Ein Testpilot roll nun mit dem vom Perm angetriebenen El bergab. Das Fahrzeug rollt so
schnell, dass die induzierte Spannung größer ist als die Akkuspannung. Jetzt werden deine
Akkus geladen. So wie oben beschrieben. Das hat Johannes (Mulitmegatrucker) übrigens
auch schön in einem Video belegt.

Dabei fließen nun Elektronen zum Minuspol der Akkus. (Bei der Fahrt in der Ebene fließen
sie aus dem Minuspol heraus !)
Jetzt legst der ...mutige ... Testpilot den Rückwärtsgang ein. Die Polung am Motor wird
dadurch umgekehrt. Die beiden Anschlussklemmen werden sozusagen vertauscht. Die
Elektronen fließen jetzt wieder wie bei der Fahrt in der Ebene aus dem Minuspol heraus
und werden vom natürlichen Stromfluss sogar noch unterstützt. Das Dumme ist nur, dass
die Drehrichtung nicht der Fahrtrichtung entspricht. Das Fahrzeug wird also stark abebremst.

Wenn du nicht schnell genug rollst, dann wird dein Motor warm. Das kannst du durch
Handauflegen überprüfen. Du stellst dazu dein Fahrzeug an einen Berg und überprüfst
die Temperatur durch Handauflegen. Jetzt rollst du den Berg runter. Unten angekommen
legst du noch einmal die Hand auf, wenn der Berg lang genug ist müsste man das spüren
können. (Ganz sicher bin ich mir nicht, da auch der Perm aus einer ganzen Menge Metall besteht.)

Wie gesagt, man möge mich berichtigen...

Gruß

von d!rk - am 30.06.2013 16:32
Schöne Erklärungen :-)
Wenn Du Pech hast und ein nicht in üblicher Weise aufgebautes Netzteil hast kann es Dir auch passieren, dass wegen der höheren Spannung im Akku ein Strom vom Akku in das Netzteil fließt, und in der Folge das Netzteil in Rauch aufgeht.
Die meisten Netzteile haben allerdings eine Ausgangsdiode oder sind anderweitig gegen Überspannung geschützt.
Wenn das elektrische Potential im Netzteil geringer ist als im Akku fließt kein Strom und der Akku wird nicht geladen - ganz einfach!
[de.wikipedia.org]

von Buggi - am 05.07.2013 16:13
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