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elweb Batterie
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Bernd Schlueter, Jokl, Berlingo-98, Cavaron, Peter Dambier, Jürgen G., Manfred aus ObB, Bernd_M, hk12, R.M, Thomas Diener, thegray

S.A.F.T. STM 100-5 MRE Kalilauge wechseln.

Startbeitrag von Jokl am 27.02.2014 15:52

Hallo liebe Forumsteilnehmer, -innen,

kennt jemand von Euch einen Betrieb der an meinen 2006ern (aus Peugeot 106E) 20 Stück NiCd Akkus einen Laugenwechsel vornehmen kann?

Aus- und Einbau, Lieferung und Abholung mache ich.

Antworten:

Ich denke mir es so: die ganze Batteriekiste umdrehen, an die Nachfüllschläuche eine Aquariumluftpumpe anschließen und leer pusten.
Umdrehen mit Lauge passender Dichte auffüllen. Wenn Du Spaß dran hast, zwischendurch aufrichten , mit mäßig destilliertem Wasserspülen, leerpusten, dann Lauge mit , ich glaube , 3% Lithiumhydroxydanteil zur Kalilauge, ungefähr.
Beten, dass herausgebrochene Teile zwischen den Platten keine Kurzschlüsse machen. Bequemerweise kannst Du natürlich das ganze Auto herumkullern und vom zentralen Nachfüllverschluss aus leeren. Die Lauge gibtst Du Autoentsorgern, die damit Bleisäure neutralisieren und dann eintrocknen lassen können, was sonst nicht geht. Der Rest ist dann unschädliches Glaubersalz mit giftigem Blei und Kadmium.

Spricht da was gegen? Es gibt Autoschaukeln zum Umdrehen.

von Bernd Schlueter - am 27.02.2014 19:11
Sorry, dass ich im falschen Forum "Elektrofahrzeugtechnik" anstelle "Batterie + Ladetechnik" meine Frage eingestellt habe.

Meine Anfrage war im Bezug auf das Elwiki worin steht: "Regenerieren

Sollte sich bei Nicads im Laufe der Zeit ein Kapazitätsverlust bemerkbar machen,ist die Warscheinlichkeit sehr hoch den Quasi-Neuzustand wieder herzustellen,wenn man nach vorausgegangener Entladung die Kalilauge erneuert...." und weiter ..."Mein Akku-Dealer hat mir angeboten den unangenehmen Teil dieses Jobs gegen das Präsentieren eines kleinen Aufklebers am Auto zu Übernehmen."

Vielleicht kann mir jemand Auskunft geben, ob es ein Betrieb macht, oder ob es doch keinen Sinn macht die Kalilauge zu wechseln.

Danke.

von Jokl - am 28.02.2014 07:07
Mensch Bernd,

auch wenn gerade Prinz-Karneval regiert, mach die Leute nicht Jeck!

@Joachim: Saft macht sowas, Roman hatte das letztens nochmal gepostet.
Wie erfolgreich hängt sicher von Deteils im Akku ab und ob sich das finanziell rechnet weiß ich nicht.

Horst

von hk12 - am 28.02.2014 07:17
Ja, ich wüsste es auch gerne genauer. Dann würde ich es tatsächlich probieren.Ich bezweifle sehr, dass die Kapazität dann steigt. Aber Selbstentladung und Innenwiderstand könnten sich verbessern.
Müsste man wirklich ganz genau wissen, ehe man sich so etwas antut.
Meine Regenerierversuche an Leybold-Nicads blieben übrigens ohne jede Verbesserung., genau so an einem Vorkriegs-Bergwerkakku.

von Bernd Schlueter - am 28.02.2014 11:20
Hallo

Wende dich an Saft in Nürnberg, zum Laugenwechsel mus die Brücke an der Oberseite aufgechnitten werden und danach wieder aufgeschweißt werden.

Ob sich das bei Neupreisen von 380€ lohnt mußt du selbst beurteilen, mir selbst ist nicht klar warum man die Lauge bei einem geschlossenen System wechseln sollte.


Gruß

Roman

von R.M - am 28.02.2014 14:40
Danke Roman, Bernd und Horst dafür, daß ich nun klarer sehe. Roman hat recht: die ST 100-5 MRE sind geschlossene Akku Systeme. Damit entfällt für die Kalilauge der Kontakt mit der Luft und dem darin enthaltenen CO2.

Vielen Dank nochmals.

von Jokl - am 28.02.2014 15:51
Auch mal abklären ob das wirklich bei allen Akkus nötig ist - vielleicht ziehen ja nur einzelne schlechte deine Reichweite runter. Der Gebrauchtmarkt floriert auch...

Wenn es wirklich stimmt, das SAFT da noch diese Luftschutz-Ölschicht draufmacht, dann würde ich das wirklich nur von ihnen machen lassen. Oder Lithium, oder nen gebrauchten Drilling - sind bei unter 10.000 € angekommen in Frankreich.

von Cavaron - am 28.02.2014 15:53
Hallo Joachim,
mal eine andere Fragen, hast Du schon mal andere "Versuche" mit deinen Batterien probiert ?
Z.B. die Batterien mal etwas weiter zu entladen als gewöhnlich ?

Wenn Du sowas noch nicht gmacht hast , melde dich nochmal.
Viel leicht haben dann die Nicad Fahrer noch ein paar Vorschläge für dich...

Bernd M

von Bernd_M - am 28.02.2014 20:35
Du hast einen sehr wichtigen Vorteil der Säfte erkannt: es sind fast geschlossene Zellen, in die, im Gegensatz zu den Flugzeug- und sonstigen nassen Typen nur sehr wenig Luft-Kohlendioxyd eindringt und die Lauge verdünnt. Flugzeugakkus halten trotzdem etwa fünf Jahre.
Wenn natürlich kein destilliertes Wasser eingefüllt wurde, hast Du viele Fremdionen und Selbstentladung.
Wenn du die Akkus umkippst, läuft die Lauge bis auf schätzungsweise 10% aus.
Manche warnen davor, weil dann Metallstücke zwischen die Platten fallen könnten. Ich warne nicht, würde aber auf jeden hören, der andere Erfahrungen machte.

Wenn Du einen Airbus im Rückenflug siehst, wechselt der die Lauge. Ist beim Flugzeug einfacher.

von Bernd Schlueter - am 01.03.2014 10:28
Hallo,
wo gibt´s denn die Säfte für 380€ neu?
Die kosteten 2004 aus Nürnberg schon um die 500€.

Gruß
Thomas

von Thomas Diener - am 01.03.2014 11:41
Dort

Aber auch zu dem günstign Preis gibt es schon mehr als ne kwh Lithium aus China...

von Cavaron - am 01.03.2014 14:36
Hallo,

heute habe ich mal den 3er, 6er und 11er Kasten einzeln unter verschiedenen Belastungen gemessen und die Einzelspannungen pro STM 100-5 MRE Block gerechnet:

[attachment 548 AkkukastenMessungenmitBelastung.jpg]

Ich gehe davon aus, dass meine Befürchtungen, die NiCd seien nicht ok, unbegründet ist und das mit der Kalilauge nachfüllen keinen Sinn macht.

Der Unterschied der Spannungen liegt in der 2. Stelle hinter dem Komma.

Die Reichweite war heute bei gleichmäßiger, sparsamer Autobahn / Landstraßen Fahrt 94km bis der Sagem Rechner bei der 2. Warnlampe "Akku laden" die Leistung bis auf 2,5kW reduziert hat.

Wenn ich ein paar Steigungen mit 2 Personen fahre, dann reicht es nur bis ca. 70km.

von Jokl - am 05.03.2014 16:49
Sowas sagt garnichts aus - also fast garnichts, vor allen je mehr Zelle zusammen beobachtet werden umso weniger fällt ein Ausreißer darunter auf.

Aussage kräftig sind nur Einzelblockspannungen gemessen - nicht über den Druchnittsdaumen kalkuliert.

von thegray - am 06.03.2014 11:56
Das muss ich leider bestätigen. Hast Du eine schlechte Zelle in der Reihe, wie die eine, die ich von Thegray gekauft hatte, kannst Du kurze Strecken fahren, wie Du Lust hast, die lassen sich ihr späteres Versagen nicht anmerken. Sie zeigen, unbelastet die gleiche Spannung, polen aber schlagartig um, wenn sie entladen sind, dafür sorgen dann die übrigen, vollen Zellen.
Die eine batterie von Thegray ist dann, nach nur ca 40km Fahrt, explodiert, ich meine, das während der fahrt mitbekommen zu haben. Diese batterie hatte dann auch noch die Bosheit, nicht kurzzuschließen, womit man sonst noch weiterfahren kann. Das geschah genau auf einer Rheinbrückenauffahrt und ich kann von Glück reden, dass die Lauge nicht so schnell herauslief, dass ich die Autbahnbrücke nicht mehr schaffte.

Also, verlasse Dich bitte nicht auf fremde versprechungen, die Du nicht selbst überprüft hast. Vor allem nicht, wenn sie dubios klingen.
Die anderen beiden Batterien von Thegray sind in Ordnung.

Mein Rat: Den ganzen Batteriesatz entladen. Am besten mit Halogenlampen 12 Volt 50 Watt, jeweils zwei Blöcke gleichzeitig. Macht 500 Watt Entladeleistung. Nun erkennst Du an der helligkeit rechtzeitig das schlechte Blockpaar, kurz nachmessen, welcher der Schuldige ist, diese abklemmen und weitermessen. Möglichst aufschreiben, welche durchnummerierte Zelle wann schwächer wird.
Vollgeladen bei voller Kapazität dauert das 24 Stunden. Aber, wenn Du den Wagen teilweise leerfährst, lange, bevor die gelbe Lampe kommt, dauert es weniger lange.

Schaue unbedingt, dass die schwächeren Blöcke absolut gleich und in der überwältigenden mehrzahl sind. Nur, wenn wenige blöcke besser sind, gibt es eine Probleme. Nur die passen sich an die vielen schlechteren an.

aber ein einziger fauler Hund, wie der von Thegray, der verdirbt Dir den Spaß am Elektroautofahren.

Zur Zeit habe ich zwei faule Hunde drin, von Gero. Aber das wusste ich, er gab kein abweichendes Versprechen und ich ließ die entsprechende Vorsicht walten.
Manchmal erholen sich die blöcke bei vorsichtiger Behandlung, diese zwei wohl nicht. die passen nicht, müssen heraus. Leider hinten eingebaut...

Ja, ich habe nach dem Ärger mit der von Thegray sämtliche 23 Anschlüsse nach draußen gelegt.


Es gibt eine einfache Möglichkeit, während der Fahrt den Kasten zu orten, der eine defekte Zelle enthält, ist irgendwo beschreiben, mehrfach. Ohne den Kasten zu öffnen.
Bei den offenen Zellen dauert es viele Jahre, ehe sie zuviel Kohlendioxyd eingeatmet haben.
Unsere sind weit besser geschlossen, ich vermute, das passiert nie.

Aber, dass nach der Laugenverdünnung nach dem Auffüllen die Belastbarkeit sinkt, das merke ich sehr deutlich. Stimmt die laugendichte nicht, dann lohnt sich die Laugenkorrektur. Wenn Du die Akkus auf die Seite legst, fließt genug zur Messung im schmalen Gefäß heraus.
Zähle dabei bitte Deine Finger nach!
Schreiner tun das regelmäßig.

von Bernd Schlueter - am 08.03.2014 10:06
Zitat
Bernd Schlueter
Das muss ich leider bestätigen. Hast Du eine schlechte Zelle in der Reihe, wie die eine, die ich von Thegray gekauft hatte,.........


Ja es ist richtig Du bist etwas älter als ich, was zwar schwer Möglich, trotzdem kein Grund
den Altersstarrsinn zu verfallen, liest auch Du nicht was geschrieben steht :mad:

[67183441.foren.mysnip.de]

Zitat
der Forumshausherr
Hallo Oliver und Bernd,
wenn ihr etwas auszudiskutieren habt, dann nicht hier.

Administriert... Gruß
Ralf


Also bedenke das Administrieren auch Mühe macht, auch wenn der Hausherr da den Blitzmodus aktviert,
denn es sollen kein Löschanfälle ausgelöst werden wie zu Zeiten eines Co-Admins also zu den Zeiten als
noch dieses Zeichen galt

von Manfred aus ObB - am 08.03.2014 10:16
Nein, das war anders gemeint. Es macht unsägliche Mühe, wenn man sich auf eine Messung verlässt, das kann auch eine eigene sein. Ich hatte es einfach nicht gegleaubt, dass es die Batterie sein sollte, deren Kapazität doch gerade von Oliver mit 123 Amperestunden bestimmt worden war und auf kurzen Strecken auch keine Anzeichen von Schwäche zeigte.
Ich habe da unnötig lange herumgedoktort , bis es sich schließlich herausstellte, dass es doch die angeblich beste Batterie im Fahrzeug war, natürlich nicht zugänglich eingebaut.
Wie gesagt, jetzt kann ich jede Batterie einzeln messen und auch nachladen.

Wenn man nicht jede Batterie einzeln überwacht, kannman von außen nicht feststellen, ob eine schwach ist. Das kündigt sich auch kaum in der Spannung an, wenn sie erreichbar ist , aber unbelastet. Es darf einfach kein Ausreißer nach unten dabei sein.

Sind es mehrere schwache, aber gleiche, so wird die Spannung in kurzer Zeit so nachlassen, bis das Fahrzeug nicht mehr fährt, sodass diese Batterien keinen nennenswerten Schaden durch die Umpolung nehmen.

Zu wenig Lauge hat darauf keinerlei Einfluss. Die Gefahr ligt woanders. Im Motoraum bzw, darunter sind die vier Anschlussleitungen der drei Batteriekästen zugänglich. Durch eine Potentiometerschaltung mit zwei hochohmigen Potis und einem Messinstrument kann man bequem Ungleichheiten der Kästen ermittel und sich schon mal viel Arbeit ersparen.

Sehr unangenehm sind auch Blöcke mit unterschiedlichem Selbstentladungsverhalten.

Also, eine Umrüstung auf Lithium ist alles andere als eine schlechte Idee.
Worüber ich jetzt, da ich mich dagegen entschieden hatte,nachdenke, ist ein vollständiges, dazu aktives Batteriemanagement, das Unterschiede der zwanzig Blöcke stetig ausgleicht,

Denn ich habe jetzt unterschiedliche Blöcke. Damit kann man nicht fahren.

von Bernd Schlueter - am 08.03.2014 19:23
Die Möglichkeit, jede Zelle einzeln messen zu können braucht man auf jeden Fall.

Unterwegs kann es reichen, die Batterie in zwei "Hälften" zu teilen. Die beiden Spannungen sollten weitgehend gleich bleiben. Sobald eine "Hälfte" mehr in die Knie geht als die andere, droht eine Zelle gleich umzupolen.

In i-MiEV und Leaf werden alle Zellen ausgewertet. Mit CanIon ist das eine tolle Sache. Für Heimarbeit wäre das Overkill.

Es muß nicht genau halbe halbe sein, vereinfacht die Sache aber.

Liebe Grüße von
Peter und Karin

von Peter Dambier - am 08.03.2014 20:05
Ich möchte daran gehen, die Lauge meiner Nicadszu wechseln oder wenigstens in der Dichte anzugleichen.
Dazu müsste ich erst einmal den Nachfüllmechnismus verstehen, der in dieser saftigen Beschreibung erklärt wird:

Saft STM 100-5...

Siehe Seite 7!

Das von Roman erwähnte Öl muss ja wohl ein besonderes sein, denn Öle und Fette verestert man mit Kalilauge , die werden dann zu Seife. Weiß da jemand Genaueres drüber? Silicon??

Vorüberlegung: Kippe ich die Akkus um, müsste das Öl aufschwimmen, und, das ist die Frage , in der Zelle bleiben??? Das kann ich aber noch nicht absehen, weil ich den Mechanismus noch nicht ganz verstehe. Vielleicht läuft auch alles aus, wenn ich meine Aquariumluftpumpe anschließe?

Aufschneiden und danach zuschweißen kommt nicht in Frage.

Also, besser sein lassen??

Ich habe einige Zellen, die offensichtlich völlig verwässert sind. Was ist zu tun?


Auf Seite 19 steht, dass Aufkonzentrieren völlig unmöglich ist. Das glaube ich aber nicht.

So: Ganz, ganz langsam reine Kalilauge der richtigen Dichte statt Wasser durch die entladene Batterie laufen lassen, bis auch am Auslauf die richtige Dichte auftritt.
Voll Laden und austretende Lauge auffangen.
Luftzutritt möglichst vermeiden.
Anschließend langsam destilliertes Wasser durchlaufen lassen, damit die Lauge nicht die Gummischläuche angreift.

Wollte man die Akkus voll leeren, müsste man Kalilauge der Dichte 1,19 mit 3 Gewichtsprozent Lithiumhydroxid und dem ominösen Öl, von dem ich gern wüsste was für ein Öl das sein soll, nachfüllen. Aber Letzeres dürft ganz besonders schwierig sein.

Ohne Eure Hilfe traue ich mich nicht.

...und wenn ich das Öl ganz weglasse?

von Bernd Schlueter - am 31.05.2018 15:47
Im Cityel-Wiki steht auch Einiges zum Aufbau und zum Nachfüllen der STM 110-5:

SAFT-Akkus, Aufbau und Wartung

von Bernd Schlueter - am 31.05.2018 17:18
Ich habe das alte thread noch einmal ausgegraben, ehe unsere Nicads auf den Schrott wandern.
An welcher der sieben Stellen bringt man die von Roman genannte 2mm-Bohrung an, die man nachher wieder verschließt?

Zeichnung Seite 7!

Sicherlich würden sich auch einige cityels über brauchbare Nicads freuen!

von Bernd Schlueter - am 01.06.2018 06:39
Etwas kann ich immer noch nicht verstehen. Ab und zu habe ich doch wenigstens im Chemieunterricht aufgepasst und frage mich jetzt, was geschieht, wenn man ein beliebiges Öl oder Fett auf Kalilauge gießt.

Das ist nichts für ungläubige Elektroautofahrer

Ich glaube schließlich schon an die Jungfrau Maria. Muss ich jetzt auch noch glauben, dass sich Öl und Kalilauge anders verhalten, als es Seilnacht beschreibt?

von Bernd Schlueter - am 01.06.2018 15:34
Wenn Du unbedingt schrauben, bohren, sägen und zerteilen willst, dann schau hier.

Ich persönlich würde an den Laugenwechsel nicht rangehen. Unten anbohren, leerlaufen lassen - das sollte gehen. Mußt dann später wieder dichten. Machst Du ja gerne, das dichten....
Spass beiseite, die Dinger wieder dicht bekommen ist wohl das Hauptproblem. Dann wieder füllen sollte problemlos gehen. Allerdings bleibt das Problem des Spezialöls als obere Deckschicht. Mußt erstmal wissen, was es für ein Öl ist (ich vermute mal ein Silikonöl), und dann mußt Du es definiert hereinbekommen. Ist nix für einen Physiker. Hier sind Praktiker gefragt. Am besten ein Techniker, der sowas täglich macht. Wirst Du in Deutschland kaum finden.

Was mich mehr fasziniert in der oben verlinken Reparaturanleitung ist das Foto mit den Markierungen und die Beschreibung, wie und wo man kleine Edelstahl-Elektroden einbringt um die Spannungen der 1,2 Volt Einzelzellen messen zu können. Bin mir aber nicht sicher, ob ich mir diese Arbeit noch antun will. Dann vielleicht doch lieber gleich auf Li umstellen.

Gruss, Roland

von Berlingo-98 - am 01.06.2018 18:56
Habe jetzt ein schönes Experimentierfeld für Akkus, gefließt und groß.
Jetzt ist die Frage , ob es überhaupt Sinn macht, an die Laugenkonzentration heranzugehen.
Die Waage habe ich, auf das Öl werde ich wohl verzichten müssen, weil ich nicht weiß, welches. Aber es gibt schließlich auch offene Zellen und mir reicht es, wenn die neu gefüllten Zellen nur mehrere Jahre halten. So leicht kommen größere Mengen CO2 nicht hinein.
Wie stark der Einfluss des nun in den 18 Jahre alten Zellen vorhanden ist, würde ich gerne austesten.
Also, ich werde erst einmal zurückhaltend vorgehen:
Nur bei den schlechtesten Zellen würde ich versuchen, nur einen Teil der Lauge aufzufrischen.
Wenn ich mir den Querschnitt der Akkus auf Seite 7 anschaue, stelle ich mir vor, dass ein großer Teil der Lauge ausläuft, wenn ich den Akku auf eine der beiden Schmalseiten stelle. Dann kann man auf diese Weise vermutlich auch begrenzt mit destilliertem Wasser spülen.
Im aufrechten Zustand alleine durch Dichteeffekte austauschen zu wollen, das kommt mir auch undurchführbar vor.
Mal sehen, ob ein Effekt zu sehen ist. 45%ige Akkulauge bekomme ich hier und 50 Liter Spülwasser warten bereits.
Anbohren, nein, lieber nicht. ich muss auch nicht wissen, welche Zelle die schlechteste ist...
Alle anderen Batterien werde ich erst einmal in den hinteren Kasten mit seinen nach außen geführten Anschlüssen setzen und live austesten. Wofür haben wir in Düsseldorf schließlich die große Halle mit Hebebühne?
Der stetig zugängliche obere Kasten vorne ermöglicht, drei problematische Zellen gleichzeitig einzeln zu testen.

Ansonsten befolge ich also Euren Rat.

Mal rechnen, in 19%iger Lauge sind ca 200g/l Kaliumhydroxid enthalten, das mit CO2 zu K2CO3, Molmasse 138, reagiert. CO2, Molmasse 44 ist zu 0,04% in Luft enthalten, Wassersdampf übrigens in viel größerer Menge (wichtigstes Treibhausgas).
Also, ca 0,07 Gramm CO2 sind in einem m³ Luft enthalten. Da muss schon sehr lange Luft durch die einseitig verschlossenen Schläuche fließen, bis nennenswerte Mengen an Lauge neutralisiert sind. Was sind 0,2 Gramm Pottasche gegenüber 200 Gramm Kaliumhydroxid?

Ob die ganze Aktion also überhaupt nichts bringt?
Sollte ich Lithiumlauge einbringen wollen, dann durch berechnetes Überladen und mit verdünnter Lithiumlauge auffüllen..., Also, im Laufe des normalen Betriebs im Fahrzeug.

von Bernd Schlueter - am 06.06.2018 09:16
Die STM5-100 haben keine Ölschicht aufschwimmen.
Das Gerückt hält sich hartnäckig!
Lauge löst Öle und Fette auf.
Hatte auch das Problem, dass die Lauge an EINER Zelle von 1,19 auf 1,12 gesunken war.
Loch oben reingebohrt, Lauge abgesaugt und -fälscherweise- mit Natriumhydroxidplätzchen wieder auf Solldichte gebracht.
Lauge wieder eingefüllt und der Block (und somit die Zelle) tut wieder so wie sie soll (nach 2-3 Vollzyklen und seit ca. 2000km).
Seite 4 aus dem Manual:
! Electrolyte
The alkaline electrolyte in a nickelcadmium
battery is a liquid
solution of potassium hydroxide
(KOH), lithium hydroxide (LiOH),
or sodium hydroxide (NaOH)


von Jürgen G. - am 06.06.2018 10:08
Ja, Öle der Alkane bzw. deren Säuren auf keinen Fall. Damit wasche ich täglich meine Hände, nachdem sie mit Kalilauge verseift wurden. Die Seife ist nichts anders als ein Fettsäuresalz. Außerdem geht Seife im Wasser unter und ist auch schwerer als die Lauge, abgesehen, dass die Seife alles verschmiert, wenn sie sich nicht aufösen sollte.
Mit Silikonölen und Sloxanölen kenne ich mich nicht so gut aus, da müsste ich den Dr. Plichta fragen. Aber die bekämen auf keinen Fall von mir ein Freischwimmerzeugnis ausgestellt.
Wie dem auch sei, ich habe die entsprechenden Chemikerkontakte und werde es klären...

Auf jeden Fall, da kann schwimmen , wer will, die Batterie benötigt dergleichen nicht und, bis da eine merkliche Menge Lauge neutralisiert ist, das würde viele Jahre dauern.
Luftgefüllte Teflonkügelchen, um das Schwappen der Lauge zu verhindern, das würde vielleicht noch angehen, aber davon sehe ich nichts.

von Bernd Schlueter - am 06.06.2018 13:36
Ein Kollege aus Dresden schrieb mir seine Erfahrungen mit SAFT Ni-Cd:

Ich habe jede Menge Akkus, die alle zwischen 20 und 90 Ah liegen. Dort vermute ich, daß ein Teil der Elektrodenfläche inaktiv geworden ist, könnte sein durch zu geringen Laugenpegel und damit „an die Luft kommen“, kann auch sein, daß sich die Ölschicht um die Elektroden gelegt hat und diese inaktiv gemacht hat. Wobei nicht ganz klar ist, ob es diese Ölschicht gibt. Habe es aber mal so gehört..

Da gabs eine konstruktive Änderung, so um 2004, wo die Separatoren verändert wurden und den dringenden Hinweis, die Wasserwartung jetzt mit diesen Akkus jetzt alle 4000 km durchzuführen.

Das Ablassen der Lauge durch die Elektroden durch hat bei mir nischt gebracht, einfach weil der ganze Dreck von unten aus der Bilge durch die Elektroden gespült wird und die Struktur verunreinigt. Das Spülen mit dest. Wasser ist notwendig, ich habe das dann noch auf einen Vibationstand gestellt, um bessere Ergebnisse zu erhalten.
Aber abgelassen wird trotzdem wieder durch die Elektrodenstruktur durch ...

Lauge mit Lithium Zusatz gibt’s fertig in der Bucht.

Insgesamt aber hat der Spaß nischt gebracht, keine Kappa-Erhöhung, die alte Kapazität blieb.

Deswegen hatte ich auch schon die Idee mit dem Anbohren unten, dann die alte Lauge nach unten ablassen und mit warmen dest. Wasser von oben nach unten nachspülen. Dann verschließen – wie ??? und mit neuer Lauge befüllen.

Diese Procedere hatten wir mal an alten SAFT Flugzeugzellen (25Ah) Bj. 1983 „durchgebastelt“ und sie wieder auf die 25Ah gebracht …
Zufallserfolg … ???, mit der alten Lauge sollte man aber nur im Chemielabor „rumpanschen“, Cd-Anteile sind sicher gesetzt.

Übrigens hat es eine nette junge Dame aus der Dresdener Community geschafft, von SAFT 20 NEUE (Bj.2018) Akkus für ihren 106 zu bekommen. Testfahrt Reichweite 127km im bergigen Gelände, SAFT gab aber gleich den Hinweis, daß die Produktion der 100er Akkus dieses Jahr eingestellt wird – Begründung : keine Nachfrage mehr … !!!!!

von Berlingo-98 - am 06.06.2018 13:44
Hat nischt gebracht, das entspricht auch meiner Vorstellung. Das höre ich gerne und werde wohl nur die verwässerten Zellen aufkonzenttrieren, Methode Roman ist eine sehr saubere und bequeme. Aber die sehr schlechten Akkus werde ich versuchsweise und zum größten Teil neu befüllen.
Ich habe ja noch einen explodierten Akku. An dem müsste ich erkennen können, ob da "Öl" draufschwimmt. Öl mit Freischwimmerzertifikat müsste immerhin eine geringere Dichte haben als die Lauge. Auch, wenn sie sonst der Lauge zum Verwechseln ähnlich sieht. Die Ruine steht seit der Explosion in Düsseldorf.
Ist eh nicht mehr zu gebrauchen und nur eine äußere Zelle ist geplatzt, die Nachbarzelle sollte noch die ominöse Ölschicht aufweisen. Werde berichten.

von Bernd Schlueter - am 06.06.2018 21:38
Bei Fragen, die ich nicht selbst beantworten kann, frage ich nach, in diesem Fall bei SAFT Frankreich direkt. Hier die Antworten:

Frage: Gibt es eine Art Öl auf der Akkulauge, um den Kontakt mit Luft zu verhindern.
Antwort: Nein, definitiv nicht. Wörtlich: Abolutely not.

Frage: Wird die Produktion der STM100 wegen mangelnder Nachfrage 2018 eingestellt?
Antwort: Ja. Es gibt nur noch 200 Contracte. (Wörtlich: Yes, only 200 contracts still exist).

Zusatzinfo: STM mit Baujahr 2007, 2010, 2011 und 2012, alle mit 100 Ah getestet, sind noch verfügbar.

Gruss, Roland

von Berlingo-98 - am 07.06.2018 21:28
Danke, Roland. Endlich ist das Ölmärchen ausgeträumt.
Die Recyclinghöfe hier in der Gegend nehmen ausgediente Nicad-Akkus an.

von Bernd Schlueter - am 14.06.2018 18:52
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