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elweb Batterie
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Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
wolfram_f4, thegray, R.M, Christian s

Diätkur für NiCd-Fliegerzellen gesucht

Startbeitrag von wolfram_f4 am 25.06.2015 12:02

Hallo an alle NiCd-Experten,

vor ein paar Jahren habe ich mir für meine 50Ah-NiCd-Fliegerzellen Körbe aus VA schweissen lassen, die genau ins City-EL reinpassen.



Als ich nun die überfällige Akkuwartung (Wasserwartung und Reinigung - hatte schon Kriechströme durch NiCD-Kristalle, die sich in den Körben abgelagert hatten) angehen wollte, musste ich feststellen, dass die Zellen, die anfangs perfekt in die Körbe passten, mächtig zugenommen hatten:
Sie hatten Bäuche bekommen, und haben sich derart fest in den Akkukörben verpresst, dass sie gar nicht mehr rauszubekommen sind ... und sogar die Stahlkörbe leicht ausgebault haben :(

Ich habe einen Korb dann erstmal in die Sonne gestellt und mit Schraubzwingen zusammengepresst, und an einer mittleren Zelle an den Polen mit zwei Stahlwinkeln einen Holzgriff befestigt, mit dem ich dann nach ewigem gewaltsamen hin- und her wackeln die Zelle schliesslich herausbekommen habe.
Das hat mich nicht nur meine letzte Kraft gekostet, sondern hätte auch für die Zelle vermutlich übel ausgehen können (es war wirklich extremer Krafteinsatz nötig).
Aber die Zellen nun wieder in den Korb hinein zu bekommen (zumal der sich nat. in leerem Zustand auch wieder zurück gestellt hat), ist auch kaum möglich, und ich möchte nicht wieder brutale Gewalt anwenden ... zumal das so definitiv keine Dauerlösung ist!!!!

Die Zellen haben im Orginal (am Deckel gemessen) offenbar eine Dicke von 47 mm.
Als ich sie bekommen hatte, hatten sie im Durchschnitt 49 mm und gingen gut in die Körbe (345 mm innen für 7 Zellen) rein und wieder raus
Inzw. haben sie durchschnittlich 0,5-1 mm "zugelegt" ... und nix geht mehr :(:(:(

Meine Idee wäre: Wenn nun jede Zelle nur 0,5 bis 1 mm "abnehmen" würde (also auf 48,5 mm), hätte ich im Korb noch 5 mm Luft, um dort ggf. eine Kunststoffplatte einzusetzen, die man dann bei der nächsten Wartung vorab (hier wäre Gewalt ja kein Problem) entfernen könnte, damit man die Zellen dann problemlos heraus bekommt.

Die Ideallösung ist das sicherlich auch nicht ...
Aber wie bekäme ich die Zellen "schlanker"?
Vermutl. durch Erwärmung. Aber wie, ohne sie zu schädigen?

Und wie machen sie das in den Fluzeugen, wo die Zellen ja m.W. auch in Stahlkästen stehen?
Hat das ggf. jemand von Euch anders gelöst oder eine Idee?
Grössere Körbe sind leider nicht möglich. Dann bekommt man sie (insbes. den rechten im City-EL) nicht mehr rein- und raus, ohne das halbe Fahrzeug zu zerlegen. Auch habe ich gerade niemanden mehr, der Edelstahl schweisst.
Da sich in den Körben auch Salze ansammeln, die dann zu Kriechströmen führen, muss man die Zellen auch hin und wieder alleine zum Saubermachen aus den Körben bekommen.

Antworten:

HMmmm
Bei zuviel Pressung würde ich Angst um die Isolatoren haben.

Abnehmen nun - im Sprichwörlichen wenn wirklich garnichts anderes bleibt?
Eine Durchsteckschablone machen - so wie bei der Poststelle für Briefsendungen;) (wegen der Wiederholgenaugkeit)

Und auf einer Werkbank eingespannt dann mit einem "Zieheisen" oder aus Glasresten sich scharfkantiges Werkzeug rausschneiden und dann in Hundertstel Spanweise abziehen wo muß um durch die Schablone zu passen.

von thegray - am 26.06.2015 13:48
EDIT
(Leider kackt bei meinem alten Ersatz NB mal die Tastatur ab - oder ist das aus dem Form gewollte Betriebsverweigerung.) ;)

Nun dann noch zu ergänzen besorge dir Silikonfett, um die Reibung der PP Oberflächen zu reduzieren (Mineralölbasierend bitte nicht!) Nicht ganz billig aber ergiebig - ich weiß noch es gab da noch jemanden hier im Forum der hatte mit Silikonen zu tun evtl. kann er es dir auch billiger besorgen.

von thegray - am 27.06.2015 10:01
kann man irgendeinen gummiansatz an die Verschraubungen machen und mit einem Kühlschrankkompressor vorsichtig ein Vakuum machen bis sie sich wieder nach innen dellen ?

von Christian s - am 27.06.2015 18:28
Hallo,

Zitat

Eine Durchsteckschablone machen

Es ist wie im Leben, und die Zellen sind nicht alle gleich: Einige Zellen sind noch schlank, während auch z.B. eine mit 52 mm dabei ist. Sie müssen ja auch nicht alle gleich sein. Die Summe macht es, und vermutl. wäre es das beste, wenn die dicken Zellen einen Teil ihrer Bierbäuche hergeben würden.

Und meinst Du, es ist wirklich eine gute Idee, das die Wandstärke des Gehäuses abzuschälen?
Dabei wäre mir als Laie mulmiger, als die Zellen etwas zu verpressen ...
Würde auf max. 2 mm Wandstärke tippen.

Zitat

kann man irgendeinen gummiansatz an die Verschraubungen machen und mit einem Kühlschrankkompressor vorsichtig ein Vakuum machen bis sie sich wieder nach innen dellen ?

Meinst Du das ernsthaft? Grds. auf jeden Fall eine interessante Idee :cheers:
Ich habe zwar keine Ahnung, würde mir aber bei sowas auch def. mehr Sorgen machen als beim Pressen.
Vermutl. könnte man ein Ventil einer defekten Zelle problemlos so umbauen, dass man einen "Sauger" daran anschliessen könnte ... wenn ich sowas denn hätte.
Letztlich wäre es aber auch hier so, dass das Gehäuse entsprechend erwärmt werden müsste, dass das PVC weich genug wird, um verformt werden zu können.

Zitat

Nun dann noch zu ergänzen besorge dir Silikonfett, um die Reibung der PP Oberflächen zu reduzieren (Mineralölbasierend bitte nicht!)

Das funzt! Allerdings hatte ich dummerweise eine ähnliche Idee bevor ich Deinen Tip gelesen hatte:
Mit Ballistol und etwas Gewalt (war so eine "ich-hab-die-Faxen dicke-Aktion" :() habe ich die Zellen beim ersten Korb schon mal wieder rein bekommen. Schätze allerdings, dass Ballistol erdölbasierend ist. :(
Greift das dann ggf. das PVC an?
Na, beim nächsten Korb lasse ich das Ballistol.
Ich habe hier Silikon-Öl-Spray (vom Aldi :rolleyes:) rumliegen. Kann man das wohl auch nehmen?

Letzlich denke ich, haben sich die Zellen ja dadurch verformt, dass beim Laden bei erhöhtem Innendruck, das durch die Wärme weiche PVC des Gehäuses nachgegeben hat, und dann halt so stehen geblieben ist.
Ich hatte jetzt gedacht, diesen Prozess einfach 1:1 umzukehren, indem ich das PVC wieder durch Hitze weich mache, und dann mit Schraubzwingen einen Druck von aussen erzeuge, und die Zellen dann wieder erkalten lasse.
Ich weiss nur nicht, wie ich die Temperaturen hinbekomme bzw. welches die richtigen Temperaturen sind.
Es darf halt nur so warm werden, dass sich der Bauch wieder sachte etwas reindrückt (muss ja nicht auf Werksdicke zurück), ohne dass sich das gesamte Gehäuse verformt
Backofen ist daher vermutl. nicht so prickelnd, und ich überlege schon, ob ich sie einfach unter Strom eine Weile blubbern lasse, und dann Schritt für Schritt die Schraubzwingen allmählich nachspanne.. Angeblich sollen die Fliegerzellen sowas ja abkönnen, wenn man das Wasser wieder nachfüllt.

von wolfram_f4 - am 27.06.2015 22:57
Also das ist kein PVC das würde unter den chemieschen Bedingungen unlängst die Löffel abgeben - wenn ich es nicht Besser .... würde ich sagen das sieht man schon durch die transulenz und die Aptik das das nur PP oder PE-HD sein kann ich denek aber es - PP.

Balistol - nee nicht gut weil- JA nun kein Siliko ist aber wenn nicht verharzen so doch reagieren kann und verhärtet - so guter Kleber, in anbetracht der Fläche würde selbst Eiweis der garkein so schlechtes Klebemittel ist das ganze mit der Austrocknung zu einem bombenfesten Zellpaket machen - mit dem unterschied lang genug gefeuchtet und Pilze und Bakterien arbeiten lassen und der "Kleber" wäre über einen Jahr wieder abgebaut - Balistol sicher nicht.

Nun die Vervormung wird du nicht entscheident zurück bekommen - richtig die hat sich durch Innendruck gebildet, das ist dann so wie die Staik in Fachwerkhäusern wenn sich das Gebälk mit den Jahrhunderten der Belastung plastisch anpaßt.


Ich sehe eher Gefahr das die Elektroden und Isolatoren ein wenig NAchgewandert sind und beim Pressen und späteren statischen Druck (ich denke die Isolatoren sind auch aus PP/PE Gewebe) nachgeben und dann der unweigerliche Zellschluß folgen würde - von der Wahrscheinlichkiet eher die Frage ist nicht ob, sondern wann?

Dann da und dort 500µ abgetragen und gut Dauergeschmiert und das Zelleninnere in friden gelassen. Einen in Jahrhunderten verformeten Fachwerksbalken biegst du auch nicht in JAhren ungestraft über seinen Ausgangsform hinaus.

Und da sind wir beim Nächsten Das ist ein Thermoplast der bei etwa 150Graad in die Platizität kommt leider eben auch die Isolatoren wenn ich richtig liege ....den Rest hatte wir schon weiter oben .....Duknnt den einen nicht ohne den anderen oder du zerlegt die ZElle wieder in die bestandeile dan hast aber das Problem mit der im Material steckenden Lauge und der daraus entstehenden Potasche....Nächste Problem.....Wenn nicht das Einschweißen mit Ultraschall und das Händling und Gefahr für Haut und Schleimhäute wäre.


Und die Terrorie ;-) ....nun es es Zieht < dann dreh dich um dann dr......mit dem Unterdruck - nun ist nichts weiter als Druck von Außen - was soll das alles bringen wenn es nur die Wand ist die verformt ist und nichts anderes von Innen wäre ausser Flüssigkei,t dann würde die sobald die in der Box sind Verdrängt somt das ganze eigentlich kaum noch Druckgegeneinenander ausüben können.

NEE NEE - Wenn es nur um ein Paar Millimeter geht kontroliert abscharben damit die Rauigkeit nicht alzusehr Steiegt an Kaputen Zellen kann man dann Probieren wie lang mann mit dem Lötbrenner das ganz oberflächlich wieder glättet - Anderswo nennt man das u.a. nach dem Schnitt Flammpolieren.

Und ansonsten Silikonfett. Silikonöl ist besser als BAlistol aber zu Dünnflüssig und wird in den Kontaktstellen unter Druck verdrängt, weiter unter anhltenden Druck können die KS-Oberfl. dann auch einen Haftung bekommen im Sinne einre "Klebeung"- das kann man eben nur mit einem "Festschmierstoff" verhinderen und alles andere in dem Erdölbrodukte drin sind würde über lange Zeit entweder den KS selber beeinflussen aber zumindest durch Diffundieren und die Reagtionen mit der lauge ....Nee Silikon ist da absolut neutral.

Was vergessen?
LEider keine Möglichkeit für Korrekturen !

von thegray - am 28.06.2015 11:53
Hallo

Normalerweise werden zellen die sich ausgedehnt haben entsorgt.

Eben weil sie nicht mehr rein passen. Das Risko daß beim Sarten der Turbine eine Zelle kaputt geht will niemand eingehen.

Was man nicht machen sollte ist die Zellen zusammen zu pressen, solange sie noch funktionieren so ausgebeult lassen nur verhindern daß sie sich weiter ausdehnen.


Gruß

Roman

von R.M - am 28.06.2015 12:58
Nun gleichen Horn - spricht ein Ing. ; Rocket Scientist und PPL-Iinhaber ;)

Um die mal eine Idee zu geben - Oder wie ich mir das so vorstellen könnte:

Nimm einen Textilen Reise Koffer :

1x Normal
1x Entfernst du die umlaufenden Gürtel oder Gurte; auch im inneren.

Dann packst du in beide die gleichen ordentlich gefalteten Sachen, normal nicht picke packe voll so das er noch die Kubische Form behält.

Jetzt laß beide auf die die gleiche Lange reise gehen ; gerollert ; geworfen; rein in den Zug Auto; Flugzeug und wieder Raus usw.

Was wird mit den Klamotten passieren in dem Koffer der ohne auf Zug belastbare Gurtung hat im Vergleich zu dem ersten. (sicher schon mal gesehen oder ?) Also die Sachen rutschen im mittleren Bereich wo wenig Spannung ist, dehnt sich die Hülle die Klamotten bekommen Raum - mal davon abgesehen wie die sich in der Folge von unendlich vielen Wendungen legen die Klumpen sich in der Mitte und der Koffer wird da immer "Balliger" und die Sachen immer fester gepreßt wenn da in der Mitte was für ein Zufall aber sagen wir mal so - in der Mitte einen wertvolle Weinflasche ist, in welchen Koffer wird sie wohl eher beider nächsten Kofferstapelaktion ganz bleiben ?

von thegray - am 28.06.2015 15:08
Hallo Oliver,

danke für diese ausführliche Analyse!!! :cheers:

Da ích jetzt festgestellt habe, dass es mit etwas Gleitmittel zu klappen scheint, mache ich mir wieder Hoffnung, doch keine Hand an die Zellen legen zu müssen.

Ich werde mir auf jeden Fall jetzt erstmal Silikonfett besorgen, bevor ich hier weiter mache.
Ich hoffe, sowas bekommt man im Baumarkt o.ä.

Und die Weinflasche trinke ich dann auf Dein Wohl, wenn alles geklappt hat :)

Zitat

Normalerweise werden zellen die sich ausgedehnt haben entsorgt.


Und wir hier im elweb können stolz darauf sein, dass wir nicht von dieser dekadenten "Normalität" sind, und z.B. solche Zellen weiter verwenden!!! :cheers:
o.k. ... der Thrige ist auch keine Turbine ... klingt nur ein wenig so ;)

Ich hätte die Kästen von vorneherein an den Stirnseiten dicker machen sollen, hätte nur keine Idee, wie ich die im Nachhinein noch versteifen könnte, da man die beiden äusseren eh kaum noch rein und raus bekommt: hab mir den Überrollbügel dabei schon versaut, weil die untere Querstrebe für die Akkukästen ca. 1cm zu weit unten sitzt, dass man die Kisten nicht rein bekommt ... ausser man baut den Curtis vorher aus :(

von wolfram_f4 - am 28.06.2015 22:03
Hallo

Die Teile werden im El ja auch nur mit Mädchenstrom belastet.

Beim Start der Turbine fliesen so 1200 A und wenn eine Zelle dabei kaputt geht wird die Turbinenstufe zu heiß und Überholung ist angesagt, der Preis dafür ist im besten Falle 6 stellig.


Gruß

Roman

von R.M - am 29.06.2015 18:42
Zitat

Die Teile werden im El ja auch nur mit Mädchenstrom belastet.

Hi Roman,

das ist ja imho gerade das Schöne: Wenn sie für ein Flugzeug nicht mehr reichen, können wir sie im EL noch Jahre/ ggf. Jahrzehnte weiter verwenden.
Das nenne ICH "Nachhaltigkeit" :cheers:

von wolfram_f4 - am 29.06.2015 21:19
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