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elweb Batterie
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Hotzi-47, Bernd Schlueter, Emil

Blei Carbon Batterie

Startbeitrag von Emil am 09.04.2016 00:59

Weiterentwicklung der Bleibatterie verfügbar.

Zitat

Blei-Carbon Superkondensator Speicherbatterien

WINNER TITAN ist die neuste Generation von geschlossenen wartungsfreien Bleibatterien mit hoher Kapazität und extremer Zyklenfestigkeit, dank neuster Superkondensator Blei-Carbon Technologie.

WINNER TITAN Batterien kombinieren hohe Energiedichte, schnelle effiziente Lade- und Entladeeigenschaften mit einer erstaunlich langen Lebensdauer.Das macht sie zu den Bat-terien mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis am Markt.

Extrem Zyklenfest - bis zu 4000 Zyklen bei 80% Entladungstiefe
Wartungsfrei und Eigensicher auch ohne BMS
Verbessertes Lade- ung Entladeverhalten
Lange lebensdauer über 15 Jahren durch spezielle Carbon Legierung


Bruttopreis für 12V/500Ah ist 2.868 €.

Technisch steckt wohl das dahinter.

Wenn die Daten stimmen dann ist das für den Stationären Einsatz durchaus eine Konkurrenz zu Lithium Akkus. Für den mobilen Einsatz sind diese Batterien wegen des hohen Gewichts allerdings nicht geeignet.

Antworten:

Noch habe ich das Prinzip nicht verstanden. Ein Kondensator passt nicht zur Batterie.
Ich denke eher, dass hier nur eine Kombination aus zwei Bleibatterietypen vorliegt: eine mit relativ geringer Oberfläche , aber hoher Bleidichte, damit hohem Innenwiderstand und einer zweiten mit großer Oberfläche, aber niedrigem Bleigehalt, dafür geringer Energiedichte und niedrigem Innenwiderstand. Sozusagen eine Bleiionenbatterie. Einen wirklichen Vorteil sehe ich noch nicht. Höchstens einen Impulsfestigkeitsvorteil im Vergleich zur herkömmlichen Bleibatterie.

Ultrakondensatoren sind in Wahrheit auch keine echten Kondensatoren, sondern verkappte Akkumulatoren mit Anlagerung verschiedener Ionen an den Kohleelektroden.

Bei dem "neuen" Typ Akku beschränkt man sich auf eine Ionenart. Dann ist es aber kein Kondensator mehr. Nur die Kohle ist die gleiche wie beim Ultracap.

von Bernd Schlueter - am 09.04.2016 06:10
Na ja, Blei ist schwer. Und diese Blei-Carbon ist auch teurer als Li. Und die Zyklenzahl ist auch nicht höher. Wo also ist der Vorteil? Ich erwarte keinen grossen wirtschaftlichen Erfolg. Leider.

Der ganze Akkumarkt wird sowieso durcheinander geschüttelt, wenn die Gigafactory in den nächsten Jahren so locker die Welt-Produktionskapazität mal vervierfacht von jetzt so um die 10 GWh p.a. auf dann rund 40 oder mehr GWh p.a. Wohin nur mit den vielen Akkus? Und die Autos und Heimspeicher kommen dazu als grosser Markt. Das ist sicher, und das wird wohl fast ausschließlich mit Li beliefert werden.

Im Vergleich:
Blei-Carbon: ca. 40 kg/ kWh,,, ca. 480 Euro pro kWh, 4000 Zyklen, 15 Jahre
Litarion cells: Leider nur die Zelle: ca. 7 kg/kWh, ca. 300 Euro pro kWh (in Stückzahlen..), ca. 9000 Zyklen, 20 Jahre
ok, Litarion ist erst eine Zelle, der fertige Akku konfektioniert im Gehäuse und mit BMS dürfte etwas teuerer und etwas schwerer werden. Aber mit höheren Stückzahlen auch billiger.
Leider zur Zeit nicht erhältlich, weil zu kleine Fertigung (ca 500 MWh p.a. max.). Litarion hat zu viele Aufträge und kann nicht in ausreichender Stückzahl liefern, vermute ich mal.
Wie kommt das denn? MWh in Fähren und stationär verbaut? Wer kauft denn sowas?

Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 09.04.2016 06:41
Wenn ich den Namen "Evonik" nur höre denke ich an
Litec Kamenz
Akku Kamenz
Litec GmbH
Li-tech
Litec Kamenz Pleite
Separion (Suppentüte, angeblich aus Porzellan)
und den Namen eines Politikers und darüber darf ich hier nichts schreiben.
Es wird Zeit, dass die sich wieder mal umbenennen.

von Bernd Schlueter - am 09.04.2016 08:14
Oh Bernd,
Schnee von gestern. Ich dachte, die aktuelle Entwicklung wäre bekannt.

Und viele erfolgreiche Unternehmen sind durch erste Pleiten gegangen.

Litarion wurde von Daimler / Deutsche Akkumotive fallengelassen. War denen wohl zu teuer.
Die montieren in den Hallen der Deutschen Akkumotive jetzt Akkusätze mit Zellen aus Korea.

Litarion (Kamenz) gehört jetzt zu Electrovaya Kanada. Getrennt von Tisch und Bett. Na ja, die Hallen sind noch in der Nähe, Litarion hat das schon auf dem Luftbild gekennzeichnet.
In Kamenz werden von Litarion Teile und Separatoren gebaut, die kompletten Akkus in China endgefertigt. Und z.B. von Leclanche in Projekten eingesetzt, vermute ich jedenfalls.
Schau hier, das steht doch alles im Klartext und mit Bild

Kollegen hatten versucht, mal einige tausend Zellen zu bekommen. Keine Chance, die Fabrik ist ausgebucht. Richtig preiswert werden die erst ab mehreren 100.000. Dafür fehlten uns die Mittel.
Und bei 500 MWh p.a. Produktionskapazität würde das auch nur für 10.000 Autos reichen, bei angenommenen 50 kWh pro Auto. Na ja, wir hatten auch mehr so an Twizy Größen gedacht, oder Berlingo Bj.98 oder so.

Komisch, hatte Daimler etwa was gegen die erwarteten 9.000 Zyklen? Bei Teilzyklen und kleineren Strömen als 1C (wie üblich bei der Autonutzung) sogar noch mehr. Das wären mindestens drei Autoleben.
Da würde es sich lohnen, während der langen Standphasen die Akkus fürs Haus arbeiten zu lassen. Doppelnutzen sozusagen. Sowas würde mich jedenfalls ungemein reizen.

Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 09.04.2016 15:07
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