Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
elweb Batterie
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bernd Schlueter, omitreligion, Twiker76, Mühlen-Kiste

Opfer müssen gebracht werden (Otto Lilienthal)

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 20.07.2016 13:28

Mit meiner Opferzelle kennt Ihr mich als einen opferbereiten Menschen.
Nun appelliere ich aber ausnahmsweise an Eure Opferbereitschaft. Manch einer von Euch besitzt doch so eine brandgefährliche Lithiumzelle, möglichst mit Kobalt, der er nicht mehr richtig über den Weg traut.
Das ideale Brandopfer!
So: eine fette Diode parallel, sodass sie maximal mit 1,5 Volt umgepolt werden kann.Und nun gib Ihr, gleich neben dem menschenleeren Swimmingpool, Saures und bring ihr Schwimmen bei:
Wir kennen alle die Filme mit schrecklicher Überladung. Das ersparen wir uns diesmal: wir laden mit fettem Strom falsch herum, sprich , wir polen um. Ich sage mir, entweder expolodiert die Zelle, wenn da ein schlimmer chemischer Prozess in die Wege geleitet wird, oder, die Zelle wird nur mäßig heiß, explodiert vielleicht durch entstehendes Gas, aber dieses zündet nicht, weil die erforderliche Temperatur nicht erreicht wird. Bei Thomas Rettig, beim Überladen, wurde die Zündtemperatur erreicht. Was ist aber hier? Ohne chemischen Prozess wären das 1,5Volt mal 10 Ampere Wärme, 15 Watt, das könnte nicht schlimm werden.
Ihr könnt Euch alle vorstellen, was ich vorhabe. Es geht mir um die Lithiumtechnik ohne BMS von Michael, siehe Thread LiMn18650.

Wenn bei Umpolung nur eine einzige, die schwächste Zelle, ohne Explosion und Feuer, sterben würde, wäre das verschmerzbar. Bei mir wäre das die eine , 10% schwächere Opferzelle. Auch nur die bekäme die Umpolschutzdiode, mit 0,6 Volt Schottkyspannung und 250 Ampere, aus dem HPS3000. Damit wäre dann ein vorsichtiges Weiterfahren möglich. Die Opferzelle wird ja bei mir peinlichst überwacht. So gut, wie ich die im Blick habe, wird die auch im Fall des Falles nicht sterben, da ich das Leerwerden rechtzeitig bemerke.

Nein, ich halte Michaels Weg für gangbar. Aber zusätzlicher Brandschutz ist auch meiner Meinung unverzichtbar. Die Sollbruchstelle.

Seid keine Frösche! Ich bezahle auch die Telefonkosten für den Anruf bei der Feuerwehr. Bitte den echten Perserteppich zurückschlagen und bitte nur eine einzige18650er Zelle!

Mein pool ist leider zur Zeit leer und meine Frösche haben sich auf dem Perser breitgemacht. Ich möchte sie nicht stören.

Antworten:

Zusatzfrage

Es sollen ja schon Fahrzeuge mit BMS versagt und dann Kosten verursacht haben, vorher und nachher. Versagen tritt statistisch auf und nichts hält 100 Millionen Jahre wie angeblich in der Reaktortechnik. Ich wüsste gerne, wie sehr man sich auf die BMS-Mikroprozessortechnik und die vielen Kontakt- und Lötstellen verlassen kann. Ich möchte diese fast alle einsparen.
Ist schon jemand zu Ohren gekommen, dass ein BMS einen Fehler verursacht hat?

von Bernd Schlueter - am 20.07.2016 13:36
Wie jetzt eine Diode anschließen ? über die Zelle die in der Reihenschaltung ist ?

Das soll ein leerwerden und umpolen verhindern ?

Verstehe ich nicht...

von Twiker76 - am 24.07.2016 16:44
Nein, die sogenannte "Opferzelle" verwende ich praktisch als Ladungsmessgerät, weil die, weil sie etwas weniger Kapazität hat, als erste leer bzw. voll ist.Damit sie beim Unterschreiten der Mindest= Alarmspannung nicht zerstört wird, puffere ich mit einer zusätzlichen Zelle und einer Diode deren mindestspannung und fahre über diese zweite Zelle und die stromstarke Diode weiter, wie weit die Reserve in den übrigen Akkus erlaubt.
Ehe man ganz ohne BMS fährt, ist dieser behelf sicherlich besser als gar nichts. Da das vollkommene Leerfahren nur relativ selten passiert, opfert sich diese kleinere Zelle auch nicht sehr schnell auf. Aber ich brauche nur diese eine Zelle überwachen.
Michael Heedfeld fragte danach, ob er weiterhin mit seinen nie balanzierten Zellen weiterzufahren, wagen darf und da bestehen schließlich echte Bedenken.
Wenn er wüsste, dass eine der kleinen Batterieblocks schwächer als die anderen ist, könnte man damit mehr Sicherheit gegen einen Brand erzeugen. das funktioniert mit allen Batteriearten, ich habe es nach einer schlechten Erfahrung mit meinen Nicads vor. Die wandern allerdings noch sehr stark im Kapazitätsbereich herum, weil sie lange gestanden haben. Inzwischen komme ich wieder gut 80km weit.

von Bernd Schlueter - am 26.07.2016 16:07
Hallo Bernd
Ruf mal zurück!
Ist immer besetzt.
Liegt wohl an der Opferzelle.
Michael

von Mühlen-Kiste - am 26.07.2016 20:05
Hallo,

ich verstehe nicht ganz warum man so einen Aufwand mit einer speziellen Opferzelle betreiben muß.

Man kann seinen Akku-Pack ausmessen, bzw. öfter prüfen und eine schwächere Zelle ausfindig machen. Bei meinem Lipo-Twike hat das gut geklappt.

An diese Zelle kann man dann einfach einen schaltbaren voltmesser (ebay) die es für wenige Euro gibt anschließen und beim fahren immer mal wieder kurz einschalten und gucken wo die Spannung ist.

Ein Beschalten mit Schutzdiode und extra-zelle aus Spannungsquelle kann man sich damit sparen.

Generell, abhängig davon wieviel Volt Endspannung ein Auto hat kann man generell jede Zelle mit einem solchen Voltmeter ausstatten (Board das bei einschalten der Zündung an Relais 12 Volt anlegt und die Messgeräte durchschaltet) und dann sieht man wirklich alles - anders als bei einem gängigen BMS wo man blind vertrauen muß hat man tatsächlich die volle Kontrolle:

- gleichmässigkeit der Zellen unter Last im Blick
- wann der Akku wirklich droht in die Unterspannung gefahren zu werden (bei Kälte wo der Akku viel weniger belastbar ist z.B.)
- ob beim Laden etwas nicht stimmt - wenn eine Zelle hochohmiger wird ist deren Spannungslage beim Laden höher

Sofern man Fahrzeuge fährt die bis ca. 80 volt gehen bleibt der Aufwand überschaubar für so eine Controll-Board. In einem Twike würden die 400 volt zu überwachen damit zu aufwändig werden....

Mit LifePo4 Zellen habe ich erst im Tazzari Erfahrung gesammelt. Und war ganz erschrocken als ich lernen mußte dass auch diese gutmütigen Zellen trotz aufwändigem BMS schaden nehmen können durch:

- PKW ständig vollgeladen stehen lassen, gefördert dadurch dass das Balancing nur funktioniert wenn vollgeladen wird
- PKW wird zu selten vollgeladen, Zellen driften, bms kommt zu selten zum Einsatz
- Im Tazzari ist die unterste Spannung mit 2,5 Volt sehr tief gewählt, Fahrer können wegen der grenzwertigen Programmierung das Fahrzeug so lange fahren bis der Akku so leer ist, dass das Fahrzeug stehen bleibt weil der Akku leer ist. Es gibt Leute die dann tatsächlich in der Lage sind das Auto so monatelang leergefahren rumstehen zu lassen (Akku Totalausfall).

Gruß, Dragan

von omitreligion - am 28.07.2016 06:34
Das ist genau das, was ich mit meiner Opferzelle meine, nur die schwächste überwachen.
Ich nenne sie nur Opferzelle, weil ich sie in der Kapazität ganz ordentlich unter den anderen wähle, sodass die anderen normalerweise nie bis zu ihren Grenzen geladen oder entladen werden. Die eineZelle hat damit eine geringere Lebensdauer, die kann aber trotzdem ein Jahrzehnt erreichen kann, vor allem, wenn zusätzlich die Mindestspannung über die Zusatzzelle aufrechterhalten wird.

Natürlich reicht es, die schwächste Zelle alleine zu überwachen und dann schagartig auf der Autobahn stehenzubleiben, um Umpolung zu verhindern.
Mir ist nur lieber, wenn ich auf ausreichend Reservekapazität vertrauen kann.
Es reicht natürlich auch, die schlechteste Zelle sofort abzuschalten und zu überbrücken. Mit einem Umschaltrelais würde das gehen.

Auch mit dem besten BMS wird es immer eine Zelle geben, die als erste ihren Dienst aufgibt und evtl.einen Brand auslöst. Ich möchte das aber nicht dem Zufall überlassen, sondern vorbestimmen und die volle Kontrolle behalten. Ich weiß dann mit hoher Sicherheit, genau welche Zelle als erste ihren Dienst versagt, aber keinesfalls in Flammen aufgeht, sondern noch sehr lange weiterverwendet werden kann.

Ohne Otto Lilienthal wären unsere Flugzeuge auch nicht so sicher, wie sie heute sind. Sein Gerät zeigte die Schwächen von den damaligen Flugapparaten auf und setzten die Göttinger Strömungslehreforschung in Gang. Sein Opfer führte zur Verbesserung der Flugsicherheit, wie auch meine Opferzelle uns der Unsicherheit enthebt, nicht zu wissen, wann das BMS dem wachsenden, unbemerkten Auseinanderlaufen der Zellen nicht mehr gewachsen ist.
Bisher ist das noch niemandem passiert, weil Lithiumakkus mit BMS nur scheinbar ewig halten.

Aber auch diese Unsicherheit kann man ausschließen oder deutlich reduzieren.
Man kann es auch anders betrachten und meine Opferzelle ist nichts anderes, als ein sehr zuverlässiges Ladungsmessgerät, das gleichzeitig noch Temperatur-, Alters- und sonstige Einflüsse kompensiert.

von Bernd Schlueter - am 28.07.2016 10:09
Meine Geschichte mit der Opferzelle ist natürlich nur dort sinnvoll, wo eine Vielzahl von hintereinandergeschalteten Zellen eigentlich ein sehr teures BMS erforderlich machen.
Anders sieht es aus, wenn man sich in der Spannung und der Zahl der hintereinandergeschalteten Zellen beschränkt. Hier ist eine aktive Überwachung, Ladung und Entladung aller Zellen sinnvoll, die wirklich jedes Risiko ausschließt.
Meine Vorstellungen sehe ich insofern im Pacaduprojekt verwirklicht.
Was man daran noch nicht gefällt, dass man sich noch mit den 50Hz abplagen muss.
Da könnte man auch bei einer passenden Gleichstromzwischenspannung bleiben.

von Bernd Schlueter - am 02.08.2016 11:27
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.