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elweb Batterie
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Erster Beitrag:
vor 1 Jahr
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vor 1 Jahr
Beteiligte Autoren:
Bernd Schlueter

Laderkonzept und latch-up-Effekt

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 01.10.2016 07:51

IGBTs sind meist für positive und negative Eingangsspannungen zugelassen. Folglich kann man auch eine ganze Batterie von Wandlerendstufen vom Wechselstromausgang eines einzigen Wandlers ansteuern lassen.
Es genügt dann ein einziger Wandler mit seiner Steuerung, um alle anderen anzutreiben. Benötigt wird also ein entsprechend starkes PFC-Teil, das aus einzelnen problemlos, unter Einsparung der meisten Ladekondensatoren, aufgebaut werden kann, der Steuerungswandler mit den passenden Potentialtrennungstrafos und lauter Endstufen, nur aus gatewiderstand, zwei IGBTs, Ausgangstrafos , Dioden, Drossel und Siebkondensator aufgebaut.
Wie bei allen Leistungsteilen, besteht aber auch hier die Gefahr, dass sich latch-up-Impulse einschleichen, die können ultrakurz sein, sodass man sie nicht auf dem Oszillographen erkennt, die die Leistungshalbleiter zerstören.
Aber insgesamt kann man sagen, dass der Wechselstromausgang eines PWM-Wandlers geeignet ist, beliebig viele Endstufen unter Verzichtauf jede weitere Regelelektronik anzusteuern.

Ausgiebig sorgfältige und lange Tests sind allerdings erforderlich, um zerstörerische latch-up-Impulse auszuschließen. Mit den aus servern ausgemusterten Netzgeräten wird uns preiswert das erforderliche Material dazu geliefert.

Ich halte jede Photovoltaikanlage und jedes BHKW für geeignet, die erforderliche Gleichspannung für leistungsfähige PWM-Lader zu liefern. Mit PFC braucht man sich dann nicht herumzuärgern, der Lader erhält gleichzeitig einen MPP-tracker. Natürlich kann solch ein anpassungsfähiger Lader auch an jedes instabile dezentrale und kleine Netz angeschlossen werden, der dieses stabilisiert und den letzten Rest an elektrischer Überschussleistung herauszuquetscht, ohne, dass man noch Leistung an die Gebietsmonopole verschenken muss, die unseren Ökostrom nur in den Aluminiumelektrolyseanlagen vergeuden.
Es muss bei mehreren trackern im gleichen Netz aber für eine ausreichende Entkopplung und eine Hierarchie geachtet werden, damit es nicht zu Regelschwingungen kommt.
Das europäische Netz ist so stabil und träge, dass Telefonanrufe unter den Kraftwerken zur Regelung genügen.
In unseren kleinen dezentralen Netzen haben wir mit einer ganz anderen Dimension von Schwierigkeiten zu kämpfen. Hier müssen die Ansprechzeiten unterhalb dem Millisekundenbereich liegen.
Das ist aber mit elektronischen Mitteln leicht möglich, wenn man sich auf die Regelalgorithmen einigt.

Mit laissez fair im europäischen Netz, wo man kriegserprobten Strukturen anhängt, ist diese Aufgabe allerdings nicht zu meistern. Wir sollten unsere armen Netzbetreiber und Energiemonopole möglichst schnell von der Last, die wir ihnen bereiten, befreien.
Ich sehe keinen Sinn darin, Elektromobilität mit der vorhandenen Netzstruktur zu betreiben. Keine unserer Vorteile kommen zum Zuge. Statt zur Netzregelung beizutragen, belasten wir nur zusätzlich das Netz und die RWE sahen sich schon gezwungen, die kWH Ladsestrom auf einen Preis von 65 Cent und auch darüber, anzuheben.

Antworten:

Aus einem besonderen Anlass bin ich in der nächsten Zeit wohl öfter in Bochum (es geht nicht um den Bau des Opel Ampera im stillgelegten Werk). Dort befindet sich "Das Labor", wo man gut basteln kann und gleichgesinnte Elektroniker und Elektromobilisten aller Art trifft, den Daniel, den Uli, den Werner...und vor allem natürlich auch den Erdmann, der dort die Rundbriefe verschickt.
Vielleicht entsteht dort auch einmal das dezentrale, alternative Stromnetz, von dem unsere Kanzlerin und Minister Gabriel nur schwätzen?

von Bernd Schlueter - am 03.10.2016 06:37
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