Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
elweb Batterie
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Monaten, 2 Wochen
Beteiligte Autoren:
Bernd Schlueter, Hotzi-47, Richard, el El

Telefonnummer hinterlassen

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 22.12.2016 08:11

Es häufen sich die Fälle, da Ladesäulen besetzt sind. Gestern war das wieder so, und das war, zudem Schmuddelwetter und abends, sehr ärgerlich. Der Name des Elektromeisters, der sein Fahrzeug dort nachts abstellt und ab 17 Uhr lädt, stand am Renault-Transporter. Er lädt auch an der einzig vorhandenen Schukodose. Gerade habe ich ihn angerufen und, kein Problem, Elektroautofahrer helfen sich gerne gegenseitig. Ich muss abends in Düsseldorf aufladen, um das ladesäulenfreie Krefeld zu erreichen. Also, ich darf sein Fahrzeug ausstecken, meines laden (2-3 Sunden) und dann seines wieder einstecken und mit meiner RFID-Karte freischalten.
Das ist ein überaus wichtiger Punkt bei der Nutzung der Ladesäulen und für die Propagierung der Elektromobilität: Wir sollten unbedingt die Telefonnummer am Fahrzeug hinterlassen.

Wir kennen alle das Ungemach, das entsteht, wenn eine Ladesäule besetzt ist und man nicht weiß, wann der Besitzer zurückkommt. Ich hätte beide Male die ganze Nacht warten müssen, wie ich eben erfuhr.
Ich ging das Risiko nicht ein und bettelte in der Nachbarschaft um eine Schukodose, was mir nach mehreren vergeblichen Versuchen auch nicht verwehrt wurde.
Ist das anstrengend, das Auto über mehrere hundert Meter zu schieben! Ist mir vorige Woche passiert, ich bin noch außer Atem.
Passiert jetzt nicht mehr, nach dem Telefongespräch. Gut, dass die Schukostecker nicht verriegelt sind und einen Dieb lockt ein Schukostecker auch kaum an.


Viele Ladestationenbetreiber kassieren jetzt 65 und mehr Cent pro kWh.

Diese ganze teure Ladestationsfinanzierung könnten wir uns sparen, wenn jeder an seinem Haus den Strom verkaufen dürfte. Von mir aus für einen Euro die kWh. In Notfällen ist das immer noch besser als das, was ich in den letzten Wochen erlebt habe, einschließlich Übergriffe durch jugendliche Störer und Diebe.
Ich bin sicher, viele Hausbesitzer würden dann Steckdosen anbringen, und sicherlich bald auch blaue und rote CEE. 2 bzw 8 Euro Reinverdienst die Stunde, bei vorhandenem Solardach oder Heizkraftwerk noch mehr, das ist doch ein guter Anreiz!
Klar, mit Groschengrab!

Aber noch wichtiger ist die Erreichbarkeit von Blockierern. Per Telefon.
An den beiden Renaults konnte ich übrigens erkennen, wann die Ladung zu Ende war:
Gut von außen erkennbar war die Ladezeitanzeige: Restzeit: 1,5 Stunden bzw. gestern fast 2 Stunden.
Ich zog es trotzdem vor, betteln zu gehen.

Es gibt noch einen anderen Grund, warum eine Telefonnummer am Fahrzeug sinnvoll ist:
Brandgefahr. Es kann viel Ärger ersparen, wenn man den Besitzer erreichen kann, wenn am Batterie- und Ladesystem etwas nicht in Ordnung ist. Im Gegensatz zu Verbrennerfahrern entfernen sich Elektroautofahrer von ihrem Fahrzeug. Bei 350kW Ladeleistung wird das eher die Ausnahme sein.
Zum Vergleich: Verbrenner tanken, wenn 50 Liter in zwei Minuten in den Tank gehen, mit umgerechnet 15.000kW. Allerdings, Wärmeleistung. Mechanisch sind es nur 5000kW.

Antworten:

Bernd, Du darfst privat möglicherweise keinen Strom verkaufen, doch ich denke es spricht nichts gegen die zeitbasierte Vermietung eines Schließfaches, in dem sich - zur Kundenfreundlichkeit! - auch noch eine kostenlose Steckdose befindet.

von el El - am 22.12.2016 09:09
Hallo Bernd,
Ja ja, das mit der Ladescheibe im Auto, abgeleitet von üblichen Parkscheiben.
Das wird seit langem empfohlen, mittlerweile sogar in der Elektromobilitätsbroschüre von Nissan. Durchscrollen, kommt ganz am Ende: Ladelust - Ladefrust - Ladeetikette.

Ich habe mir übrigens vom e-auto.tv nur die Vorderseite der Ladescheibe runtergeladen, ausgedruckt und dann auf die Vorderseite einer herkömmlichen Parkscheibe aufgeklebt. Funzt prima. Man stellt das voraussichtliche Ladeende ein und gibt seine Telefonnummer an.

Allerdings will nicht jeder seine Telefonnummer ins Auto legen. Habe auch schon E-Autofahrer kennengelernt, die dies vehement ablehnen. Wegen der vielen Spass-Anrufer, die meinten, das Auto brennt - und so. Na ja, kommt drauf an, wo das Auto steht.

Strom anbieten öffentlich, das bedingt nach deutschen Verbraucherrecht (was nachzuprüfen wäre) eigentlich eine Preisauszeichnungspflicht. Gilt schließlich für jeden Käse im Markt, warum nur wird das beim Strom für E-Autos nicht gemacht? Dieses Ratespiel an Ladesäulen darf nicht mehr erlaubt sein, die Preise gehören angeschrieben wie bei Sprittankstellen auch. Das gehört in die Ladesäulenverordnung II, die zur Zeit in der Mache ist, sprich im Bundesrat. Genauer sollte der Preis pro kWh, die durchgelaufenen kWh und der Gesamtpreis bei jedem Ladevorgang sichtbar sein. Wie gesagt: genau wie beim Sprittanken. Ich weise gerne und erneut auf das hin, was interessierte Amateure bzw. E-Autofahrer, also Leute aus der Szene und Praktiker, so hinbekommen haben. Da kann die Industrie sich mal was abschauen zum Nachmachen.

Zu privat und Laden und Stromverkaufen: Verkaufen könnte jetzt gehen, es wird nicht mehr als Stromverkauf nach dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz oder Monopolgesetz (oder wie das heißt) angesehen. Hat sich kürzlich geändert. Oder Du machst es wie die Kistenleute, also die Drehstromkiste aus der Drehstromliste: Anbieten auf Spendenbasis.

Oh Du Physiker mit Deinen Vergleichen. Erklär es mir bitte nochmal. 50 Liter Sprit in zwei Minuten. Was genau hat das mit 15.000 kW oder 5.000 kW (Leistung) zu tun? Den Liter Sprit kann ich als Energiemenge ansehen, umgerechnet ganz grob über den Daumen rund 500 kWh. 15.000 kW ist eine Leistung. Meinst Du jetzt, dass man elektrisch eine Anschlußleistung von 15 MW braucht, damit man umgerechnet in 2 Minuten 500 kWh rüberschicken kann?

Dann erlaube mir einen weiteren Vergleich, entweder reine Physik oder nur praxisnah:
Mit 50 Litern Sprit fährt ein großer Verbrenner-Wagen der üblichen Verdächtigen rund 500 km, bei Langsamfahrt vielleicht auch das doppelte. Nur mit Sprit aus der Erde, und meist importiert. Uralt, Reserven aufbrauchen, dreckig und laut.
Mit 500 kWh fährt ein änlicher grosser Wagen, der mit dem grossen T, rund 2500 km weit. Mit Energie aus erneuerbaren Quellen (hoffentlich), immer frisch nachgeliefert, sauber und leise. Und nur mit dieser Energieform kann ich selbst hergestellte und damit garantiert saubere Energie nutzen. Home-made sozusagen, mach das mal mit Sprit!. Sagte mir neulich ein T-Fahrer, der 23 kW solar auf seinem Dach hat mit Vorrangschaltung für Eigennutzung. Vom (energetisch gerechnet größerem) Anteil an einer Windkraftanlage ganz zu schweigen. Ich brings leider nur auf 5 kW solar, aber immerhin. 2 kW Photovoltaik auf dem Garagendach sollten im Schnitt für rund 10.000 bis 15.000 km Fahrleistung reichen laut einer TÜV Rheinland Veröffentlichung von 1993. Hat sich über die Jahre nix dran geändert, ist also eine ganz alte Weisheit.

Allen schönen Vergleiche und Rechnungen mit Energiewerten liegen bei Energievergleichen um den Faktor 4 bis 5 schlechter als bei der Betrachtung des eigentlichen Nutzeffekts. Betrachten wir lieger die gefahrenen km. Liegt wohl auch an der eigentlich unnützen Abwärme, die man mühsam in die Umwelt entsorgen muss, beim Verbrenner jedenfalls. Will ich nicht, mag ich nicht.
Die Zukunft ist elektrisch. Arbeiten wir dran, dass der Strom auch sauber erzeugt wird. Nicht braun mit Kohle - oder so, da investiert nicht mal mehr die Allianz. Mit Kohle Kohle machen wird bald vorbei sein. Lieber WEG-gehen. Kohlekraftwerk kost Geld, und Kohle muss immer wieder bezahlt werden. Da spielt sogar der Wirkungsgrad eine Rolle. Solarkraftwerk kost auch Geld, die Sonne wird kostenfrei und flächendeckend angeliefert. Wen interessiert da der Wirkungsgrad. Und nicht mal Transportkosten fallen an.

Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 22.12.2016 09:20
Zitat
el El
Bernd, Du darfst privat möglicherweise keinen Strom verkaufen, doch ich denke es spricht nichts gegen die zeitbasierte Vermietung eines Schließfaches, in dem sich - zur Kundenfreundlichkeit! - auch noch eine kostenlose Steckdose befindet.


Darf ich auf Privatgrund eigentlich Parkfläche vermieten? So würde es auch gehen. Mietpreis dreistufig: Ohne Steckdose, mit 230V 16A Steckdose einphasig und mit 400V 16A Steckdose dreiphasig. Oder muss ich dafür gleich wieder ein Gewerbe anmelden?

Müßte gehen. Im Hotel mietet man ein Zimmer auch mit Steckdosen. Man darf die sogar nutzen.
Und manche Hotels vermieten auch Stellplätze mit oder ohne Ladesäule. Da gehts also. Hab ich selbst erlebt auf der e-tour europe. Die Radison blue Hotels hatte alle einige Stellplätze vermietet mit Lademöglichkeit, teilweise nur Schuko, teilweis mit Typ2 Anschlüssen. Und nochwas: Die Schukodosen waren schon immer dort, und es wurde jetzt entdeckt, dass man die auch zum Laden von E-Autos nutzen kann. Also flugs ein kleines Hinweisschild dran, dass das erlaubt ist.

Gruss, Roland

von Hotzi-47 - am 22.12.2016 09:52
Na ja, mit fahrzeugangepasster Ladeleistung währt Ihr Euch möglicherweise gar nicht erst in die Quere gekommen. Ich höre ja neuerdings schon so Sachen wie, "brauche einen Schnarchlader, damit ich beim Einkaufen umsonst parken kann".

von Richard - am 22.12.2016 10:47
Jetzt kann ich wieder tanken. Die zwei Ladeplätze an der classic remise sind jetzt wieder benutzbar, weil nicht mehr immer alle beide Ladeplätze durch die zwei übernachtenden Transporter blockiert werden.
Schuko:
Mein Cousin machte mich darauf aufmerksam, das die besseren Industrieschukostecker von Busch-Jaeger mit einer zweiten Feder über den Steckdosenkontakten ausgerüstet sind, die die 16-Ampere-Ladung dauerhaft aushalten.
Die schmorenden Schukodosen sind meist auf schmelzende Plastikteile, die auch die heiß werdenden Kontaktbleche halten, zurückzuführen. Ich kann von großem Glück reden, dass es bei dem Wegtropfen und schwarz verkohlenden Billigteil des Elektrikermeisters kein Brand ausgebrochen ist.

Mal sehen, ob ich solche bestellen kann.
Mein belüfteter Stecker schmorte bisher auch in sonst schmorenden Dosen nicht.

Ich erinnere mich, dass vor etlichen Jahrzehnten die Schukostecker und Dosen alle keramische Einsätze hatten und auf den Kontaktstreifen schwarze Federstahlklammern saßen. Damals waren 16 Ampere wohl noch volle 16 Ampere plus Sicherheitszuschlag,

von Bernd Schlueter - am 20.01.2017 08:37
An der wichtigsten Tankstelle in Düsseldorf fand ich an der Ladesäule drei Autos vor , ein Tesla der gerade über Typ2 ludt, ein Smart, der sein Ladekabel schon eingepackt hatte und einem großen Entschuldigungszettel, dass ein ihn zuparkender Fahrer hinter ihm dringend den Anschluss benötigte und um 12 Uhr 30 Zurück sei, wo er zu finden sei mit handynummer und er wäre sofort zur Stelle.

Super, auch ich wusste damit Bescheid und pünktlich zur angegebenen Zeit waren alle beiden zur Stelle und gaben auch mir den Ladeplatz frei. Gerettet. Also, wir sollten immer etwas zu schreiben dabei haben. Gleichzeitig kam dann auch noch der Teslafahrer und gab auch den zweiten Ladeplatz frei.

Gestern war nach 55km, im strömenden Regen, in der Dunkelheit, mitten im Wald, 2 km vor dem Ladeziel, finito. Ich fuhr einem Lichtschein nach, da stand ein Haus und das Waldfräulein besaß eine SchukoSteckdose, die ich 10 Minuten nutzen konnte.
Also, liebe Waldbewohner, bitte immer ein Lichtlein brennen lassen, damit arme, verirrte Elektroautofahrer nicht in große Not kommen.
Vielleicht sollten wir uns eine ausgefallene, unverwechselbare LED-Lichtfarbe ausgucken, die eindeutig signalisiert, dass man dort elektrische Nothilfe erwarten kann.

Eine von Geros gebrauchten Batterien hatte ich offensichtlich erwischt, die um etliches schwächer war, ich sortiere noch. Das war insofern ungefährlich, weil ich davon wusste und ich entsprechend vorsichtig fuhr. Es war eine Testfahrt, für die ich alle 4 km eine Tankmöglichkeit gesichert hatte. Eine war leider ausgefallen, der Besuch bei Marc wird aber nachgeholt.

von Bernd Schlueter - am 05.02.2017 05:56
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.