Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
elweb Batterie
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 1 Monat, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 1 Monat, 1 Woche
Beteiligte Autoren:
Holomino, Norbert Kern, laase, Emil, Berlingo-98

Der Bleistinker...

Startbeitrag von Holomino am 11.05.2017 14:18

Hallöle,

vielleicht hatte schon jemand von den (ehemaligen) Bleifahrern das folgende Problem und kann mir die Symptome erklären.

Der Reva meines Bruders ist mit 8 Trojan-Bleibatterien 6V, 200Ah bestückt, Laufleistung ca. 15000 km, 2 Jahre alt. Das Gefährt hat einen "Normal-" und einen "Boost"-Gang. Im Normalgang (200A) funktioniert alles lt. Borddiagnose (über RS232 können die Einzelspannungen auf nem Notebook angezeigt werden) einwandfrei.
Bei Einschalten des Boost spielt allerdings das Fahrzeug verrückt:
- Die gegen Masse liegende Zelle 1 fällt zurück bis an den Skalenanfang (bei 1V ist Schluss im virtualisierten Anzeigeínstrument)
- Zelle 2 bricht etwa auf die Hälfte ein
- Es fängt fast instant an, nach faulen Eiern (Schwefelwasserstoff, Fenster auf) zu stinken.
- Fahrzeug beschleunigt nicht, die Ladezustandsanzeige geht um ein Drittel zurück, der Fahrstrom bricht auf der Diagnose auf 150A ein.
- Zum Nachfüllen von Wasser hat das Wägelchen einen zentralen Einfüllstutzen. Wir haben es kontrolliert, die Zellen sind gut gefüllt.

Was ich mir erklären kann:
- Dass der Wagen nicht zieht, wird wahrscheinlich daran liegen, dass das BMS bei einbrechender Akkuspannung den Regler drosselt
- Wenn Zelle 1 sich umpolt (können Bleibatterien sich überhaupt tiefenentladen umpolen), kann die Messung an Zelle 2 als Differenzbildung aus den beiden AD-Eingängen (der untere kann ja nicht weiter als bis 0) verfälscht werden.
- Es kann wohl lt. Google&Co mal nach faulen Eiern stinken, wobei sich das Netz über die Ursachen eher uneins ist. (mal ist es eine Batterie, die auf dem Trockenen liegt, mal eine Überladene.

Was mir nicht erklärlich ist:
- Auch im Normalbetrieb werden die Zellen mit 200A und mehr belastet. Ich kenne solche Effekte bei Blei eher als Zellschluss (geht gar nicht mehr) oder Sulfatisierung (Spannung bricht proportional zur Belastung/ Ladezustand ein). So einen quasi digitalen Effekt hab ich noch nicht gehabt. Es passt nicht in das Modell eines linearen Innenwiderstandes, wenn die Spannung im Leerlauf bei 6,2V liegt, bei 200A noch bei 5,5V und bei 300A mit einem mal bei unter 1V. Da geht was substanziell schief - nur was?
- Wenn sich Schwefelwasserstoff bildet, kann es ja nur der Schwefel aus der Säure sein. Dann würde also die Schwefelsäurekonzentration der Zelle nicht mehr stimmen (Wasser wird regelmäßig nachgefüllt). Sind die Bleiplatten dann noch in Ordnung? Reicht es also, nur die Säure mal zu wechseln? Musste das hier mal jemand durchexerzieren oder ist der Gedanke sinnfrei?


Vielleicht erinnert sich ja noch jemand an die alten Bleizeiten und kann mir weiterhelfen.

Danke im Voraus und Grüße

Horst

Antworten:

Hallo Horst,

hab Dir einen Kontakt per e-mail geschickt, an den Du Dich wenden kannst. Aboluter REVA Fachmann und zusätzlich hat er Erfahrungen mit vielen Batterietechnologien.

Gruss, Roland

von Berlingo-98 - am 11.05.2017 19:21
Hallo Roland,

das probiere ich mal. Danke für den (Insider)-Tipp.


Grüße Horst

von Holomino - am 12.05.2017 06:46
Hast Du in allen Zellen mal die Säuredichte gemessen?

von Emil - am 12.05.2017 14:15
Genau das wollte ich die Tage mal machen. Es scheitert nur am 3€-Säureheber. Seitdem Starterbatterien wartungsfrei sind, haben sämtliche Schrauberkumpels die Dinger als nutzlos entsorgt und der wohlsortierte Fachhandel ist diesbezüglich auch nicht mehr sonderlich wohlsortiert. Aber bei Amazon gibt's die Dinger noch.

Mir fiel nämlich noch auf, dass bei einer Fehlfunktion der Schwimmerventile (sitzen oben auf den Zellen und beinhalten den Schlauchanschluss für das Bewässerungssystem) die Zellen überwässert werden können.

Nur: stinkt's dann nach faulen Eiern?

von Holomino - am 12.05.2017 18:26
Bitte KEINE Säure wechseln! Ist meiner Meinung nach eine Sauerei und sollte man als E-Autofahrer nicht machen. Die Säure enthält immer Blei, mal feiner, mal weniger fein. Wohin dann damit???
Wenn's schon (noch) unbedingt Bleibatterien sein sollen, dann wenigstens ohne zusätzliche Umweltschweinereien.
Wenn die Spannung bei 200A noch bei 5,5V steht, bei 300A aber auf unter 1V einknickt, wird gerade mindestens eine Zelle im 3-er Block umgepolt und "verkehrt herum geladen". Hat also nichts mehr mit Ri zu tun.
Wenn eine oder zwei von 3en einknicken, dann entweder zu wenig Elytstand (hattest Du ausgeschlossen) oder sulfatiert oder Aktivmasse von Platten verloren. Liegt dann als Schlamm unten unter den Platten, schlimmstenfalls zwischen den Platten. Gibt noch so specials wie Gitterkorrosion, aber das würde ich hier mal ausschließen. Gegen Sulfatierung hat bei mir das laaaange Mitlaufenlassen an einer 12V Solaranlage etwas geholfen, wenn auch die Akkus danach nicht wieder taufrisch waren. Auch solche Geräte, die mit hohen Strömen (Größenordnung >>50A) kurze Entlade- und Ladepulse generieren, halfen mitunter schonmal. Genauso oft aber auch nicht. Novitec Megapulse half an Batterien >=100Ah noch nie, da wahrscheinlich die Ströme zu gering waren.
Mein Fazit aus tausenden versenkten DM's und Euros: Blei hat in der Elektrotraktion höchstens noch was als Gegengewicht verloren, sonst NICHTS!
Klar, zB LFP kostet 2-3 mal soviel wie anfangsfahrtaugliches Blei, dafür fährt man mit Li aber auch und schaut nicht nur zu, wie die Bleizellen sich wegen einer Problemzelle totstehen. Der einzige Trost an den "Bleischätzen" im Keller ist, daß man dafür noch ein paar Euros bekommt, wenn man sie nach Jahren zum Verwerter bringt. Das geht mit Li (noch?) nicht ...
Viele Grüße, Lars

von laase - am 12.05.2017 20:54
Hallo
wen Leistung ab fällt und es anfängt zu stinken sind Blöcke hin, das zeigt Dir ja die Diagnose. Warum nur / erst beim " Boosten " weiss ich nicht, denke aber das wird in kürze auch bei " normal " kommen. Das es Zelle 1 + 2 sind betrachte ich als Zufall. Tausche sie mit z.b. den letzten, es würde mich wundern wen es bleibt.
Wiederbeleben geht nicht. Die ganz sparsamen haben schon 12 V Batterien auf gesägt und aus zwei guten hälften eine gemacht oder beide guten hälften eingebaut.
Ob sich das lohnt ? Augen zu, Geldbeutel auf ,neu und gut ist.
Bin mit meinem Kewet viel Blei gefahren, aber nur weil ich sie günstig bekommen habe. Gebraucht aus USV Anlagen. Hatte auch schon Pech und nur Arbeit. Als ich dann auf LI umgebaut hab und es anfing richtig Spaß zu machen dachte ich bei mir hätt ich nur früher...
Gruß
Norbert

von Norbert Kern - am 13.05.2017 16:28
So, mein Bruder hat 'nen Säureheber bestellt.

Ich hoffe mal, wir können damit zumindest nächste Woche eruieren, ob die Zellen durch Fehlfunktion der Schwimmerventile Irgendwann mal geflutet worden sind.
Wenn wir dann die Sitzbank sowieso raus haben, werde ich mal einige Zellen nach oben hin tauschen, um zu sehen, ob es eine AD-Fehlmessung an Zelle 2 war oder ob die Zelle 2 auch hin ist.

Dann kann mein Bruder ja immer noch entscheiden, was er will.

von Holomino - am 14.05.2017 12:45
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.