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Forum:
elweb Technik
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ethan Arnold, Bernd Schlueter, Schobi, Andreas Friesecke

120A Gleichrichter Reperatur?

Startbeitrag von Ethan Arnold am 05.05.2009 09:40

Hallo,
aus einem 80V/120A Staplerladegerät stammt dieser Gleichrichter:

[rc-autopilot.de]

Bei einem der Dioden ist im Betrieb der Kontakt weggebrannt. Einige Male wurde die Batterie ordnungsgemäß geladen (Ladestrom immer so max 40-60A) und nach einer etwas größeren Beanspruchung der Batterie flog beim ersten Ladeversuch die 150A Sicherung im Batterieladekreis raus, nach etwas Wartezeit legte ich die wieder ein und versuchte einen zweiten Ladeversuch, bei dem dann das Ladegerät (älteres Modell mit Drehstrom --> Trafo --> Gleichrichter --> Batterie) recht laut herumrumpelte und dann nach 1-2 Sekunden mit einem Knall diese Diode durchbrannte.

Als Ursache kann ich 3 Sachen vermuten:
a) möglicherweise (wenn auch nicht wahrscheinlich) hatte das Ladegerät nur auf 2 Phasen Strom (3x35A Schmelzsicherungen am Eingang) - wenn dieser Fall eintritt, versuchts trotzdem zu funktionieren, allerdings mit reduzierter Ausganggspannung
b) die Batterie zog tatsächlich über 150A Strom (kann ich mir auch nur schwer vorstellen)
c) möglicherweise fiel ein Metallspan durch die oberen Lüftungsschlitze hinein und verursachte bzw. erleichterte einen Überschlag

Nun meine Frage: Erkennt jemand diesen Aufbau und kann mir sagen, wie ich den Gleichrichter am besten testen kann und wie ich am besten diese einzelne Diode ersetze/repariere? Kann ich evtl. einfach den weggebrannten Steg wieder zusammenlöten?

viele Grüße,
E.Arnold

bitte link ohne url einfügen; mod weiss

Antworten:

Hallo Ethan,

Du wirst wohl den Gleichrichter in seine Einzelteile zerlegen müssen. Also die Zugstangen lösen um an die betroffene Platte heranzukommen. Dann die kaputte Diode herauspressen und eine neue einpressen. Bei der Ersatzbeschaffung darauf achten, ob Kathode oder Anode am Gehäuse liegt. Wenn möglich auch eine neue Anschlußlasche besorgen. Sonst mußt Du was dazwischen löten. Bei Conrad gibt es ähnliche Einpressdioden. Die könnten vielleicht passen.

Viel Erfolg
Schobi

von Schobi - am 05.05.2009 14:18
Vielen Dank, es scheint tatsächlich so einfach zu sein.
Bei RS Components hab ich diese gefunden, Baugröße und elektr. Daten passen schonmal:
[docs-europe.electrocomponents.com]
Aber woher weiß ich ob "wired to anode" sich darauf bezieht, daß das Gehäuse die Anode ist, oder ob der Draht zur Anode geht? Ich tendiere zu ersterem aber bin mir nicht sicher!

Laut meiner Skizze, wie die Platten+Dioden verschaltet sind, müßte die Anode (stumpfes Ende des Dioden-Pfeils) am Gehäuse in der Platte sitzen.

von Ethan Arnold - am 05.05.2009 16:32
Hallo Ethan,

ich kenne "wired to" als "verdrahtet auf". Wired to Anode sollte also Draht auf Anode sein.
Zur Not bestellst Du halt beide Modelle und misst es aus.

Problematischer sehe ich das Aus- und wieder Einpressen bei gleichzeitiger Erhaltung des Wärmeübergangswiderstandes. Eventuell musst Du ein neues Loch bohren.

Gruß
Andreas

von Andreas Friesecke - am 05.05.2009 18:44
Ja, "verdrahtet auf" (bzw. genauer "verbunden mit") ist klar... aber was ist verdrahtet auf Anode? Das Gehäuse oder der Drahtanschluß?

Das mit dem Wärmeschluß ist kein Problem, es sind weitere unbenutzte Bohrungen im Kühlblech, die ich nutzen kann. Muß das defekte Teil nicht mal entfernen.

von Ethan Arnold - am 05.05.2009 20:32
Klar, die sind ein guter Ersatz. Du kannst aber auch rein schraubbare Dioden nehmen. Die originalen bestehen aus ungekapselten Halbleitertabletten, die man nicht so leicht erhält, aber in Mengen billiger sind. Die Hülle enthält auch nichts anderes, außer, dass die Tabletten dem Luftstickstoff ungeschützter ausgeliefert sind. Einpressen ist nicht jedermanns Sache. Schrauben ist nicht schlechter, benötigt aber meist mehr Platz.

von Bernd Schlueter - am 05.05.2009 20:46
Also nach telefonischer Rückfrage beim Lieferanten meinte der allgemeine Elektronikberater auch, mit der Kennzeichnung wäre das Gehäuse gemeint. Er hat dann jedoch Rüscksprache mit der Halbleiterableiung genommen und die waren sich sicher: "Wired to Anode" heißt, daß der Lötanschluß die Anode ist.

Auch wenn ich das nicht 100%ig glauben kann... ich bestells mal so, wenigstens ist es nicht eilig und ich kanns dann guten Gewissens umtauschen wenns nicht stimmt.

von Ethan Arnold - am 06.05.2009 07:20
So, es stimmt tatsächlich: Das Modell mit dem "K" in der Typenbezeichnung, laut Datenblatt "wired to Cathode", hat tatsächlich den DRAHTANSCHLUSS an Kathode!

Und damit nicht genug: Als ich den GR dann zerlegte um die Dioden (11,50 EUR netto für 5 Stück) einzubauen, stellte ich fest, daß innerhalb des GR beide Typen verwendet wurden! Auf einigen Platten also die A-Version, auf anderen die K-Version. War somit wohl etwas "schöner" mechanisch zu lösen. Glücklicherweise hatte ich mich bei der Bestellung auch auf die defekte konzentriert, so daß es gepaßt hat.

Etwas verwirrend: eins meiner Multimeter wollte beim Durchpiepsen/Widerstandsmessen überall "kein Durchgang" anzeigen. Erst ein anderes Multimeter hat dann in einer Richtung ca. 1,5 MOhm angezeigt (M=Mega), in der anderen Richtung gesperrt. Liegt wohl an unterschiedlicher Meßspannung/Strom.

Eigentlich hätte ich mechanisch die Diode auch ohne Zerlegen einbauen können, aber die Wärme floß zu schnell ab (hab nur eine 45Watt Lötstation) so daß ich nach dem Zerlegen die losen Kleinteile besser verlöten konnte.

Ende der Geschichte: Ladegerät brummt wieder :-) vielen Dank für Eure Hilfe!

Gruß,
Ethan

von Ethan Arnold - am 09.05.2009 08:06
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