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elweb Technik
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Elektrix, Bernd Schlueter, E. Vornberger, `helmut`, Multimegatrucker, jkkopp, Matthias Rau, trimaransegler, GDE, Berlingo-98

Peugeot 106: Batterielader defekt, Wer hat Unterlagen?

Startbeitrag von Elektrix am 30.08.2009 15:15

Hallo allerseits,

nun hat mich das Thema Pumpe auswechseln beim Peugeot 106 auch ereilt. Beim letzten Laden ist die Originalpumpe hängen geblieben. Ja, ich bin selbst schuld, habe die neue von Roland schon auf dem Tisch liegen, aber noch nicht eingebaut. Man bekommt die alte Pumpe mit dem berühmten Hammerschlag wieder gängig, aber das ist ja nicht die Dauerlösung.

Mein Problem ist aber, daß wohl der Batterielader beschädigt wurde. Wenn ich die Ladung starte läuft die Umwälzpumpe los, die Blinker gehen für einige Sekunden an, dann löst die 230V-Sicherung an der Ladesteckdose aus. Ich habe einen normalen LS-Automaten 16 A Charakteristik B eingebaut, was bisher immer ging. Also sieht es stark nach einem Schaden im Batterielader aus.

Die Motorelektronik geht wie immer, auch sonst ist wohl kein Schaden aufgetreten. Im Moment lade ich die Batts direkt aus meiner Photovoltaik-Anlage. Das geht gut, die Module habe ich an die Schnelladeanschlüsse in der Sagem-Box angeschlossen. Man muß dann die Zündung einschalten, dann läuft die Umwälzpumpe und der Bordrechner zählt die Ah mit. Achtung! Das darf nur jemand so anschließen, der wirklich weiß was er tut!!! Ich denke es ist eine gute Notlösung, man hat direkt Gleichstrom zur Verfügung und die Spannung ist hoch genug.

Meine Frage ist: Kennt jemand dieses Verhalten des Laders (Eingangsstrom zu groß, so daß die netzseitige Sicherung auslöst), gibt es irgendwo einen Schaltplan oder sonstige Unterlagen? Wie kann man den Lader nach Reparatur testen? Kann man mit dem Auto mit ausgebautem Lader fahren? Ich werde ihn mal ausbauen, aber ich kann dann auch nicht mehr tun als Bauteile suchen, die defekt aussehen und diese dann austauschen.

Viele Grüße

Elektrix

Antworten:

Hallo,

normalerweise startet der Ladevorgang bereits dann, wenn beide Stecker eingesteckt sind und die Klappe am Fahrzeug noch geöffnet ist. Dann allerdings mit recht kleinem Strom von ca. 5 Ampere. Da müsste Deine Sicherung noch halten. Erst wenn die Klappe geschlossen wird, fährt der Lader hoch. Erst dann käme die Sicherung zum Tragen. Läuft die schwache Vorladung an oder geht die Sicherung da schon raus?

Gruß
Gunther


von GDE - am 30.08.2009 16:27
Oh Friedrich alias Electrix,
das tut mir jetzt wirklich leid, dass Dein Ladegerät nicht mehr so tut wie es soll.
Allerdings: so weit war ich vor vielen Jahren auch schon mal, und daher kann ich wenigstens eine Deiner Fragen aus eigener Erfahrung positiv beantworten:
Ja, man kann mit halbleerer SAGEM Box noch prima fahren. Kollege "Servis Helmut" hatte seinerzeit den gesamten Ladeteil ausgebaut und mitgenommen. Nach dem Zusammenbau der Rest-SAGEM Box fuhr das Auto dann rund ein Jahr gut herum. In der Zeit habe ich über den schnell hinten im Kofferraum ein- oder angebauten Zivan NG3 geladen. Ging ein Jahr gut, dann kam Servus-Helmut wieder vorbei und baute das reparierte Ladegerät wieder ein. Er kann es, und damals hat es "nur" ein Jahr gedauert. Mittlerweile scheint sich die Antwortzeit vervielfacht zu haben. Fachlich ist er gut, zeitlich gesehen dauert es einfach zu lange. Das war dann die Antwort auf die Frage, wer es reparieren könnte.

Hier die freigelegte SAGEM Box:



Übrigens ist beim Ladegerät relativ oft ein 120 Ohm Widerstand defekt, den man leicht findet wegen seiner Größe. Man sieht es auch gleich, wenn er verschmort ist. Habe gerade solch ein Ladeteil auf dem Tisch. Der Widerstand ist schon lange durch zwei ziemlich grosse Keramik-Widerstände ersetzt, jetzt muß ich noch drei Halbleiter auf einer anderen Planite einlöten, und dann steht mir der Zusammenbau und Test bevor. Ist für einen Berlingo. Hier das Foto von der Lade-Platine.



Eine Frage zum Marechal-Stecker: waren die Hochstrom-Gleichstromkontakte drin bei Deinem Stecker? Oder hast Du Dir selbst welche eingebaut? Denn normalerweise sind diese Teile nicht drin, jedenfalls beim Standard-Ladekabel. Ich kenne einen Kollegen, der sie sich nachträglich von Marechal besorgt hat.

von Berlingo-98 - am 31.08.2009 07:03
Hallo Roland,

vielen Dank für die Infos und die schönen Bilder!!!

Die Ladekabel für die Schnelladung sind bei mir aus der Sagem-Box rausgeführt bis zur Steckdose am Kotflügel, ist glaub ich Standard. Mein Marechal-Stecker ist ohne Hochstromkontakte. Ich habe direkt oben in der Sagembox die neuen Ladekabel zusätzlich auf die Anschlüsse der vorhandenen Ladekabel geschraubt. An die neuen Ladekabel habe ich MC3-Stecker drangemacht und stecke die Solarmodule direkt drauf.

Viele Grüße

Elektrix

von Elektrix - am 31.08.2009 08:21
So, der erste Schritt ist getan.

Ich habe jetzt die Laing-Pumpe drin. Obwohl ich mit schlanken Händen auch schon an vielen unzugänglichen Stellen geschraubt habe (nicht beim Peugeot), habe ich einen Bekannten (Autoschrauber) gefragt, ob er mir die Frontschürze abbauen kann. Dann gehts ultra-komfortabel :-)

Und da das Auto dann vorne ohnehin schon aufgebockt und die Räder weg waren habe ich mir gleich noch die dauerlaufende Unterdruckpumpe des Bremssystems vorgeknöpft. In diversen Forenbeiträgen steht ja, daß diese blaue Plastikkappe einreißt und dann undicht ist. Also unters Auto gelegt: Ah, das ist die blaue Kappe und ah, da ist ja der Riß. Vor ca. 20 min habe ich die Pumpe wieder eingeschaltet. Seither ist sie ruhig.

Und weil ich mit dem Eliminieren der Geräusche jetzt auf den Geschmack gekommen bin, werde ich mir wohl auch noch einen Schalter für die Hydraulikpumpe der Servolenkung einbauen. Dann ist das Auto komplett ruhig im Stand und im Ladebetrieb.

Immerhin kann ich jetzt wieder fahren und laden. Dann habe ich mir erstmal ein DC-AC-Zangenamperemeter bestellt. Vielleicht schon morgen mache ich dann die Sagem-Box auf und schaue mir den Lader an.

Viele Grüße und erstmal vielen Dank

Elektrix

von Elektrix - am 31.08.2009 15:25
Hallo allerseits,

ich habe die Sagem-Box aufgemacht und die Ladeelektronik ausgebaut. Die Elektronik habe ich noch nicht weiter zerlegt. Beim ersten Durchsehen habe ich auf der anderen Platine, also nicht auf der, die RR fotografiert hat Rauchspuren beim Transistor Q2 gefunden. Also Platine ausbauen, Transistor tauschen.

Gibt es andere Testmöglichkeiten als die Ladeelektronik wieder komplett in die Sagem-Box einzubauen, einzuschalten und zu sehen was passiert?

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Elektrix

von Elektrix - am 11.09.2009 18:43
Hallo allerseits,

ich habe jetzt die fragliche Platine ausgebaut. Einen der MOSFETs hats erwischt. Ich habe noch einen der anderen Transistoren ausgelötet zum Messen. Er hat Durchgang von Drain nach Source in beiden Richtungen, ist also auch tot. Also bestelle ich vier neue. Die vier Leistungsdioden auf der Platine sind ok.

Die MOSFETs sind von IXYS, der Typ heißt IXTH24N50 im TO-247 Gehäuse. Man bekommt sie bei Farnell, sind auf Lager. Eine neue Wärmeleitfolie habe ich auch gleich mitbestellt, die alte hat beim Ausbauen doch so gelitten, daß ich ihr nicht mehr wirklich traue.

Ich hoffe mal, daß die Ansteuerelektronik nichts abbekommen hat.

Viele Grüße und noch einen schönen Abend

Elektrix

von Elektrix - am 13.09.2009 17:30
hallo

wenn du schon bei farnell einkaufst
würd ich 4 von den IXFH26N50Q ordern
die sind etwas niederohmiger
und lassen dein ladegerät dann ein bischen weniger schwitzen

hast du die gatewiderstände alle gemessen ??

wie schaut bei dir der T5 aus ??
ein kleiner ferritwürfel mit ca 1 cm kantenlänge oder
grösserer sichtbarer wickelkörper mit schmalem kern ??

und poste doch bitte mal die 6-stellige viereckig eingerahmte nummer auf bottom
und die PIU 215.....-. davor

servus...helmut

von `helmut` - am 13.09.2009 22:25
Hallo Helmut,

vielen Dank für die Infos!!

Ich hab die Bestellung bei Farnell mal schnell noch storniert, dann kann ich die besseren MOSFETs nehmen. Mal sehen, was ich sonst noch brauche.

Die Gatewiderstände bei Q1 und Q4 sind bei 7,2 bzw. 7,1 Ohm. Der von Q2 ist hochohmig und der von Q3 hat Durchgang. Lt. Farbcode haben sie 6,8 Ohm, das passt mit der Genauigkeit meines Messgeräts. Auf der Unterseite der Leiterplatte ist an der Leiterbahn von Source von Q2 nach Source von Q3 kein Lötstopplack mehr drauf, man sieht aber keine Hitzespuren und es lagen auch keine Reste im Gehäuse.

Der T5 ist bei mir ein offener Wickelkörper mit sichtbarer Wicklung und einem eckigen Ferritkern.

Auf der Unterseite der Platine steht: PIU 21578060-2 D 15 9639

Das "D" ist eingerahmt und die letzten 6 Ziffern auch.

Viele Grüße

Elektrix

von Elektrix - am 14.09.2009 08:24
So,

die Teile sind seit ein paar Tagen da. Hoffentlich komme ich morgen endlich dazu, die Transistoren und die Gatewiderstände zu tauschen. Mal sehen, ob ich noch was finde. Wenn nicht heißts zusammenbauen und wieder rein in die Box. Dann wirds spannend ;)

Schönen Abend noch

Elektrix

von Elektrix - am 18.09.2009 19:34
YEAH!!!

Der heutige Nachmittag war äußerst erfolgreich!!

Erstmal die alten Transistoren rausgeschnitten und die Beine ausgelötet, dann die Gatewiderstände gecheckt. 2 Widerstände habe ich ausgetauscht, dann die vier Transistoren (Alternativtyp wie von Helmut vorgeschlagen) eingelötet. Dabei darauf geachtet, daß sie wieder genau so sitzen wie die alten, damit die Klemmung für die Kühlung funktioniert. Dann den Lader wieder zusammengeschraubt und rein in die Sagembox. Schraub, schraub, schraub. Keine Schrauben sind übriggeblieben. Alles nochmal durchsehen, Sagembox zugemacht, alle Kabel wieder angeschlossen. Spannungen wieder angelegt, ein paar Meter gefahren. Alles gut. Dann das Ladekabel angeschlossen. Die Blinker gehen an und nach 10s wieder aus. Stille (wg. Laing-Pumpe). Die Instrumente zeigen Ladebetrieb an, das Zangenamperemeter zeigt 20,0A Ladestrom an. :hot:

Jetzt erstmal ein Bier :cheers:

Vielen Dank für die Infos und Unterstützung!!!

Ich bin heilfroh, daß die Ansteuerelektronik der MOSFETs nichts abbekommen hat. Aber offensichtlich ist das Ganze eher robust gebaut.

Ein Tip, wenn mal jemand wieder sowas macht und nicht täglich Sagemboxen offen hat: Digikam danabenlegen und beim Zerlegen regelmäßig Bilder machen. Habe ich gemacht, habe die Bilder auch gebraucht.

Schönes Wochenende

Elektrix

von Elektrix - am 19.09.2009 16:28
Gratulation, Super, dass es geklappt hat. Allein traue ich mich an meine noch nicht dran, aber das wird noch.

Und immer reichlich Photonen vom Dach im Tank!!

Grüße

Friedhelm

von trimaransegler - am 19.09.2009 18:14
Batterielader defekt, reloaded...

...oder wie es im Film heißt.

Hallo allerseits,

nachdem ich den Batterielader erfolgreich repariert hatte ging er so 1 bis 2 Batterieladungen lang, dann stieg er wieder mit den gleichen Symptomen aus. Ich bin nur bisher nicht dazu gekommen, mich drum zu kümmern. Schade, aber es ging nicht anders.

Heute habe ich den Lader wieder ausgebaut, konnte auf den ersten Blick keine Schäden erkennen. Also werde ich ihn wieder zerlegen, suchen und nach Tipps fragen.

Ich melde mich wieder, wenn ich mehr weiß. Hat eigentlich irgendjemand Schaltpläne von dem Lader?

Viele Grüße

Elektrix

von Elektrix - am 04.12.2009 18:59
Möglicherweise wieder der gleiche Fehler? Beim IXFH26N50Q fehlt die Angabe: Für Schaltnetzteile, dafür wird auf die niedrige Gateladung hingewiesen. Ob das Ding zu schnell ist und das maximale dU/dt überschritten wurde?
Steht etwas wenig drin in alldatasheet. Aber schön, dass es die Transistoren billig gibt.
Wenn ein Treiber defekt, dann ja wohl am ehesten der am durchgebrannten Gatewiderstand.
Schon gut, dass das Ding diskret aufgebaut ist. Die Toshibamodule sind sicher nicht so leicht zu bekommen.
Ja, ein Schaltplan wäre schön. Der Eddy hat immerhin das Gröbste der Box skizziert.
Bei meiner Kiste wurde übrigens die überhöhte Temperatur nach Ausfall der Webastopumpe angezeigt. Rechtzeitig genug. Bin vorher auch noch mit der Hammerschlagmethode herumgefahren, bis ich mal nicht aufgepasst hatte.
Glück gehabt. Dabei hatte mich der Roland so gewarnt.
Bei meiner Kiste war die dickste 12-Voltladerleiterbahn atomisiert, da hatte wohl mein Vorgänger oder der Chefzitronenelektriker die 12 Voltbatterie falsch herum angeschlossen. Die Dioden habens überlebt, waren bestimmt 500 Ampere.
Mist, ich vermisste nachher ein paar Schrauben.

von Bernd Schlueter - am 04.12.2009 20:31
Hallo allerseits,

habe den Lader wieder draußen, beim zweiten Mal gehts schon schneller (nicht daß ich mich nach sowas sehne aber es hat auch positive Seiten ;-) ).

Die vier Transistoren, die ich letztes Mal getauscht habe sind wieder durch, ich habe zwar nur mal Durchgang gemessen im eingelöteten Zustand, aber ich denke, daß es nach dem Rausschneiden auch nicht anders sein wird. Die Leistungsdioden auf der gleichen Platine sind ok.

Was mir sehr helfen würde ist, wenn jemand ein Schaltbild zumindest vom Leistungsteil hat, dann kann ich mir ein Bild von der Funktion machen.

Welche Bauteile sollte ich sonst noch checken? Es gibt keine abgerauchten Bauteile oder optische Schäden. Ich habe aber eine Schraube gefunden, die ich beim ersten Zusammenbau offensichtlich nicht angezogen habe. Blöderweise ist dies gleichzeitig ein Massekontakt für die Platine :-(

Viele Grüße

Elektrix

von Elektrix - am 05.12.2009 17:27
Ich habe schon tüchtig nachgeforscht, auch im französischen Forum. Ich habe einmal ein Schaltbild zumindest des Mototkontrollers gesehen, als ich noch kein Fahrzeug hatte, aber ich konntge es nicht wiederfinden. Das war komplett, auch mit verschiedenen Sagemversionen. Aber niemand scheint so etwas zu besitzen, auch in Frankreich nicht. Da ich meinen 12 Voltlader bei -5 Grad repariert hatte, habe ich mir die übrigen Komponenten nicht angeschaut und die kiste seither zugelassen.
Ich kann nur vermuten: Vier Transistoren, das deutet nicht auf einen Sperrwandler, sondern auf einen ganz normalen PWR-Wandler mit symmetrischer Ansteuerung. Je zwei Transistoren parallel im Gegentakt geschaltet.
Überprüfe das bitte und, ob die zwei Paare an drain und source miteinander verbunden sind, oder ob das drain jeweils an die Primärwicklung geht.
Im ersten Fall dürfte das andere Ende an einen Schwingkreiskondensator gehen, das Ganze wäre dann aufgebaut wie heute die Schaltnetzteile im Computer, oder, es geht an die Mitte zwischen zwei Ladeelkos. Die zweite Möglichkeit würde hinter dem Trafo eine Drossel benötigen.
Da ich so gut wie sicher bin, dass es sich um einen Gegentaktwandler handelt, müsste die Ansteuerung absolut symmetrisch sein. Wenn ich das Ding unter meinen Fittichenbehuden könnte, würde ich das mit einem Ossi, ich habe einen aus Ostdeutschland, überprüfen. Halt, der spricht sogar Russisch.Das ist nur schön blöde, denn da liegen dann volle 300 Volt an!
Sollten knapp 10 Volt Schaltspannung sein. Eventuelle kann man auch mit Diode und 1000Ohm-Widerstand zumindest prüfen, ob die Steuerspannungen wenigstens gleich erscheinen, gleiche Leuchtkraft der Dioden.
Unsymmetriesche Steuerspannungen zerstören wieder den Lader, wenn die Treibertransistoren einen Knacks weghaben.
Was hast Du? Den Massekontakt nicht angezogen? Bist Du des Wahnsinns?
Wenn da Abschalt-Spikes auftreten, die mögen die Gates überhaupt nicht.
Marsch, zweiter Versuch. Erde Dich bitte, ehe Du die Gates anfassst.



von Bernd Schlueter - am 05.12.2009 20:45
Hallo Bernd,

danke für deine Antwort, ich schaue mal, ob ich die Verschaltung der Transistoren rausbekomme.

Ich würde auch gerne die Steuersignale für die Transistoren anschauen, weil ich ja nicht weiß, ob die Ansteuerelektronik ok ist oder nicht. Das setzt aber voraus, daß ich den Lader außerhalb der Box zum Laufen kriege. Das erscheint mir problematisch ohne Kühlung, vor allem muß ich dazu einige Verbindungen innerhalb der Box improvisieren und verlängern.

Den Lader auf dem Tisch zu betreiben wird wohl daran scheitern, daß ihm die Steuersignale vom Rechner fehlen. Diese wird man sicherlich nicht improvisieren können, wenns keine Doku gibt.

Wenn jeman weiß wie man einen Testbetrieb des Laders durchführt wäre ich für die Info sehr dankbar, ich verschicke dafür auch gerne mal eine Flasche Wein :rp:

Meine Aktion mit der Schraube war schon ziemlich dämlich, ich habe aber erst beim erneuten Ausbau gesehen, daß die Platine an der Stelle einen Kontakt hat. Ich habe die Schraube bei der letzten Montage einfach nicht hineinbekommen. Man kann das Problem durch die richtige Montagereihenfolge lösen: erst die Platine in das Gußchassis einlegen und komplett festschrauben und danach erst die Klemmleiste für die Kühlung der Transistoren anschrauben. Schraubt man diese Klemmleiste zuerst fest, bekommt man danach genau eine Schraube nicht mehr rein.

Viele Grüße

Elektrix

von Elektrix - am 05.12.2009 21:05
Wenn das eine Masseverbindung unter vielen war, ist das nicht die Ursache.

Halt! Was verstehst Du unter Masse? Du meinst dasGehäuse? Das wäre überhaupt nicht schlimm, denn die Elektronik ist dort total potentialgetrennt!
Test natürlich nur im eingebauten Zustand, ohne Deckel. Zwei Kabel mit je einem 500 Ohm bis1 kOhm-Widerstand an die Gatewiderstände, am besten auf der Mofetseite, also an den gates, dazu "Minus", also source herauslegen. Wenn kein unbedingt potentialgetrennter Oszi vorhanden, wenigstens mit zwei gleichen Dioden die beiden Eingänge vergleichen. 10 Volt Spitze-Spitze sind am Oszi zu erwarten . Die Dioden müssen vollkommen gleich leuchten. Im Großhandel kosten die Transistoren unter 1 Euro das Stück.

Ach was, löte die Dioden mit den Widerständen einfach an die gates und source! Dann kannste auch 200 Ohm nehmen, und die kannst Du auch in der Schaltung belassen, dann hast du beim nächsten Durchbrennen eine kürzere Suche. Klar, kann auch etwas anderes defekt sein, aber seltener.


von Bernd Schlueter - am 06.12.2009 09:47
Zitat
Bernd Schlueter
Wenn kein unbedingt potentialgetrennter Oszi vorhanden, wenigstens mit zwei gleichen Dioden die beiden Eingänge vergleichen.....

Im Großhandel kosten die Transistoren unter 1 Euro das Stück.


Den Oszi potentialgetrennt betreiben ist nicht das Problem. Mal sehen, woher die Steuersignale kommen, evtl. macht es Sinn, von allen vier Transistoren die Signale rauszulegen.

Meinst du mit "unter 1 Euro" die MOSFETs? Kannst du mir diese Quelle nennen? Bei Farnell kosten sie ca. 10 Euro nettto pro St.

Viele Grüße

Elektrix

von Elektrix - am 06.12.2009 16:17
Ogott, Großhandel, Schukat in Monheim. Ich glaube, wir müssen mal ein Unternehmen gründen, um dort einkaufen zu dürfen. Ich beziehe sie über einen Bekannten mit Elektrofirma. Das sind ja ganz simple Billigtransistoren, ich muss mal in die Liste sehen, bei meinem Bekannten. Ich hatte mal eine Firma, dann kam der Überfall und das anschließende Nepalverbrechen aus dem Bundeskanzleramt. Seitdem bin ich dort abgemeldet. Ich frage nach! Wer mit einem angemeldeten Fachunternehmen wäre bereit, die El-Weber mit Strick- und Spinnmaterial zu versorgen? Von dem Zeug aus der Apotheke bekommt man nur Aufstoßen.
Stückzahlen müssen da schon sein, aber die berechnen nach Produktgruppen, beispielsweise 100 Transistoren, auch gemischt.
Ich selbst habe beschlossen, kein Unternehmen in Deutschland zu gründen, ehe nicht die Nepalgeschichte geklärt ist.

Ich komme oft durch Monheim bzw. in der Nähe vorbei. Unsere Stückzahlen sind nicht klein, aber reichen dann auch für ein Jahr.

von Bernd Schlueter - am 08.12.2009 08:54
Hallo allerseits,

ich habe mir mal die Datenblätter der verschiedenen Transistoren angeschaut. Original drin ist der IXTH24N50, Datenblatt hier. Der Vorschlag von Helmut, den ich dann auch eingebaut habe ist der IXFH26N50Q, Datenblatt hier. Der IXFH26N50Q ist aus einer anderen Baureihe, kann mehr Strom ab und hat einen niedrigeren Durchlasswiderstand. Aus der originalen Baureihe ist der 24N50 der mit dem größten Strom, da gibts leider keine größeren.

Wenn man die Datenblätter vergleicht sieht man den Unterschied in der Ansprechzeit der integrierten Freilaufdiode. Die Diode im originalen IXTH24N50 braucht 600 ns, die im IXFH26N50Q nur 250 ns. Das ist prinipiell von Vorteil, aber ich kann nicht abschätzen, ob das für die vorhandene Schaltung auch vorteilhaft ist oder nicht. Deshalb werde ich wieder die original verbauten Transistoren einsetzen.

@Bernd:
Danke für den Tip mit Schukat. Die sind wesentlich billiger als Farnell und andere. Die Preise kann man online abrufen. Der IXFH26N50Q ist dort auf Lager. Allerdings haben sie den IXTH24N50 nicht, deshalb werde ich wohl wieder bei Farnell bestellen.

von Elektrix - am 08.12.2009 15:29
Das ist ganz sicher vorteilhaft, denn ich gehe von einer Gegentaktschaltung aus, bei der die Diode benutzt wird. Möglicherweise ist es aber auch ein Resonanzwandler, wie bei den Computernetzteilen.
Durch die Überhitzung kann aber alles Mögliche defekt geworden sein, zum Beispiel eine Diode, die bei Erwärmung plötzlich Strom zieht. Das würde sich in Unsymmetrien ausdrücken. Die defekten Transistoren wären dann ein Folgeschaden. Vom Datenblatt her unterscheiden sich die Transistoren nicht sehr, demnach müssten sie gut austauschbar sein. Wie war das, Gatewiderstand 6,8 Ohm? Das wäre mächtig wenig. Gegen zu schnelles Freiräumen sind die Mosfets empfindlich. Gefährlich ist eine zu schnelle Freiräumung wegen des "Pincheffekts" und eine zu hohe Spannungsanstiegsgeschwindigkeit. Das Datenblatt nennt ja auch die Kapazitäten, die unterscheiden sich nur um 10%. Die Gegekopplung der Drain-gatekapazität und dem 6,8 Ohmwiderstand betstimmen die Freiwerdezeit, sprich Ausräumgeschwindigkeit. Die gehen hier an den Extremwert,wie ich das sehe. Eine Überlastung durcch thermischen Durchschlag sollte man auch an unterschiedlicher Erwärmung erkennen können. Da sind Infrarotthermometer richtig hilfreich.
Ob der Gero nicht mal einen Tip geben kann?
Interessante Firma, emuliere doch mal einen Elit!

von Bernd Schlueter - am 08.12.2009 19:30
hallo

deine fehlende schraube (?? war das die von ST5 ??)
da sollen kapazitiv störungen vom zwischenkreis auf das gehäuse abgeleitet werden
was da passiert wenn die nicht drin ist - schwer zu sagen

die endstufe hier stirbt aber vorrangig zwecks termischer überlastung
und deine sagembox hat ja vermutlich auch noch keinen temperaturfühler unterm ladegerät
also keine abschaltung bei übertemperatur
überprüf das ganze nochmal aus dieser sichtweise !!

dein ladegerät stammt ja aus 1996
da wurden noch die IXTH24N50 verbaut
ab baujahr 1998 wurden dann von sagem die IXFH26N50 verbaut
ich selbst hab bei reparaturen von sagem-ladegeräten bisher 2 stangen IXFH26N50Q und
1 stange IXFH26N50P aufgebraucht - die arbeiten schätzungsweise alle noch

für bernd's spekulationen:
es ist ein Vollbrücken-Gegentaktwandler
alle 4 gates werden "induktiv" entkoppelt
da sagt der 6r8 gatewiderstand allein wenig über irgendwelche anstiegsgeschwindigkeiten aus !!

bernd wenn du den schaltplan (kein prinzipschaltbild) vom motorkontroller wiederfindest,
bekommst du von mir den link zum ladegerätschaltplan

servus...helmut


von `helmut` - am 08.12.2009 23:50
Ich meine, das war Ende der 90er Jahre an der Uni und mir begegnete ein ziemlich unübersichtlicher Schaltplan von Sagem für den Saxo-Motorcontroller, auf dem man die mit Buchstaben bezeichneten Verbindungen zwischen den einzelnen Leiterbahnen erst mühsam zuordnen musste. Für unseren Zweck aber gerade ideal. Damals besaß ich noch kein Elektroauto und interessierte mich seit 1997 für das Aircar (Käse) von Guy Negre, wo ich auf Sven traf.
Ich versuchte, durchzusteigen, legte die Fundstelle dann aber achtlos auf Seite, ohne aufzuschreiben, wo. Wenn ich das damals gewusst hätte. Ich denke, ich traf im Internet darauf...
Heutzutage werden ja Schaltpläne als Geheimwissen gehandelt...selbst oder gerade in Frankreich. Kein Wunder, wenn der Nachwuchs fehlt.

von Bernd Schlueter - am 10.12.2009 07:42
Hallo Helmut,

meine Antworten kommen etwas verzögert, weil ich derzeit beruflich stark eingebunden bin.

Danke für deine Hinweise. Mein Lader hat wohl keinen Temperaturfühler, auf der Unterseite ist zumindest keiner. Wenn er einen hätte, wäre er wohl auch nicht kaputtgegangen als die Kühlung ausgefallen war.

Das Problem, das ich momentan sehe ist, daß ich nicht weiß, warum sich der Lader nochmal verabschiedet hat. Ich denke mal, daß mehr Bauteile defekt sind / waren als die Transistoren und die Gatewiderstände, die ich getauscht hatte.

Welche Bauteile hatten sich bei deinen Reparaturen zusätzlich zu den Transistoren verabschiedet?

Kannst du den Link zum Schaltplan posten oder mir per Mail schicken? Das würde die Sache wesentlich vereinfachen, weil ich dann nicht anhand der Platine den Aufbau der Ansteuerschaltung herausfinden muß um abzuschätzen, was sonst noch defekt sein könnte.

Viele Grüße

Elektrix

von Elektrix - am 14.12.2009 20:07

Finderlohn

Das ist wirklich ein Trauerspiel, dass wir ohne Schaltplan basteln müssen. Woran ich mich gut entsinne, ist, dass im französischen Forum auf ein Projekt der l'Ecole polytechnique de l'Université Grenoble verwiesen wurde, wo ein Saxo mit seinem sommerlichen König (Leroy-Somer) seines Kommutators beraubt wurde und mitsamt Box auf Synchron umgebaut. Das Projekt war ganz gut bebildert, mit Schaltplan, dargestellt. Den Schaltplan des Citroen, das mag auch ein AX gewesen sein, habe ich vor langer Zeit achtlos überflogen. Ich meine, der ist mir in Papierform begegnet. Dann müsste das an der Uni-Bibliothek gewesen sein. Ist zu lange her. Die Leute in Grenoble sollten vermutlich im Besitz eines Schaltplans sein?
Also, wer zum Skilaufen durch Grenoble kommt, weiß, was er zu tun hat!
Ich glaube, halb Frankreich würde sich auch über den Schaltplan freuen.

Das Teil, das Roland abgepixelt hat, dürfte nach meiner Einschätzung tatatsächlich der Lader sein, der DC/DC sitzt bei mir ganz rechts, wenn man von vorne durch den Nippel auf die Lasche schaut. Da hatte es bei mir eine 1cm-Leitrbahn von der Lasche aus gesehen rechts oben über dem rechteckigen Platinenausschnitt, zerfetzt päng knall. Sehe ich als Sicherung gegen unkundige Zitronentechniker an. Alles andere war heile, würde ich rückblickend sagen.
Aber Rolands Lader sieht wirklich nicht so aus, dass es schwer wäre, durchzusteigen. Mehr als der oder die Transistoren auf der Primärseite des Treibertransformators, dessen Sekundärseite über 6,8 Ohmwiderstände an die gates geht, sollte ja wohl nicht zerstört sein, halt! Dioden, klar, wenn die auf Betriebstemperatur kommen, wäre auch denkbar.
Wenn Ihr mir noch lange den Schraubenzeiher wässrig macht, schraube ich das Ding noch auf und sehe nach.
Da fällt mir ein, schelle Dioden sind teurer und meist auch empfindlicher als Mosfets...Wie testet man die überhaupt?




von Bernd Schlueter - am 15.12.2009 16:48

Re: Finderlohn

Hallo allerseits,

ich hab da was gefunden im französischen Forum:

Unterlagen Batterielader

In diesem Verzeichnis liegen die ganzen Pläne. :D:D:D

Der zugehörige Thread ist hier:

Reparatur Batterielader. Da findet man auch noch viele weitere Informationen.

Mal sehen, inwieweit diese Pläne mit dem Lader aus meinem 106 übereinstimmen. Bei mir ist jetzt erstmal Schaltplan lesen angesagt.

Schönen Abend noch!

Elektrix

von Elektrix - am 16.12.2009 18:18

Re: Finderlohn

Hallo,

ich habe jetzt die zweite Platine (Netzgleichrichter und Power Factor Control) rausgeschraubt, durchgesehen und die Leistungshalbleiter durchgemessen. Soweit ist sie ok. Also ist als nächstes wieder die Platine mit der Ausgangsstufe dran. Defekte MOSFETs rausschneiden, weitere defekte Bauteile suchen.

Zum Aufbau des Laders:
Die erste Platine bekommt die Netzspannung, richtet sie gleich und macht eine PFC (Power Factor Control). Durch die PFC wird die Scheinleistung am Netzanschluß minimiert. Dadurch nimmt der Lader praktisch nur Wirkleistung auf. Damit kann man an einer 16A-Steckdose dann auch tatsächlich 3 kW ziehen.

Die zweite Platine beinhaltet den Gleichspannungswandler. Dieser ist als Vollbrücke (H-Brücke) mit Trafos und Gleichrichtung aufgebaut.

Viele Grüße

Elektrix

von Elektrix - am 16.12.2009 22:20

Re: Finderlohn

Hallo,

ich habe mir die MOSFETs für die Gegentaktbrücke und die Kondensatoren in der Ansteuerung der Gates bestellt. Da es ein paar der Gatewiderstände beim ersten Mal zerstört hat und ich kein Kapazitätsmessgerät habe tausche ich sie aus, einfach um sicher zu gehen.

@Bernd:
Danke für den Tip mit Schukat!!! Die haben sogar die Gatekondensatoren in der gleichen Bauform und mit der gleichen Keramik wie die originalen. Man muß aber gleich 100 St. bestellen. Sollte also jemand welche brauchen, ich habe jetzt welche hier.

Ich denke gerade darüber nach, ob man den Batterielader nicht außerhalb der Sagem-Box betreiben kann. 230V über Trenntrafo am Eingang und am Ausgang die Antriebsbatterie vom Auto angeschlossen. So wie es aussieht braucht der Lader nicht viele Steuersignale. Ich habe nur noch nicht verstanden, wie der Steuerrechner dem Lader mitteilt, wie groß der Ladestrom sein soll. Kann mir jemand einen Tip geben? Hat jemand den Lader schon auf diese Weise betrieben? Für Tips und Hinweise bin ich dankbar.

Viele Grüße und noch einen schönen Abend

Elektrix

von Elektrix - am 19.12.2009 22:20

Re: Finderlohn

Ich lese jetzt erst vom tollen Fund. Mit Schukat kann man reden, außerdem bezieht sich die Stückzahl nur auf die jeweilige Warengruppe, das sind also beispielsweise alle Leistungstransistoren, Dioden, oder Kondensatoren. Dann zählt die Gesamtstückzahl der Gruppe. Hast Du erst einmal ein Konto, gelten die jährlichen Bestellungen, Bastlern kommt man auch schon mal entgegen. Du bist ja noch dabei, zu testen, welche Bauteile standhaft sind. Wir sollten wohl mal einen Zentraleinkauf einrichten?

Wir ernennen Dich hiermit zum PSA-Oberreparateur! Ist doch wohl klar, oder?

Ich gehe jetzt eine Heizung reparieren! In der Nähe von Johannes und Jaqueline. Uff! Ist das ein Schnee!

von Bernd Schlueter - am 20.12.2009 09:35

Re: Finderlohn

Hallo,

ich hänge immer noch in den Schaltplänen rum. Was mich derzeit besonders interessiert sind die Steuersignale für den Batterielader. Lt. den Plänen gibt es folgende Signale, wobei ich noch nicht bei allen herausgefunden habe, ob es Eingänge oder Ausgänge sind. Das, was im Plan CosPhiPuissance IN und OUT heißt, sagt glaube ich nichts über die Signalrichtung.

Interessant scheinen folgende Signale zu sein:

Presence_220V Ausgang, zeigt an, ob Netzspannung anliegt
PWM_Chargeur Digitaleingang, schaltet wohl den Lader ein und aus (?)
Def_Charg_220V Ausgang, Funktion ???

Die beiden anderen Signale, Def_Convertisseur und CDE_ON_OFF_Conv gehen vermutlich zum 12V-Wandler, der heißt Convertisseur.

Effektiv heißt das ,daß der Lader nur über ein einziges Signal (PWM_Chargeur) ein- und ausgeschaltet wird. In der Werkstattanleitung (Ausbildungsunterlagen) heißt es aber, daß der Ladestrom 20A, 10A (Wartungsladung), 5A (Nachladephase und Ausgleichsladung) oder sehr klein sein kann (Anfangsladung bei leerer Batterie). Ich frage mich, wie dann der Steuerrechner dem Lader sagt, mit welchem Strom er laden soll.

Hat jemand dazu Infos? Das wäre wichtig erstens zum Verständnis und zweitens, um den Lader außerhalb der Sagem-Box, also auf dem Tisch mit niedrigem Ladestrom testweise laufen zu lassen.

Frage an die, die schon solche Lader repariert haben: Wie testet ihr den Lader nach der Reparatur?

Ich bin für jede Info dankbar, denn damit spare ich einiges an Zeit und evtl. Fehlversuchen. Ich gebe dafür auch alle Infos weiter, die ich bisher habe.

Viele Grüße

Elektrix

von Elektrix - am 02.01.2010 22:54
Oh, ich habe noch gar nicht in den Schaltplan geschaut, nur heruntergeladen.
Gesteuert wird der Wandler auf jeden Fall über den zentralen Controller, der ja auch die geflossenen Ladungen und wer weiß was noch alles auswertet. Das mag sein, dass die das PWM-Signal zum m Steuern verwenden. Kein Signal, kein Strom. Ist alles eh mehr oder weniger digital. Muss ich mir aber erst einmal genauer anschauen.

Bei Drehstrom kann man sich übrigens die fetten Kondensatoren und den Gleichspannungsteil einsparen. Da geht es auch direkt vom Netz auf die konstante Ausgangsspannung. Drei Wandler arbeiten dann mit gleicher Taktfrequenz auf den gleichen Ausgang.

Jetzt denke ich aber zu weit. Erst einmal geht es darum, Deine Kiste zum Laufen zu bringen. Gero ist ja schonmal versiert darin. Der hat auch Ersatzteile...

von Bernd Schlueter - am 04.01.2010 08:20

Re: Finderlohn

Den Ausgang Richtung Lader (Vorgabe Ladestrom) habe ich identifiziert. Über einen Optokoppler wird ein PWM-Signal an den Lader ausgegeben, dort RC-geglättet und als varibale Steuerspannung an den Hochspannungsteil übergeben.
An den Optokoppler habe noch meine eigene Stromsteuerung angeflanscht, die von meinem BMS angesteuert wird. Sobald eine der Spannungen meiner LiFePo-Akkus über 3.6 Volt geht wird der Strom reduziert, wenn irgendeine Zelle mehr als 4 Volt meldet wird ganz heruntergeregelt.

Den Input (aktuelle Batteriespannung) habe ich noch nicht identifiziert.

von E. Vornberger - am 07.01.2010 19:21

Re: Finderlohn

Hallo E.Vornberger,

das klingt ja alles äußerst interessant. Wenn ich das richtig verstanden habe, kann man über das Puls-Pausen-Verhältnis des PWM-Signals den Ausgangsstrom des Laders einstellen. Ich gehe mal davon aus, daß der Strom umso größer wird je größer der Puls ist. Weißt du, welche Frequenz das PWM-Signal hat?

Viele Grüße und vielen Dank für die Info

Elektrix

von Elektrix - am 07.01.2010 21:42

Re: Finderlohn

Kombiniere:
Der Lader hat nur diesen einen Eingang, der braucht gar keine Spannungsinformation. Der zentrale Bordrechner erfasst ohnehin die Spannungen und wertet sie aus, über eine Interruptroutine, die ausgelöst wird, wenn zum Beispiel Spannung anliegt. Es ist üblich, dass Mikrocontroller ein analoges Steuersignal als PWM augeben, das erst nach Filterung rein analog ist.
Wäre eine sinnvolle Deutung des Ganzen. Ich denke, der Lader ist ansonsten "dumm"?
Fragezeichen, weil ich einen PSA habe.

Ich denke aber gerne mit, denn, wenn das bei meinem ebenfalls so mit der PWM ginge, würde ich diese einfach per Optokoppler abgreifen und damit auch externe Ladegeräte ansteuern...
Mmmh, wenn die PWM-Frequenz fehlt, heißt das, dass die Leitung unterbrochen ist, das wäre eine spannungsunabhängige Sicherheitsinformation zum Abschalten des Ladevorgangs...

von Bernd Schlueter - am 08.01.2010 12:54

Re: Finderlohn

Hallo Bernd,

ja, so sehe ich das auch. Der Lader hat noch einen Eingang für die Batteriespannung, der dient aber soweit ich es sehe nur dazu, den Lader zu deaktivieren falls er nicht an die Antriebsbatterie angeschlossen ist.

Die Idee, das PWM-Signal abzugreifen finde ich gut. Dann kann man damit zusätzliche Lader ein- und ausschalten: Bei vollem Strom (normale Ladephase) Zusatzlader ein, bei geringerem Strom (Nachladephase) Zusatzlader aus.

Viele Grüße

Elektrix

von Elektrix - am 08.01.2010 15:06

Re: Finderlohn

Die Frequenz des Rechtecksignals habe ich nicht gemessen. Aus dem RC-Glied das im Ladeteil das PWM dann glättet schliesse ich auf eine Größenordnung von vielleicht 1 kHz.
Ich übersteuere den PWM-Ausgang des Steuerrechnerausgangs mit einem zweiten Optokoppler in Reihe zu dem Original mit einem 500Hz-Signal varibaler Pulsweite. Dazu habe ich auf der Rechnerplatine den Vorwiderstand zum Original-Optokoppler ausgelötet und dort abgeriffen.
Wenn ich den Originalstrom will setze ich den zusätzlichen Optokoppler auf Dauer-Ein, für geringeren Strom lege ich ein Rechtecksignal mit variabler Pulsweite an. Überlagert mit dem Original PWM kommt dann ein etwas wildes PWM-Signal heraus, das den gewünschten Effekt hat (Stromsteuerung von 0-100%).
Schönheitsfehler: Wenn ich den Strom so herunterregle, meint der Steuerungsrechner dass ein Isolationsfehler vorliegt (er pumpt ja vollen Strom rein, aber es kommt nur ein geringerer Strom an der Batterie an), so das die elektrische Warnleuchte angeht. Aber die kann man ignorieren bzw. rücksetzen.
Ich nehme an daß der Steuerungsrechner nicht nur die Batteriespannung berücksichtigt, sondern die im aktuellen Ladevorgang schon eingespeiste Strommenge, Temperatur, gemessener Batteriestrom....

von E. Vornberger - am 09.01.2010 09:01

Re: Finderlohn

Ich bin auch noch nicht komplett durch den Schaltplan. "Def_..:" könnte "Fehler..." heissen, also Fehlermeldungsausgänge. Bin aber nicht sicher.


von E. Vornberger - am 09.01.2010 09:06

Re: Finderlohn

Statt einer zweiten PWM müssstest Du aber auch einfach eine analoge Spannung überlagern können. Dann gibt es auch keine evtl störenden Interferenzen. Auch eine sehr hohe zweite PWM sollte keine wilden Stromsprünge verursachen. Vorausgesetzt, die PWM wird nur durch RC-Glieder geglättet.

von Bernd Schlueter - am 09.01.2010 23:09

Dauerlaufende Unterdruckpumpe...

Moin Elektrix,

als vor sehr langer Zeit der Bernd Schlueter mal hier bei mir war um mein EV-Lite nebst Wasseradapter auszuleihen (@Bernd: Ich brauche es wieder :rolleyes: ), legten wir uns,... quasi gemeinsam unter meinen Berlingo und nahmen diese blaue Plastikkappe in Augenschein. Finger drauf auf die Kappe und eine Zeit lang war Ruhe...

Auch bei meinem Berlingo läuft diese Unterdruckpumpe beinahe dauernd und das nervt fürchterlich.

Hast du die Unterdruck-Pumpe ausgebaut? Wie hast du die blaue Kappe dicht gemacht? Hast du eventuell Bilder gemacht?

Grüße
Johannes

PS.: Kann es sein, dass vorne vor dem Kühler bei meinem Berlingo zwei Pumpen verbaut sind? Die machen nämlich auch radau ohne Ende... (Radau...na ja, vielleicht einwenig übertrieben)

von Multimegatrucker - am 10.01.2010 09:09
Hallo Johannes,
ich habe bei meinem Peugeot die Kappe entfernt und ein Stück Gummischlauch gesucht der über den Stutzen passt. Diesen Schlauch habe ich mit einen Schlauchschelle befestigt und in das offene Ende eine Schraube gesteckt.
Seit dem ist Ruhe.

Gruß Matthias

von Matthias Rau - am 10.01.2010 09:37
Hallo Matthias,
prima, ich danke dir. Das werde ich dann wohl auch so machen müssen :spos: .

Grüße
Johannes

von Multimegatrucker - am 10.01.2010 13:01

Re: Dauerlaufende Unterdruckpumpe...

Ich habe erst einen kleinen Luftballon darübergestülpt. Hat zwar wunderbar funktioniert, aber der Ballon ist im Lauf der Zeit zerbröselt.
Dann habe ich die Kappe mit Pattex rundum eingeschmiert. Seitdem ist Ruhe. Man kommt von unten ran. Ein Ausbau ist nicht nötig.

von E. Vornberger - am 13.01.2010 11:25

Re: Dauerlaufende Unterdruckpumpe...

Pattex war eigentlich ein Witz von mir. Aber es funktioniert. Bitte etwas eintrocknen lassen, sonst wird die Pumpe süchtig nach dem Zeugs. Ich habe die Kappe heruntergewürgt und nen halben Hering hinterher.Dann einen, ich glaube 8mm - Nylonschlauchstück mit glattem Metallstück verschlossen statt Kappe draufgesetzt. Oder ne Gummizipfelmütze als Hut. Ich musste schon ziemlich kramen.

von Bernd Schlueter - am 13.01.2010 19:29
Hallo allerseits,

der Batterielader geht, alles bestens. Es ging wie folgt:

Ich habe Gero Kleinertz GK-Anlagentechnik angefragt, ob er den Lader reparieren kann. Er hat mir dann wahlweise die Reparatur nach Aufwand oder ein Tauschgerät zum Festpreis angeboten. Tauschgerät bestellt (war auf Lager :) ), eingebaut und gut ist! Den ausgebauten Lader wieder zurückgeschickt.

Fazit: professioneller Service, incl. Garantie auf den Tauschlader, alles super!!!

Kann ich nur wärmstens empfehlen!!!

Ich bin im dritten Versuch an der Reparatur gescheitert. Mein Eindruck ist, daß man sowas nur dann selbst reparieren kann, wenn man beruflich mit Leistungselektronik zu tun hat. Ich hatte dann zwar die Schaltpläne, habe sie aber nur zum Teil verstanden und vor allem fehlt mir das Testequipment. Also habe ich repariert, was ich gefunden habe mit Durchmessen und logischem Verständnis, dann eingebaut und ausprobiert. Mit dieser Methode bekommt man es aber nicht hin. Deshalb Tauschgerät nehmen oder reparieren lassen.

Vielen Dank nochmal an Gero für den super Service!!!

von Elektrix - am 16.03.2010 13:26
Dann war vermutlich ein anderer Fehler der Auslöser...
Dumm ist, dass, wenn der Lader nicht geht, meist auch die Ansteuerung ihren Dienst versagt, sodass die Fehlersuche schwierig wird. Gero hat eben alle Teile, mit denen er alles simulieren kann...
Trotzdem tippe ich auf einen Endstufenhalbleiter, die gerne durchbrennen, wenn sie zu warm werden. Dazu gehören auch die schnellen Dioden an den Ausgängen, nebst den Gleichrichterdioden...


von Bernd Schlueter - am 17.03.2010 12:21

Re: Finderlohn

Hallo Elektrix,

dein Link funktioniert leider nicht mehr. Und dennoch bin ich auf der Suche nach den AX Plänen.

Gruß

jkkopp

von jkkopp - am 17.07.2017 14:33
Zwischendurch hatte ich doch die Pläne von Philippe gefunden und verlinkt? Die waren vollständig bis auf die Motorsteuerung.
Johannes hatte zwischendurch eine Frage gestellt wegen seines relight und seiner Wssserfüllvorrichtung. Nein ich habe selbst das vollständige Elit von Lexia und benötigte das doch gar nicht, auch habe ich einen Eigenbau zum Füllen...das müsste jemand anderes haben. Es sei denn, ich hätte es zur Reparatur mitgenommen und dann vergessen...so etwas kann mir passieren, aber Null Erinnerung. Muss Johannes mal anrufen.

Wandler sind einfach aufgebaute , aber hochempfindliche Gebilde, bei denen man immer mit dem Oszi nachprüfen sollte, ob sich nicht irgendwo parasitäre Schwingungen aufbauen.Das kann auch schon passieren, wenn man einen anderen Transistortyp oder nicht ausgewählte Typen verwendet. Da hier offensichtlich etwas durch Überhitzung durchgebrannt ist scheiden mit einiger Wahrscheinlichkeit die üblichen Übeltäter aus, also Halbleiter dürften hier versagt haben?

von Bernd Schlueter - am 09.10.2017 19:04
Da hatte ich doch fest mit gerechnet, dass eine von Euch die Adresse mit dem Schaltplan aufgeschrieben hat. Irgendwo in meiner Räuberhöhle liegen die , aber Ihr denkt doch im Traum nicht daran, dass ich die wiederfinde! Ihr kennt meine Räuberhöhle nicht.
Auch ist das französische Forum hier nicht mehr aufgeführt.

Jedenfalls ist dies die Forenadresse.

Jetzt müsste nur wieder eine von uns herausfinden, wo die Schaltpläne sind. Eigentlich gehören die in unser Wiki, aber da habe ich keinen Zutritt, um die wieder einzuheften.
Ich muss wohl mal eine eigene Webseite einrichten. Dafür brauche ich aber so eine Art feste IP.
Ist ja nicht lange her, da habe ich das französische Forum mitsamt Schaltplänen hier mehrfach verlinkt...
Was fehlte, war der genauere Schaltplan vom Controller, und was habe ich gehört? Der ist plötzlich da , aber der vom chargeur nicht?

von Bernd Schlueter - am 17.10.2017 20:48
Das ist einfach ein Riesenforum. Es dauert Tage, bis man da etwas findet. Ich hatte die dirkten Schaltplanadressen hier veröffentlicht. Es ist viel einfacher, diese hier wiederzufinden.

Im französischen Forum befindet sich der Schaltplan irgendwo unter

"PSA "génération 1"
Forum dédié aux voitures Peugeot et Citroën dites de "première génération"
Ax-Saxo-Berlingo-106-Partner...
Modérateurs: Remdo, man3515, moulino51, nitters"

Der Autor ist Phillippe, der Betreiber des Forums selbst.

25 Seiten mit über 28.000Einträgen, da braucht man schon eine frisch gestrickte Wünschelrute.

Vielleicht bringt uns das weiter:
"BiblioTech: Infos, Entretien, Documentations PSA
par vehiculeselectriques » Mar 28 11 , 2006 23:18 0 Réponses19850 Vus
Dernier message par vehiculeselectriques Voir le dernier message
Mar 28 11 , 2006 23:18"
vom fondateur persönlich...

HALT, ICH HABS!

Ihr müsst Euch einloggen (nach Anmeldung). Erst dann seht Ihr den Plan!!

"Schémas Calculateur-hacheur Berlingo-Partner =Schaltplan!!
Modérateurs: Remdo, man3515, moulino51, nitters

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Schémas Calculateur-hacheur Berlingo-Partner
Messagepar vehiculeselectriques » Mar 28 04 , 2015 21:11

Bonsoir,

je croyais l'avoir fait mais un ami m'a fait remarqué que je n'avais pas mis en ligne les schémas des cartes calculateur et hacheur de Partner/Berlingo...

voilà qui est réparé :wink:

Phil
Vous n’avez pas les permissions nécessaires pour voir les fichiers joints à ce message."

Dieser letzte Satz gibt den Grund dafür an, warum wir alle vergeblich suchen.

Also, bitte, wer den Plan auslesen kann, nicht wieder verschwinden lassen!
Copyright beachten!

von Bernd Schlueter - am 18.10.2017 01:46
Hallo Bernd,

ich habe es mittlerweile auch geschafft den Plan zu bekommen. (Mit Elektrix-Hilfe)

Bin auch aktuell dabei unseren AX zu testen. Habe jetzt mal den Wandler eingebaut un das Flachbandkabel zur Kommunikation nach außen gelegt.
[attachment 2500 ax_Wandler.jpg]

So sieht es aus wenn es nicht funktioniert.
Fehler noch unbekannt. (Wenn es jemanden interessiert, welches Signal welches ist, kann ich das gerne raussuchen, bin nur grad in der uni)


gruß


jkkopp

von jkkopp - am 18.10.2017 08:12
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