Siemens hat die Anforderungen für die Elektromobilität voll erkannt

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 03.07.2016 21:59

Weißbuch von Siemens

Es sind alle Anforderungen, die ich an eine zukunftweisende Indutrie im Bereich der Elektromobilität stelle, im obigen link erwähnt, bis auf die Batterietechnologie, in der Siemens noch nicht ganz zuhause ist.
Dieselelektrischer Antrieb, auf Oberleitung und Batteriebetrieb umschaltbar und vor allem die entsprechende Motorentwicklung für einen riesigen Drehzahl- und Lastbereich, wie er der Elektromotorindustrie bisher fremd war und allenfalls an der Waldmühle zu beobachten ist. Die Lösung heißt, neue weichmagnetische Materialien, nachdem über den Verkauf der Vakuumschmelze Hanau an amerikanische und branchenfremde Heuschrecken die wesentlichen Patente abhanden gekommen sind. Vor längerer Zeit hatte da schon einmal ein Lizenzbesitzwechsel mit Matsushita stattgefunden. Nun muss Siemens neu anfangen und hat die Problemstellung, neue weichmagnetische Werkstoffe entwickeln zu müssen, messerscharf erkannt, zusammen mit einer Läuferkühltechnik und einem Hybridmotor in der Form einer Kreuzung von permanentmagnetischem und fremderregtem Synchronmotor.
Also, Siemens geht nun mit Macht voran und der Rest unserer Industrie wird widerspenstig folgen müssen. Leider haben viele wirklich innovative Betriebe, wie die Lynchmotornachbauer Perm-Motor und andere längst ihre Handtücher geworfen und sind teilweise in artfremden Besitz übergegangen.
Mal sehen, was aus Deutschland wird...Nein, hoffnungslos ist es nicht und es gibt sehr innovative Unternehmen und Einzelkämpfer.
Die Zeit für esoterisch angehauchte Weltverbesserer, die wie Mike Brady und Guy Negre mit Geld überschüttet wurden, ist vorbei.
Auf die vielversprechenden amorphen Materialien, die bei der Vakuumschmelze entwickelt wurden, werden wir wohl verzichten müssen. Deren Patente gehen wohl ins Ausland.
Allerdings sind wesentliche Bestandteile davon uralt und alter deutscher Stand der Technik, sodass Siemens nicht bei Null anfangen muss. Da hatte man in den 50er und 60er Jahren für die deutsche Post schon Vorarbeit geleistet, allerdings damals zu horrenden Preisen, die nicht zur Elektromobilität passen. Wenn damals 70 DM pro kg bezahlt wurden, spricht man heute in den Entwicklerkreisen der Vakuumschmelze von 3 Euro pro kg. Die Differenz ist durch die Inflation noch um das Vierfache größer.

Kurz, wir können zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Antworten:

Schon vor einigen Jahren hatte Siemens den Bereich der 50 Hertz-Technik verlassen und die Drehzahlfestigkeit seiner Asynchronmotoren quasi über Nacht von der Nenndrehzahl 3000 auf 22000 erhöht. Ich sehe das als Vorbereitung für den Einsatz in der Elektromobilität und elektrischen Generatortechnik bei Gasturbinen, und, im Weiteren, für den Umstieg in die Gleichstromtechnik, bei der Siemens im Bereich der Höchstspannungstechnik sich bereits einen Namen gemacht hat.
Siemensmotoren mit effektiver Kühlung können wir bereits in vielen deutschen Elektroautos bewundern mit früher für unmöglich gehaltenen Leistungsreserven. Nun ja, Tesla fährt auch damit herum und das ist nicht das Ende der Fahnenstange.
Warum 22.000? Nunja, die 400Hz-Technik gibt es schon lange in der Industrie und fast alle Frequenzumrichter sind darauf ausgelegt, die bekanntlich mit Gleichstrom versorgt werden und bei denen die 50 Hz Sinus nur furchtbar lästig sind mit den enormen Anforderungen an PFC und unnötiger Hin-und Her-Wandlerei. 50 Hertz haben ihre Aufgabe vorbildlich erfüllt, aber im Zeitalter der IGBTs und Niedervoltmosfets sind die antiquiert und überflüssig geworden. Eine Fortschrittsbremse.
Brummen wird bald nur noch der Bär.

von Bernd Schlueter - am 03.07.2016 22:27
Hybridmotor mit permanent und fremd..... macht brusa.biz nicht sowas ?[www.brusa.biz]

von Norbert Kern - am 04.07.2016 07:14
Klar, ist Brusa schon immer auf dem neuesten Stand. Siemens ist da schwerfälliger, aber doch der Marktführer und bringt die Elektromobilität am entscheidendsten weiter.
Es sind eine ganze Reihe Firmen, die erkannt haben, dass es mit den erhältlichen Elektroblechen nicht weitergeht und nicht warten können, bis neue Materialien lieferbar sind, nun den Ausweg über den sogenannten hybriden Synchronmotor gehen mit gemischt permanentmagnetischem und fremderregtem Feld. Die schwache permanente Erregung für hohe Drehzahlen ohne große Wirbelstrom- und Ummagnetisierungsverluste, die kombinierte Erregung für die niedrigen Drehzahlen bei hohem Moment.
Die bisher verbreitete 50 Hz-Technik benötigte dies alles nicht, Elektroautos und Gasturbinen waren unüblich. Auch die industrielle 400Hz-Technik musste sich mit den standardisierten Elektroblechen zufrieden geben.
Der weniger leistungsfähigere und wirkungsgradschwächere Asynchronmotor war für das Erste der Ausweg aus der Krise. Hier sind Feld und Drehmoment automatisch aufeinander abgestimmt, trotz nur handelsüblicher Bleche.

von Bernd Schlueter - am 04.07.2016 09:00
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