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Informationen zum Thema:
Forum:
elweb Technik
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Christian s, Hotzi-47, Bernd Schlueter

Revolution im Fahrzeugbau?

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 09.09.2016 06:32

Noch immer leiden Elektromotoren, die getriebelos einen großen Drehzahlbereich überstreichen, unter hohen Verlusten. Dies ist der Grund, warum unsere Verbrennerfahrzeuge immer noch keine elektrischen Getriebe besitzen. Wäre das der Fall, würde jedes Auto ein Elektroauto darstellen, in das man wahlweise eine Batterie oder einen Verbrennungsgenerator packen könnte, herausnehmbar, oder aber beides. Generatoren haben bereits den vollen Wirkungsgrad von 97%, in Zusammenwirken mit der Batterie laufen sie immer im günstigsten Drehzahlbereich.
Im gleichen Moment würde der Verbrennungsgenerator die meiste Zeit in der Garage zubringen, als Koffer oder Anhänger, und nur für weitere Fahrten mitgenommen werden. Der Rest des Autos ist dann reines Elektroauto, mit einem Supermotor, der noch zu entwickeln ist.
Steuerlich würde man dann die Laufzeit des Verbrennermotors erfassen, um eine gerechte Besteuerung zu erzielen, am besten montiert man den Verbrenner auf einen kleinen Anhänger, der auch für höhere Geschwindigkeit geeignet ist.
Diese lassen sich auch unter mehreren Besitzern aufteilen oder ausleihen.
90% der durchnittlichen Fahrstrecke würden dann rein elektrisch zurückgelegt.
Wenn man die Pläne der Bundesregierung betrachtet, an eine dermaßen starke Elektrifizierung denkt dort niemand. Bei uns im Forum ist solch eine Idee verpönt, denn dann kann man das Elektroauto auch als eine Art Hybrid ansehen und schon wandert sie in die alkoholgeschwängerte Wirtshaushöhle.
Interessant: das Fahrzeug hätte die vollen Eigenschaften des Elektroautos: riesige Reserveleistung für Spurts und Erklimmen steilster Berge mit voller Höchstgeschwindigkeit.
Auf langen Strecken ist man auf die schwache Leistung des Verbrenners angewiesen, der mit seinen nur 20kW Leistung gerade einmal 120km/h Dauergeschwindigkeit erlaubt. Dauerrasen: unmöglich.
Für den hybriden Betrieb bieten sich die noch zu entwickelnden Lithiumtitanatakkus an, für den rein elektrischen energiegehaltvollere. Warum nicht die energieärmeren Lifepos, die ungleich sicherer sind? Für hohe Reichweite ist dann doch der Generator da?

Leistungsmasse des 20kW-Motors: 0,5 bis 2 kg pro kW. Sprich, der Generatorkoffer wiegt zwischen 10 und 25 Dekanewton, sprich,10 bis 25 kg Masse, für die, die es so genau mit Einheiten nehmen. Tank extra. Fest im Fahrzeug. Normalerweise leer.
Würde mich nicht wundern, wenn ZF von Saarbrücken aus die Welt neu aufmischen würde.

Antworten:

Ok Bernd, voll abgeschrieben oder nachempfunden. Genau so war das Konzept vor über 20 Jahren von Hotzenblitz ausgedacht und veröffentlicht worden. Der Wagen war dann mit der berühmten hinteren Schublade konstruiert, in den man einen Rangeextender bei Bedarf mitführen konnte. Opel hatte das auch mal kurz angedacht mit der Schublade hinten, aber nicht wirklich weitergeführt. Sollte auch ein Range-Extender nur bei Bedarf rein.

Das ist wirklich geniale: nur bei Bedarf, neudeutsch "on demand". 90% rein elektrisch. Na ja, ein Kollege aus der Schweiz hatte den Kangoo mit Rangeexender und hat nach einigen Jahren von recht genau 85% rein elektrischem Betrieb berichtet. Dein Vorschlag deckt sich also gut mit Praxiserfahrungen.

Eine Hochschule hat das genauer mit 8 Stück BMW i3 untersucht, wie das Verhältnis aus gefahrenen km und Batteriekapazität am günstigsten ist, wenn man für die seltenen Langstrecken dann den Verbrenner-Rangeextender einsetzt. Optimal wären bei diesem Fahrzeug rund 12 kWh Akkukapazität. Der i3 hat etwas mehr. Untersucht mit tatsächlichem Nutzerverhalten. Mein Hotzi hat übrigens fast genau die Batterie-Kapazität.

Moral von der Geschichte: Wenn ich einen passenden Range-Extender finde, also rund 6 bis 10 kW Leistung und klein genug zum Mitführen, kommt er rein. Natürlich nur "on demand". Ich kann meine Fahrten planen nach rund 30 Jahre E-Auto Erfahrung.

Was ist neu bei ZF? Na ja, die haben lange bekannte Gedanken wieder gefunden. Re-Search nennt man das heute.

Die fva Tagung am Mittwoch war übrigens bei ZF, aber in Schweinfurt, ehemals Sachs. Auch Gunther, sein Bild hing im Firmenmuseum.

Gruss, Roland
P.S. wenn ich den oben erwähnten Vortrag habe, werde ich mehr darüber berichten können.

von Hotzi-47 - am 09.09.2016 08:43
dann hat man ja gottseidank wieder selbstproduzierten und selbstverbrauchten Strom der zum Besteuern reizt

von Christian s - am 13.09.2016 15:58
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