Der Feine Milde ist jetzt auch da

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 27.07.2017 19:49

Was habe ich immer herumgerätselt, was der milde Hybrid eigentlich sein soll. Jetzt habe ich es heraus, es sind Hybridautos auch mit herkömmlicher 12-Volttechnik, ergänzt durch eine 48 Volt-Fahrbatterie, die das Fahren im innerstädtischen Verkehr bis 70 km/h übernehmen soll. Allerdings nicht im Stile der lahmen Gurke Prius, die meiner Meinung nach ungenießbar ist, wenn man den Verbrenner nicht anspringen lassen will. Nein, der Elektroantrieb darf schon 100kW als Einschlafbremse hinlegen können.
Das kostet nicht viel, das kennen wir ja und manche kleinen Batterien leisten das ja, wie wir aus dem Hobbyfliegerbereich wissen. Aber, was mir dabei besonders gefällt außer dem Verzicht auf Hochspannung, dass mit geerdeter Mosfet- statt verlustreicher IGBT-Technik gearbeitet wird. 4000 Volt Isolationsspannung müssen nicht mehr geprüft werden, endlich wieder ground an der Karosse.. Mild ist neben der Niederspannung nur der Verbrennerteil, der sich mit 12 bis 15 kW bescheiden muss. Da fangen mir schon die holländischen LKW-Fahrer an, leid zu tun. Vor allem, wenn man sie ab und zu mal mit den elektrischen 100kW ärgert.
Woher ich das weiß? Klar, einmal, weil ich klug bin. Aber ich will mich nicht mit falschen Lorbeeren schmücken: Vor mir liegt ein Heft aus dem Hanser-Verlag :
"Hanser automotive", Heft 5/6 2017. Da ist alles Wichtige beschrieben, nach dem ich lange gesucht habe, CANBUS-Systeme, genau die up und downwandler, von deren Einbau ich an der Waldmühle träume, samt Komponenten für die 48-Volttechnik und für das Gleichstromnetz. Kurz, ich bin nicht mehr alleine auf der Welt...
Ich meine zu erkennen, dass sich etwas in Deutschland tut in Richtung vernünftiger Technik für Elektrofahrzeuge. Vor allem, dass der Verbrennungsmotor in den Hintergrund tritt und nur als notwendiges Zubehör als Energieerzeuger für Ausnahmefahrten gehandelt wird.
""Mild" steht wohl als abwertendes Wort für "schwächlich". Typische Aufschneiderei unserer Knatterfritzen. Wir sollten ein anderes Wort wählen.

Was soll das ärmliche Doppelheft von 68 Seiten kosten? 15,80 Euro für das Doppelheft.
Ich würde es mir niemals leisten. Die Firma, die es bestellt hat, ist in der Elektroautotechnik unterwegs.

Antworten:

100 kW bei 48 V gibt wie viel A ?

von Norbert Kern - am 28.07.2017 04:02
2000, die müssen aber keinesfalls über einen einzigen Draht fließen. Statt einige tausend Drahtstücke alle hintereinander zu verbinden, kommt es auf das Gleiche hinaus, viele kürzere Stücke parallel zum Motor zu führen. Die bisherige Trennung von Motor und Batterie mit maximal nur drei Leitungen muss dann allerdings aufgegeben werden.
Es gibt, außer mir, inzwischen auch andere, die diese Idee weiterführen. Erinnern wir uns, die meisten Gleichstrommotoren sind Vielphasenmotoren, die Phasenzahl entspricht der zahl der Kommutatorlamellen. Bürstenlos gibt es dann entsprechend viele Halbleiter und Zuleitungsdrähte, die dann eben nicht mehr in Schlangenlinien quer durchs Fahrzeug führen, sondern mehr eine Einheit bilden.
Ob 1000 Volt und 100 Ampere über zwei oder drei lange Zuleitungen, da sind mir die 20 sehr kurzen Zuleitungen mit je 100 Ampere bei 50 Volt lieber.
Das ist eine Quasi-Parallelschaltung mit hoher Ausfallsicherheit, wenn mal ein paar Phasen fehlen. Die Transistoren sind praktischerweise gleich Teil des Motors,der umgeben ist von den Batterien.
Noch sind die Elektroteile Fremdkörper bei den Autobauern und werden von den unterschiedlichstenQuellen bezogen. Innovation? Wie denn? Die Friederichshafener haben allerdings schon Einiges geäußer, was in die Richtung weisen könnte...

Die entwickeln auch

...und wie ist esmit Brusa mit seinen Transversalfluss-Reluktanzmotoren?

Da fällt mir noch gerade ein, die Flugzeughilfsturbinen werden mit 20zelligen Nicads gestartet, Anfangsstrom 1700 Ampere. 23 oder 31Ah Kapazität.
Flugzeughersteller sind meist innovativer als die von Protzkutschen, bei denen der donnernde Auspuff das Maß aller Dinge ist.

von Bernd Schlueter - am 28.07.2017 06:03
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