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Informationen zum Thema:
Forum:
elweb Stammtisch
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Karl W, Karl-Heinz Jurkiewicz

Kleiner Basteltipp für die Feiertage:

Startbeitrag von Karl W am 25.12.2006 13:14

Hallo Freunde,

auf meinen Fernsehern hat sich in letzter Zeit ein langsam durchlaufender Streifen bemerkbar gemacht- jetzt habe ich die Lösung gefunden- es war auch nicht wirklich schwer: Der Kabel- Hausanschlussverstärker ist keine 10 Jahre alt, trotzdem war wohl der 220microFarad Siebelko im Netzteil ausgetrocknet.Seit dem Austausch ( 15 min Arbeit) sind die Streifen weg.
Es ist eine Frechheit in solche Geräte billigste Kondensatoren einzubauen!

Fröhliche Weinachtsbastelei !

Karl

Antworten:

Kleiner Basteltipp vorbildliche Antwort des Herstellers !

Hallo Freunde,
Ich hatte dem Hersteller folgendes gemailt :
"......ich habe vor ca. 11 Jahren einen....... gekauft. Er ist offen und gut belüftet im Keller eingebaut. Nachdem in letzter Zeit sich langsam durchlaufende Streifen im Fernsehbild immer stärker bemerkbar gemacht haben, habe ich heute den Siebelko 220 mikro Farad ausgetauscht, seither ist das Bild wieder in Ordnung.
Sind die neueren Verstärker mit langlebigeren Kondensatoren ausgestattet?

Die begrenzte Lebensdauer von Elektrolytkondensatoren ist allgemein bekannt,
durch entsprechende Spezifikation kann aber ein viele Jahrzehnte
ausreichend funktionierendes Netzteil entworfen werden!....."

jetzt kam die Antwort
Zitat

...mit dem Problem der ausgetrockneten Elkos haben Sie Recht.
Wir haben diesbezüglich auch schon Gegenmaßnahmen ergriffen und bauen
temparaturfestere Elkos in den Netzteilen ein.
Wir bedanken uns auch für Ihr Interesse an unseren Produkten.
Mit freundlichen Grüßen...


Sonnenelektrische Grüße

Karl

von Karl W - am 13.01.2007 10:06

Kleiner Basteltipp Textbaustein des Herstellers !

Das mit dem austrocknen ist doch schon lange bekannt, so wie die Tantal Elkos, die schon mal gerne einen Kurzschluss bekommen. Oder Quarze die das laufen anfangen, das hat mir mal so um 1977 in Schwabmünchen den Hals gerettet, vor dem (Königlich Bayrischen) Amtsgericht...
Gruß
Karl-Heinz,
der seinen Startlab Open nicht los wird...

von Karl-Heinz Jurkiewicz - am 13.01.2007 16:07

Re: Kleiner Basteltipp Textbaustein des Herstellers !

Hallo Karl-Heinz,
es ist lange bekannt- aber noch kein Allgemeinwissen und wird offensichtlich immer wieder "vergessen". Warum bekommen Tantal-Elkos einen Kurzschluß?

Das mit den Quarzen mußt Du genauer erläutern- haben sie sich in ein falsches (Sende) Band verirrt oder deine Tachoanzeige (damals wohl unüblich) manipuliert ?

Das mit dem Startlab ist doch einfach- es regelt sich über den Preis- vermutlich nicht zu deinem Vorteil.

Sonnenelektrische Grüße

Karl

von Karl W - am 13.01.2007 17:28

Re: Kleiner Basteltipp Textbaustein des Herstellers !

Hallo Karl,
ich habe mal der besseren Worte wegen Google bemüht:

Ein gewöhnlicher Tantal-Tropfen-Elko erträgt nicht die geringste inverse DC-Spannung, von AC-Spannung wollen wir schon gar nicht reden und es gefällt ihm auch nicht, wenn er zu niederohmig ge- oder entladen wird. Auch das quittiert er sehr gerne mit Kurzschluss.

..und weiter

Warum kein Tantalelko verwenden?

Die Schaltfestigkeit ist schlecht. Es gibt zwar solche mit guter Schaltfestigkeit, diese sind jedoch nicht gerade billig. Heikel ist es dann, wenn Tantalelkos an Netzspannungen niedrigstohmig betrieben werden, wenn die Netzspannung fast gleich gross ist wie die Nennspannungsbetriebswerte der Tantalelkos. Kommt es zu einem Mikrodurchschlag im Innern des Tantal-Elkos, entsteht stets ein satter Kurzschluss. Dies ganz im Gegensatz zu herkömmlichen Elkos und andern Kondensatoren, die (eher) selbstheilend sind. Selbstheilende Kondensatoren sind solche, welche bei einem mikrofeinen Spannungsdurchschlag ein feines Loch in die leitende Folie brennen. Dies vermeidet einen Kurzschluss. Geschieht dies allerdings zu häufig über Jahre hinweg, nimmt logischerweise die wirksame Fläche und somit die Kapazität ab.

Als die Tantalelkos etwa in den 1970er-Jahren das Licht der Elektronikwelt erblickten, kam es erstmals zur Euphorie und man verbaute diese Wunderelkos in Riesenmengen als Block-Elkos nahe an die IC-Speisungen bis sich die negativen Erfahrungen durch Ausfälle häuften. Woher kam diese Euphorie? Der Tantalelko hat eine sehr hohe Kapazitäts-Volumen-Dichte und eine geringe Eigeninduktivität. Diese Euphorie verschwand bald, denn die Reparaturen kaputter Schaltungen lohnen sich schliesslich nicht. Die bessere Lösung ist stets die, dass man auf einer Leiterplatte am Eingang der Betriebsspannung grosse Elkos um die 100 µF oder mehr einbaut und in der Nähe der ICs lötet man vorzugsweise Multilayer-Chipkondensatoren mit Werten um die 100 nF oder auch etwas mehr. Dies ist auch etwas eine Preisfrage. Dazu kommt noch, dass Tantalelkos nicht gerade billig sind und der Rohstoff Tantal ist selten.

Trotzdem gibt es einen wirklich sinnvollen Einsatz für Tantalelkos. Sie haben selbst bei hohen Kapazitäten relativ kleine Verlustströme. Dies erlaubt es relativ hohe Werte von Zeitkonstanten zu erzeugen.

Quelle:

[www.elektronik-kompendium.de]

von Karl-Heinz Jurkiewicz - am 13.01.2007 21:34
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