Trennung Daimler & Chrysler?

Startbeitrag von Ralf Wagner am 14.02.2007 18:16

Die Entlassung von 13.000 Mitarbeitern in USA, die Schließung eines kompletten Werkes in USA und womöglich der Verkauf von Chrysler ist für mich eine verfehlte Firmenpolitik. Sogar die Amerikaner schauen mittlerweile auf den Verbrauch und kaufen die durstigen Chrysler nicht mehr.

In diesem Fall ist es für DC "einfach" sich von dem unrentablen Unternehmensteil zu trennen. Die Firmenpolitik bei uns sieht aber nicht viel besser aus. Es bleibt zu hoffen dass die Autoindustrie in D die Kurve kriegt, sonst macht der letzte das Licht aus.
Leider sehe ich noch immer keine neue Richtung bei der Automobilindustrie. Wir sind gut in Sachen Windkraft und auch in anderen "grünen" Industriezweigen, nur in der Autoindustrie herrscht nach wie vor "Steinzeit".

Die Abhängigkeit von der Autoindustrie hat auch unsere Politk "gefügig" gemacht. Das Thema CO2 Steuer war wieder ein klassisches Beispiel. Es macht natürlich keinen Sinn alle Hersteller über einen Kamm zu scheren, es gäbe hier auch andere Möglichkeiten, z.B. eine kräftige CO2 Steuer nach dem Verursacherprinzip.


Mit Frust über unsere Autoindustrie...
Grüße Ralf Wagner

Antworten:

Re: Trennung Daimler & Chrysler?

[www.adac.de]

von Manfred aus ObB - am 14.02.2007 19:01

Re: Trennung Daimler & Chrysler?

Hallo Ralf

Mein Frust über die Autoindustrie ist, wie Du ja weist auch nicht klein.
Aber für verantwortlich halte ich unsere Politiker.
Das sind für mich oft nur noch A.kriecher (wie kommt man in einer Partei nach oben?), Waschlapen (nur nach der nächsten Wahl wird geschaut) und Verbrecher (Steuerverschwendung, Polik für Industrie und dann ab eben dorthin...).
Da wird die (Auto)Industrie geschützt s. EU CO2-Reduktion vor ein paar Tagen, siehe Katalysator, siehe Russfilter, siehe SUV usw. usw. usw.
Schlicht zum Kotzen wie die Damen und Herren den Lobyisten auf den Leim gehen. Um später in lukrative Aufsichtsratsposten zu kommen??

Aber was doch wirklich interessant war, kaum kommt eine CO2 Reduktion per Gesetz in Sichtweite, kommen verschiedene Hersteller sofort mit entsprechenden Moddellen.
U.a.: VW: [www.spiegel.de]

Was lernen wir daraus?
Das was wir schon wissen, aus der Katgeschichte.
Wenn es sein muss macht unsere Industrie mit.
Und oft haben die auch entsprechendes in der Schublade!

Was lernen unsere Politiker daraus?
Nichts. :-(

Grüsse Sebastian

von SB - am 14.02.2007 19:09

Re: Trennung Daimler & Chrysler?

Hallo Manfred,
ich bin ja nicht oft einer Meinung mit dem ADAC, in Sachen CO2 Steuer ist der Vorschlag des ADAC genau dass was ich meinte. Die Idee ist ja nicht neu... sicher die richtige Richtung.

Grüße
Ralf

von Ralf Wagner - am 14.02.2007 22:38

Re: Trennung Daimler & Chrysler?

Ralf Wagner schrieb:

Zitat

Firmenpolitik. Sogar die Amerikaner schauen mittlerweile auf
den Verbrauch und kaufen die durstigen Chrysler nicht mehr.


Und an dem Punkt verstehe ich die Reaktion der deutschen Industrie überhaupt nicht.

Die Ursache in den Problemen von GM, Ford und Chrysler ist deren Modellpalette, die schweren, spritfressenden Wägen, die nach dem angezogenen Ölpreis auch in den USA im Betrieb zu teuer geworden sind. Die europäischen Modelle verkaufen sich zur Zeit gut, weil sie weniger verbrauchen, und das weil dank höherer Mineralölsteuer in Europa die Anpassung früher statt gefunden hat.

Und wer hat jetzt die Nase vorn bei Treibstoffeinsparung und Emissionsarmut? Eindeutig die Japaner, allen voran Toyota. Auch die Franzosen mit Citroen liegen deutlich vor Deutschland. Und wer wird deshalb in der Zukunft dort stehen, wo die amerikanischen Autohersteller heute sind, und wer wird in Zukunft die dicken Gewinne einfahren? Ich fürchte genau so wird es kommen.

Die einzige aus der Politik, die das Kind ganz offen beim Namen ruft ist Frau Künast. Anstelle von Anerkennung für (möglicherweise unbeabsichtigten) zukunftsweisenden wirtschaftlichen Weitblick steckt sie massenweise Prügel ein. Es will der durchschnittliche deutsche Manager einfach nicht wahr haben, dass man mit Umweltschutz Geld verdienen kann und muss. Vielleicht ist es ein Generationenproblem, die führende "Elite" hat die festgefahrenen Feindbilder aus ihrer Jugendzeit nicht überwinden können.

Wenn die deutschen Autohersteller klug wären, würden sie nach schärferen europaweiten Standards schreien, um sich die Märkte in der Zukunft zu sichern. Tun sie aber nicht.
Es tut mir leid für die Arbeiter in der deutschen Autoindustrie, vermutlich werden sie diese Fehlentscheidungen von heute bald so bitter ausbaden müssen wie jetzt ihre amerikanischen Kollegen.

Fritz

von Fritz Reichmann - am 15.02.2007 09:12

Künast 2006

Rechenschaftsbericht vor dem CSU-Umweltarbeitskreis am 21.09.1991 in Nürnberg

[www.goeppel.de]

Unterpunkt Energie [www.goeppel.de]

Zitat:

"Ein Weg dorthin sind sicher auch die nachwachsenden Rohstoffe und Energieträger.Ich gebe Eberhard Sinner, der sich im Landtag damit verantwortlich befasst, völlig recht, wenn er sagt, der fossile Sonnenschein aus dem Innern der Erde müsse der in Pflanzen gespeicherten Sonnenenergie preislich gleichgestellt werden. Ich wende mich ebenfalls strikt gegen die Auffassung, daß die in den Koalitionsvereinbarungen im Januar 1991 vereinbarte CO²-Abgabe für diese Legislaturperiode gestorben sein soll. Bei der Erhöhung von Steuern und Abgaben aus anderen Gründen wird in Bonn weniger lang gefackelt."

Bemühungen führten zum [www.zeit.de]

von Manfred aus ObB - am 15.02.2007 09:45
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