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elweb Stammtisch
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren
Beteiligte Autoren:
Ralf Wagner, Bernd Schlueter, Berlingo-98

Missbräuchliche Verwendung von CE Zeichen

Startbeitrag von Ralf Wagner am 23.06.2008 23:16

Hallo Zusammen,
ein Randthema, aber nachdem ich gerade mal wieder ein Schaltnetzteil mit chinesischem CE Zeichen in der Hand habe, hier für alle zur Information!

Quelle [de.wikipedia.org]



Im Zuge der gehäuften Meldungen über nicht gesetzeskonforme "Made in China"-Spielzeuge, aber auch im Kampf gegen die Produktpiraterie, wurden missbräuchliche Verwendungen der CE-Kennzeichnung festgestellt. Bei solchen Produkten sind die Buchstaben CE in fast nicht von der Original-CE-Kennzeichnung unterscheidbaren Weise aufgedruckt. Hierbei symbolisieren die Buchstaben CE, welche in einem leicht kleineren Abstand als bei der "Conformité Européenne"-Kennzeichnung stehen, lediglich die Abkürzung für "China Export". Zu dieser Problematik hat die Stellvertreterin des EU Ausschusses für internationalen Handel im November 2007 der EU-Kommission eine Parlamentarische Anfrage eingereicht. [1]

bzw
[www.europarl.europa.eu]#
> CE

Also kleiner Zeichenabstand = Chinese Export!

Achtet mal darauf Ihr werdet staunen.

Nicht mal die Importeure kennen oft den Unterschied.

Grüße
Ralf

Antworten:

Eine Conformitäts-Erklärung (CE) ist auch nur das wert, was die Worte halten, nicht, was nur erklärt wird. Die Chinesen behaupten auch vieles, was auch über in Europa gefertigte Waren mit "CE"-Aufdruck behauptet wird.
Hauptsache, in China gefertigter Müll hat China verlassen.
"TÜV-geprüft-Siegel" sind auch oft nur leere Versprechungen, wie die die nach der ISO-Norm.

siehe auch Wikipedia:
[de.wikipedia.org]

Gleich, ob das "CE" conformité européenne oder chinoise bedeutet, mit Qualitätsmanagement wird viel Schindluder getrieben.
Immerhin hat eine ungerechtfertigte Anbringung des "CE"-Zeichens für europäische Hersteller rechtliche Auswirkungenn. Leere Versprechungen können bestraft werden.





von Bernd Schlueter - am 25.06.2008 09:37
Hallo Bernd,
konkret haben wir MR16 LED Spots testen lasssen bzgl. EMV. Die 4 W Spots sind ein Austausch 1:1 für MR 16 Halogenspots 20W. Die Lichtleistung, der Lumenstrom ist schon ganz beachtlich. Nur das Thema Funkstörung hatte die nicht im Griff. Zu Hause war kaum noch ein Radioempfang möglich. Mittlerweile bessern die Hersteller nach, und erfüllen auch die Richtlinien, so dass das CE Zeichen zurecht auf dem Spot prangt.

Sonnige Grüße
Ralf Wagner

von Ralf Wagner - am 25.06.2008 12:33
Zitat
Bernd Schlueter
Gleich, ob das "CE" conformité européenne oder chinoise bedeutet, mit Qualitätsmanagement wird viel Schindluder getrieben.
Bernd Schlüter


Hallo Bernd,
CE ist CE und Qualitätsmanagement ist Qualitätsmanagement. Wo ist der Bezug zueinander?
CE bezieht sich auf ein Produkt. Qualitätsmanagement auf Verfahren. Was also haben die Begriffe miteinander zu tun?

Gruss, Roland

Was immer das CE bedeuten soll, also "e für europäisch" oder "c für chinesisch": Der Hersteller muss bzw. kann sein Produkt damit kennzeichnen. Dann muß er aber auch nachweisen können, dass die zugesicherten Produkteigenschaften vorhanden sind. Dass es oft daran hapert, wissen oder ahnen oder befürchten wir. Daran ändert auch ein noch so gutes Qualitätsmanagement aus der ISO 9000er Serie nichts. Das dokumentiert nur sehr genau, wie das (ansonsten vielleicht minderwertige) Produkt entstanden ist und wie das CE Kennzeichen aufgeklebt wurde. Ob es gerechtfertigt ist, hat wenig mit dem Qualitätsmanagement zu tun. Es geht dabei nur um die Qualität des Managements, nicht des Produktes.

Und natürlich kann man auch alle Label, also CE oder ISO ganz frech fälschen oder kopieren - ohne jeden Bezug zur Realität. Oder CE neu definieren, was für die Innovationsfreudigkeit der Chinesen spricht. Die Geschichte wiederholt sich. Früher haben die Japaner unsere Kameras kopiert. Dann eigene Modelle gemacht. Erst haben die Chinesen unsere Label kopiert. Jetzt machen sie eigene. Und die sehen sich wirklich sehr ähnlich.

Gruss, Roland




von Berlingo-98 - am 25.06.2008 12:38
Die rechtliche Bedeutung ist praktisch die gleiche: Geräte, die gegen die CE-Conformität verstoßen, werden dem Handel entzogen, wobei europäische Schwindler noch das Recht zur Nachbesserung haben. Erkannte Fälschungen, wie die aus China, werden einfach, ohne Nachbesserungsmöglichkeit, aus dem Verkehr gezogen.
Die prüfende "Behörde" sind die Hersteller untereinander, natürlich auch unzufriedene Kunden, die den Regelverstoß monieren.
Insofern sind die chinesischen Hersteller keinesfalls besser dran, was die freiwillige Selbstkontrolle betrifft. Die Frage ist nur, wie man mit der großen Flut minderwertiger chinesischer Waren verfährt.
In Europa gibt es jedenfalls keine zentrale Stelle, die die zugesicherten Eigenschaften erfasst, die außerdem in jedem Mitgliedsland andere sind. Nur ein Minimalkatalog ist in den Mitgliedsländern der EU gemeinsam.
Die ursprünglich gewünschte Qualitätssicherung und Einhaltung von Sicherheits ist durch das CE-Zeichen faktisch nicht vorhanden, es gibt keine allgemeine Sammelstelle für solche Erklärungen. Es ist weitgehend Augenwischerei und soll möglichst bald abgelöst werden. Ein erster Schritt ist die Angabe einer vierstelligen Nummer hinter dem Zeichen, die eine Stelle benent, bei der eine entsprechend ausgefüllte tatsächliche Erklärung in Schriftform niedergelegt ist.
Es eine Qualitätskontrolle auf freiwilliger Basis, also keine wirkliche.

Nicht konforme Chinawaren werden einfach beim Händler konfisziert, gleich, ob mit oder ohne CE-Zeichen. Da der Händler nur selten die Möglichkeit zur Nachbesserung hat, ist der Importeur von China-Waren einem höheren Risiko ausgesetzt als der, für den der Hersteller erreichbar ist.

Über kurz oder lang wird sich China bemühen müssen, eine Mindestkontrolle für exportierte Waren einzuführen, ehe eine Handelssperre eintritt.
Die EU-Mitgliedsländer könnten einer solchen Minimalqualitätssicherheitskontrolle durch einheitlichere Richtlinien entgegenkommen.

Also, da wir unsere Batterien oft von Hinterhoffirmen beziehen, sollten wir nicht darauf verzichten, Verstöße zu reklamieren. Dem Ruf chinesischer Waren wäre damit sehr gedient.

Wo und wie reklamiert man solche Verstöße, die vom Händler nicht anerkannt werden?
Ich denke, wir sollten das Procedere kennen...aus dem Verkehr gezogen wurden bisher fast nur solche Waren, die gesundheitsgefährdent sind oder solche, bei denen Patentverstöße erfolgreich reklamiert wurden.
Den Zöllnern im neapolitanischen Hafen sollten wir eine Brille verschreiben.

von Bernd Schlueter - am 26.06.2008 05:20
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