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elweb Stammtisch
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bernd Schlueter, inoculator, Manfred aus ObB, R.M

Steuerliche Frage zum Wasser- und Solarstrom

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 07.09.2008 08:23

Ich bin ja der Meinung, dass Solarstrom zur Zeit noch Geldverschwendung ist und, dass diese Eikettenschwindler heimlich nachts tanken, und zwar reinen Atomstrom.
Ich habe mich deshalb entschieden, den Schwindel nicht mitzumachen und tanke keinen angeblich norwegisch sprechenden Wasserstrom, sondern den aus reiner rheinischer Braunkohle.
Tatsächlich ist in meinem nur tagsüber getankten Strom der maximale Wasseranteil drin.

Nur 0,24 Cent/kWh kostet mich Etikettenschwindel, von dem ich noch überzeugt bin, dass es einer ist. Dann garantieren mir die SWK, die demnächst mit dem RWE in Neuss fusionieren wollen, ich bin jemand, der sich Böses dabei denkt, dass ich reinen Wasserstrom tanke. Mit ziemlich allen Wässerchen sind diese Vereine wohl gewaschen. Ihr auch, wenn Ihr weiterhin nachts tankt!

Frage, ich denke, die kann nur Manfred zutreffend beantworten:
Was bewirke ich, außer einem verlogenen Lippenbekenntnis, wenn ich bei den SWK (S-W Krefeld) reinen Naturstrom beantrage? Sind da noch irgendwelche Geldmittel verborgen, die dadurch dem Ausbau alternativer Energie, möglichst effektiv, zufließen? Die Mehrkosten der Etikette belaufen sich auf 8 Euro jährlich. Insgesamt bezahle ich jetzt sehr genau 20 Cent pro kWh, pro kWh mehr 17,99 Cent.
Ich hatte hier schon Bekanntschaft mit einem ehemaligen RWE-Mitarbeiter gemacht, der Etikettenschwindel mit einer auf dem Dach nicht vorhandenen Solaranlage gemacht hatte. Das hatte dem Ansehen des Aachener Solarvereins sehr geschadet und ging bundesweit durch die Presse. Die Aachener hatten versucht, den Etikettenschwindel noch zu verdecken.

Um auch einmal "Atomenergiegegner" zu kritisieren.
Manfred, bist Du auch mit allen Wassern gewaschen? Wenn ja, mit welchem? Mit dem aus dem Walchensee?

Antworten:

Hallo

Ja Bernd momentan ists wahrscheinlich noch Etikettenschwindel es wird ja nur garantiert daß die Strommenge die du verbrauchst irgendwann von Wasserkraftwerken gekauft wird.

Interessant wirds wenn mehr Ökostrom verlangt wird als produziert wird, dann wird sehr wohl die Ökostromsparte aufgerüstet werden müssen.

Es spricht also schon was dafür sich für den Ökostrom zu entscheiden, zumindest langfristig sollte es eine Wirkung haben.

PS. Mein EL lade ich morgens wenn die Sonne schon aufgegangen ist, dann ist es zumindest physikalisch Solarstrom der vom Dach über 2 Zähler ins EL fließt.

Gruß

Roman

von R.M - am 07.09.2008 08:46
Hallo

ich glaube, wir müssen uns alle nichts vormachen.
Solange wir kein globales Stromnetz haben, und in dem aktuellen Maße Strom verbrauchen, werden wir auch in 50 Jahren noch nicht 100% ökologisch tanken.

Selber bin ich bei "Lichtblick" und beziehe tagsüber meinen Strom aus den PVAs der Nachbarn, welche mir Lichtblick Einspeiseverträge haben. Nachts sind alle Katzen grau. Da mache ich mir nichts vor.

Wo die Zukunft liegt?
Ich glaube im Meer. Gravitationskraftwerke)* werden noch einen wachsenden Mark erfahren. Sei es eine Anakonda, ein Hubkraftwerk oder einfach eine Strömungsturbine.

Was können wir dafür tuen?
Wir sollten uns einen Anbieter suchen, der nachweislich in "ökologische" Kraftwerke investiert. Bei den "Großen" sehe ich da im Augenblick keine Zukunft. Da muss es erst einmal so richtig knallen im Management. Die Mittelschicht -Greenpeace, Naturstrom, Lichtblick, etc; scheint mir da schon flexibler und zielorientierter.

Was, wenn plötzlich alle Ökostrom wollen?
Nehmen wir also mal an, alle Deutschen würden am 01.10.2008 plötzlich nur noch Verträge mit einem der genannten "Mittelschichtler" haben. Aua... das wäre ein marketingtechnische Problem.
Natürlich würden sich die Bilanzen hin zu grauem Strom verschieben, aber die Investitionen in neue "ökologische" Kraftwerke würden IMHO drastisch steigen. Das würde die "Großen" dermaßen unter Druck setzen, daß diese handeln müssen. Und plötzlich gibt es zu dem Werbetrailer einer Strömungsturbine auch tatsächlich Taten -bislang existiert das Ding nur in einem Versuchsaufbau, äußerst stiefmütterlich behandelt und mehr eine Alibifunktion für die Werbekunden.

Fazit:
Wir sind es, die etwas ändern können, aber wir brauchen ein wenig Mut, als erste in den Reihen nach vorne zu spreschen. Wie heißt es bei .... Mist Aussetzer......
"Noch einmal stürmt mit mir...." oder so ähnlich.

In diesem Sinne...

Carsten

von inoculator - am 07.09.2008 10:01
Hallo Carsten

Du schreibst einen Satz der erstaunt mich

"......tagsüber meinen Strom aus den PVAs der Nachbarn, welche mir
Lichtblick Einspeiseverträge haben......."

Ich hab diese Woche mit Greenpeace Energy verhandelt, da ja ab 1 Januar das neue EEG
Stromlieferungen auch ausserhalb des EEG erlaubt, nur derzeit war der Tenor unt 5000 kW wenig
Interesse, mein Einwand in Österreich habt Ihr aber Biogasanlagen mit 45 kW mag sein wird aber
über einen Generalunternehmer als eine Einheit abgerechnet.

Da Du ja in irgendwo bei der Schwebebahn wohnst, könnte Dein Nachtbar doch ins EEG liefern
Solarstrom also in etwa bei 50 Cent, wieso liefert Er an Lichtblick für den Baselodpreis um 8 cent?

[www.lichtblick.de];

oder meint Er das Lichtblick auch seinen Strom sugeriert verkauft?



Zuminderst hat mir der Mann in Hamburg von Greenpeace vermittelt ( für Einkauf ist nur Hamburg
zuständig) das man sich mit virtuellen Kraftwerken beschäftigt theoretisch, was dan schon zu
Stromlieferanten wie mich führen könnt, derzeit aber Ökostrom nur von theoretische Lieferanten alla
Generalhändler in Österreich oder Norwegen wie bei Lichblick über 80 % Wasserstrom der Rest ist EEG

Solange sich die Ökostromanbieter von der Kraftwärmekopplung fernhalten die sie mal ursprunglich
groß Propagiert haben, solange ist das ganze ein Feigenblatt und keine Wasserkraft, Windenergie
und Solarstrom kann das schaffen was offizel gepredigt, wir könnten wenn wird dürften oder wollten.

Virtuellekraftwerke ohne regelbarer Stromerzeugung gibt es nicht ( Speicher allein wären viel zu teuer)
und von dem sind die Ökostromanbieter meilenweit weg, solang es nur ums Zertifizieren geht und
nicht ums machen.


Grüße aus den Bergen Manfred


von Manfred aus ObB - am 07.09.2008 13:49
Hallo Manfred,

ich kann über die Einzelheiten des Vertrages meines "Nachbarn" nicht viel sagen, zumal der o.g. mehr als Platzhalter für mir persönlich unbekannte Menschen zu verstehen ist.

Dein Schwerpunktthema KWK ist ja bestimmt eine Technologie, welche zu berücksichtigen ist, ob es denn momentan eine Strategie für ein bestimmtes Unternehmen ist, obliegt nicht meiner Beurteilungskraft.

Jetzt müssen die Großkopferten erstmal Ihre Transwortwege abgeben. Mit diesem Schritt werden sich auch lokale Erzeuger gößerer Natur (KWK) in den Markt einbringen können.

Bisher wird das mehr oder weniger durch die Netzbetreiber unterbunden.

Auf alle Fälle bin ich zuversichtlich, auch wenn Siemens jetzt nicht zu meinen "Prefered Owner" für das Transportnetz gehört.

Gruss

Carsten

von inoculator - am 07.09.2008 14:33
Manfred, mit dem virtuellen Kraftwerk, das wir mit uns tragen, meine ich, dass wir den Strom dann tanken, wenn Reserve da ist. Zurückspeisen nur im äußersten Notfall, um Zusammenbrüche wie bei der Ausfahrt aus der Meyerwerft zu verhindern. Das Rückspeisen kostet uns viel Geld, das wir dann auch entsprechend vergütet bekommen müssten.
Die Schönauer "Rebellen" sehe ich auch gerne, haben sie doch anfangs in real bestehende eigene Kraftwerke investiert und die Idee des Ökostroms weitergetragen. Mit denen im Rücken müssten wir doch Siedlungsgemeinschaften und kleinere Gemeinden von einer durchgängigen Kraft-Wärmekopplung überzeugen können! Ich meine ein eigenes, motorbetriebenes Heiznetz aus Fernwäreme und Wärmepumpenstrom variabler Frequenz für den drehzahlvariablen Wärmepumpenbetrieb.
Baue ich demnächst zusammen mit dem Manfred in der Schönauer Filiale am Kochelsee.

Aber nochmal die Frage: Gibt es da nicht noch einen zusätzlichen steuerlichen Vorteil für regenerativen Strom, wenn ich den Etikettenschwindel bestelle? Dann wäre mir das die 0,24 Cent wert, wenn ich damit nicht Trieneken und RWE reich mache, ohne die Norweger zu bewegen, noch mehr Wasserkraft zu nutzen.
Hier kommt ein großer Teil unseres Stroms her, mehr, als aus ganz Bayern:
maps Rotenplaner:
von:
51.063191, 6.516266
nach:
Hambach

von Bernd Schlueter - am 07.09.2008 16:11
Halllo Bernd mit den Saxo


Es gibt derzeit keinen Steuervorteil für Regenarativen Strom, wär auch nicht ganz im Sinne der
Tatsächlichen Fakten, leider gibt es keine CO2 Abgabe auf Fossilen Strom das würd mehr helfen.

Und Wärmepumpen sehe ich nicht als KWK ob Frequenz Varibel oder Fest im 50 Hz Netz, nur
solang die 50 Hz Hoheit beim Netzbetreiber liegt sind alle Ökotraume nur Schäume mit Zertikat


Ja es gibt die Andrea Dill
[www.bbv-net.de]
Typische Populistin und wie soll das ganze Stabil sein?

Überhaupt keinen Plan aber klare Ansage

"Nach Ansicht von Ypsilanti und Scheer ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Neuordnung "hin zu einer unternehmerischen Entflechtung von Stromproduktion und Netzbetrieb". Wie das Schienennetz, so gehöre auch das Stromnetz zu den "Kernelemente(n) der Infrastruktur für die gesamte Volkswirtschaft". Auch die EU-Kommission fordere seit langem die volle eigentumsrechtliche Trennung des Netzbetriebs von den Produzenten. Nur so könne ein diskriminierungsfreier Strommarkt gewährleistet werden."

Wenn man so tut das sei das ganze Problem um alles Öko zu bekommen, frag ich mich manchmal
wovon träumen die Nachts?


Grüße aus den Bergen Manfred



von Manfred aus ObB - am 07.09.2008 18:28
Die Stadtwerke Lippstadt haben gerade zu einem horrenden Preis das städtische Netz vom bisherigen Versorger gekauft. Klar, die wollen jetzt natürlich den Kaufpreis und entgehende Gewinne zurück. Zusammen mit Ypsylantic wird das gelingen. Schlimm, was da läuft im Faterlande.

von Bernd Schlueter - am 08.09.2008 07:38
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