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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 5 Monaten
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Bernd Schlueter, Berlingo-98, Manfred aus ObB, Martin Heinrich

Saharaleitung: Wechsel- oder Gleichstrom? Vergleich

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 28.06.2009 14:54

Wie der Raum, in dem wir leben, so ist auch ein Gebilde symmetrisch angeordneter Leiter ein System, in dem sich elektrische Felder und, deren relativistische Form, Magnetfelder, ausbilden können. Ein sich änderndes Magnetfeld erzeugt immer ein elektrisches Feld (oft Induktionsspannung genannt), wie auch ein sich änderndes elektrisches Feld ein Magnetfeld erzeugt, weil bei der Entladung des Feldes ein Strom entsteht. Fragen, warum der liebe Gott das so gemacht hat, bitte nur an ihn. Ist halt so und lässt sich nur von Esotherikern ändern. Daniel Dingel, Lazhar Alavanya und Co...
Wir glaubens einfach und speichern es in unserer physikalischen Gedächtnistafel samt Berechnungsverfahren, die so irgendein Optiker, für was ganz anderes herausgefunden hat. Kurz, es bildet sich eine Welle aus, die in einem mehrdrähtigen Leiter, wie den Hochspannungsleitungen, mit Lichtgeschwindigkeit oder knapp darunter,wandert.
Das funktioniert nur gut, wenn die zeitweise zwischen den Leitern gespeicherte Energie , die Leiter bilden ja einen Kondensator miteinander, in voller Höhe vom magnetischen Feld, das sich bei dessen Entladung bildet, übernommen werden kann, denn die stromdurchflossenen Leiter bilden kreisförmig um sich herum, beim Stromdurchfluss, ein Magnetfeld aus.
Diese Weitergabe der beiden Energieformen erfolgt vollständig, wenn Elektrisches Feld (Kapazität der Leiter zueinander), und das magnetische Feld (Induktivität der Leiter) in einem bestimmten Verhältnis stehen. Das Verhältnis der beiden bildenden Größen, Spannung und Strom müssen dazu zum Leiter passen, sonst wird ein Teil oder auch die gesamte Leistung, die im Feld steckt, wieder vom Leitersystem zurückgeschickt oder gar nicht erst angenommen. Stimmts, dann wandert die gesamte Energie bis in die Unendlichkeit. Dieses Verhältnis , der Quotient aus Spannung und Strom, nennt man Wellenwiderstand. Wie beim ohmschen Widerstand misst man in Ohm, obwohl hier Strom und Spannung, unabhängig von der Frequenz, 90 Grad phasenverschoben sind, also, bis auf ohmsche und Koronarverluste verlustfrei über die Drähte wandern. Bei einer dicken Hochspannungsleitung etwa 300 Ohm, in einem Koaxialkabel 50 Ohm, Im Telefonkabel (DSL) ca 150 Ohm.

Schließt man an das andere Ende des Kabels einen sogenannten realen Verbraucher, mit rein ohmschen Widerstand gleicher Größe an, so werden 100% der ankommenden elektrischen Leistung in Nutzleistung umgesetzt. Weicht der Widerstand ab, fließt ein Blindstromanteil zum Sender zurück, hier das Kraftwerk und richtet dort notfalls Schaden an (bei Blitzüberschlägen).

Den genau angepassten Widerstand nennt man den natürlichen Wellenwiderstand der Leitung.

Deutsche EVUs sind geizig, sie knausern mit den Leitungen und überlasten sie, denn bei 50 Hertz kommt nach 300 km immer noch genug an, die belasten notfalls mit 10 Ohm, ohne, dass es weh tut. Auf 10.000km geht das nicht, da muss man schon den natürlichen Widerstand nutzen und die Spannung passend zur Leistung wählen. Das gilt auch für 1000 km von der Schweiz nach Flensburg. Im Cityel wehren sich gelegentlich durchschlagende Transistoren gegen die dort nie angepassten Wellenwiderstände bei hohen Frequenzen.
Also dort immer möglichst kurze Verbindungen und möglichst dicke Leiter, damit das Streumagnetfeld nicht zu groß wird! Dicke Leiter behindern nämlich das Magnetfeld.

Um bei möglichst geringer Spannung möglichst dicke Ströme aus der Sahara zu ziehen, machen wir die drei Drehstromleiter möglichst dick. Zufällig passt das alles gut zusammen, nur 10% Verlust bei den von mir genannten Daten , plus Büschel=, Koronarentladung, von der Luftfeuchte abhängig. Ideale Bedingungen in der Sahara, deshalb bis zu 1 Million Volt. Bei uns bis 680.000 Volt und da werden auch gerne 5,5 Gigawatt drüber geschickt, was über der natürlichen Leistung liegt.
Also, 3,3 Gigawatt kann meine Saharaleitung, es kommen knapp 3 Gigawatt pro Dreierbündel in Hammarfest an.

Antworten:

Re: Pamphlet zur Saharaleitung

Bernd der nach Krefeld gezogen ist


Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie willst Du nicht zur Kenntnis
nehmen das da von einer HGÜ die Rede ist, selbiges hab ich Dir schon
mal geschrieben

[forum.mysnip.de]

ich zitiere mich selbst

"aber Dein 3 Aluleitungenrechnung kannst Dir sparen es geht um HGÜ"

jetzt schreibts Dir noch der Hausherr und Du machst weiter bringst selbst den lieben Gott
ins Spiel, nur selbiger hat eben auch Gleichstrom erlaubt in seiner Schöpfung und so gehts
halt bei HGÜ um selbigen.


Bernd insofern hat Dein Pamphlet etwas mit Wechslstrom zu tun, es ist Blindleistung

So wie kann man Blindleistung neutralsieren, man schließt einen Kondensator an.


Keine Ahnung ob Du das anschließen an ein Kondensator aushältst konnt drauf an
ob er schon geladen ist,
ansonsten schwingt er halt mit den Blindstrom mit und stört nicht weiter.

Aber wenn Du ein Pamphlet zu einen Thema schreibst das so kein Thema ist, ist gut das Du
kein Bär bist, denn dann wärst Du ein Problembär, tja und Bruno wurde aus geringern
Gründen zu einen Problembären gemacht und lies so sein Leben vor mehr als 3 Jahren
nahe dem Schliersee wo schon der Jennerwein begraben liegt.


Also Bernd lass Dir das ein Mahnung sein, und Wechsle das Thema von Wechselstrom zu Gleichstrom.


Grüße aus den Bergen wo Bären nicht ungeschoren vom Umweltminister Wandern können Manfred



p.s. Einen zu Deinen verbogenen Magnetfeldern hätt ich noch

[www.eeh.ee.ethz.ch]


Seite 22 da hats Einer auch mit Magnetfeldern im Zweierbündel

von Manfred aus ObB - am 28.06.2009 19:51

Re: Pamphlet zur Saharaleitung

Hallo MOB,

recht haste. Wenn BAK mal wieder nur Blindleistung rausläßt, könnten Kapazitäten helfen.
Hat jetzt nicht so viel mit ernster Wissenschaft zu tun (um die es hier beim Stammtisch eh nicht geht), aber mit Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung. Jahrelanger Forenerfahrung. Aber so echte Wirkleistung ist auch mit Kompensation bzw. Gehenhalten durch Kapazitäten schwer zu erreichen, wegen der räumlichen und zeitlichen Verschiebung (der Forenbeiträgen) und so. Jedenfalls pendeln die Schein- Wirk- und Blindleistungen im Netz zwischen Krefeld, Altjoch, Leinfelden-Echterdingen und Reifenberg mal wieder herzerfrischend hin und her. Ganz ohne Netzregulierung. Es lebe der Stammtisch.

Wellenwiderstand gibts, hat aber für HGÜ keine Bedeutung. Da stimmen wir ausnahmsweise vollkommen überein. Obwohl nichts auf dieser Welt wirklich vollkommen ist. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gruss, RAR



von Berlingo-98 - am 28.06.2009 22:39

Re: Pamphlet zur Saharaleitung

Das Meer muss auf andere Weise unterquert werden, das ist klar. Trotzdem funktioniert dieelektrische Übertragung auf die große Entfernung auch mit Wechselstromhchspannungskabeln. Das ist eben das Besondere: Auf kurze Entfernungen ist der Wellenwiderstand der Leitung viel zu klein, um wirtschaftlich zu sein, man arbeitet mit unangepassten Leitungen mit hohen Blindstromanteilen. Auf der großen Entfernung ist der hohe Wellenwiderstand hingegen geradezu ideal, es lassen sich verlustarm mit vertretbarem Aufwand die Strommengen übertragen. Dazu muss nur die Spannung an den Wellenwiderstand angepasst werden, was mit Wechselspannung keine Kunst ist. Wechselstrom hat den Vorteil, selbstlöschend bei Überschlägen zu sein. Ich habe Zweifel, ob man auf den Landstrecken zur Eindraht-Gleichspannungsübertragung greift. So, wie ich es sehe, ist die Strecke, bis auf die Meerengen, auch mit hergebrachter Wechselstromtechnik zu überwinden und auf jeden Fall sollte man mit dieser zunächst einen Anfang machen, denn wenn wir von einer Anfangsleistung von 40 Gigawatt ausgehen, passen die zwölf benötigten Freileitungskabel auf einen einzigen Mast. Vom Materialaufwand sind die Kabel etwa gleich.
Wird der Energiegewinn in der Sahara dann größer, beispielsweise 400 Gigawatt, so sind diese vorteilhaft per Gleichstrom zu übertragen, weil hier 100 Einzelhochspannungsdrähte zu einem einzigen Kabel gebündelt werden können. Eine solche Leitung bietet sich dann beispielsweise für die Durchquerung Spaniens mit den beisen Flaschenhälsen Meerenge und Pyrenäen an. Ab Südfrankreich splittet man die Leitung vorteilhaft wieder in der Fläche aus.
Meere können eh nur mit Gleichstrom durchquert werden, es ei denn, sie seien sehr seicht.

Zum ersten Mal ist ein Projekt in Sicht, wo die Materialanforderungen an die völlig problemlose Übertragung mit dem natürlichen Wellenwiderstand wirtschaftlich ist, da will man partout darauf von vorneherein verzichten. Ich nenne das Fortschritt mit der Brechstange, obwohl ein behutsamer Beginn mit dem Sammeln von Erfahrungen beginnen kann.
Eine einfache Hochspannungsleitung aus der Sahara ist eben wirtschaftlich. Im Vollausbau mit 100 und mehr nötigen Kabeln von dreifacher normalem Querschnitt wird man sich dann früh genug entscheiden, dass man die Hundert oder Hunderte Kabel zu einem einzigen vom ebenso Hunderte Male größerem Querschnitt, oder gar Supraleitung, ersetzt.
Auf diese wirklich zukunftsweisenden Möglichkeit verzichten wir aber, wenn wir sofort protzen wollen und den Tag vor dem Abend loben. Ich habe vorgerechnet, welchen Materialaufwand eine einzelne Hochspannungsleitung bedeutet, auf einen Mast passen . Sechs Leitungsbündel trägt normalerweise ein Mast.

Allerdings bin ich erstaunt darüber, dass man heute unterirdische Gleichstromkabel schon mit 600.000 Volt betreibt. Das wusste ich noch nicht und das lässt die Gleichstromübertragung schon bei relativ kleinen Leistungsübertragungen wirtschaftlich machen können, erst recht bei Großprojekten. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Landschaft nicht durch zig Hochspannungstrassen sichtbar durchschnitten und zugepflastert wird.

Trotzdem, das Kraftwerk in der Sahara funktioniert ebenso wirtschaftlich wie das Großprojekt mit der herkömmlichen Leitung, mit, sagen wir, 2 bis 10 statt 400 und mehr Gigawatt. Man beachte, wo man bisher Gleichspannungsleitungen gebaut hat, ausschließlich bei der Querung von Gewässern. Das hat seinen Grund.

[de.wikipedia.org]

Schon mal daran gedacht, welchen Schaden ein einziger Kurzschluss in einem komplexen Gleichspannungsnetz anrichtet?

Ich hasse Großprojekte, die über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden werden. Hauen wir unseren Politikern auf die Pfoten! Dann brauchen wir auch die Stromsteuer und diese überflüssige Überproduktion in Kernenergieanlagen nicht.

4 Milliarden Euro, das reicht für eine 10.000 km lange Leitung mit sechs Kabelbündeln aus der Sahara, zur Not über den Umweg über Asien. Mit herkömmlicher Technik, von jedem zu reparieren. Die transportiert 10 Gigawatt. Aluminiumaufwand: 2 Millionen Tonnen. Was leistet und was kostet ein Kernkraftwerk? Was kostet das HGÜ-Projekt? Was soll es dann leisten?
Dass uns die Sterne der Sahara nicht auf den Kopf fallen!





von Bernd Schlueter - am 29.06.2009 00:57

Re: Pamphlet zur Saharaleitung



Ach Saxobernd


gehe ich recht in der Annahme das Du zu erklären versuchst das eine
Wechselstromleitung richtig gewellt so ist das Strom auf der Welle fast
Verlustfrei nach Europa Surfen könnt :rolleyes:


Da brauchst Dich dann net übern Dingel aufregen das hat auch was Dingelhaftes ansich.


Übrings etliche mögen keine Freileitungen, siehe

[www.vorsicht-hochspannung.com]

nur das Du dich vorher mit möglichen Protestlern befasst


Grüße aus den Bergen Manfred

von Manfred aus ObB - am 29.06.2009 07:31

Ich lasse mich bekehren: Gleichspannung!

Das man inzwischen die Gleichspannungs-Isolationstechnik für Untersee- und Überlandverbindungen beherrschen soll, versöhnt mich mit den Aussichten für ein stabiles Gleichspannungsnetz. 800 kV, das ist ein Wort, da geht dann langsam kein Weg mehr vorbei.
Selbstverständlich wird es dann ein Zweileiternetz werden, mit häufigen Verdrillmasten, um die magnetischen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. In den Niederlanden fahren auch Züge mit vergleichbaren Stromstärken und vagabundierenden Strömen, die zwar feine Magnetfeldmessungen unmöglich machen, aber auch bei uns hat manch einer schon eine Fahrt mit der Straßenbahn oder gar im Elektroauto überlebt.

Den Hauptvorteil sehe ich im fehlenden Skineffekt. Wir können die Leitungen massiv bauen, ein 10cm-Durchmesser-Seil hat zukünftig statt 30 cm² Querschnitt einen solchen von 600cm². Ein sehr großer Vorteil der massiven Gleichspannungsleitungen ist die geringere Windlast pro übertragener Energiemenge und der fehlende Zwang, auf viele Leitungsbündel zu verteilen. Auch die unterirdische Verlegung in gewitterreichen Gegenden oder unter Moscheen, in denen Allah besonders heftig zürnt, ist denkbar.

Zwar wird meiner Meinung nach die gleiche Materialmenge zum Stromtransport erforderlich sein, aber doch in sehr viel gefälligeren und vor allem weniger Leitungen.
Der behaupteten Störungssicherheit muss ich widersprechen: Jede Störung, jeder Blitzeinschlag hat massive Störungen der Energieversorgug mit Ausfallzeiten von mehreren Sekunden zur Folge. Zu hoch ist die Induktivität der dann massiven Leitungen mit einem Energiegehalt, der Zerstörungen zur Folge hat, wie wir sie von stehenden Lichtbögen in unseren Elektrofahrzeugen kennen.
Andererseits können wir trotzdem, obwohl es nicht nötig ist, den Energietransport auf mehrere Gleichspannungsdoppelleitungen verteilen und so eine ausreichende Ausfallsicherheit erhalten. Unser Wechselspannungsnetz ist eh sehr flexibel angekoppelt.


Ansonsten liegen wir mit unseren bisherigen Leitungen gerade mit dem natürlichen Wellenwiderstand im idealen Bereich, mit besonders geringen Verlusten, die in unserem Lande bereits unwirtschaftlich sind, weil sie zu KLEIN sind. Ich halte es für extrem wichtig, dass wir nicht auf Monopole für die Netzstruktur angewiesen sind.

Beobachten wir den Stand der Isolatorentechnik. Ist der wirklich schon zufriedenstellend? Sind Gewitter selten genug, wie hoch sind die Schäden?
Ansonsten, Gero wird sich auch da schnell einarbeiten.

Tröstlich ist, dass es noch sehr viele, auch türkische, französische und russische Firmen gibt, die mit Siemens bei den Ausschreibungen mit bewährter Technik in Konkurrenz treten können. Strom muss nicht teurer werden. Aber sparen wollen wir trotzdem.

Jetzt muss ich aber erst einmal mit ein paar Irrlehren bei Wikipedia aufräumen.


von Bernd Schlueter - am 29.06.2009 07:40

Re: Ich lasse mich bekehren: Gleichspannung!

Zitat
Bernd Schlueter
Das man inzwischen die Gleichspannungs-Isolationstechnik für Untersee- und Überlandverbindungen beherrschen soll, versöhnt mich mit den Aussichten für ein stabiles Gleichspannungsnetz. 800 kV, das ist ein Wort, da geht dann langsam kein Weg mehr vorbei.


An der HGÜ bzw. Gleichspannungsnetzen geht auch aus einigen anderen Gründen kein Weg vorbei:
a) je ausgedehnter und räumlich größer die Wechsel- oder Drehstromnetze werden, umso schwieriger wird es mit der Regelung. Die Regelung der Frequenz findet normalerweise an einer - und nur an einer - Stelle im Netz statt. Räumlich sehr grosse Netze zu koordinieren fällst schwer.
b) Man kann grosse Netze in vielen Ländern schlecht wirklich synchron laufen lassen. Daher entkoppelt man gerne mit HGÜ mit sogenannten Kurzkupplungen, meist über Kabel.
c) Für Freileitungen sind einige 1000 km sehr lange Strecken, für Kabel sind "elektrisch lang" schon viel viel viel weniger km. Deshalb will man z.B. Windparks mit Unterwassekabeln über HGÜ anbinden und zwar schon bei 50 km oder so.
d) und dann noch die Riesenantenne: bei Lambda/Halbe und 50 Hz werden die langen Drehstromleitungen zur riesigen Antenne, die richtig merkbare Leistung abstrahlt. Sind Zusatzverluste, auf die man gerne verzichtet.

Übrigens hatte ich mir 1975 (ist also einige Zeit her) mal so eine richtig grosse HGÜ Anlage angesehen, mit einigen tausend km Freileitung von Cabora Bassa in Mozambique nach Johannesburg in Südafrika. Es waren, wenn ich mich recht erinnere, + und - 550 kV, mit Erde als Mittelleitung. Es waren Einzelleitungen, die in einigen hundert Metern Abstand nebeneinander her liefen. Zusatzsichertheit: Wenn ein System ausfallen sollte, konnte man mit Eindrahtübertragung und Rückleitung über Erde noch fast die halbe Leistung übertragen. Mit diesen zwei Drähtchen auf hohen Masten bekam man fast die gesamte Leistung des Wasserkraftwerkes Cabora Bassa weg, also rund 2.500 MW. Diese "Drähtchen" waren natürlich Viererbündel, um die Koronaverluste klein zu halten.

.... und nun noch ein Wort zum Wellenwiderstand der Leitung und der sogenannten "natürlichen Leistung". Da die Leitung nun einen Wellenwiderstand hat, gibt es bei Drehstrom eine sogenannte angepasste Leistung, bei der der speisende Generator keine Blindleistung liefern muss. Ein Riesenvorteil. Die Leitung selber tritt weder als induktiver noch als kapazitiver Verbraucher auf.
Bei allen anderen Betriebszuständen muss man Blindleistung für die Leitung liefern, entweder vom speisenden Generator oder von zusätzlichen Kompensationselementen (meist dicken Induktivitäten).
Für eine 380 kV Drehstrom-Freileitung 50 Hz beträgt die natürliche Leistung rund 600 MW. Mit anderen Worten: man bräuchte 5 parallele Systeme, um 3000 MW übertragen zu können. Natürlich kann man auch mehr als die natürliche Leistung übertragen (also nicht gut an den Wellenwiderstand angepasst). Dann muss man Blindleistung über Kompensatoren liefern, und das ist aufwending und richtig teuer. Das ist schon wesentlich mehr Materialeinsatz und Kosten als ein einziges HGÜ-System, das in etwa die gleiche Leistung übertragen könnte.
Oder besser gesagt: Bak kann spekulieren und rechnen, wie er will. Solche Leistungen im Bereich von mehreren 1000 MW bringt man per Drehstrom nicht von Afrika nach Europa. Wegen der Verluste. Wegen der hohen Kosten für mehrere Übertragungssysteme. Wegen der Länge und damit der Antennenwirkung und nicht zuletzt, weil man so grosse Systeme schlecht synchron halten kann. Technisch und wirtschlaftlich geht es nur mit HGÜ. Wenn man es denn ernst meint und wirklich machen will.
Schluss mit HGÜ jetzt, schließlich ist das E-Auto mein Thema. Jetzt jedenfalls. HGÜ war vor über 30 Jahren mal so am Rande mein Gebiet. Und nu muss ich mich erstmal um einen weiteren AX-electrique kümmern, der mir überlassen wurde, und der noch in einer Citroen Werkstatt steht.


von Berlingo-98 - am 29.06.2009 09:31

Re: Ich lasse mich bekehren: Gleichspannung!

Zitat
RR


Übrigens hatte ich mir 1975 (ist also einige Zeit her) mal so eine richtig grosse HGÜ Anlage angesehen, mit einigen tausend km Freileitung von Cabora Bassa in Mozambique nach Johannesburg in Südafrika.


Jetzt Übertreib nicht so Schamlos

Einige tausende km Freileitung

ja wennst beide Zusammenrechnst Trassenlänge 1414 km also noch nicht mal
die Hälfte Sahara Krefeld


Und was heißt da so einfach Schluß jetzt ( alte gewohnheit das Thema ist geschlossen :D )
Du hast noch lang nicht alternativ in GIL gerechnet ( glaubt man Deinen alten
Arbeitsgeber so ist GIL 70% effizienter als Freileitung )

Also wer gibt wenn jetzt Recht, den Gleichstrom Wechselstromkrieg hatts schon 1890 gegeben
und man sieht so ganz gar ist er heut noch nicht, ich bin ja der Meinung im Haus könnte
man Teilweise auch mit selbigen arbeiten, vor allen Solarmobilisten die eh schon Gleichstrom
machen ;-)


Grüße aus den Bergen Manfred

von Manfred aus ObB - am 29.06.2009 10:23

Re: Ich lasse mich bekehren: Gleichspannung!

Hallo Manfred,

also was nun Gleichspannung im Haus verwenden oder Solar mobil sein?
Gibt ja auch welche die die Module aufs Fahrzeug schrauben, hoofentlich weiß davon auch die Versicherung!
Meine Module sind am Haus und versorgen über die 12 Volt Insel all das was eh mit DC (von 5 bis 24 Volt geregelt/gewandelt) geht und auch die Beleuchtung (Halos/LEDs). Was nicht billig für 12 Volt zu haben ist läuft bei Netzausfall solange die Batterien (ca. 1200Ah) können über Wechselrichter.
Ganz so niedrig müsste die Systemspannung zwar nicht sein, habe ettliche Kilo Kupfer verlegt, aber es gibt für 12 Volt halt die meisten Verbaucher zu kaufen, bei 24 oder 48 Volt siehts mau aus.

Gruß Martin






von Martin Heinrich - am 29.06.2009 11:59

Re: Ia ja, Gleichspannung auch im Haus!

Zitat
Martin Heinrich
Gibt ja auch welche die die Module aufs Fahrzeug schrauben, hoofentlich weiß davon auch die Versicherung!
Meine Module sind am Haus und versorgen über die 12 Volt Insel all das was eh mit DC (von 5 bis 24 Volt geregelt/gewandelt) geht und auch die Beleuchtung (Halos/LEDs). Was nicht billig für 12 Volt zu haben ist läuft bei Netzausfall solange die Batterien (ca. 1200Ah) können über Wechselrichter.
Ganz so niedrig müsste die Systemspannung zwar nicht sein,


Hallo Martin,
mit Modulen auf dem Fahrzeug - na ja, das war der zweite CityEl (hieß damals noch Mini-El), und die Module drauf brachten rund 100 Watt bei guter Sonne und waren freilich bei der Kaskoversicherung angemeldet. Mit 2500 DM an Wert damals. War auch gut so. Kurz danach überschlug sich mein Sohnemann mit dem El, und zwei der 5 Module mußten ausgewechselt werden. Hat die Versicherung anstandslos bezahlt. Die einzige Frage bei der Anmeldung war, ob sie fest mit dem Fahrzeug verbunden sind, also verschraubt. Dann sind sie Teil des Fahrzeugs als Zubehör und mit versichert, wenn angegeben. Über den Preis hat der Versicherungsvertreter damals nur gelacht und gemeint, es wäre Kleinkram mit dem Zubehör, das bei anderen so üblich und angegeben und mit versichert wird.

Ansonsten: Vorsicht bei Gleichspannung. Unter 20 Volt gehts noch, da ist die Tenzend zum Lichtbogen im Schalter nicht so ausgeprägt. Darüber wirds schon gefährlich. Ich habe meine Hausanlage auf 48 Volt installiert und arbeite von den Schaltern her mit den ETA Sicherungsautomaten. Das geht ganz gut, die sind bis 80 V DC spezifiziert.

Gruss, Roland

von Berlingo-98 - am 29.06.2009 15:16

Re: Ich lasse mich bekehren: Gleichspannung!

Zitat
Manfred aus ObB
Jetzt Übertreib nicht so Schamlos

Doch doch, damit kann ich Dich immer rauslocken, und das ist doch der Spass. Hast auch prompt genau wie erwartet reagiert.

Zitat
Manfred aus ObB
Und was heißt da so einfach Schluß jetzt ( alte gewohnheit das Thema ist geschlossen)

Na na, ich mach schon Schluss wann und mit was ich will. Brauch da wirklich keine Genehmigung und Zustimmung von Dir, und nach Deinen Kommentaren hatte ich eigentlich gar nicht gefragt. Ich mache als jetzt - wie Du wohl bemerkst - Schluss mit der Beschäftigung mit der HGÜ. Kann nicht mehr alles machen, ich konzentriere mich auf Elektroautos. Schluss mit Forenbeiträgen und so war mal, habs lange abgegeben, und das ist gut so.

Zitat
Manfred aus ObB
Du hast noch lang nicht alternativ in GIL gerechnet ( glaubt man Deinen alten
Arbeitsgeber so ist GIL 70% effizienter als Freileitung )

Was ist GIL ? Selbst google kennt (Dein) GIL nicht, denn diese Suchergebnisse machen in diesem Zusammenhang keinen Sinn:

GIL: Gesellschaft für Informatik in der Landwirtschaft - www.gil.de/gil/gilpreis.html

GIL Incentive- und Bildungsreisen GmbH - www.gil-touristik.com/

Zitat
Manfred aus ObB
Also wer gibt wem jetzt Recht, den Gleichstrom Wechselstromkrieg hatts schon 1890 gegeben
und man sieht so ganz gar ist er heut noch nicht, ich bin ja der Meinung im Haus könnte
man Teilweise auch mit selbigen arbeiten, vor allen Solarmobilisten die eh schon Gleichstrom
machen.

An was für Kriege Du Dich noch erinnerst. Wußte gar nicht, dass Du soooooooo alt bist. Dachte immer, dass Du so 10 Jahr jünger bist als ich, und ich erinnere mich noch nicht mal an den 2. Weltkrieg. Aber zum Gleichstrom im Haus: Ja da hast du ganz recht, und wird auch zunehmend gemacht. Viel mehr Gleichstrom im Haus als mancher so denkt. Schau mal, was aus all den kleinen Steckernetzteilen so rauskommt für Lampen, Computerchen, Telefonanlagen und so. Meist Gleichstrom. Habs auch schon vorbereitet und ziehe eine Gleichstromschiene rund ums Wohnzimmer. Ist dann der artgerechte Solarstrom drin (der, den man ohne Rechnung bekommt, aber das ist Alt), zwischengespeichert in normalen Akkus (ohne Vehicle dabei, also leider noch nicht V2G im Haus), und dann geplant zur Versorgung der ganzen kleinen Gleichstromgeräte. Alle natürlich über die preiswerten kleinen DC/DC Wandler von Pollin oder Fraron oder so. Licht geht natürlich direkt. Vor allem die mit LED.

Gruss, Roland

von Berlingo-98 - am 29.06.2009 15:42

Re: Ich lasse mich bekehren: Gleichspannung!

Zitat
RR
Was ist GIL ? Selbst google kennt (Dein) GIL nicht, denn diese Suchergebnisse machen in diesem Zusammenhang keinen Sinn:

GIL: Gesellschaft für Informatik in der Landwirtschaft - www.gil.de/gil/gilpreis.html

GIL Incentive- und Bildungsreisen GmbH - www.gil-touristik.com/


Roland, Roland


es ist doch nicht wichtig das Google das kennt sonder Du alter Stromfuchs

Also wenn man in Google * GIL HGÜ * eingibt erscheint Dein alter Arbeitgeber derzeit an
5 Stelle

[w1.siemens.com]

Und was schreiben die so darüber

"Zudem zeichnen sich gasisolierte Übertragungsleitungen durch sehr geringe elektromagnetische Felder sowie durch hohe Übertragungskapazitäten aus. Die Übertragungsverluste sind gegenüber Freileitungen um bis zu 70 Prozent geringer. Mit gasisolierten Übertragungsleitungen lässt sich die Energie auf kleinstem Raum transportieren."


das klingt doch mal nach was und wo muß ich jetzt hin zur Schwarzgeldkasse zweks der
Werbung die ich da gemacht hab?


Grüße aus den Bergen Manfred

von Manfred aus ObB - am 29.06.2009 16:18

Re: Pamphlet zur Saharaleitung

Also, wenn das so stimmt, dass mit dieser Leitung mit diesen Abmessungen und wahrscheinlich SF6 als Isoliergas (Treibhaus!!) die genannten Werte erreicht werden, dann kann ich auch durch eine Leitung von nur einem Meter Durchmesser und einem Leiterquerschnitt von 0,2 Qudratmetern Gleichstrom mit 120 Gigawatt Leistung bei 10% Verlust auf meine 10.000 km weite Reise schicken. Mit 1,5 Metern Durchmesser und zwei koaxialen Feldstabilsatoren sogar mit einem Neuntel des Materialaufwandes und 1,2 Megavolt Spannung. 600.000 Tonnen Aluminium. 10 Milliarden Euro.
Die zur Elektrolyse erforderliche Energiemenge für das Aluminium ist in sehr genau einem Jahr durch das Kabel geflossen.
Man beachte: ich rechne etwas anders und kaue nicht die Zahlen unserer Monopolisten und Volksbetrüger nach.

von Bernd Schlueter - am 29.06.2009 16:49

Keine Chance für Gleichstrom

400.000 Ampere will ich über die fette Doppelleitung aus Dromedarlandien importieren. Bei ein Meter Durchmesser der Doppelleitung in 5 Metern Abstand der beiden Leiter voneinander berechne ich eine Induktivität von ca 5 Henry, macht eine Feldenergie von rund 100.000kWh, die sich in nur wenigen Sekunden an einer Stelle unaufhaltsam entlädt, wenn nur ein Blitz die Gleichspannungsleitung trifft. Das können wir auf 10.000km Länge nicht so einfach ausschließen.
Denkt bitte an die bescheidenen Flammenbögen, die sich in Euren Chaisen schon bei deutlich niedrigeren Spannungen und Strömen ergeben!
Als netztrennende Kurzkopplung mit vollständiger Phasenkorrektur hervorragend zu gebrauchen, verbietet sich der Einsatz von Gleichstrom auf längeren Übertragungsstrecken.
Jetzt komme bloß noch jemand auf die glorreiche Idee, man könne einen Leiter weglassen und dessen Weg in Form von vagabundierendem Erdstrom zurücklegen. Sämtlich Schiffe und Omnisbusse, die die Meerenege oder die benachbarten Straßen passieren, dürften vom Magnetfeld in die Tiefe gerissen werden.
Selbst meinem Liegestuhl neben der Moschee von Marbella würde es die Nieten aus dem Gestell ziehen. Also, lasst den Unsinn. Wenn schon Gleichspannung, dann koaxial, unterirdisch und nur auf kurzen Strecken.

von Bernd Schlueter - am 02.07.2009 07:29
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