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elweb Stammtisch
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Herbert Hämmerle, Dr. Mabuse, Bruno44, Holger Keser

"Drehstromkiste" XXXXXXXL

Startbeitrag von Herbert Hämmerle am 04.08.2009 13:09



Gestern abend reiste ein 290 Tonnen schwerer 300 MVA-Trafo (220/110kV) die letzten Kilometer zu seinem Bestimmungsort, vom Bahnhof A-Rankweil zum VKW-Umspannwerk A-Meiningen (nicht zu verwechseln mit dem deutschen Meinigen).
Am Wochenende kam er per Bahn an und wurde auf die Straßentransporter umgeladen.
2 Zugmaschinen á 450 kW besorgten die Traktion der insgesamt ca. 450 Tonnen schweren Fuhre.
Ich ließ mir das Schauspiel trotz strömenden Regens nicht entgehen. Drei Stunden wurden für die 8 km benötigt. Hindernisse waren ein Wendemanöver in Rankweil, das Passieren eines Kreisverkehrs und die Überfahrt einer Brücke, die mit einem "Fly over" geschützt wurde.
Mehr Bilder dann in meiner Galerie, Link folgt, sobald ich die Bilder drinnen habe.

Wenn der Trafo aufgestellt ist, kommen noch zig Tonnen dazu: Die Kühlanlage, die Isolatoren etc. - und ca. 100(!) Tonnen Trafoöl.

Übrigens: Div. Eisenbahnfreunde nennen Lokomotiven mit Drehstromantrieb ebenfalls "Drehstromkisten". Holger, laß den Namen schützen :-)

Antworten:

und was für eine Steckdose schließt man da am besten an damit das Leistungsmäßig zusammenpasst? :joke:

Grüße

Bruno

von Bruno44 - am 04.08.2009 14:07
Zitat
Bruno44
und was für eine Steckdose schließt man da am besten an damit das Leistungsmäßig zusammenpasst? :joke:

Grüße

Bruno


Am besten einige regionale Umspannwerke (die roten) an denen wieder Ortsnetze mit unzähligen von Holgers Drehstromkisten dranhängen :-)
So schaut das VKW-Netz aus:


Dazu noch einige Bilder von diversen Unterwerken und ein Hinweis, warum dieser Trafo in Meinigen benötigt wird.



von Herbert Hämmerle - am 04.08.2009 14:19
Zitat
Herbert Hämmerle
Mehr Bilder dann in meiner Galerie, Link folgt, sobald ich die Bilder drinnen habe.

So, die Bilder sind hochgeladen und beschriftet:
[gal.umdenken.at]

von Herbert Hämmerle - am 04.08.2009 17:17
Hallo Herbert.

Daran könnte man sicher die eine oder andere Drehstromkisten hängen :)

Wobei der Adapter von den 110kV möglicherweise ein kleines bisschen zu groß für das EL ist.... wobei mit verstärkter Federung ...:hot:

Danke für die Bilder!

Grüße aus Wuppertal

von Holger Keser - am 17.08.2009 19:43
Zitat
Holger Keser
Hallo Herbert.

Daran könnte man sicher die eine oder andere Drehstromkisten hängen :)

Wobei der Adapter von den 110kV möglicherweise ein kleines bisschen zu groß für das EL ist.... wobei mit verstärkter Federung ...:hot:

Danke für die Bilder!

Grüße aus Wuppertal


Hallo

Anbei ein Bild eines 2m hohen Spannungsmeßwandler von 110kV auf 100V, der mit Isolierölfüllung ca. 300kg wiegt.



(Meßwandler sind hochgenau übersetzte Transformatoren und werden benötigt, z.B. um die Meßgrößen Spannung und Stromfluß auf den Hochspannungsleitungen zu überwachen).

Wenn man sein EL ladet, kann man einfach ein Voltmeter und Amperemeter einfügen, um die Ladeleistung zu kontrollieren.
Bei hohen Spannungen nimmt man dafür Meßwandler, die je nach Spannung z.B. 10kV auf 100V an einem 10kV Netz, 20kV auf 100V am 20kV Netz, 110kV auf 100V am 110kV Netz, etc. machen.

Und eben Stromwandler, z.B. von 2000A auf 5A, natürlich auch für die entsprechende Hochspannung isoliert zwischen den Wicklungen.
Somit hat man 100V und 5A, die man gut handhaben kann und z.B. für Schaltwarten, Umspannwerke, etc. zur Beurteilung der technischen Größen einsetzen kann.

Kurzfristig sind diese aber sehr gut überlastbar, um diese als Stromversorgung für Teslaspulen und andere Hochspannungsexperimente zu nehmen.
Den 110kV Wandler durch seine Ölfüllung z.B. mit 100V bei 100A.
Links unten neben dem 110kV Meßwandler liegt ein 20kV Wandler. Dieser ist nicht ölgefüllt, sondern ein trockener Gießharzwandler. Der wiegt ca. 20kg und kann mit 1,5kVA belastet werden.
Es gibt natürlich auch noch größere Gießharzwandler, die 5kVA belastbar sind, und z.B. Kurt seine Teslaspule speisen:


Hierzu nahm er dann 4 in Reihe und sekundär parallel um einen Trafo von 400V auf 16kV zu haben, der die Teslaspule speist. 20kVA, 4,5m lange Blitze...
Wir von der German Tesla List veranstalten übrigens jedes Jahr einen sogenannten Teslathon, also ein Treffen gleichgesinnter Fachleute und Bastler, die hier ihre selbstgebauten Experimente mitbringen und vorführen:
[beam.to]

Dies findet je in unterschiedlichen Standorten in Deutschland statt.
btw: Es wäre toll, wenn jemand von euch eine Halle hat oder kennt, die >5m hoch und > 400qm groß ist, die man für ein Wochenende im Jahr für unsere Veranstaltung mieten könnte. (Wir haben bis jetzt alle unserer Locations i.O. hinterlassen. Für großes Equipmwent braucht man aber große Hallen, sonst ist man zu sehr Wetterabhängig. (Die Geräte müßen ja nicht unbedingt korrodieren...).

Wenn jemand Interesse hat, unsere Veranstaltungen zu besuchen, oder eine Lokalität zur Durchführung kennt, kann er sich gern an mich wenden.
(Peter H. vom Elweb war letztes mal auch mit dabei in Brittheim 2009).

[Übrigens, wenn z.B. in Brasilien. oder sonstwo im Dschungel eine 110kV Leitung gelegt wird, und ein Zwischenpunkt (Umspannwerk, etc.) gebaut wird, betreiben die Bauarbeiter an diesen Spannungsmeßwandlern ihre Maschinen, um die Station aufzubauen!]

Viele Grüße Daniel

von Dr. Mabuse - am 17.08.2009 21:12
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