Elektroflugzeug-Schwachsinn

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 20.06.2013 07:53

Was EADs da vorstellt, ist Schwachsinn. Die Reichweite eines Elektroflugzeuges ist viel zu gering. Etwas anderes ist ein Elektrosegler, der braucht nur ein wenig Energie zum Start, für einen Flug auf bis zu 1000 Metern Höhe. Wer bis dahin keine Thermik findet ist selbst schuld oder es herrscht einfach kein Segelflugwetter.
10 kW reichen voll für ausreichend Startleistung, die noch ordentlich durch einen leichten Radantrieb unterstützt werden kann.
Für 1km Höhe eines 720kg-Seglers benötigt man theoretisch 2 kWh Energie, praktisch aber 4kWh, wegen der Verluste, das schaffen Lipos von 20 kg Masse., die man dann in wenigen Minuten leert. Mit weiteren 20kg Hochenergieakkus kann man dann noch weiter klettern oder insgesamt, falls keine Thermik vorhanden ist, ca 100km weit fliegen.
Aber das lohnt sich alles nur mit einem guten Leistungssegler.
Allerdings, für Streckenflüge packt man gerne auch noch 200kg Ballastwasser in die Tragflächen, mit Batterien gefüllt, wären das 40kWh, gut für 1000km elektrischer Reichweite.
Ein 40kg schweres Verbrennungsmotor-Tankaggregat erfüllt allerdings den gleichen Zweck.

Kurz, Elektroantrieb für den Start eines leichten Seglers, ja. Darüber hinaus, kaum.
Gut denkbar ist hingegen ein elektrisches getriebe, ein starkes Düsentriebwerk mit Generator im Rumpf, leichte Elektromotoren treiben eine Vielzahl von Propellern an.
In diese Richtung dürfte das EADs-Projekt zielen.
Ein Flugzeug, das Nutzlast, also auch weitere Passagiere befördert, hat einen viel zu hohen Energiebedarf, als dass er von Batterien gestillt werden könnte.

Für den EADs-Konzern allerdings eine gute Herausforderung, die Entwicklungsergebnisse kämen mit Sicherheit auch uns zugute. CO2 wird nicht eingespart. Was wir in der Luft an nachwachsenden Rohstoffen und Wasserenergie verpulvern, fehlt dann auf der Erde.
Mit Gas kann man sehr umweltschonend fliegen.

Antworten:

Weniger Schwachsinn

Wie ich schon erwähnte, Elektrosegler sind alles andere als Schwachsinn. Jeder bessere Segler lässt sich damit ausrüsten. Auch nachträglich.
1000 Meter Steighöhe reichen vollkommen. Wenn man bis dahin keine Thermik gefunden hat. lässt man das Segeln an diesem Tag ohnehin besser sein.
Auf Strecke geht man eh nur, wenn die Bärte 5m/s erbringen, wobei man mit um 180 Grad gedrehten Rotorblättern den Bart auch elektrisch abernten kann: bei 10 kW Ladeleistung sind die Batterien dann innerhalb einer knappen halben Stunde wieder voll. Genug für Zwischenlandungen und erneute Starts.

Größere Flugzeuge haben nicht die Möglichkeit, eng genug zu kurbeln, da sind die Verluste viel zu hoch. Der Leistungsbedarf ist dermaßen hoch, dass der Verbrennerantrieb unumgänglich ist. Allerdings darf das Getriebe elektrisch sein.
Übrigens, ein elektrischer Propellerantrieb ist sehr laut. Das will ich hier mal deutlich sagen.
Eads hat nicht ohne Grund ein Mantelstromtriebwerk konzipiert.

elweb-Nachrichten



dubisteinetube

von Bernd Schlueter - am 22.06.2013 08:17

Firma Lange in Zweibrücken baut die Antares

In ausreichend großer Serie könnte dies das Nullenergie-Standardsegelflugzeug werden und dem Cityel Konkurrenz machen. Über die Batteriekapazität schweigt sich Lange aus. Sie dürfte etwas über 12 kWh liegen. Säfte.
Der Motor ist eigens für die Antares entwickelt, wir sollten uns an deren Leistungen orientieren.
Im Geradeausflug ohne Aufwind klettert das Flugzeug auf 2850 Meter. Bei einer Gleitzahl von 60 entspricht das einer Reichweite von 190 Kilometern.
Ca. 6 kWh auf 100km.

Wer baut mit sein Cityel um?

Jede Menge Daten und Aufnahmen:

Langes Antares

Roman, frag mal nach dem Preis. An einer Sammelbestellung wäre ich sehr interessiert. Du auch, wie ich Dich kenne.

Saftiges

von Bernd Schlueter - am 22.06.2013 08:53

Re: Firma Lange in Zweibrücken baut die Antares

Hallo Bernd

Der Antares wird nicht mehr gebaut, und der Erprobungsträger auf der Luftfahrtausstellung macht schon Sinn.

Ein nromales Kleinflugzeug braucht zum stationären Fliegen auch nur 6 bis 10kw, mit der Gewichtsersparnis durch den E-Motor wären heute schon 3 stunden Flugdauer drinnen.

Gruß

Roman

von R.M - am 22.06.2013 09:13
Ein normales Flugzeug ist schwerer, hat kürzere Tragflächen mit höherem induziertem Widerstand und einen relativ fetten Rumpf. Da kommst du aber nicht auf die Gleitzahl des oder der Antares.
Höhere Geschwindigkeit, die bringt aber nur wenig an Reichweite. Hast du da Zahlen, die für den Versuchsträger berechnet wurden? Drei Stunden halte ich ohne Verbrenner für unmöglich.
Die zwei relativ kleinen Elektrostrahltriebwerke sind zwar leise, aber doch sehr klein, um einen annehmbaren Wirkungsgrad zu erzielen. Andererseits träumen DLR und EADs noch von den Wunderbrennstoffzellen.
Sagen wir mal, eine Tonne und 0,6 m/s Sinken, das sind alleine schon 60kW. Für drei Stunden Vorrat an den angeblichen Kolibris, das wären alleine 720 kg. Das Patent ist aber bekanntlich abgebrannt.
Also, ich denke, deine Kollegen träumen von leichten PEMzellen, zur Not blasen sie mit dem verbliebenen Wasserstoffreserven einen Ballon auf, der sie zum Ziel weht.
War schon bei dem Brüderchen der Antares so, das auf der vorletzten Hannovermesse zu sehen war. War auch nur ein Zukunftsträger für Frau Merkel.

von Bernd Schlueter - am 22.06.2013 15:42
Bernd, da muß ich Dir widersprechen.
Nicht nur meine Segelflieger, auch meine Motorflugzeuge fliegen elektrisch sehr gut :D



Meine Beaver mit 1,7m Spannweite

von Claus. - am 22.06.2013 17:11
Hallo

Richtig rechnen! 1t also 1000kg *9,81 m/s2 *0,6m/s ergibt ca. 6000 J als ungefähr 6 kwh nicht 60.

Sonst würde ein Segelflugzeug mit 750kg Abfluggewicht nie funktionieren.

Wenn wir jetzt beim Aku von einer Energiedichte von 160wh/kg ausgehen dann würde für 1h stationären Flug ein Akku mit einem Gewicht von 37,5 kg nötig sein für 3h als etwas mehr als 100kg.

Das ist ungefähr die Gewichtsdifferenz zwischen einem E-Motor und einem Flugmotor.

Gruß

Roman

von R.M - am 22.06.2013 18:48

Nur ein großes Elektroflugzeug ist Schwachsinn

Tatsächlich. Da bin ich doch glatt mit dem Antares-Umbau auf dem Jupiter gelandet.Aber trotzdem erfreulich. Da frage ich mich, was tummeln wir uns noch hier auf der Erde herum. ich fliege nach Frankreich, tank da für nen Zehner die kWh und fliege mit dem schnelleren Brummer die Stunde für 60 Cent, Die Propellerabnutzung auf der Luftstraße ist viel geringer als die der Reifen auf dem Asphalt, von dem man in Krefeld wirklich nicht mehr sprechen kann. nach dem abheben an den Buckeln auf der Straße hat man schon gar keine Lust mehr herunterzukommen.
Also, das sind ja tolle Aussichten mit dem Lithium. Ein Gleitschirm kommt da ja gar nicht mit.
Mal rechnen, 375kg Akkuzuladung dürften nicht zu viel sein, also 100kWh, 17 Stunden Flug mit 30m/s, 1800km bis nach Neapel. Ich wollte schon immer mal auf dem Vesuv landen. also, was kostet die Welt? Ich bestell schonmal eins.
Zur Brandgefahr, falls sich so ein Hochleistungsakku mal zerlegt. Dann hat man immerhin die Möglichkeit , abzuwerfen, das geht schneller als Kerosin ablassen.
37,5kg/kWh, ist man schon so weit? Mit Kolibris hat das doch wohl nichts zun tun?

Die Thermik lassen wir links liegen, ist eh zu anstrengend, die Kurbelei.

Solardach, 10kw, für 5000 Euro, 10.000kwh im Jahr. damit fliege ich 180.000km im Jahr. das ist doch schon was für den Anfang?
...dabei habe ich schon einigermaßen pessimistisch gerechnet.

mein Haus, das hat nen elektrischen Bart...dideldum...

von Bernd Schlueter - am 22.06.2013 19:50
Guten Morgen,

... aha - das fliegende Volk innerhalb des Forums ;-)
Ich beobachte schon ne Weile den Sektor mit Interesse und da gibt es bereits ne Menge recht interessanter Ansätze - wenn man von den Preisen für die Spielzeuge mal absieht.

Hier: [www.youtube.com]
und hier : [www.youtube.com]

Den Archeopteryx soll es nun auch mit Elektroantrieb geben. Man beachte die Start und Landeart "zu Fuss"......... lach..... Roman, ich stelle mir gerade vor, wie das mit uns beiden dann aussieht ;-)

LG Jörg

von Jörg P. aus B. - am 27.06.2013 07:03
[www.golem.de]

von Emil - am 10.05.2016 18:44
Ganz Schwachsinn ist das Ding nicht. Die kleinen Impeller haben an die 90% Wirkungsgrad, der Einwand ist nicht zutreffend.
Beträgt die Fläche der 36 Schaufelräder 5m² und stoßen diese die Luft mit einer Geschwindigkeit von 180km/h aus (=50m/s) beträgt der Staudruck ca 1500 N und 750kg Masse können hochgewuchtet werden. 7500N mal 50m/s machen 375kW Leistungsbedarf geteilt durch den Wirkungsgrad, also mindestens 400kW Leistung für 2 Minuten. Danach sind vielleicht noch 500 N Schub erforderlich, bei 300km/h oder rund 80m/s. Mit Verlusten 50kW für den Geradeausflug, danach 2 Minuten 375kW für die Landung. Also, 75kWh Batteriekapazität könnten reichen. Das Leichtgewicht muss aber erst erfunden werden. Mit zusätzlicher Gasturbine als Generator und Zusatzschub funktionierts aber. Die wird uns verschwiegen. Ich bin jetzt mal von der Gleitzahl 8 ausgegangen. Ob die besser sein kann?
Ich kanns mir nicht vorstellen.
Die vielen Rotoren bieten ein wenig Sicherheit, zur Notlandung reicht die Batterie und der Fallschirm.

von Bernd Schlueter - am 10.05.2016 20:26
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.