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elweb Stammtisch
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8
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Christian s, Bernd Schlueter, Emil

Strompipeline - Alternative zu Freileitung und Erdleitung

Startbeitrag von Emil am 19.01.2016 05:48

Vor einiger Zeit wurde von der Uni Magdeburg dieses Patent angemeldet.

Dieses beschreibt als Alternative zu konventionellen Freileitungen und Erdkabeln eine sogenannte Strompipeline. Diese besteht aus einem Stahlrohr und mehreren in einer mineralischen Füllung elektrischen Leitern und Glasfaserkabeln für die Datenübertragung.

Das Rohr soll so robust sein, dass das Gelände nach der Verlegung weiter landwirtschaftlich genutzt werden kann. Und die Lebensdauer soll die konventionellen Erdkabel um ein Vielfaches übertreffen. Die Kosten sollen zwischen denen der Freileitung und der konventionellen Erdkabel liegen.

Die Strompipeline soll auf der Hannovermesse vorgestellt werden. Momentan ist im Netz außer dem Patent nicht viel zu finden.

Antworten:

Kies und Uhu-Plus. Ich bin mal gespannt,welche Spannung das aushält. Zuletzt habe ich bei der Reparatur einer Düsseldorfer SF6-gefüllten 100kV- Peiplein zugeschaut. Das Gas mit der höchsten bekannten Klimafeindlichkeit. Teuer.
Uhu-Plus düngt den Acker?
Kombiniere: der Kies sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Spannungsgradienten. das reduziert die notwendige Masse an isolierendem Uhu-Plus = Epoxydharz.
Weichmagnetisches Pulvereisen wird auf die gleiche Weise hergestellt. Also ziemlich einfach und materialsparend. Kies kostet, im Gegensatz zu dem, was der Name vermuten lässt, wenig Kies.
Übrigens, in die Magdeburger Halbkugeln gefüllt, bekommen auch 100 Pferde die nicht auseinander. Schrie doch geradezu danach, da mal etwas Vernünftiges einzufüllen.

Anm.: UHU Plus ist badensisch, epoxy englisch, Epoxyd denglisch, sonst alles das Gleiche.

von Bernd Schlueter - am 19.01.2016 06:36
für 380 kV kaum vorstellbar

von Christian s - am 19.01.2016 07:51
Die werden es schon getestet haben:

Zitat

Erfindungsgemäß kann die Vorrichtung aus einem Stahlrohr bestehen, welches mit sogenanntem Mineralguss gefüllt ist. Dieses Material besteht beispielsweise aus einem Sand- und Kiesgemisch, welches mit Epoxid-Harz gebunden wird. Dieses kalthärtende Material besitzt die notwendige Isolationswirkung von 10**15 Ω und so eine geringe Dielektrizitätskonstante, dass der Kapazitätsbelag der Leitung bei Wechselstromanwendungen nicht zu hoch wird. Die Einbringung des bindenden Kunststoffs auf die Kupferstränge und in die Innenwandung des Stahlrohrs bietet bei der Zusammenbringung der einzelnen Elemente dazu einen idealen Korrosionsschutz.


von Emil - am 19.01.2016 08:03
von der zulässigen Spannung lese ich auch nichts... wir brauchen dringend eine 380kV Leitung !

[www.krone.at]

von Christian s - am 20.01.2016 14:12
100.000Volt sind üblich für städtische Hochspannugserdkabel. Das besondere an diesen hier ist der eigefüllte Sand, der den Spannungsgradienten gegen Kriech- und Büschelladungen stabilisiert. 1mm PET, Polyethylenterephthalat, daraus sind viele Kunststofflaschen gefertigt, isoliert 500.000 Volt. Daran sieht man, dass 380.000 Volt zu isolieren, kein Kunststück sein muss. Die Kiesel sind ein wenig leitend, wie auch die Isolatorteller von Hochspannungsleitungen, die selbst bei Regen ein stabiles elektrisches Feld erzwingen, sodass es zu keinen örtlichen Instabilitäten kommen kann. Kleine Fehler treten immer auf und werden durch die Verteilung auf viele dünne Isolierschichten zwischen den Kieseln mehr oder weniger gut verteilt. Man wird also unterschiedliche Sandmischungen mischen, wie bei wasserfestem Beton und um möglichst wenig des teuren Bindemittels Uhu Plus (epoxy) zu benötigen. Dass diese Mischung so hervorragend funktioniert, hätte ich eigentlich nicht geglaubt, aber offensichtlich funktionierts.
Ran an den Speck aus der Sahara!
Treibstoff, wozu?

von Bernd Schlueter - am 20.01.2016 16:09
der Leitungsbetriber sagt es ist nichts außer Freileitung Stand der Technik. dieses Stand der Technikargument zieht immer...

von Christian s - am 20.01.2016 17:36
Die Sandmischung dürfte wohl entscheidend sein. Aus zwei Gründen: Epoxy erzeugt beim Polymerisieren eine ordentliche Hitze, die von den Kieseln aufgenommen werden kann. Zum anderen wird es im Epoxy immer zu mikroskopischen Schwundrissen kommen, die, da gasgefüllt, pro mm eine Durchschlagfestigkeit von nicht viel mehr als 10.000 Volt haben.
Skeptisch darf man wohl weiterhin sein. So schlecht ist Luft als Isolator auch nicht und mit Supraleitung lässt sich auch eine Menge machen.

von Bernd Schlueter - am 20.01.2016 21:21
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