Moebius und seine band

Startbeitrag von Bernd Schlueter am 19.01.2016 08:09

Wiki besteigt den Wendelstein

Wie ich schon länger vermutet habe, interessiert Ihr Euch alle für die Elektrizität. Deshalb etwas zur Allgemeinbildung:

Ganz ursprünglich wollte ich mal am Cern oder in Garching Strom bis zum Abwinken erzeugen. Nach einem Zwischenspiel in Bensberg habe ich aber wieder die Sonne entdeckt, mit der es auch geht.

Deshalb weiß ich Einiges über Fusionsreaktoren, was ich pünktlich vor Karneval zum Besten geben möchte:
Sicherlich ist Euch nicht entgangen, dass man sich seit langer Zeit in sogenannten Tokamaks abmüht, ein stabiles Plasma für die Kernfusion zu gewinnen. Leider vergeblich.
Leider "altert" das Plasma dabei, wird instabil und zerbricht. Warum?
Das Plasma hat innen einen engeren Durchmesser als außen, was dazu führt, dass die auf der Innenbahn herumfliegenden Tritiumionen eine andere Drehgeschwindigkeit bekommen als die auf der Außenbahn, sie separieren sich von den anderen, bis das ganze Plasma in Hunderttausenden dünnen Plasmafäden aufgespalten ist, die aber zusammenhängen und so eine Spule mit Hunderttausenden Windungen bilden. Man sagt dann, das Plasma wird alt und zerbrechlich. Ursprünglich außerordentliche Streuung genannt. Ist es aber nicht.
Lösung: das Tokamak befindet sich immer in einem sich ändernden Magnetfeld, und ein solches induziert in einer Spule mit einer hohen Windungszahl immer eine hohe Spannung. Mit "alterndem" Plasma immer mehr bzw. höher. Bis ein Funke überspringt und das Plasma zerbricht.
Typisch fürs Tokamak, wie Jet, Iter, Textor usw..
Der Effekt könnte nach mir genannt worden sein, wobei ich mir aber nicht ganz sicher bin, denn in Garching habe ich mal einem Namensvetter und einem Herrn Pfirsch die Hand geschüttelt.

Die haben dann auch zusammen mit anderen den Wendelstein (1838 m) bestiegen und die ersten Wendelsteine in Garching gebaut.
WendelsteinV war dann ein so durchschlagender Erfolg, dass die leitenden Garchinger das Ding gleich wieder abbauten, damit kein Fremder sich mit fremden Lorbeeren schmücken konnte (ich ausgenommen).
Das Geheimnis der Wendelsteine: Sauber aufgebaut, bildet das Plasma ein Möbiussches Band. Innen- und Außenbahn sind gleich lang und andere störende Effekte heben sich ebenfalls auf. Seit ich im vorigen Jahr die Besteigung des Wendelsteins nachgeholt habe, darf ich da mitreden: WendelsteinVII in Greifswald soll ein regelrechter Jungborn werden, in dem das Plasma nie altert und ewig bestehen bleibt..

So, jetzt seid Ihr gebildet und könnt auch nachlesen:

Pfirsch-Schlüter-Ströme imTokamak

Ihr müsst ja nicht alles wissen

Die Sybille war auch schon auf dem Wendelstein

Antworten:

Ich war Anfang der 80er Jahre Zu Zeiten des Wendelstein auch mal ein halbes Jahr in Garching.

Allerdings habe ich da im Rechenzentrum mit den IBMs und der Cray-1 als Praktikant gearbeitet. Das war sehr interessant und ich habe viel gelernt.

Damals dachte ich auch noch dass die irdische Fusion die Lösung aller Energieprobleme darstellt. Heute bin ich davon überzeugt dass der Fusionsreaktor in unserem Sonnensystem dazu völlig ausreicht.

von Emil - am 19.01.2016 08:35
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